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 Kennzeichen

 

Argentinien 19. Januar - 09. Februar 2008

 

Nicht nur die schummrigen Tango-Bars in Buenos Aires, die fabelhaften Weine in Mendoza, die Herrlichkeit der Andenlandschaft, oder die tosenden Wasserfälle von Iguazú - Es sind die Argentinier selbst, die die Reise nach Argentinien zu einem echtem Erlebnis machen sollen.

 

Eigentlich sollte es nicht mehr mit der bekannten spanischen Fluggesellschaft über die spanische Stadt M... gehen. Dies war zumindest unser Plan nach unserer Reise nach Mexiko.
Doch es kam wieder einmal alles anders.

Ein Kumpel wollte für ein halbes Jahr nach Südamerika reisen und lud mich ein ihn, zumindest für eine Zeit, zu begleiten.
Gut, er ist Student, da ist dies möglich, aber als Berufstätiger wird es oft sehr schwer, seinem Chef zu verklickern, dass man mal für sechs Monate nicht zur Arbeit kommen würde.
Also entschied ich mich für die arbeitgeberfreundlichere Variante - für drei Wochen - und zog noch meine Freundin und ein befreundetes Pärchen ins Boot.
Wir einigten uns auf Argentinien, zu einem, da mein Kumpel im Januar dort verweilen wollte und zum anderen, da Argentinien laut einiger Recherchen und Reiseführer (wir bevorzugten hier den alt bewährten „Reise Know How" und den „Lonely Planet") viel zu bieten hat.
Ein weiterer Punkt betraf die Geschichte: Durch den wirtschaftlichen Zusammenbruch im Dezember 2001 (der argentinische Peso war zuvor an den US-Dollar gekoppelt und stürzte  auf ein Verhältnis von 4:1) wurde aus einem der teuersten Reiseländer Südamerikas ein Land mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis.

Bei einem Land mit einer Gesamtfläche von 2,8 Millionen km2, die Inseln im Südatlantik und Teile der Antarktis nicht einmal mitgerechnet, ist Argentinien das achtgrößte Land der Erde und wir würden lange Strecken zu überbrücken haben.

Obwohl wir nur ein Bruchteil des Landes erkunden wollten, war uns von vornherein klar, ein Erholungsurlaub wird das sicher nicht (auch wenn evtl. manch Mitreisender das, wenn auch zum Teil,  erhoffte ;o) ).

Unser Plan war es am 19. Januar 2008 nach Buenos Aires zu fliegen und von dort für drei (bzw. vier Wochen) die „nähere" Umgebung zu erkunden.

Nun schlägt wieder einmal Murphy zu - bei unseren Internetrecherchen war nun leider die von uns keinesfalls favorisierte Fluggesellschaft (fängt mit I an) die Preiswerteste und damit ging es auch über M...! :o(
Aber was soll's, aus unseren Erfahrungen lernen und Geld sparen.

 

                                                                                                                   

Die Reise

 

                     
                                                                                                                                                

 

Rot=Fahrt

Blau=Flug

Grün=Fähre

                                                                                                                                                       

Samstag; 19. Januar 2008

So ging es am 19. Januar 2008 0735 Uhr von Berlin via M... nach Buenos Aires.
Den Flug bekamen wir für knappe 850€, was nicht unbedingt schlecht ist.

Nach rund 17 Stunden waren wir 2050 Uhr (Ortszeit, es sind nur drei Stunden Zeitverschiebung) in Buenos Aires (BA) und haben unsere Umgebungstemperatur um rund 30°C gesteigert. Schon bei der Einreise stellten wir fest, dass es besser gewesen wäre, nicht nur den Flug, sondern auch das Hotel für die erste Nacht zu buchen. Und dies aus zwei Gründen:
Der Erste, schnell zu klärende, ist der, dass man bei der Einreise auf dem Formular ein Hotel als Anlaufstation angeben muss. Dies bekamen wir mit etwas Charme noch hin.
Der Zweite wurde uns nachts halb zwei in einer Pinte bewusst. Aber dies später!

Am Flughafen angekommen hieß es erst einmal Geld besorgen. Hier gibt es zwei Wege. Der eine - einfach, aber nicht vorteilhaft (der Kurs am Flughafen ist nun mal nicht der beste), ist Bargeld in der Wechselstube zu tauschen (1€ ~ 3,9A$ - Argentinische Peso). Später erwies er sich auch nicht mehr als so einfach.
Der zweite Weg, ist zum Automat zu gehen und Geld in der Landeswährung abzuheben, bei einigen Banken gebührenfrei - aber problematischer, da nur ein begrenzter Betrag ausgezahlt wird und da dieser Prozess an einem Automaten  nicht beliebig oft wiederholbar ist, läuft man von Bank zu Bank.
Wie dem auch sei, mit dem Geld zum Taxistand und mit jenem sollte es dann in die City gehen. (Der Internationale Flughafen ist recht weit außerhalb.) Nun sind dort die Taxis eh nicht gerade die größten und fahren oft auch noch mit Gas, d.h. der halbe Kofferraum ist mit einer Flasche gefüllt.
Da nun vier Leute mit Gepäck für drei bis vier Wochen nicht normal in solche Taxis passen und wir auch nicht die Taschen auf den Schoß nehmen durften, mussten zwei gechartert werden.
Bei einem Preis von 75A$ pro Taxi ist wohl ein Wettrennen inklusive, dachten wir uns. Als aber das andere außer Sichtweite und wir bei einem Tempolimit von 80km/h immer noch mit 160 über die Straßen fegten, war uns klar, es war wohl nur der Transfer ohne Rennen. Auf jeden Fall waren wir mit rund zehn Minuten Vorsprung am vereinbarten Ort und das aber auch nur, weil Mautschranken uns zwangen, die Geschwindigkeit zu drosseln. (Nun war der Taxifahrer auch noch Fuchs und hatte so ein Karte die automatisch gelesen wird. Wie oft er gebraucht hatte die Geschwindigkeit abzuschätzen, ohne Zeit zu verlieren, aber auch ohne das Auto zu beschädigen, werde ich nie erfahren. Aber ich war froh, dass er es inzwischen konnte, denn ich saß auf dem Beifahrersitz und habe jedes Mal den Kopf eingezogen (als ob das was bringen würde).

Nun wurden die Hotels abgeklappert. Doch es sah schlecht aus.
Es war inzwischen nachts halb zwei und wir hatten immer noch kein Hotel. (OK, wir hatten uns gerade auch noch ein Wochenende für unsere Anreise ausgesucht - muss nicht gerade förderlich sein.) Später nahmen wir ein Taxi und fuhren noch einige ab, bis wir dann ein etwas Preisintensiveres (das „Wilton Palace Hotel" - nein, kein Druckfehler, es wird wirklich nicht mit H geschrieben) bekamen. Nun nicht gerade das, was wir uns als Budget vorgenommen hatten, wir waren aber erst einmal froh die Sachen abzulegen und eine Bleibe zu haben. Außerdem lag es noch relativ zentral (Ecke Av. Santa Fe / Av. Callao).
Nun konnten wir auf unseren Urlaub anstoßen.
Was wir auch in der benachbarten Bar taten. Ich glaube es war dann gegen vier als alle Stühle schon hochgestellt waren und wir so indirekt suggeriert bekamen, dass es für uns Zeit ist zu gehen. Also die Rechnung und ab aufs Zimmer zum Abschiedsgetränk. Es war dann wohl gegen fünf als wir uns entschieden, jetzt doch ins Bett zu gehen. Wir hatten ja noch etwas vor.

BA sollte nur für einen Tag zum „akklimatisieren" sein und wir wollten am 21. Januar weiter in den Süden nach Patagonien. (Der Flug nach Trelew war das einzige was wir im Vorfeld über Internet -Traveltopia- gebucht hatten.)
Er sollte schon 0540 Uhr gehen.
So reifte an diesem Abend eine glorreiche Idee (oder eher Kloreiche):
Da wir die Fahrt zum Flughafen, den Check In ... noch zeitlich berechnen mussten, würden wir eh nur einige Stunden (und bei einer Nacht wie dieser - gar nicht) das Bett benötigen. Also könnten wir uns auch das Geld für die nächste Nacht im Hotel sparen.

 

Sonntag; 20. Januar 2008

 

Da wir uns entschieden, nur eine Nacht (bzw. eine halbe) in unserem Hotel zu bleiben, mussten wir bis 1000 Uhr ausgecheckt haben. Dementsprechend war nichts mit ausschlafen (das sollte noch am Abend spürbar werden), aber dafür hatten wir mehr Zeit Südamerika zu erobern.
Frühstückessen im benachbarten Cafe „Filippo" und dann ab ins Zentrum, zum Obelisken, Sightseeing und unser erstes argentinisches, über dem Feuer gegrilltes, Rindersteak. Dieses Mal entschieden wir uns noch für ein „Bife de Costilla" (einem T-Bone Steak), später sollte es fast nur noch „Bife de Chorizo" (oder auch in Uruguay als Entrikot benanntes dickes saftiges Filetsteak) sein.
Wichtig ist dabei, dass man „a punto" angibt, dann wird es Medium gegrillt. Wenn man nichts sagt, bekommt man das Steak durchgebraten.

            Grill                Fahne                Obelisk  

BA, mit seinen 3 Millionen Einwohnern (13 Mio. Einwohner im Großraum; ~ 38 Mio. in ganz Argentinien) ist eine riesige Stadt. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen aber konzentriert in ein paar gut erreichbaren Vierteln. (Obwohl ich mir das Autofahren in der Stadt echt verkneifen würde. Habe es bisher nur schlimmer in Kairo gesehen.)

Also ging es vom Zentrum weiter zum nahe gelegenen Hafen („Puerto Madero") und immer mal wieder in den Außenbereich eines Pubs die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Mir hat dieses Wetter gefehlt!!!
Abends ging es dann noch zur Bar der letzten Nacht um ein zwei (oder?) Daiquiri zu uns zu nehmen. (Er wurde übrigens das Lieblingsgetränk unseres Urlaubes.)
So sollte die Zeit bis zum Flug überbrückt werden. Na ja, da gibt es aber noch Murphy.
Wie es kommen musste, wurde der eine oder andere dann von den Nachwehen der letzten Tage müde und so wurde es sich langsam auf der Couch im Foyer des Hotels gemütlich gemacht.

Halb vier Uhr morgens ging es dann endlich per Taxi zum nationalen Flughafen und weiter nach Patagonien, der ersten Etappe unserer Reise. Infolge Nichtauslastung wieder einmal Glück gehabt und zwei Plätze zur Eigennutzung, was bei der Beinfreiheit (noch weniger als Kurzstrecke bei I... und das will schon etwas heißen) auch fast notwendig wurde. (Die mitreisenden Volleyballer taten mir leid, ihnen war es unmöglich den Platz auf normalem Wege einzunehmen. Aber das relativierte sich ja dann auch bei ihnen.)

 

Montag; 21. Januar 2008

 

0740 Uhr Ankunft am Flughafen in Trelew. Besser gesagt, bei Trelew und als Flughafen ... ;o) Na ja, siehe Foto!

                            Flughafen                    Pampa       

Doch wie weiter?
Da wir alle bis dahin viel Stress auf Arbeit hatten, hatten wir uns im Vorfeld nicht so viele Gedanken gemacht. Wir wollten uns spontan entscheiden.
Dass das Busnetz gut ausgebaut ist und so gut wie keine Zugverbindungen existieren war uns klar. Auch, dass hier, vor allem hier in der Pampa, die Entfernungen andere Dimensionen annehmen. Doch wollten wir auch flexibel sein, was wiederum für einen Leihwagen sprach. (Ein flexibles GPS haben wir aus Deutschland mitgenommen und eine Argentinienkarte in BA erworben.)

Die Preise (kleinste Größe ab 1500€) für ein PKW inklusive Versicherung und unbegrenzter Kilometer schreckten uns aber vorerst ab. So in Gesprächen und Recherchen (ja, dieser Flughafen hatte zwei „Schalter" von Mietwagenstationen) versunken, registrierte ich erst recht spät, dass wir, wenn wir keinen Mietwagen nehmen, erst einmal klären sollten, wie wir weg kommen. Der Flughafen war nun nicht der, der im Volksmund als solcher bezeichnet wird. (Die Busbahnhöfe waren meist größer. - Obwohl, ich habe auch schon kleinere Flughäfen gesehen, dass war aber in Venezuela und mitten im Regenwald)

Alle Passagiere unseres Fluges (ungefähr vierzig) wurden abgeholt.
Und wir standen nun inzwischen fast allein dort. Kein öffentlicher Bus, kein Taxi.
Bei dem Versuch, mich bei einer argentinischen Volleyballmannschaft nach einer Mitfahrgelegenheit zu erkundigen, wurde ein netter Fahrer eines Kleinbusses, welcher eigentlich schon auf dem Weg war, auf uns aufmerksam und nahm uns für ein kleines Entgelt die 65km mit nach Puerto Madryn - unserem eigentlichen Etappenziel.
Von hier aus wollten wir die Halbinsel „Peninsula Valdés" und deren Tierwelt erkunden.

In Puerto Madryn ließen wir uns am Informationszentrum in der Stadt absetzen um einerseits nähere Informationen (Stadtplan, Hotelanschriften...) zu erhalten und andererseits zentral zu sein.
Ein 1371km von BA entferntes, vernieseltes Tor zum Tierschutzgebiet „Peninsula Valdés" empfing uns. Die kleine Stadt, welche direkt an der Bucht von „Golfo Nuevo" liegt, machte dadurch zuerst nicht einen so positiven Eindruck.

Die Frauen setzten sich mit dem Gepäck in ein Restaurant und wir machten uns auf den Weg, eine Unterkunft ausfindig zu machen. (Mit abtelefonieren ging es da nicht so.)
Nach mehreren Hotels, die wir abklapperten, gaben wir erst einmal auf.
Verfolgte uns der Fluch aus BA, dass wir Probleme haben sollten, eine Unterkunft zu finden? Nicht, dass wir keine angeboten bekommen haben. Doch das eine Hotel, welches noch freie Zimmer hatte, hatte sie bestimmt nicht umsonst. Bei einem Preis von 170US$/Nacht und Zimmer? Auch für uns nicht diskutabel. Ein Hotel („Muelle Viejo") machte uns aber noch Hoffnung, evtl. ja nach dem Bettenwechsel 1000 Uhr.
Hier scheint es üblich zu sein, wenn man erst einmal ein Zimmer hat, bleibt man so lange man will und gibt dann auch erst seine Abreise beim Check Out und der Bezahlung bekannt.

Pünktlich 1000 Uhr standen wir wieder in dem Hotel. Doch nix. Keine Chance. Da kam mir eine Idee, wie sieht es mit einem 4 Bett-Zimmer aus? Und wir hatten Glück! Eins war noch frei. Recht eng, aber bei einem Preis von 220A$/Nacht und Zimmer waren wir uns einig. Das nehmen wir.
Erst einmal ausgiebig duschen und dann die Stadt oder besser gesagt, das Städtchen erkunden.
Wichtig für uns war es die Möglichkeiten der Reise zur Halbinsel (ja der Grund dieses Etappenziels - und sonst gibt es hier wirklich nur Pampa) zu erkunden.
Geführte Tour mit Guide und Reisebus, preiswert - aber nicht unbedingt unser Ding.
Geführte private Tour, d.h. der Fahrer und wir vier - teurer, aber wir haben jemanden, der die Stellen kennt, wo man sich am besten die Tiere ansehen kann. - Und wegen ihnen sind wir hier. Es soll Seelöwen, See- Elefanten, Pinguine, Delphine und mit Glück auch Wale (zu dieser Zeit Orcas) geben.
Oder einen Mietwagen nehmen und die Strecke von rund 460km in Eigenregie fahren.
Trotz eines Mehrpreises entschieden wir uns für die zweite Variante, die geführte privat Tour. Dass sich diese Entscheidung als beste erwies, zeigte sich am nächsten Tag.

Wir hatten Glück und der Nieselregen wurde von Sonnenschein abgelöst. Nach Essen, Sightseeing und dem Besuch eines kleinen Marktes, klang der Tag wieder einmal in einer Bar mit einigen Caipis aus. (Die Getränke sind hier wirklich krass. Es kommt einem hier vor, als wenn der Alkohol preiswerter als die alkoholfreien Getränke ist - in diesem Fall sogar als Wasser bzw. Eis. Das letzte Mal habe ich diese auf Cuba bzw. in einer Strandbar auf Sri Lanka erlebt. - Aber hier war es anscheinend die Norm.)

                                                arg. Weise seinen Hund auszuführen

Nach einigen relativ kurzen Nächten, war dieses gemütliche Familienhotel wie ein Traum. Wir haben wieder einmal wie die Murmeltiere geschlafen.
Die Nacht wurde dann, außer ein zwei kurzen Schnarchkonzerten, gegen 700 Uhr beendet, da wir 800 Uhr abgeholt werden sollten.

 

Dienstag; 22. Januar 2008

 

Wie verabredet stand dann der Fahrer (englisch sprechend) mit einem VW - Passat vor der Tür. Perfekt - das es später noch komfortabler werden sollte, konnten wir bis dahin nicht ahnen. Und ab ging es zur Halbinsel.

Die Halbinsel „Valdés" ist 3600km2 groß und hat eine Küstelänge von über 400km. Sie gehört zu den schönsten Tierschutzgebieten Südamerikas. Zwischen Juni und Mitte Dezember suchen die südlichen Glattwale die Gewässer als Paarungs- und Aufzuchtsplatz auf. Deshalb wurde die Insel auch 1999 zum Weltnaturerbe der UNESCO erklärt. Der größte Teil der Insel ist Weideland und beherbergt die tiefsten Landdepressionen der Erde, zwei Salztonebenen mit bis -42m (anscheinend leider im Privatbesitz). (Eintritt zum Nationalpark 40A$)

Eine scheinbar endlose Strasse entlang, links und rechts nur Pampa, d.h. kleine Sträucher. Hin und wieder einige Kühe, Pferde, noch seltener Emus (Nandús) und Guanaco (die wilden Verwanden des Lamas).
Der Himmel wechselte von einem schönen Blau in graue Wolken und weiter in Nebel um später wieder in einem wunderschönen Blau zu enden. (Das ging dann den ganzen Tag so.)

                            Valdés                    Seelöwen      

Unser erster größerer Stopp, nach dem Eingang zum Nationalpark mit seinem kleinen Museum, galt dem Ort Puerto Pirámides. Einem extrem kleinem verschlafenen Ort und ehemaliger Salzexporthafen. (Im Reiseführer werden 250 Einwohner und 400-600 Wale angegeben. - Leider waren wir im falschen Monat da!)

Hier hatten wir die Möglichkeit mit dem Boot nahe an die Seelöwen heranzukommen, evtl. Delphine oder gar Wale zu sehen (beides war uns an jenem Tage nicht vergönnt - trotzdem lohnt sich auf jeden Fall die Bootsfahrt).
Da wir recht früh da waren, das erste Boot schon abgelegt hatte, mussten wir uns noch etwas gedulden, um mit der zweiten Tour zu starten.
Es war schon krass mit anzusehen, wie das Boot mittels eines Trailers und Traktors aus dem Wasser auf das Land gezogen wurde. Hier konnten die Touris auf einer im Trailer integrierten Leiter trockenen Fußes das Boot besteigen. Als alle an Bord waren, wurde das Boot wieder zu Wasser gelassen, indem der Traktor den Trailer mitsamt dem Boot ins Wasser schob. Solange, bis das Boot sich in Folge des Auftriebes vom Trailer löste.
Dann ging es los.
Leider waren wir auf dem Boot nicht allein (es wäre zu teuer geworden), aber es war trotzdem genial und uns wurde bewusst, was für ein Glück wir hatten, dass wir nicht den ganzen Tag in so einer großen Truppe reisen mussten.
In dem Programm der Bootsfahrt steht auch noch Schnorcheln. OK, die Sichtweite unter Wasser war schon nicht schlecht. Aber bei 15°C kaltem Wasser und die Aussicht auf Flossen statt Fisch vor der Maske ließ uns die Nachfrage lieber verneinen.
Leider hatte nicht jeder diese Ansicht und so hatten wir einen Zwangsaufenthalt wegen ein paar Mitreisenden. (Wir wären lieber weiter gefahren.)

Dadurch kamen wir am Hafen mit etwas Verspätung an.
Aber wir hatten ja einen guten Fahrer (fast alle hatten diese Meinung ;o) ), welcher die verlorene Zeit lässig wieder aufholte. Auf der normalen Strasse nichts Besonderes. Aber seine Genialität wurde uns später (spätestens auf der Rückreise) bewusst.
Denn nach einigen Kilometern ging es auf den Hauptverkehrsweg auf der Insel. Eine rund 250km lange Schotterpiste. Nur Split und ein Fahrer welcher das 40km/h Speed Limit Sonnenbrillen putzender weise selbständig auf 110 - 120km/h setzte - Respekt - das ist Können. Uns wurde es richtig bei der Rückreise bewusst, als wir einen mehrfach überschlagenen PKW im Straßengraben sahen. Der Fahrer (ein Urlauber aus BA) - allen ist Gott sei dank nichts passiert - stand noch an den Resten des Autos und suchte noch einige brauchbare Sachen raus.

                           Magellanpinguine     Gürteltier

Hätten wir selbst ein Auto ausgeliehen, sicherlich wären wir vorsichtiger gefahren. Aber wir hätten an diesem Tage nur ein Drittel der Tour geschafft und wären noch tüchtig für Schäden am Auto zur Kasse gebeten worden. Steinschlag ist glaube ich nicht versichert - Und davon gibt es viele. Kein Auto ohne selbige. Der Split entwickelt sich zu wahren Geschossen. Entweder trifft es die Karosse oder die Frontscheibe. Kein Scheibendoktor hätte da mehr helfen können (allein unser Fahrer hatte sechs große Einschläge an seinem Gefährt, wo ich mich schon wundern musste, dass die Scheibe noch hält). Oder ist es eine Marktlücke? Ab nach Argentinien eine Filiale eröffnen.
Dann ging es weiter nach Caleta Valdés zu den Magellanpinguinen (ganz possierliche Tierchen, wenn auch nur eine recht kleine Kolonie), dann in den Süden der Insel nach Punta Delgada zu den See- Elefanten (sie waren extrem lazy und lagen nur rum), vorbei an Gürteltieren, um wieder in den Norden der Insel, nach Punta Norte, zu einer anderen Kolonie von Seelöwen zu fahren. Sie waren das echte Highlight des Tages!

Nach einigen weiteren Steinschlägen am Auto (obwohl unser Fahrer schon gekonnt die Straße verließ, um den Steinen der überholten Autos auszuweichen, natürlich ohne nennenswert das Tempo zu drosseln) kamen wir 1830 Uhr an unserer Unterkunft an.
Nun hieß es die nächste Etappe zu planen.
Wie reisen wir weiter und vor allem wohin? An der Küste entlang Richtung Norden? Strand -aber sonst nichts Sehenswertes? Oder durch die Pampa Richtung Westen zu den Anden?

Nachdem vorangegangenem Gespräch mit unserem Fahrer und einer Nachfrage beim Informationszentrum entschieden wir uns für die zwölf bis dreizehn - stündige Fahrt nach Bariloche, d.h. den Weg den Anden entlang.
Die anderen verfluchten mich sicherlich schon, bezüglich meines Vorschlages. Erstens vermeintliche Kälte in den Bergen und die lange Fahrt. (Einige hatten immer noch dicke Füße vom Flug nach Argentinien - und mindestens zwölf Stunden Busfahrt, auch kein Zuckerschlecken.)

Also ab zum Busbahnhof und Tickets gekauft.
Da wir an diesem Tag auf das Mittagessen verzichtet hatten, ging es auf Empfehlung unseres Fahrers zum Restaurant „Nautico". Obwohl die anderen nicht ganz zufrieden waren - für mich war es perfekt. Ein Steak (Beef versteht sich, anderes Fleisch kam mir auf der ganzen Reise nicht auf den Tisch) vom feinsten, es war bis dahin das Beste was ich gegessen hatte.
(Beef läuft hier nicht unter BBQ und wird meist auch nur ohne Beilage serviert. Bei Bedarf bestellt man sich halt etwas dazu. Zu beachten ist noch, dass meist als Appetizer kleine Brötchen mit Butter auf dem Tisch stehen - sie stehen nicht nur auf dem Tisch, sondern zu 90% auch mit auf der Rechnung. Wir haben es auch schon erlebt, dass die alleinige Anwesenheit unsererseits berechnet wurde. Dies steht aber meist auf der Karte und es kam auch nur zwei Mal vor - in BA und Montevideo.)

Noch ein kurzer Halt in einer Pinte und dann ging es zum Hotel. Wir waren trotz des Passivfahrens ganz schön KO.

Weil der Bus erst am nächsten Abend gehen sollte, plante ich am Vormittag einen Tauchgang mit den Seelöwen. Ich sah dieses Angebot zufällig in einer Tauchschule (es gibt ganz wenige dort) und entschied mich trotz des beachtlichen Preises und des ars... kalten Wassers für diese einmalige Gelegenheit. Wann kommt man noch einmal dazu, und Zeit hatten wir ja eh noch.

 

Mittwoch; 23. Januar 2008

 

Also 700 Uhr aufstehen und leise die Sachen gepackt um die anderen nicht zu wecken.
1000 Uhr mussten wir auschecken und ich war schon froh, dass sie meine Sachen mit an der Rezeption lagerten. Wir wollten uns dann 1300 Uhr an einem Restaurant treffen, bei welchem man Mittags Buffet bekommt. „All you can eat" mit Beef vom Grill (leider hier nicht ganz so zart).

Aber erst einmal ging es zum Tauchen zur Tauchschule „Aquatours".
Der Trip war ebenfalls genial, trotz „Speedboot" und Sichtweite unter Wasser von rund 10 Metern.
Schon auf der Fahrt zum Tauchspot (an der Grenze zum Nationalpark) sahen wir, die gestern gesuchten Delphine und im Wasser ging es weiter. Bereits an der Wasseroberfläche kamen die etwas größeren Jungtiere (Heuler?) um zu spielen und unter Wasser ging dann richtig die Post ab. Wie kleine Hunde waren sie extrem neugierig und spielten mit allem was sich bot. Da es wie bereits erwähnt kaum Tauchschulen in Puerto Madryn gibt, waren wir auch die einzigen Taucher in jener Region.

                            Ausfahrt zum Tauchspot                    Seelöwen              

Die Mehrheit der Taucher (Schweizer, Neuseeländer und Argentinier) blieb noch zu einem weiteren Tauchgang. Aber um mir bei der Kälte das Wasser ohne Seelöwen anzusehen, dazu hatte ich keinen Bock - obwohl es den zweiten für einen Appel und ein Ei von oben gab.
Also ging es für mich ab zur Tauchschule und es konnte endlich warm geduscht werden, ich war total durchgefroren. Dann weiter zum Treffpunkt, um gemeinsam zu essen.

Nach dem Essen sind wir noch einmal zum „Lizard", schon eine Art Stammkneipe von uns, und in ein „Internet Kiosk", um Hotels in Bariloche ausfindig zu machen. Wir wollten aus Erfahrung vorsorgen.
Dass sich unsere vergeblichen Bemühungen als umsonst gestalteten, sollte sich wieder einmal später zeigen.
Nach einigen Getränken ab zum Hotel, Sachen holen und ab zum Busbahnhof.
Die Fahrt gestaltete sich als äußerst angenehm. Obwohl nicht einmal 1´st Class, wurde für 185A$ viel Komfort geboten. Beinfreiheit ohne Ende, essen wie im Flugzeug und wir brauchten uns nicht zu ärgern zum Film „I´m Legend" ins deutsche Kino gegangen zu sein und dafür Geld ausgegeben zu haben. Er wurde während der Fahrt gezeigt und er war grottig.
Dass wir auch noch besser reisen würden, konnte zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnen.

 

Donnerstag; 24. Januar 2008

 

Mit einigen Stopps und Platztausch in Esquel (der Bus war ausgebucht, so dass wir keine durchgehenden Plätze bis Bariloche bekamen) sind wir dann relativ ausgeruht gegen Mittag (~ 1100 Uhr) in Bariloche (offizieller Name: San Carlos de Bariloche) angekommen.

                            Busbahnhof                    Fahrt      

Der Informationsstand am Busbahnhof mit zum Teil anwesenden, auch englisch sprechenden Mitarbeitern half uns beträchtlich bei der Hotelsuche.
Von ihnen erhielten wir eine A4 Seite mit nach Sternen sortierten Auflistungen der Übernachtungsmöglichkeiten - inklusive Hosterias und Hostels. Sie empfahlen uns auch einige, die noch Kapazität haben könnten.
Also ab mit dem Taxi zu einer Hosteria. Unser Glück fing hier wohl richtig an. Wir brauchten nicht lange suchen und bekamen in unserer ersten Anlaufstelle (der Hosteria „Güemes") auch die letzten beiden Zimmer.
Sie lag nicht ganz im Zentrum, war aber dennoch bequem per Fuß zu erreichen und ruhig.

                            Hosteria                   

Das wichtigste war aber, dass sich die Ängste einiger Mitreisender bezüglich der Wohlfühltemperatur nicht bewahrheiteten. (Ihnen war zwischenzeitlich sogar warm.)
Tagestemperaturen um die 30°C verschafften uns einen angenehmen Aufenthalt. (Die Nächte waren OK, so dass es sogar zum Teil wärmer als in Puerto Madryn war - zumindest die Abende.)
Apropos Abende, ich vergaß bisher zu erwähnen, dass die Tage hier in Patagonien recht lang sind - kein Wunder, wir haben hier ja auch Sommer. Es wird erst nach 1000 Uhr dunkel.

Für den Rest des Tages: Duschen, Stadt ansehen - sprich Sightseeing, Plan für die nächsten Tage aufstellen und die Umsetzung organisieren.

Bariloche (extrem Europäisch angehaucht) liegt wunderschön an einem See, umgeben von Bergen, ist aber auch leider ein touristischer Hauptanziehungspunkt des Seengebietes und Verkehrsknotenpunkt für alle Reisen nach Südpatagonien oder nach Chile.
Die Stadt erinnert nicht von ungefähr an ein Skiort in den Alpen, hier wird auch im Winter Ski und Snowboard gefahren. Selbst einige Restaurants und Hotels tragen europäische Namen (Hotelnamen wie Edelweiß Hotel...) und sind im alpenländischen Stil (oft aus Holz) gebaut.
Ein diskussionsbedürftiges Highlight bilden die Herren mit den Bernhardinern, welche ein Fass um den Hals tragen. (Vielleicht sollte lieber das Herrchen das Fass tragen.) Die Urlauber lassen sich mit dem Hund fotografieren und bezahlen dafür. Na ja, wer´s mag.
Bariloche ist die Schokoladenhauptstadt Argentiniens. Manch einer berichtet, dass die ganze Stadt nach Schokolade riecht - vielleicht ist er verwandt mit Patrick Süskind, wir haben davon nichts mitbekommen. Aber unbestritten ist auf jeden Fall die Vielzahl der Schokoladenläden.

                                                Strand in Bariloche 

Da die Gegend landschaftlich  wunderschön und reizvoll ist, ist es nicht verwunderlich, dass wir die schönste Strecke, die „Sieben Seen Route" („Ruta de los Siete Lagos") bereisen wollten.
Aus Erfahrung entschieden wir uns gleich für ein Fahrzeug mit Fahrer und Guide - natürlich nur wir vier. Die Tour sollte ebenfalls den ganzen Tag dauern und es mussten wieder rund 460km überwunden werden.
Des Weiteren entschieden wir uns, dass wir noch eine Tour auf dem Glück der Erde, dem Rücken der Pferde durchführen wollen. (Wenn wir schon im Land der Rinder und Gauchos sind, dann auch etwas davon mitbekommen.)
Nachdem wir auch jenes organisiert hatten, ging es zur Planung der Weiterreise.
Es sollte nach Mendoza, bzw. nach San Rafael gehen. (San Rafael deswegen, obwohl in diesem Ort nicht viel los ist, war einigen die Busreise nach Mendoza zu lang und der Ort sollte als Zwischenstation dienen.)

Es gestaltete sich zu weilen als schwierig unsere geplante Route umzusetzen.
Zwar gibt es hier unendlich viele Busgesellschaften, aber meistens fuhren nur wenige da lang, wo wir hin wollten und viel waren auch schon ausgebucht. So gewöhnten wir es uns an, bei der Ankunft die Tickets für die Weiterreise zu besorgen. Wichtig ist hier Passport nicht vergessen, sonst kann es passieren, dass man keine Tickets bekommt! (Grüße an den Bären ;o))

Als alles organisiert war, konnte der Tag ruhig ausklingen.

Im Reiseführer „Lonely Planer" fanden wir einen Tipp für ein Local Restaurant (dem „La Fonda del Tio") etwas am Rande der Stadt.
Sehr nette Bedienung, leckeres und preiswertes Essen. Das Steak, welches ich in Puerto Mandryn gegessen hatte, wurde hier noch um ein vielfaches getoppt!
Als wir gegen 2130 Uhr das Restaurant verließen registrierten wir, dass jenes inzwischen bis auf den letzten Platz gefüllt, nicht mehr alle Kunden aufnehmen konnte und sich dementsprechend eine riesige Schlange vor dem Restaurant bildete (erinnert mich irgendwie an die DDR).

                            Vor dem Restaurant                    Sonnenuntergang in Bariloche       


Es ist in Argentinien üblich erst später zu essen. Dementsprechend verlagert sich der weitere Ablauf, die Bars und vor allem die Diskotheken füllen sich erst spät in  der Nacht.
Das zeitige Aufstehen am nächsten Tag macht anscheinend keinem etwas aus, kein Wunder wenn viele Geschäfte über „Mittag" (zum Teil von 1300 bis 1800 Uhr) geschlossen haben.

 

Freitag; 25. Januar 2008

 

Am nächsten Tag wurden wir wie geplant 0800 Uhr von unserer Hosteria abgeholt.
Der VW wurde durch einen Van getoppt. Platz ohne Ende!

Auch das Wetter spielte mit.
Da nicht ein Windhauch vorhanden war, bildete jeder See an dem wir vorbei fuhren einen wunderschönen Spiegel aus kristallklarem Wasser.
In ihm wurde das Panorama, welches sich uns bot, in der faszinierenden Schönheit der schneebedeckten Berge doppelt dargestellt, so dass sich uns ein einmaliger Anblick ergoss.
Ab und zu sah man in den zulaufenden Flüssen Fliegenfischer.

                            Ruta de los Siete Lagos                    Ruta de los Siete Lagos

Hin und wieder trafen wir auf einige Tramper, was uns nicht weiter verwunderte, da es hier von Campgrounds wimmelte (relativ gesehen).
Man kann hier auf frei zugänglichen Flächen Campen (nicht selten an den Flussläufen) ohne Strom und Wasser aus der Leitung, dafür auch ohne Entgelt. Oder man entscheidet sich für einen privat geführten Campground mit etwas „Luxus", dafür aber für eine Bezahlung.

Es ging zwischen den Bergen entlang der Seen nach San Martin de los Andes, wo wir eine kleine Pause einlegten und etwas zu Mittag aßen.

Als es am Abend anfing zu regnen, saßen wir bereits wieder im Van und waren auf dem Rückweg nach Bariloche.
Es scheint hier nicht häufig zu regnen, zumindest bekommt man den Eindruck, wenn man die Fahrweise der Argentinier sieht. Entgegen ihrer sonstigen Fahrweise, schieben sie ihr Auto förmlich entlang der Strasse, oder bleiben gar am Straßenrand stehen um das Ende des Regens abzuwarten.
Was passiert wenn man das Auto abstellt und Personen sitzen für einen längere Zeit im Auto (auf ein Spaziergang hatte ihn diesem Moment keiner Lust, auch die Raucher verzichteten auf diese Pause)? Richtig, die Scheiben des Autos beschlagen von innen.
Nun ist es gar verwunderlich, welche Wege unser Fahrer beschritt, um die Scheiben wieder ihrer Funktion zukommen zu lassen. Eine Geschichte für sich.
Auf jeden Fall dauerte es ewig, was kein Wunder ist, wenn ihm nicht bewusst wird, dass er die Umluft im Auto regulieren sollte.

                            Ruta de los Siete Lagos                    das in Argentinien meist gefahrene Auto

Gegen 1800 Uhr in Bariloche angekommen, war es mit dem Regen vorbei und es sollte in ein weiteres vom „Lonely Planet" empfohlenes Restaurant dem „el Boliche de Alberto" gehen.
Um Wege zu sparen, haben wir uns gleich dort absetzen lassen.

Öffnungszeit 2030 Uhr (da haben wir es wieder, in Argentinien fängt das Nachtleben erst später an)  - also noch auf ein Getränk in ein Pub.
Entgegen anderer Berichte, stellten wir fest, dass das Bier hier wirklich zu trinken geht.
Neben den Importbieren (Heinicken - das klammere ich mal aus) aus England und Deutschland favorisierten wir das einheimische Bock~ und Dunkel~ (Negro) Bier.

Das Restaurant war OK, doch die im Reiseführer angepriesenen riesigen Gerichte vielen eher normal aus und die Bedienung war entgegen der Angaben ausgesprochen freundlich. Aber wieder einmal Menschenmassen, welche vor dem Restaurant warteten.

Auf dem Heimweg zur Hosteria fiel uns noch die kleine gemütliche Bar „Vagamundo" auf.
Und auf ein Daiquiri - warum nicht? Allzumal das Ambiente der Bar schön chillig war und nicht nur das Schild am Eingang bezüglich Happy Hour uns förmlich einlud.
Das Interieure war gemütlich, passend dazu die Musik.
Also ab an die Bar und Cuba Libre bestellt.

Die Probleme der Barkraft bei der Zubreitung jenes „Cocktails" ließen in Anbetracht des Wunsches nach Daiquiri schreckliches erahnen.
Wieder einmal eine Geschichte für sich.
Wir hatten die Vermutung, dass die Pinte erst geöffnet hatte, alles sah neu aus und es musste sich erst einmal alles einspielen. Aber Ne. Seit drei Jahren existierte sie bereist, wurde uns fast stolz mitgeteilt.

Aber wir hatten unseren Spaß, halfen noch mit ein zwei Tricks und Tipps an der Bar aus und verabschiedeten uns nach einigen Drinks.
Es war ein netter Abend und wir wollten auf jeden Fall am nächsten Tag der Bar noch einen Besuch abstatten. (Und das nicht nur, weil die Chefin - eine deutsch sprechende Chilenin - uns Gutscheine für ein chilenisches Nationalgetränk gab.)

 

Samstag; 26. Januar 2008

 

Am Samstag konnten wir dann etwas ausschlafen.
Wir wollten heute unsere Reittour durchführen uns sollten gegen 1015 Uhr abgeholt werden.

Es war eine Halbtagestour geplant, diesmal nicht nur wir vier - das wäre zu teuer geworden.
Das wir im Auto, welches uns abholte, wieder deutsch sprechende Leute trafen, wunderte uns inzwischen nicht mehr (seitdem werden sicherlich alle Äußerungen in deutsch, die sich auf andere Personen beziehen, gründlich überdacht. ;o) )

Es stellte sich später heraus, dass es sich hier um eine schwedisch (Frau) deutsche (Mann) Familie handelte, welche mit ihren zwei Kindern in BA lebt und hier Urlaub machten.
Das die Frau perfekt deutsch, englisch, französisch, spanisch, kroatisch (dort hatte sie wohl auch einmal gelebt) und natürlich schwedisch sprach, beeindruckte mich schon. - Und ich habe schon mit Deutsch Schwierigkeiten.
Sie lud uns dann auch recht spontan zu ihnen nach Hause ein, falls wir wieder mal in BA sind und eine Unterkunft benötigen. Der Mann hatte von dieser Idee erst erfahren, als er nach der Bestätigung der Telefonnummer gefragt wurde.

Der Ausritt war OK, man fühlte sich trotz der Gruppe von rund 15 Leuten etwas als Gaucho, da sich die Gruppe infolge der verschiedenen Könnerstufen etwas verteilte.

                                                       

Nach dem Essen auf der Farm (natürlich Steaks) und original Mate -Tee traten wir die Heimreise an und waren gegen 1500 Uhr in unserer Hosteria.
Nach ausgiebigen Duschen und der Abgabe unserer Dreckwäsche, die sich in der letzten Woche angesammelt hatte, ging es wieder in die Stadt, um unsere staubigen und ausgetrockneten Kehlen zu pflegen.

An dem letzten Abend in Bariloche ging es noch einmal ins „La Fonda del Tio", um beim Nachhauseweg noch ein letztes Mal ins „Vagamundo" zu schauen.

                            Bife de Chorizo                    Vagamundo       

Neben dem chilenischen Getränk (schmeckte so lala) wollten wir heute in den Genuss der Happy Hour kommen. Zwei Gin Tonic für 12A$. Not bad - dachte ich mir und bestellte zwei. Nun gab es aber ein Problem - kein Tonic!
Nachdem der Angestellte (den Ausdruck Barkeeper würde ich hier nicht gebrauchen wollen) wiederholt an der Bar vorbeilief, um in irgendwelchen Geschäften Tonic zu besorgen, tat er mir leid und ich gab ihm zu verstehen, dass ich auch wirklich etwas anderes trinken kann. (Er ist gleich von sich aus los, bevor ich etwas sagen konnte - sie waren zwar keine Barkeeper - aber total nett.) Wieder wurde es ein schöner Abend und nicht nur weil es wieder Hammer Getränke waren - bezüglich des Alkoholpegels.
So wurde es normal, dass sie so lange den Schnaps in das Glas gossen, bis man stopp sagte. Wenn man zufällig im Gespräch verwickelt war und nicht gleich darauf achtete, war das Glas schon fast voll.
Aber, dass man hier in Argentinien die Maßeinheiten (Geschwindigkeit, Volumina...) nicht so genau nimmt, war uns ja inzwischen nicht mehr neu.

 

Sonntag; 27. Januar 2008

 

Am Sonntag konnten wir mal wirklich richtig ausschlafen. Wir hatten geplant 1300 Uhr den Bus zu nehmen und dementsprechend war noch Zeit.
Es galt halt nur noch nach dem Frühstück die Wäsche von der Wäscherei zu holen.

Nach kurzer Diskussion haben wir uns entschlossen, doch gleich bis Mendoza zu fahren (eine drei Stunden längere Fahrt), doch es war nicht mehr möglich, unser Ticket nach San Rafael zu tauschen. Lag es an den vielen Reisenden? Der Busbahnhof war hier ständig überfüllt. So viele Backpacker habe ich noch nicht gesehen gehabt. Sicherlich, da wie bereits erwähnt Bariloche ein Knotenpunkt zwischen Nord und Süd, aber auch für Reisen nach Chile bildet.

Im Bus wurde es zum Anfang chaotisch. Die Plätze, welche wir gebucht hatten, waren besetzt. Einige Personen machten nicht einmal Anstalten den Platz zu räumen.
Nach vielen Hin und Her hatten wir dann jeder einen Sitzplatz und das noch in der gemeinsamen Nähe. (Vorher waren wir fast über den ganzen Bus verstreut.)
Nach drei Stationen wurde es entspannt, so dass wir jeder zwei Plätze zur Verfügung hatten. So hätten wir wirklich nach Mendoza fahren können.

                            Busbahnhof                    Fahrt

Einige Stationen vor San Rafael trafen wir die Entscheidung, noch einmal an einer Station bezüglich der Weiterfahrt zu fragen. Das wurde nicht schwierig, da wir wirklich fast in jedem, wenn auch nur aus zwei Häusern bestehendem, Dorf hielten. (Den Vogel schoss Neuquen ab, hier hielten wir wirklich sechsmal.)

Nachdem unser Plan erfolgreich umgesetzt wurde (noch einmal vielen Dank an Ute), war unsere Weiterfahrt direkt nach Mendoza gesichert.

 

Montag; 28. Januar 2008

 

Wo wir auch morgens gegen 0830 Uhr ankamen.

Als erstes fallen ein in Mendoza die Bäume ins Auge, welche sich über die Strasse wie Baldachine ausbreiten.
Dadurch erscheint die Stadt etwas dunkel und beengt.
Desweiteren wir die Stadt durch die Quias - offene Bewässerungskanäle entlang der Strassen - geprägt. Sie gehören zu der präkolumbischen und kolonialen Vergangenheit Mendozas und befördern das Schmelzwasser aus den Anden und (in unserem Falle ausgeprägt) das Regenwasser.
Wir sind aber aus zwei Gründen nach Mendoza gefahren.
Erstens ist Mendoza der ideale Ausgangspunkt für eine Entdeckungstour in die westlich der Stadt liegenden Anden (und Chile) und liegt von unserer Reise von Bariloche in den Norden Argentiniens ideal auf der Strecke.
Und zweitens liegt Mendoza im Herzen des Weinlandes und bietet die köstlichen Tropfen der Region zu günstigen Preisen an (ich sage nur: Trapiche; Malbec 2007).

                            Mendoza                    

Aber erst einmal wieder Schema F.
Es galt die Weiterreisemöglichkeit und eine Unterkunft zu finden.

Am nächsten Tag schon sollte es weiter nach Córdoba gehen, einer Stadt, die architektonisch vom Kolonialstil geprägt ist.
Da die letzte Fahrt (fast 20 Stunden) dennoch etwas anstrengender war, entschieden wir uns diesmal für einen richtigen Schlafbus, trotz des erhöhten Preises.

In Argentinien wird zwischen „coche semi-cama"," coche cama" und "cama" unterschieden.
Im „coche cama" sind die Sitze breiter als im „coche semi-cama". Der „cama" bietet den meisten Komfort ist aber auch am preisintensivsten. Hier kann man das Beinteil und die Rückenlehne so ausrichten, dass man ein richtiges Bett erhält. (Bei manchen auch „ejecutivo" genannt - hundert Prozent durchgeblickt haben wir nie und der Eindruck verfestigte sich mit der Zeit, dass auch die Gesellschaften unterschiedliche Bezeichnungen und Definitionen hatten.)

Nachdem der erste Punkt erledigt war, die Buchung der Bustickets, ging es zum Punkt zwei.
Leider gab es keine Informationsschalter, welcher uns helfen konnte. Also mussten unsere Reiseführer wieder ran.
Auf Grund der zentralen Lage des Busbahnhofs und der Information von „Reise Know How", dass sich viele Hotels im Zentrum und auf dem Weg zu jenem befinden, entschieden wir uns, die Frauen mit dem Gepäck am Busbahnhof zu lassen und zu Fuß ins Zentrum zu gehen um ein Hotel ausfindig zu machen. So waren wir schneller und ersparten uns das Tragen des Gepäcks. Das Endziel war sonst ein Tipp des besagten Reiseführers, das Hotel „Monterrey" (zwei Sterne).

Da wir auf dem Weg nur ein (nicht anschauungswürdiges) Hotel ausmachten, ging es direkt zum „Monterrey". Wir hatten auch Glück und es hatte Kapazität (was uns später nicht unbedingt verwunderte). Ein kurzer Blick in die Zimmer (sie waren sauber, aber alles andere als neu und großzügig - aber es war ja nur für eine Nacht) und wir entschieden uns es zu nehmen.
Also ein Taxi organisiert, ab zum Busbahnhof, unsere weibliche Begleitung samt Gepäck eingesagt und zurück zum Hotel.

Nach dem Duschen ab in die Stadt und Möglichkeiten finden die Gegend zu erkunden.
Leichter gesagt als getan.
Da es hier anscheinend keine Individualtouristen zu scheinen gibt (wundert mich), war es fast unmöglich einen Mietwagenverleih oder ein Touristencenter zu finden, welches Touren anbietet.
Bei dieser Aktion (Murphy schlägt wieder zu) sahen wir ein Hostel und Hotel nach dem anderen - waren halt in anderen Strassen und der Reiseführer hatte sie leider nicht angegeben.

Aber wir fanden eins und entschieden uns wieder für eine private Tour. Sie sollte rund zwölf Stunden dauern und beinhaltete die Highlights der Umgebung. (Fahrt zur Christusstatue und dem mit 6959m höchsten Berg außerhalb Asiens, dem „Cerro Aconcagua")
Es gab zwei Möglichkeiten.
Die erste, eine Fahrt auf der östlichen Route durch die Berge nach Uspallata und dann weiter nach Puente del Inca.
Oder die zweite, die westliche Route nach Uspallata, um dann weiter nach Puente del Inca zu fahren.

Wir entschieden uns für die erste Variante, da sie nach Berichten schöner sein sollte und wir die Westroute bei unserer Rückfahrt eh sehen würden.
(Vergleichsangebote von anderen Anbietern konnten wir uns nicht holen oder gar selbständig mit einem Mietwagen verreisen, da wir selbst mit Trennung und eigenständigem Suchen nichts fanden und nach einer Stunde aufgaben.)

Nachdem wir nun vollständig die nächsten Etappen organisiert hatten, ging es erst einmal los die Stadt zu erkunden und vor allem etwas in den Magen zu bekommen.

Wir entschieden uns wieder für eine Empfehlung aus dem „Lonely Planet". Leider hatte jenes aber noch nicht geöffnet und so gingen wir in eins, welches wir auf dem Wege gesehen hatten.
Die Bedienung war OK, aber das Essen (wieder einmal „Beef de Chorizo" a Punto) und der Wein war perfekt. Da wir schon einmal in der Weinstadt waren, wurden es dann auch drei Flaschen von jenen. (Obwohl wir keine Rotweintrinker sind - aber sie sind nun mal exzellent und passen vorzüglich zum Beef.)

Anschließend ging es voll gefuttert erst mal weiter in die Stadt, um etwas zu shoppen.

                            Mendoza                    Mendoza 

Da es einige Stunden später ausgiebig anfing zu regnen (das erste mal in diesem Urlaub außerhalb eines fahrbaren Untersatzes), entschieden wir uns, zurück zum Hotel zu gehen, um dort den Abend ausklingen zu lassen.
Es wurde zwar etwas eng und das Ambiente stimmte auch nicht so (ich hätte dem Hotel nicht einmal ein Stern gegeben), aber wir saßen im Trocknen.
Ich verstehe auch bis heute nicht, dass in einem Klo, das gerade mal 2m2 Meter misst, neben dem WC und der Dusche auch unbedingt ein Bidet integriert werden muss. Damit man beim K... Duschen kann?
Wenn einer auf dem Klo saß, war es meist unmöglich die Tür öffnen, da die Beine die Tür blockierten. Vielleicht bestand darin ja der Sinn, man konnte sich das Schließsystem sparen.
Und das war kein Einzelfall.

Lange wollten wir eh nicht machen, da es am nächsten Morgen zeitig los ging.

 

Dienstag; 29. Januar 2008

 

700 Uhr wurden wir wie geplant abgeholt.
Diesmal wurde alle bisher genutzten Transportmittel getoppt. Vor der Tür stand ein Kleinbus in dem rund 15 Personen Platz hätten. So hatte jeder von uns eine Sitzreihe für sich und konnte es sich gemütlich machen.

Das Wetter, anfänglich noch leichter Regen, änderte sich schnell über Bewölkung zum Sonnenschein.
Diese Kombination zeigte sich für uns ideal.
Während der Phase der Bewölkung fuhren wir die östliche Route hinauf in die Berge und hatten so zum Teil Wolken über und unter uns. Sie gewährten uns faszinierende Panoramen.
Leider war die Wolkendecke nicht so dicht, die steilen Abhänge zu verharmlosen und bei den extrem schmalen Strassen, wünschte sich doch eine Mitfahrerin wir hätten die Westroute genommen - in diesem Zusammenhang sehr liebe Grüße an Ute ;o).

                            Anden                    Anden 

Als wir auf der Spitze angekommen sind, waren die Wolken fast vollständig verschwunden. Nur am Horizont vervollständigten sie die Harmonie des Augenblicks. Wir hätten am liebsten noch länger hier verweilt, hatten aber noch einiges vor. Und konnten an diesem Tag noch mehr solcher Impressionen genießen.

Aber erst einmal gab es einen kleinen Stopp in Uspallata um unseren Hunger zu stillen.
Hier machen scheinbar alle Reisegruppen eine Pause. Dementsprechend waren etliche Hunde (sie sahen aber nicht verwildert aus) anwesend, um das eine oder andere Leckerlie abzustauben.

    Anden  Stop  ehemaliges Hotel 

Dann ging es weiter nach Los Penitentes, einem Skigebiet mit 21 Abfahrten (leider waren wir nicht zur richtigen Jahreszeit da ;o)) und von dort nach Puente del Inca.
In Puente del Inca kann man eins der spektakulärsten Naturwunder Argentiniens sehen, eine steinerne Naturbrücke über den „Rio de las Cuevas". Ablagerungen des schwefelhaltigen Wassers sorgen für ein verblüffendes Farbenspiel in Gelb- und Orangetönen. Unterhalb der Steinformation  befinden sich die Ruinen eines alten Thermalhotels, welches durch einen Erdrutsch zerstört wurde und allmählich auch von den Schwefelablagerungen bedeckt wird.
Einige Meter vor der Naturbrücke befindet sich auch ein Markt, auf dem man lokale Bekleidung ... kaufen kann.

                            Fluß                    Rio de las Cuevas

Es ging weiter nach „Laguna Los Horcones" um den „Cerro Aconcagua" zu betrachten.
Der, wie bereits beschrieben höchste Berg außerhalb Asiens, befindet sich im Nationalpark „Parque Provincial Aconcagua" und kann auch bestiegen werden.
Uns fehlte die Zeit und einigen sicherlich auch die Lust (wobei der später besuchte Friedhof, auf dem einige Opfer des Berges - man konnte übrigens viele deutsche Namen finden - begraben waren, sein übrigens dafür getan hätte).

                            Cerro Aconcagua                    Anden

Und von dort zu unserem Endziel der Christusstatue („Christo Redentor").
Wenn wir auf der Ostroute schon gedacht hatten wir fuhren auf engen Straßen, wurden wir hier eines besseren belehrt.
Auf einer extrem engen und steilen Strasse ging es die letzten acht Kilometer zur Statue, die genau auf der Grenze zwischen Argentinien und Chile liegt und deshalb auch als binationales historisches Monument bezeichnet wird.
Die Statue erinnert an das friedliche Ende eines Grenzstreites zwischen Argentinien und Chile im Jahr 1902.

                            Fahrt zum Christo Redentor                    Christo Redentor

Auf Grund der Höhe (fast 4000m) ist es hier auf jeden Fall sinnvoll einen warmen Pullover anzuziehen. OK, sieht vielleicht etwas dämlich aus, Flip Flops, Shorts und einen dicken Pullover - aber „wenn´s warm macht". (Der starke Wind gab sein übriges.)
Die Statue und der Ausblick von dort oben ist ein muss, wenn man nicht gerade (vor allem bei Gegenverkehr) ängstlich ist.

Inzwischen hat ein Tunnel die Fahrt auf der haarnadelkurvigen Strasse nach Chile entschärft.

Trotz des Tunnels, von einem Grenzübergang als Kurztrip nach Chile würde ich abraten. (Wieder einmal eine Geschichte für sich, wobei die Grenzbeamten fast ausnahmslos nett waren und einen neuen Eindruck von den crazy Deutschen gewonnen haben müssten.)

Nach dem Essen in Las Cuevas, zehn Kilometer östlich der Grenze, ging es zurück nach Mendoza.

                            Rückfahrt                    Regen in Mendoza       

Als wir dann gegen 1900 Uhr im Hotel ankamen, um mit unserem dort gelagerten Gepäck zum Busbahnhof zu fahren, hatte uns der Regen von unserer Rücktour eingeholt.
Sinnflutartige Regenschauer ließen die Stadt wie Venedig erscheinen.
Zu allem Überfluss war es schier unmöglich, ein Taxi zu bekommen. Selbst das über das Hotel bestellte Taxi (sonst nie ein Problem) ließ eine Stunde auf sich warten und kam erst in letzter Minute. Als es dann endlich ankam, hielt es der Fahrer wegen des Regens nicht einmal für nötig aus dem Taxi zu steigen und uns bei der Verstauung des Gepäcks zu helfen.
Letztendlich ging aber alles gut und wir schafften noch, trotz Fahrten in flussbettähnlichen Straßen, unseren Bus.

Der Bus, besser gesagt die Busfahrt, entschädigte uns für die letzten Stunden.
Komfort - volle Punktzahl.
Wir hatten unsere Sitzplätze, die als komplettes Bett umfunktioniert werden konnten.
Da wir uns im oberen Deck des Busses befanden und die Plätze direkt an der Frontscheibe hatten, genossen wir eine gute Sicht, welche mit einem Glas Champagner und gutem Essen, serviert von einem extrem aufmerksamen und netten Stuart, perfektioniert wurde.
Für den ein oder anderen wäre der spanische Film mit selbigen Untertiteln eventuell ein Wermutstropfen, aber da wir eh schlafen wollten, war uns das in diesem Moment völlig egal.

 

Mittwoch; 30. Januar 2008

 

Gegen 0700 Uhr, unserer Meinung nach viel zu früh, sind wir dann in Córdoba angekommen.

Córdoba, ein architektonisches Juwel, liegt in der Mitte des nördlichen Teils Argentiniens und stellte ein Zwischenstopp auf der Reise nach Iguazú dar.
Die Stadt hat die besterhaltenste Kolonialarchitektur Argentiniens und obwohl sie die zweitgrößte Stadt Argentiniens ist, lässt sich Córdobas Zentrum leicht zu Fuß erkunden.
Mit sieben Universitäten ist es das Bildungszentrum des Landes und soll auf Grund der vielen Studenten ein ausgeprägtes Nachtleben haben.

Bevor wir aber die Stadt erkunden wollten, ging es wieder mal an die zur Tradition gewordene Vorgehensweise.

Den Bus zur Weiterfahrt organisieren.
Wir entscheiden uns, den nächsten Stopp in Sante Fe einzulegen (da Ute hier einen Bekannten hat) und Córdoba nur als Zwischenstation zu sehen. Es sollte am nächsten Tag gegen Mittag losgehen und da uns nur rund fünf Stunden Fahrt nach Santa Fe erwarteten, wollten wir diese am Tage absolvieren.
So hatten wir die Möglichkeit mehr von der Landschaft zu sehen. Bei einer Nachtfahrt, wären wir ungünstig gestartet oder angekommen.

Der Busbahnhof ist gegenüber Mendoza eine Erholung. Wir wurden nicht mehr alle fünf Minuten davor gewarnt in keinem Fall unser Gepäck unbeaufsichtigt zu lassen. (Warum sollten wir auch?) Es erschien alles viel ruhiger. Lag es an den fehlenden Touristen?

Eine Etage tiefer befinden sich die Schalter der Busfirmen, um ihre Tickets zu verkaufen. Wie gewünscht erstanden wir welche für den nächsten Tag (mittags), um dann mit dem Stadtplan vom Informationsschalter und dem Taxi zu unserem ausgewählten Hotel zu fahren.

Wir nahmen hier wieder einmal den Lonely Plant zu Hilfe und entschieden uns für das Hotel „Sussex", welches extrem zentral - direkt am Platz „Plaza San Martin", aber dennoch relativ ruhig gelegen ist.
Das Glück war uns hold und wir bekamen auch zwei Zimmer, auch wenn wir noch eine Stunde warten mussten.
Das Hotel ist relativ hoch gebaut (wir hatten Zimmer im zehnten Stock), recht sauber, ordentlich und relativ geräumig - außer dem WC. (Es gibt sich selbst drei Sterne, anderthalb - maximal zwei Sterne - mehr würde ich aber nicht geben.) Leider wurde in dem Hotel seit etlichen Jahren nichts mehr gemacht.
Das haben die Eigentümer anscheinend selbst gemerkt und ihnen viel ein dies nachzuholen - ausgerechnet zu der Zeit, als wir in dem Hotel abstiegen.
So merkten wir einige Stunden später (und am nächsten Morgen ab 0900 Uhr), dass viele Zimmer auf unserer Etage renoviert wurden - wobei renoviert bei Arbeiten mit einem Presslufthammer wohl der falsche Ausdruck ist. (Also, falls ihr in der nächsten Zeit in dem Hotel eincheckt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass ihr ein modernisiertes Hotel vorfindet.) Muss man nicht unbedingt haben, aber es ging auch.

Duschen und ab in die Stadt.
Den Ruf (Hinweis vom Reiseführer), dass Córdoba die schönsten Kolonialbauten Argentiniens hat, scheint die Stadt gerecht zu werden.
Schöne alte Kirchen und Kolonialbauten werden leider von alten verkommenen und/oder sehr hohen Gebäuden abgelöst. Werden hier Einflüsse der Krise aus dem Jahr 2001 sichtbar?
Alles in allem ist Córdoba aber eine Stadt, die man sich auf jeden Fall ansehen sollte. Vor allem auch, da man hier anscheinend für sich ist und nicht von Heerscharen von Touristen begleitet wird.

            Córdoba                Córdoba                Córdoba

 

Das Wetter, Sonne mit abwechselnden leichtem Nieselregen verschafften Temperaturen, die unter denen von Bariloche und Mendoza lagen. (Soviel dazu, dass es erst nicht wegen der vermeintlichen Kälte in die Berge gehen sollte. ;o) )
Tipp für die Frauen, es soll sich hier gut einkaufen lassen - dies bestätigte zumindest unsere weibliche Begleitung und ein Zuspätkommen zu den vereinbarten Terminen bestätigte jenes ;o).
Das Einkaufszentrum, welches sich im Westen der Stadt befindet, scheint nicht so eine große Ausbeute zu ergeben. Die anfängliche Euphorie manch einer Dame relativierte sich recht schnell.

Da wir bisher noch nicht so viel gegessen hatten, vor einigen Stunden nur ein kurzer Abstecher zu Mc Donalds (sorry dafür, aber ab und zu - wir waren jung und in Eile) und der Einkauf vor dem Besuch des Einkaufszentrum schon zum Hotel gebracht wurde, ging es direkt in ein Restaurant.
Das „La Nieta ´e la Pancha" war wieder eine Empfehlung des „Lonely Planets", aber selbst mit Angabe der Strasse und der Hausnummer war es für unseren Taxifahrer nicht gleich zu finden.
(In Argentinien arbeiten viele Städte mit einem Koordinatensystem. Im Zentrum ist der Nullpunkt und von dort geht es in hunderter Schritten nach Nord oder Süd und Ost oder West. Ich hatte dieses System das erste mal in den USA in Salt Lake City gesehen und es half mir oft bei der Orientierung. - Also, nicht nur den Namen, sondern auch die „Koordinaten" merken.)

                            Sammler                    Córdoba

Das Restaurant liegt ziemlich unscheinbar zwischen dem Viertel „Nueva Córdoba" und „Güemes" südwestlich vom „Plaza San Martin". Beide Distrikte sind für sich aus schon interessant.
Das „Nueva Córdoba" ist für seine vielen Bars bekannt und „Güemes" beherbergt eine Menge von Antiquitätengeschäften.
Also hatte das Restaurant nicht nur eine für uns prädestinierte Lage, sondern offenbarte trotz seiner Unscheinbarkeit einen wunderbaren Kern. Man geht über eine Treppe zum zweiten Floor, welcher zu einem Verweilen im Inneren oder auf der Dachterrasse einlädt.
Nette Bedienung und gutes Essen vervollständigen das Bild.
Wobei man lieber das Filet und nicht das „Beef de Chorizo" bestellen sollte. Letzteres war etwas trocken und nicht so zart wie wir es sonst kannten.
Ein Highlight sind die anscheinend frisch gebackenen Brötchen und die gebackenen Kartoffelecken.
Auch verstehen die Argentinier etwas anderes unter scharf. Die Pasta, welche sie noch für uns und unser Fleisch zauberten, sollten wir mit Vorsicht genießen, sie sollte extrem scharf sein - Betonung liegt auf sollte. ;o)
Und „Fernet Branka" pur, damit bekommt man alle Argentinische Münder und Augen auf. (Dort wird „Fernet" anscheinend grundsätzlich nur mit Cola getrunken.)

So unseren Hunger gestillt, sollte es zum Barhopping gehen.
Zwei Bars in der näheren Umgebung hatte ich schon rausgesucht und eine weiter wurde uns von den Servicekräften des Restaurants empfohlen (samt Gutschein für Getränke - der Eigentümer von Restaurant und Bar sollte wohl der gleiche sein.)

            Córdoba                Parroquia Sagrado Corazón de Jesús de los Capuchinos                Good Bar                    

Zuerst steuerten wir die „Good Bar" an. Sie sollte leicht erkennbar sein, da ein Surfboard an der Außenwand befestigt sein sollte.
Trotz Stadtplan hatten wir (bzw. ich) Probleme die Bar zu finden. (Ich muss wohl weibliche Gene haben.) Selbst Einheimische konnten uns nicht unmittelbar helfen. Dafür haben wir aber eine sehr schöne neugotische Kirche („Iglesia del Sagrado Corazón de Jesús / Padres Capuchinos") entdeckt.
Sie wird auch als „ Parroquia Sagrado Corazón de Jesús de los Capuchinos" bezeichnet, entstand zwischen 1928 und 1934 und wirkt etwas bizarr, weil der Kirchturm fehlt. (Er wurde angeblich deshalb weggelassen, um die Unvollkommenheit des Menschen auszudrücken.)

Da es inzwischen Dunkel war, wirkte sie mit der Beleuchtung noch einmal so schön.
Wir fanden dann endlich die Bar, da es aber kein Havanna gab (anscheinend trinkt ganz Cordoba nur Bacardi) und auch die Cocktailauswahl nicht allen Wünschen entsprach, zogen wir weiter.
Also weiter zur Empfehlung unseres Restaurants dem „Moog". Es war nur einige Blöcke entfernt, aber auch leider geschlossen. (Waren wir zu früh? Wir werden es nie erfahren.)
Na, dann halt weiter, Bars gab es ja einige.
Auf dem Weg zurück zur Kirche fanden wir eine weitere Bar. Plätze waren vorhanden, die Musik stimmte - aber die Bedienung nicht. Nach zehn Minuten wurde zwar unser Tisch grob abgeräumt, das war für die weitere Zeit aber auch alles. (Und es war noch nicht mal übervoll.) Nach weiteren zehn Minuten entschieden wir uns es in der nächsten Bar zu versuchen. (Córdoba Stadt der Bars und uns sollte keine genügen?)

Wir sind dann zurück zur besagten Kirche, dort hatten wir eingangs schon so etwas wie eine Bar erspäht. Sie machte aber einen extrem noblen Eindruck, so dass nicht gleich die erste Wahl auf sie traf. Aber wie man sich auch bei den Frauen täuschen kann, täuschten wir uns auch hier.
Sehr schönes Ambiente, nette Bedienung, Getränke - welche auch nicht auf der Karte stehen und normale Preise. Obwohl sie uns eigentlich im nachhinein egal waren, da wir von einem netten Opa eingeladen wurde ;o). Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle.

Nach einigen Getränken sollte es weiter zum „Cuernavaca" gehen. In dieser Bar sollte man etwas tanzen können und da sie auch in unserer Strasse lag, schien sie für uns ideal. Der Taxifahrer hatte wieder leichte Probleme die Bar zu finden (Córdoba ist doch nun wirklich nicht so groß!), wir dann aber auch. Was kein Wunder war, da sie noch geschlossen hatte und wie wir erfuhren erst ab 0100 Uhr öffnen sollte.
In unserem Reiseführer stand ab Mitternacht - was aber nicht weiter schlimm war. Da wir noch eine gute halbe Stunde hätten warten müssen, entschieden wir uns die Bar 1010 aufzusuchen - nämlich unser Hotelzimmer und dort noch ein Abschiedsgetränk zu genehmigen.

So endete unser Barhopping, welches sich mehr als ein Sit In entpuppte.

 

Donnerstag; 31. Januar 2008

 

Obwohl wir bis 0930 Uhr schlafen wollten, wurden wir, wie eingangs erwähnt, sanft von den Renovierungsarbeiten geweckt. Auf diese halbe Stunde kam es in diesem Moment auch nicht an, aber wir waren dennoch froh, dass die letzte Bar noch nicht offen war.

Frühstück und ab zum Busbahnhof.

Die fünf Stunden verliefen normal. Der MP3 Player verhalf wieder einmal über die diesmal sehr schlechten Filme zu kommen.

                            Busbahnhof                    Fahrt           

In Santa Fe wieder the same procedure as every year (Sorry - time).
Busverbindung checken.
Um die Zeit effektiv zu nutzen und wir inzwischen Erfahrung mit dem sehr komfortablen „Liegebus" hatten, ließ in uns die Idee reifen, auf diese Art direkt und ohne Zwischenstopp nach Iguazú zu reisen.

Iguazú liegt im Länderdreieck Paraguay, Brasilien und Argentinien und ist bekannt für seinen Nationalpark. Jener beinhaltet eine vielfältige Tierwelt, aber bekannter ist er durch seine Wasserfälle - sie sind dreimal so groß wie die Niagarafälle und können von der brasilianischen, sowohl auch von der argentinischen Seite erkundet werden.

Leichter gesagt als getan.
Obwohl Santa Fe eine Zwischenstation zwischen BA, San Rafael und Iguazú, bzw. den Ländern Brasilien, Paraguay - ja sogar Uruguay darstellen müsste und wir bezüglich seiner Popularität mit vielen Touristen rechneten, hatten wir Schwierigkeiten eine Verbindung zu finden.
OK, wir hatten Ansprüche, wir wollten für diese lange Strecke einen „Cama".
Es gab aber wirklich nur zwei Busgesellschaften (von immerhin fast fünfzehn), welche Iguazú ansteuerten. Im Endeffekt fanden wir einen, der gegen 1800 Uhr fahren und auch ein „Cama" sein sollte. Die Zeit schien perfekt, da er am nächsten Tag gegen 1000 Uhr in Iguazú sein sollte und wir so noch den Tag hätten nutzen können.

Zumindest entfiel die Hotelsuche, da der Bekannte (Augusto) von Ute für uns schon Zimmer in einem Hotel reservierte.
Was aber diesmal noch hinzu kam, wir wollten gleich einen Inlandsflug von Iguazu nach BA buchen. Unseren Erkundigungen nach sollte er bei rund 100€ liegen. Sicherlich teuer, aber wir sparten uns auf diesem Wege Stress und Zeit.

Als wir im Busbahnhof kein Internet fanden ließen wir uns vom Taxi direkt zum „Castelar" Hotel bringen.
Das Hotel ist OK, es entspricht den argentinischen Maßstäben und liegt sehr zentral. So konnten wir uns recht schnell die Stadt ansehen, bzw. ein paar Bier genehmigen. Aber nicht ohne zuvor unseren Flug nach BA in der Lobby zu buchen. (Dort fanden wir den einzigen Internetzugang, mit Internetcafes scheint Santa Fe nicht übersäht.)

Da Augusto erst später in Santa Fe eintreffen würde, ging es, um die Zeit zu überbrücken, in das Restaurant „Espana", wieder eine Empfehlung des „Lonely Planets".
Das Restaurant ist in dem gleichnamigen Gran Hotel integriert und hat das vornehme Ambiente eines fünf Sterne Restaurants. Dies und die zuvorkommende Bedienung ließ eine entsprechendes Preisniveau vermuten. - Sagen wir mal so - teils teils.
Gegen ein anfänglich in der Karte (sie stellten uns freundlicher Weise eine englische zur Verfügung) ausgepriesenes 19A$ für ein geniales „Beef de Chorizo" kann man wirklich nichts sagen. Das Fleisch war perfekt in seiner Größe und Konsistenz und eine (hier sogar elektrisch und beleuchtet) Pfeffermühle (sonst Mangelware) bildetet das Sahnehäubchen.
(Leider versteht der Koch unter „Grilled Potatos" die „Pommes frites".)

Zur Verdauung benötigten wir wieder einen „Fernet" und auch diesmal wieder zum Erstaunen des Personals - da ohne Cola. (Vom Volumen her wieder sehr großzügig. ;o))

Das Erwachen kam bei der Rechnung.
Die Summe stimmte mit unserem Überschlag nicht überein.
Es stellte sich heraus, dass die englische Karte nicht mehr, bezüglich der Preise, auf dem aktuellstem Stand war. Außerdem wurde einige Speisen doppelt gerechnet.
Nachdem das Personal unsere Rechenkünste verfolgte, kam es mit der Aufklärung, der Entschuldigung und einer neuen Rechnung mit den „alten" Preisen zurück.

            Santa Fe                Santa Fe                Wahrsager 

Bei dem Versuch Augusto über einen öffentlichen Münzfernsprecher zu erreichen, lernten wir wieder einmal die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Argentinier kennen.
Da wir kein funktionierendes Telefon fanden, bot ein netter Herr sein Handy zum Telefonieren an, selbstverständlich ohne Geld dafür zu verlangen. (Würde das jemand in Deutschland machen?)

Barhopping bis Augusto mit einem Freund zu uns stieß. (Die Getränke waren wie üblich vom feinsten, bei meinem Gin Tonic haben sie, glaube ich, den Tonic vergessen.)
Zusammen sind wir dann noch weiter gezogen. Es hilft doch immer wieder einen „Local" an seiner Seite zu haben.
Nachdem Treffen des „berühmtesten Moderator" Santa Fe´s und etlichen Cuba Libre (obwohl mit Bacardi ausgepriesen sogar mit Havanna) sind wir dann 0430 Uhr ins Hotel.

 

Freitag; 1. Februar 2008

 

Das Aufstehen viel uns doch etwas schwerer.
(Ich glaube, das waren die Nachwehen der fünf Stunden anstrengendes Busfahrt. ;o))

Da unser Bus erst gegen 1800 Uhr abfahren sollte, ging es nach dem Frühstück noch einmal in die Stadt. (Das Gepäck wurde solange, wie üblich, an der Rezeption gelagert.)
In folge Schlafmangels, wir mussten wie üblich bis 1000 Uhr  ausgecheckt haben, hielt sich aber bei den Frauen die Lust am Schoppen in Grenzen.
Nach etwas Sightseeing meinerseits, trafen wir uns zum Mittagessen im Restaurant vom Vorabend. Es wahr wieder sehr lecker, aber die englische Speisekarte bekamen wir diesmal nicht. Wir hätten, da wir ja nun informiert waren, aber so oder so die „normalen" Preise bezahlt.

                            Santa Fe                    Santa Fe

Nun noch von Augusto Abschied nehmen und dann ging es ab zum Busbahnhof, um unsere nächste Etappe in Angriff zu nehmen.

Auf dem Busbahnhof herrschte ein relatives Chaos.
Uns wurden fünf „Bahnsteige" genannt, an einen von jenen sollte unser Bus ankommen.
Wie bereits erwähnt gibt es eine Menge von Busgesellschaften, die ihre Dienste anbieten. Erschwerend kommt hinzu, dass manche Gesellschaften anscheinend Unterauftragnehmer haben. D.h., dass eine andere Busgesellschaft fährt als gebucht. Also ein Kommen und Gehen der Busse. Wir mittendrin, mit wachsamen Augen, ja unsere Weiterfahrtmöglichkeit nicht zu verpassen. Verkomplizierend kommt hinzu, dass wir uns in einer Zwischenstation befanden, d.h. der Bus wurde nicht in Santa Fe eingesetzt. Wir konnten nicht mit Bestimmtheit sagen, ob Iguazú die Endstation ist, welche dann auch am Bus als solche deklariert wird.
Nachdem der Abfahrtstermin schon überschritten war, wurden wir doch etwas unruhig. Hatte der Bus Verspätung oder haben wir ihn schon verpasst?
Nach etlichem Suchen und Nachfragen, erfuhren wir, dass der Bus wahrscheinlich gegen 1900 Uhr kommt. Aus 1900 Uhr wurde später 2000 Uhr und noch später 2045 Uhr mit dem Hinweis, dass ein Unfall eine Vollsperrung zur Folge hatte.
Sollte diese Verspätung unsere ganze Planung durcheinander bringen?
Wir wollten uns die Wasserfälle ansehen. (Auf Grund der kompakten Möglichkeiten sollte für die brasilianische Seite ein halber Tag reichen. Für die argentinische planten wir einen ganzen Tag ein.) Da wir für den Montag den Rückflug gebucht hatten, könnte es sehr knapp werden.

Der Bus kam dann, wie bei der letzten Ankündigung (hier wäre sicher ein Anzeigesystem sinnvoll wie am Bahnhof oder Flughafen) 2045 Uhr.
Wir waren inzwischen voller Vorfreude auf unser „Bett", vor allem nach der letzten Nacht.
Doch denkste, statt des gebuchten und erwarteten „Cama", war unser Bus ein „Coche Cama".

Na ja, die Nacht ging dann so.
Aber ein Tipp: Falls die Fußablage (wie in meinem Fall) immer zurück in die Ausgangslage möchte und gegen die Waden drückt, einfach den rückseitigen Gummi nehmen und hinter die Stütze am Sitz klemmen.

 

Samstag; 2. Februar 2008

 

Wir sind dann mit einer Stunde Verspätung gegen 1120 Uhr in Iguazú (genauer gesagt Puerto Iguazù) angekommen.
Wie der Fahrer diese Zeit (fast 2 Stunden) rausgeholt hat - keine Ahnung.

 

Na und jetzt wieder, richtig, die Hotelsuche.
(Um die Weiterreise brauchten wir uns ja diesmal nicht zu kümmern, da wir den Flug nach BA ja schon gebucht hatten.)
Nach Informationen des „Reise Know How" Reiseführers, sollte es vor allem in den Monaten Januar/Februar richtig schwierig werden eine Unterkunft zu finden. Nun handelte es sich in unserem Falle auch noch um ein Wochenende! - Gute Nacht. (Später stellte sich heraus, dass es hier nur so von Hotels wimmelte.)

Also erst einmal nach einer Touristeninformation Ausschau gehalten und auch gleich entdeckt.
Das es sich hier nicht um ein Touristenbüro im eigentlichen Sinne handelte, wurde uns recht schnell beim Betreten des Büros deutlich. Außerdem entdeckten wir auch relativ zeitnah noch mehrere ähnliche Informationsbüros.
Da wir aber durch die Verspätung knapp an Zeit waren und die Dame auch recht nett war, ließen wir uns gerne beraten. Sie telefonierte die Hotels in ihrem Angebot nach unseren Preisvorstellungen ab und fand auch recht schnell ein annehmbares.
Des Weiteren erhielten wir Informationen bezüglich der Nationalparks auf argentinischer („Parque Nacional Iguazù") und brasilianischer („Parque Nacional do Iguacu") Seite sowie die Busverbindungen.
Wir entscheiden uns auf Grund der fortgeschrittenen Tageszeit die Tour nach Brasilien nicht mit dem Bus, sondern mit einem PKW (mit Fahrer) durchzuführen.

Aber erst einmal zu dem Hotel.
Das „Raices" Aparthotel ist relativ zentral gelegen (rund drei Kilometer von der Grenze), besteht aus einigen Apartments und Cabanas (kleine Reihenhäuser über zwei Etagen), sowie einem Restaurant.
Im kleinen Garten, der durch die Gebäude in U-Form umzäunt wird, befindet sich ein kleiner Pool mit Sonnenliegen.
Es war mit sechs Schlafplätzen über die zwei Etagen sehr geräumig und die kleine Terrasse vor der Cabana machte diese Unterkunft zu der besten in diesem Urlaub.

                            Anfahrt                    Hotel Raices

Wie verabredet, wurden wir gegen 1330 Uhr vom Hotel abgeholt. Und ab ging es nach Brasilien.
Den Recherchen zufolge ist es nicht notwendig Geld zu tauschen, da in diesem grenznahem Gebiet die brasilianische sowie die argentinische Währung als Zahlungsmittel zählt, selbst das Wechselgeld bekommt man dementsprechend zurück.
Also hielten wir uns nicht weiter mit dem Geldwechsel auf und machten unseren ersten brasilianischen Stopp in einem Restaurant. - Essen was das Herz begehrte.
Angefangen bei brasilianischer Speise (Spieße...), über asiatische (Sushi ...) Gerichte, Obst- und Süßspeisen - Essen AI. Und auch noch extrem lecker. Nur das europäische Essen, welches ebenfalls angeboten wurde, ließen wir außen vor.

Nach dem Schlemmen ging es auf direktem Wege zum Nationalpark (38A$ Eintritt).

Bei dem Kauf der Eintrittskarten wird nach der Nationalität gefragt, die dann auf das Ticket gedruckt wird. (Die Locals bezahlen etwas weniger.)
Auf der Rückseite des Besucherzentrums fahren alle fünfzehn Minuten Doppeldeckerbusse entlang der Wasserfälle. Der Bus macht mehrere Stopps bei denen man aus- oder zusteigen kann.

                            Nationalpark                    Nationalpark 

Wir sind am vorletzten Stopp („Campo de Desafios") ausgestiegen, um von hier den Pfad entlang des Canyons zur Endstation zu gehen.
Der tolle Blick auf die argentinische Seite der Wasserfälle, dem weit unten fließenden Fluss und dem Dschungel ist gigantisch.

                            Nationalpark                    Nationalpark 

Zum Ende des Weges werden die Ausblicke immer grandioser.
Der Höhepunkt bildet ein Metallsteg am Fuß eines Wasserfalls, der über den Fluss ragt und bei dem man die Möglichkeit hat, sich gleich eines Wassertropfen wähnend, die Gewalten des Elements Wasser zu spüren.
Die Gischt erzeugte einen feinen Nebelsaum, indem sich bunte Schmetterlinge, Feen gleich, durch die Lüfte schwingen und mit den durch die Sonne erzeugten Regenbogen um die Farbenpracht wetteiferten.
Weiter entfernt legte sich feiner Sprühnebel, gleich eines samtenen Mantels, über die Haut und erfrischte sie, trotz der schwül warmen Luft.
OK - die Kamera konnte auf jenen verzichten und zog es häufig vor, in der trockenen Tasche zu verschwinden.

Alles im allen sehr sehenswert. Dass es am nächsten Tag noch faszinierender werden sollte und wir dann auch endlich die Nasenbären zu Gesicht bekommen sollten, konnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen.

                            Nationalpark                    Nationalpark 

Am Ende des Weges befindet sich ein Lift, der die Besucher zu einer Aussichtsplattform am oberen Ende der Wasserfälle hinauffährt.

Von hier aus ging es dann auch zurück zum Besucherzentrum.

Auf der Rückfahrt nach Iguazú ließen wir uns direkt in der Stadt absetzen. Einerseits, weil wir noch für den Abend und für den nächsten Tag einkaufen wollten. Und andererseits, eigentlich der wichtigere Grund, weil wir am Mittag ein Bar fanden, welche zwei Caipis für 10A$ anbot (Happy Hour) - und wenn das kein Grund ist.

Und sie haben auch extrem gut geschmeckt, so dass wir uns nach zwei Runden langsam zum Hotel aufmachten und den Abend mit Musik und ein zwei Getränken auf der Terrasse ausklingen ließen.

 

Sonntag; 3. Februar 2008

 

0630 Uhr hieß es aufstehen, da wir nach dem Frühstück gleich den ersten Bus (0745 Uhr - 4A$/Person) zum Nationalpark (diese Mal ja die argentinische Seite) erreichen wollten.
Die befürchteten Kopfschmerzen (der Wodka, welchen wir getrunken hatten, war recht preiswert) als Nachwehen vom Vorabend, blieben Gott sei Dank aus und es versprach ein schöner sonniger Tag zu werden.

Nach einer rund fünfzehn minütigen Fahrt und einem Eintritt von 40A$ ging es direkt zum Treffpunkt.
Ein Truck sollte uns durch den Regenwald zu einer Bootsanlegestelle fahren. Hier hatten wir eine Fahrt mit dem Boot auf dem „Rio Iguazú Inferior", zu Füßen der Wasserfälle geplant. Und es sollte direkt an die Wasserfälle gehen. Da den Erfahrungen vom Vortag und den erhaltenen Informationen zufolge es sehr nass werden würde, kleideten oder entkleideten wir uns dementsprechend.
Der von mir mitgebrachter wasserdichter Beutel war nicht notwendig, da solche vom Veranstalter für Kameras ... an jeden Mitreisenden ausgehändigt wurden.
Dass sich einige mit langer Jeans und Jacke ins Boot setzten, ist mir bis heute unbegreiflich. (Wir trafen sie einige Stunden später wieder und sie hatten trotz der hohen Temperaturen immer noch nasse Sachen - Baumwolle gehört ja auch nicht unbedingt zu den schnell trocknenden Geweben. ;o) )

Die Stromschnellen auf dem Weg zu den Wasserfällen ließen schon den Werdegang erahnen.
Nach einigen Schnappschüssen mit der Kamera in der Nähe der Wasserfälle, bekamen wir die letzte Chance unsere wichtigen Sachen, wasserdicht zu verpacken und dann ging es los.
Wir fuhren so dicht an die Fälle, dass wir die Kraft des Wassers am eigenem Leibe verspürten. Alle waren innerhalb von dem Bruchteil einer Sekunden bis „auf die Socken" nass. Das Atmen viel einem schwer und es wurde unmöglich die Augen zu öffnen.
Man fühlte sich als nichts, nicht mal mehr als kleinen Wassertropfen.
Einige gekonnte Manöver mit dem Boot vervollständigten dieses Erlebnis.
Trotz eines doch recht hohen Preises sollte man sich die Eindrücke nicht entgehen lassen.

Da wir an einem anderen Bootsteg anlegten, wurde es uns möglich zu Fuß das weitere Territorium zu erkunden.
Nach verschiedenen Aussichtspunkten und Wegen entlang des Canyons ging es mit der Bahn (sie ist im Preis involviert) zur „Garganta" Station.

Von hier aus kommt man - unserer Meinung nach - zur schönsten Stelle und zum besten Punkt sich dieses Naturschauspiel zu betrachten.
Über kleine Stege, die über dem Wasser brückenartig gebaut wurden, gelangt man am Ende zu einem Plateau, von welchem man den perfekten Ausblick auf die „Garganta del Diablo" (Teufelsschlucht) hat.
Man steht etwas über den Wasserfällen und man sieht, wie das Wasser eines anfänglich harmlos wirkenden Flusses von drei Seiten in einem riesigen Loch verschwindet. Die hinunter stürzenden Fluten wirbeln das Wasser so auf, dass es unmöglich wird, das Ende des Wasserfalls zu erkennen und so das Wasser einem unklarem Ziel entgegen strömt.

                            Garganta del Diablo                    Garganta del Diablo

Die Gischt vernebelt den Blick auf das Ende der Kaskade und steigt in Form einer Rauchfahne nach oben, die noch in einigen Kilometern sichtbar ist.

                            Nationalpark                    Nasenbären

Um zu der Mittelstation zurück zu kommen, verzichteten wir auf die Bahn und nutzten den Transfer eines kleinen Schlauchbootes.
Wir hatten so die Möglichkeit, jenseits der inzwischen zugenommenen Besucherströme, den Nationalpark zu entdecken und den Besuch in Ruhe ausklingen zu lassen. Viele Schmetterlinge, Nasenbären, Papageien, Krokodile und Schildkröten vervollständigten diesen genialen Ausflug.

Im Nachhinein würden wir, entgegen der Aussagen anderer Besucher, den argentinischen Teil der Wasserfälle als spektakulärer bezeichnen. Und falls man die Zeit hat, sollte man sich jenen ansehen.

Als wir gegen 1700 Uhr im Hotel ankamen und es immer noch recht warm war, ging es erst einmal in den Pool und dann gab es ein schönes Bier.
Etwas knülle entschieden wir uns, das Abendbrot im zum Hotel gehörigen Restaurant einzunehmen. (Das Buffet kam leider bei weitem nicht an das, welches wir am Vortag in Brasilien genossen hatten, war aber dennoch ganz OK)
Danach gab es wieder mal ein kleines Sit In im Garten.

 

Montag; 4. Februar 2008

 

Es war wieder kein Ausschlafen angesagt, da es bereits 0815 Uhr mit dem Taxi zum Flughafen gehen sollte, um den Flieger nach BA zu erreichen.

Gut war, dass wir uns ein wenig Toleranz genehmigten, denn am Check In im Flughafen angekommen, gab es erst einmal ein böses Erwachen.
Die Flüge waren zwar reserviert, aber angeblich noch nicht bezahlt.
Wie konnte das sein? Wir haben zwar über das Internet gebucht, aber mit Angabe der Kreditkartendaten der Firma die Möglichkeit gegeben das Geld vom Konto abzubuchen. Und eine Ausdruck, Reservierungsnummer... hatten wir auch. Bei der im Vorfeld vollzogenen Buchung des Fluges von BA nach Trelew verlief es auf dem gleichen Weg und ohne Probleme. War das dazwischen liegende Wochenende Schuld und das Geld war auf dem Transferweg?
Es gab keine Lösung, wir mussten, um nach BA zu kommen, den Flug noch einmal bezahlen.
Wenigstens war er noch etwas günstiger.

Den Sachverhalt wollten wir dann per Internet klären und fanden auch vor dem Take Off, entgegen der Aussage der Schalterbeamtin, eine Möglichkeit in das Internet zu gehen.
Damit klärte sich auch der Sachverhalt auf.
Der Veranstalter wünschte noch einmal, zur Bestätigung der Transaktion, eine Kopie der Kreditkarte. Da wir die Mails nicht mehr checken konnten, bekam er jene nicht und somit führte er die Buchung nicht vollständig aus.
Glück im Unglück, die Reservierung blieb und wir sparten Geld.

Mit dem Flug hatten wir dann auch wieder Glück. Ich hatte wieder einmal drei Plätze für mich und knappe zwei Stunden Zeit, endlich einmal die Karten an die Zuhause- gebliebenen zu schreiben.

                            Anflug BA                    Anflug BA 

Unser eigentlicher Plan war es, in BA angekommen, gleich die Fähre nach Montevideo oder Colonia zu nehmen. Wir wollten einige Tage in Uruguay verbringen und am Freitag zurück nach BA reisen, dort noch einige Sehenswürdigkeiten besuchen, um ausgeschlafen am nächsten Tag unsere Heimreise nach Deutschland anzutreten.
Nun hatten wir in Iguazú einen Deutschen getroffen, der gerade aus Montevideo kam. Von ihm erfuhren wir, dass am 07.02 und 08.02 in Montevideo das Karnevalfest stattfindet, welches eine kleine Form des in Rio´s sein soll.
Also änderten wir, flexibel wie wir nun einmal sind, unseren Plan und blieben erst eine Nacht in BA um am Samstag direkt aus Uruguay zum Flughafen zu reisen.

Am Flughafen angekommen, hieß es wieder einmal - Richtig - ein Hotel besorgen.
Die Damen am Informationsschalter händigte uns wieder eine Liste mit Hotels und deren Telefonnummern aus, die wir in der benachbarten „Telefonzelle" kontaktierten.
Jene Telefonzelle, besser gesagt Zellen, ähnelt dem uns bekannten Internetcafe. In einem Raum sind mehrere Zellen integriert, in welchen man sitzt und telefoniert. Im Anschluss bezahlt man die Rechnung an der Kasse. Typischerweise sind sie in Argentinien oft in Kombination mit dem Internet zu finden.

Nach einigen Anläufen fanden wir ein zwei Sterne Hotel, das „Grand Hotel Hispano". (Man bekommt 10% Rabatt bei Barzahlung) Es befand sich zufälliger weise in unmittelbarer Nähe des Hotels unserer ersten Nacht, dem „Wilton Palace Hotel".
Also, reserviert und ab mit dem Taxi zum Hotel.
Die Zimmer waren sauber und für argentinische Verhältnisse riesig. Das Hotel, welches nicht mehr das jüngste war, hatte seine Zimmer in der Form aneinander gereiht, dass sie ein „O" ergaben und im inneren einen kleinen „Innenhof" integrierten.
Ich kannte diese Anordnung bisher nur aus China.
Diese Gestaltung sah witzig aus, hatte aber den Nachteil, dass - da das Haus ein Reihenhaus war - fast alle Zimmer nur Fenster zum „Innenhof" besaßen und somit recht dunkel waren. Eine Ausnahme bildeten hier die Zimmer an den Stirnseiten, sie besaßen sogar einen Balkon, waren aber als Ausgleich mit Lärm von der Hauptstraße verbunden.
(Was ich als „Innenhof" bezeichne, kann man sich auf dem Foto einmal ansehen.)

            Innenhof des Hotels                Blick aus Hotel                BA

Alles im allem aber ein nettes Hotel!

Dann ging es weiter zur Fährstation, um die letzte Etappe unserer Reise zu klären.

Uns empfingen am „Buquebus" drei Schalter vor denen sich Massen tummelten. Alle wollten die Fähren nach Colonia, bzw. Montevideo nutzen. 
Wir hatten Wochenende und auch noch Karneval. Würden wir Probleme mit der Weiterreise bekommen?
Nach einer Stunde und dem erneuten Anstellen an dem Schalter, an welchem man seine Tickets bezahlt, hatten wir unsere letzte Etappe gesichert.
Es sollte für uns alle am Nachmittag des folgenden Tages direkt nach Montevideo gehen (die Fahrt dauert rund drei Stunden) und am Samstag, dem 09.02.2008 würde sich unsere Gruppe trennen und wir allein mit dem Bus nach Colonia fahren, um von dort mit der Fähre (rund eine Stunde) nach BA überzusetzen.

Nun ab zum Sightseeing.
Wir wollten uns den Friedhof „La Recoleta" ansehen. Auf ihm sind viele Persönlichkeiten, wie Evita und Enrique Mosconi begraben.
Leider stellten wir zu spät fest, dass sich jener in einem der nobelsten Viertel („Recoleta") der Stadt befindet. Da sich nun aber der Hunger einstellte, waren wir etwas gezwungen ihn hier zu stillen. Dass ich mit meinem T-Bone Steak gegenüber einem extrem kleinem Salat noch am besten Abschnitt, konnte keiner ahnen. Genau wie den Sachverhalt, dass unsere bloße Anwesenheit im Restaurant uns schon bezahlt werden musste. Was soll´s, man hat ja nur einmal Urlaub! ;o)

Der Friedhof oder eher gesagt, die Totenstadt, ist auf jeden Falls sehenswert, auch wenn man geneigt ist, die Grabstätte von Evita schnell zu übersehen. (Hätten nicht einige Leute vor der Grabkammer gestanden, hätten wir sie komplett übersehen.)
Man kann stundenlang zwischen den faszinierenden Marmorsarkophagen und Statuen flanieren.

                            La Recoleta                     La Recoleta

 

            La Recoleta - Grab: Evita                La Recoleta                La Recoleta 

Da der Flohmarkt vor dem Friedhof, entgegen den Informationen meines Reiseführers, nur Freitag bis Sonntag stattfindet, ging es anschließend wieder zum Hotel.

Inzwischen auch schon zwanzig vor acht, schauten wir uns die Tango Bar neben unserem Hotel an. Und fanden, nicht nur wegen der Schlange vor dem Lokal, sondern auch aus der Information des Reiseführers heraus, dass es sich hier um ein sehr angesagtes und sehenswertes Cafe handelte - das „Cafe Tortoni".
Nach rund einer halben Stunde waren wir im Cafe.
Die Show, welche wir uns eigentlich ansehen wollten, befand sich eine Etage tiefer, musste vorreserviert werden und war selbstverständlich ausgebucht.
Eine Nachfrage beim netten Kellner ergab, dass er uns informieren wolle, wenn Plätze frei werden würden. Was auch nach einem kleinem Taschengeld von 10A$ nach zwei Minuten geschah. (Dafür würden sich einige Angestellte nicht einmal bücken - ich sage nur Uruguay.)

Also den Eintritt gelöhnt, Drinks bestellt und in dem kleinen gemütlich Raum die Show genossen!
Zum Anfang war sie zugegeben etwas gewöhnungsbedürftig. Eine Art Theater. Leider verstanden wir auf Grund unseren extrem begrenzten spanischen Kenntnisse gar nichts, aber da fast alle der anwesenden Gäste argentinischen Ursprungs waren, amüsierten sie sich um so mehr. Aber die Life Musik war genial und ab der Hälfte steigerte sich der anfänglich mickrige Anteil der Tangovorführungen auf hundert Prozent.
Es hatte sich auf  jeden Fall gelohnt, so empfanden zumindest 3/4´tel der Gruppe, sich anzustellen. Und nach anderthalb Stunden Vorführung stellten wir fest, dass die Menschenansammlung vor dem Cafe noch um einiges zugenommen hatte.

Noch kurz einen Cuba Libre in der Bar auf der Straßenseite gegenüber und dann ab ins Bett.

 

Dienstag; 5. Februar 2008

 

Mit Ausschlafen hatten wir es heute nicht so, da man doch die Hauptstrasse vor unserem Zimmer registrierte.
Also 0945 Uhr Frühstücken und ab in die Stadt zum Shoppen.
Da ich nicht so Lust dazu verspürte bin ich los auf Sightseeing (hatte ja noch nicht genug Bilder gemacht ;o) ) und mit der S-Bahn zum etwas entfernteren Flohmarkt „Feria de Pulgas".
Das S- (bzw. U-) Bahnsystem ist ziemlich gut ausgebaut, preiswert und man spart sich den Verkehr. (Auf Fußgänger wird generell keine Rücksicht genommen, Fahrbahnmarkierungen werden ignoriert... - es wundert mich, dass wir noch keinen Unfall gesehen haben.)
Da dies auch viele Argentinier wissen, ist jene aber proppen voll.

            Cafe Tortoni - Tango                Flohmarkt                Flohmarkt 

Nachdem wir uns dann am verabredeten Treffpunkt getroffen haben, ging es gemeinsam zum Hotel und zur Bar vom Vorabend etwas essen.
Natürlich wieder „Bife de Chorizo"! ;o)

Gepäck aus dem Hotel geholt und zum Fahrbahnhof „Buquebus"!
Das Check In des Gepäcks (wie auf dem Flughafen) ging auch schneller als gedacht, so dass wir noch etwas Zeit hatten.
Ich wollte jene nutzen, um noch Geld für Uruguay zu tauschen, aber der Schalterbeamte riet mir davon ab und meinte es wäre ein zu schlechter Kurs.
OK - glauben wir ihn heute mal.

Die Fährfahrt verlief normal. Im Duty Free kann man einige Schnäppchen erstehen.
Zu beachten ist dabei, dass in einigen Bereichen des Hoheitsgebietes die Übertragung nicht funktionierte und es unmöglich, war mit Karte zu bezahlen. Also Nähe zum Festland zum Einkauf nutzen oder Bar bezahlen. Bezahlen - in Dollar, aber auch in Euro, wobei hier ein extrem schlechter Kurs angeboten wird und man das Wechselgeld in Dollar erhält.

Ein Nachteil hatte die Fähre, es gab keine Möglichkeit an Deck zu gehen und von außen die Fahrt zu genießen. Und die Sicht aus dem Fenster war extrem eingeschränkt. Sie waren so verdreckt, dass man mit Mühe die Tageszeit erkennen konnte ;o).

                            Anfahrt Hafen                    VW

Pünktlich in Montevideo angekommen galt es das letzte Mal die Organisation durchzuführen.
Hotel und Stadtplan besorgen und Geld tauschen.

Also los, ein Informationsschalter gesucht, den wir auch im Abreisegebäude fanden.
Wir erhielten auch einen ersten Überblick über die Stadt, eine zugegebener Maßen extrem schlechte Kopie eines Planes - aber als Überblick sollte er erst einmal reichen.
Hotelübersichten gab es nicht und auch keine „Telefonzelle", aber die nette Frau hinter dem Schalter war wirklich hilfsbereit, suchte nach unseren Wünschen (Preis und Location) eine Telefonnummer raus und wählte sie über ihr Telefon an. Anschließend übergab sie den Hörer und wir erledigten den Rest. Da die Mitarbeiter der Hotels englisch sprachen, war es nun relativ leicht. Nachdem Kontaktieren einiger Hotels, die ausgebucht oder doch zu teuer waren, fanden wir ein recht zentrales und reservierten vor.

Jetzt nur noch Geld besorgt und alles war in Sack und Tüten.
Doch Wechselstuben wie in BA gab es hier anscheinend nicht. Also zum Automat, doch der gab kein Geld. Nach mehreren Versuchen und der Nachfrage, erfuhren wir, dass so etwas bei VISA öfter mal vorkommt.
Na ja, die Taxis nehmen ja auch argentinische Pesos. Also erst einmal ab zum Hotel, es war schließlich schon fast halb zehn.

Im Hotel „Oxford" angekommen war uns schon nach dem ersten Blick ins Zimmer klar, hier bleiben wir. Die Zimmer waren sauber, riesig groß, hatten einen Safe und eine riesige Terrasse.
Da die beiden Zimmer nebeneinander lagen, hatten wir die rund 30m2 für uns. Für ein Stadthotel hatte man, da sich die Zimmer in der achten Etage befanden, auch noch eine relativ gute Aussicht.

                            Terrasse im Hotel                     Blick von Terrasse

Leider erfuhren wir, dass wir die Zimmer nur für zwei Tage haben könnten, da dann Brasilianer zum Karneval kommen und das Hotel ausgebucht sei (auch schon einige Personen auf Warteliste) - aber eine kleine Chance bestünde noch.
Egal wir hatten erst einmal für die nächsten zwei Nächte ein Dach über dem Kopf und konnten am Folgetag in Ruhe eine weiter Unterkunft für die letzten zwei Nächte ausfindig machen.
Noch schnell zur Wechselstube zwei Blöcke weiter und endlich etwas Geld getauscht (sie hatte noch bis 2200 Uhr offen; Kurs: 1€:29,5U$ [Uruguay Peso]). Auf dem Rückweg noch etwas zu essen und einige Cola für den auf der Fähre erworbenen Havanna besorgt und ab zum Hotel die Balkonparty eingeläutet.

 

Mittwoch; 6. Februar 2008

 

Obwohl wir etwas ausschlafen konnten, es gab Frühstück bis 1000 Uhr, fiel uns das Aufstehen doch etwas schwer. (Kein Wunder, haben ja auch bis zwei Uhr gesessen.)
Kurz vor Ende erschienen wir auch bei selbigen, es war ausgezeichnet und mit Abstand das beste in den letzten drei Wochen.
Eier, frischer Obstsaft und Obstsalat bestärkten noch einmal den Wunsch im Hotel bleiben zu können.
Eine erneute Nachfrage an der Rezeption (es war eine neue Besatzung anwesend) ergab, dass es noch schlecht aussieht. Was solls, ich habe dann 100U$ (nicht zu verwechseln mit 100US$ [US Dollar] ;o)) an der Rezeption „gelagert". - In BA hat es ja auch geklappt.

Aber erst einmal die Wäsche zur Reinigung und ein Alternativhotel suchen. Wir hatten Glück und fanden auch recht schnell das „Iguazu" in unmittelbarer Nähe, welches auch einen guten Eindruck vermittelte.
Zurück zum Hotel und Sachen für den Strand gepackt.
An der Rezeption wurde ich freudig empfangen, mit der Mitteilung, dass wir die Zimmer bis Freitag haben könnten. Schon einmal nicht schlecht, aber nicht perfekt. Wir nahmen das Angebot an und verstärkten den Wunsch bis Samstag bleiben zu können mit weiteren 100U$.

Nun galt es noch Geld zu holen und uns in der Stadt zu orientieren. (An der Rezeption lagen kleine Stadtpläne aus.)
In einer Wechselstube trafen wir dann zufällig den einen Mitarbeiter unseres Hotels von der Rezeption. Er erkannte uns und teilte uns erneut freudig mit, dass jetzt alles OK ist, wir können bis Samstag bleiben. Perfekt - als Dank erhielt er noch einmal einen Schein und alle waren zufrieden (selbstverständlich sagten wir später unsere Reservierung im Hotel „Iguazu" ab).

                            Montevideo                     Montevideo

Etwas Sightseeing und ab zum Strand.
Es gibt zwei in der Nähe des Zentrum, wir ließen auf dem größeren unsere Körper in der Sonne braten.

                            Montevideo                    Montevideo - Mate - Tee Becher

Der Sand ist fein und gegen Mittag fast leer. Dies änderte sich erst gegen 1600 Uhr (Arbeit? Hitze? - Keine Ahnung!).
Das Wasser ist angenehm kühl, aber braun wie der Kakao und war eine angenehme Abwechslung bei den Temperaturen.
Gegen fünf machten wir uns dann auf den Heimweg, nicht ohne in einer zufällig entdeckten, kleinen gemütlichen Bar („Che") einen Einkehrschwung zu machen. Und was gab es? Einen Daiquiri - extrem lecker!!!

Dann mit dem Taxi zum Hotel und die frische Wäsche abgeholt.
Hier sind die Taxifahrten anders als wir sie bisher kannten.
OK, dass die Strassen nicht so voll sind und hier anders gefahren wird (die Autos warten sogar und lassen die Fußgänger über die Straße, wenn jene Grün haben), dass hatten wir schon gehört. Aber obwohl Montevideo als sicher gelten soll, ist der vordere Teil des Taxis mit dem hinteren durch eine Scheibe getrennt. (Dies gestaltet das Sitzen nicht gerade als komfortabel.) Die Bezahlung erfolgt über ein kleines Fach in der Wand. Ist das Land doch nicht so sicher?

            Montevideo                Montevideo                Taxifahrt

Uns ist auch aufgefallen, dass viele Fenster im Erdgeschoß vergittert sind und Läden ihre Tür geschlossen haben. Am Eingang befand sich eine Klingel und erst nach deren Betätigung wurde man persönlich hereingelassen. (Bei Antiquariat verstehe ich es ja noch, aber bei einem Waschsalon?) Auch wurden wir extrem oft im Umfeld des Karnevals gewarnt, auf unsere Sache aufzupassen.

Weiter arbeiten die Taxis mit einer Art Umrechnungstabelle. Auf dem Taxameter wird der gefahrene Tarif, welcher sich entsprechend der Entfernung wie bei einem normalen Taxi ändert, angezeigt und mittels der offen aushängenden Tabelle der Preis ermittelt. - Na ja, wenn´s auch umständlich geht.

Im Hotel erst einmal Duschen und dann Essen fassen.
Der Bär hat ein kleines Restaurant in unserer Nähe gefunden. Es sah ganz nett aus, aber die Preise waren nicht ohne - ich würde sie schon zu den gehobeneren zählen.
Wir wählten dann je eine Platte für zwei Personen mit verschiedenen Fleischsorten und dazu unseren „Malbec".
Sagen wir mal so, wenn ich die Portion allein gegessen hätte, ein leichtes Sättigungsgefühl hätte sich einstellen können. Aber, man muss ja nicht noch mal hier her gehen. Obwohl sich diese Frage eh von selbst regelte, da unserem Kellner (anfänglich extrem nett und freundlich) wohl das Drinkgeld zu wenig erschien und er komisch wurde. - Aber wir wollten eh gehen.

Danach noch etwas Walking, mussten ja das Essen verdauen ;o) und ab auf unsere Balkonbar, wir hatten ja noch genügend Havanna.

 

Donnerstag; 7. Februar 2008

 

Am nächsten Tag war wieder etwas Sightseeing angesagt.
Wir fanden etliche kleine Flohmärkte, die aber meist mit ihren vielen Bekleidungsstücken, welche zum Teil auch auf dem Boden verteilt waren, eher an Osteuropa erinnerten. Sogar die Hütchenspieler fehlten nicht.
Die Stadt hat architektonisch einiges zu bieten, hat aber sicher die besten Zeiten hinter sich und man kann nur hoffen, dass hier wieder einiges investiert wird und die Zeiten zurück kommen.

                            Montevideo                    Montevideo

Dann raus zur Mole und zum Hafen. In der Nähe des Hafens befindet sich eine alte Bahnstation, deren Hallen nun unendlich viele Restaurants beinhaltete (sie sind anscheinend nur am Tage geöffnet - wir wollten am nächsten Tag in jene und konnten nur noch in die außerhalb befindlichen - und das sind nur zwei drei). Schön anzuschauen aber anscheinend auch sehr touristisch. (Wir wurden vor jedem angesprochen - nerv.)
Der restliche Tag sollte am Strand verbracht werden. Leider wurde das Wetter schlechter, so dass ich mich recht schnell von den anderen trennte und die Stadt allein unsicher machte. (Sie wollten noch ein wenig bleiben und dann später noch Shoppen gehen.)

                            Montevideo - Mole                    Montevideo - Alte Bahnstation

So durchquerte ich die Stadt zum Hotel und erkundete auch gleich die Strasse auf der am Abend der Karneval stattfinden sollte. (An der Rezeption erhielten wir die Information, dass der Karneval am Freitagabend stattfindet und die Location. Ein netter Herr auf einem Flohmarkt bestätigte die Aussage des Deutschen in Iguazú, dass der Karneval am Donnerstag und Freitag stattfindet. Außerdem berichtete er davon, dass man Plätze auf den anliegenden Balkonen oder Dächern erwerben kann.)
Wir hatten die Möglichkeit zwei Abende die Prozedur zu verfolgen und es wäre doch schön, einmal von oben und einmal mit den Massen.
Ich lernte auch einen netten Mann kennen, der mir ein Angebot diesbezüglich machte. Da ich aber erst noch mit den anderen sprechen wollte, machten wir aus, dass ich ihn telefonisch kontaktiere.

Also, ab zum Hotel und mit den anderen die Lage geklärt.

Ich traf sie auch an, da es wohl mit Shoppen nicht so rosig aussah. Haben unsere Frauen einen anderen Geschmack?
Anyway, sie waren mit dem Vorschlag einverstanden.
Vorher aber noch die Getränke für den Abend besorgen und ab in ein Restaurant, unsere täglich warme Malzeit zu uns zu nehmen.
Da wir nicht in das Restaurant vom Vorabend wollten, obwohl sicherlich lustig, entschieden wir uns wieder einmal für einen Tipp des „Lonely Planets".
Im „Mercado de la Abundancia" sollte es mehrere Restaurants geben. Da sich diese Location in der Nähe des Hotels und auf dem Wege zur abendlichen Veranstaltung befand, war sie für uns perfekt.

Das Essen war gut (das Beef kommt aber nicht an das von Argentinien ran, oder wir hatten Pech) und die Bedienung nett. Auch das Preisgefüge stimmt, auch wenn Uruguay etwas teurer als Argentinien ist.

Der Abend wurde dann schön, wir saßen gemütlich auf dem Dach des Hauses des jungen Pärchens (sie kam aus Uruguay, er - Yosvoni- aus Cuba) und verfolgten die Parade.
Obwohl ich den Karneval aus Rio nur im Fernsehen verfolgen konnte, erinnerte er mich an die kleinere Version.

                            Bei Yosvoni (li)                     Karneval

 

                                                              Karneval   Karneval

Gegen halb neun ließen sich die ersten Wagen blicken und 2100 Uhr begann das eigentliche Fest, welches bis 0100 Uhr ging. Leider gab es leichte Verständigungsprobleme und die Freunde, die Englisch sprechen konnten, kamen erst zur fortgeschrittenen Stunde.
Egal, wir hatten einen schönen Abend und haben nette Leute kennen lernen dürfen.

 

Freitag; 8. Februar 2008

 

Leider war der Freitag, nicht wie gedacht, als Strandtag geeignet. Bewölkung und vereinzelt Nieselregen. Wir nutzen den Tag zum Busbahnhof zu fahren, unsere Rücktour und die Weiterfahrt von unseren Freunden noch einmal zu checken und weiter Teile der Stadt zu erkunden. Gegen Nachmittag verabschiedete sich der vorletzte Tag mit richtigem Regen.

Wir nutzten die Zeit mit einem Nachmittagsschläfchen und mit dem Sachenpacken.

Gegend Abend hin nahm pünktlich zum geplanten Start der Regen ab.
Es galt wieder den Hunger zu stillen, gleich eines Bären nach seinem Winterschlaf.
Auf Empfehlung des Reiseführers (wir nutzten nur noch den „Lonely Planet", da im „Reise Know How" Argentinien keine Informationen über Uruguay gekoppelt waren) ging es zum „Radisson" Hotel. In ihm befindet sich in der fünfundzwanzigsten Etage das „Arcadia" Restaurant. Es gehört zwar zu den etwas gehobeneren, aber es war der letzte gemeinsame Abend und sollte ein wunderbare Aussicht über Montevideo versprechen.
Dort angekommen, genossen wir die Aussicht, entschieden uns aber dann doch ein anderes Lokal aufzusuchen.
Wir wollten die bereits erwähnten Hallen und unser letztes südamerikanisches Steak essen.
Das Essen war OK und da der Regen wieder einsetzte, nutzten wir die Zeit, um unseren letzten Daiquiri des Urlaubs zu trinken.

Dann, als der Regen nachließ, ging es endlich zum Karneval.
Trotz des Regens waren Menschenmassen unterwegs. (Und wir dachten schon am Vortag war viel los.) Der Samstag bildet wohl das Highlight.

                            Zuschauer                    Karneval

Die meisten ließen sich auch nicht von den nun wieder eintretenden Regengüssen abhalten. Mir taten die Veranstalter und die Aktiven leid. Aber sie ließen immer noch Freude und Spaß verspüren. Was für ein Fest! Ich war nur froh, dass wir am Vortag mit dem Wetter Glück hatten.
Gegen 2300 Uhr sind wir dann völlig durchnässt zum Hotel zurück.

 

Samstag; 9. Februar 2008

 

Wollte Südamerika es uns leicht machen und uns schon an die europäischen Verhältnisse gewöhnen. Oder weinte es wegen unseres Abschiedes?
Seit der letzten Nacht hatte es durchgeregnet!

Und wir waren schon froh, dass es bei unserer Fahrt zum Busbahnhof etwas nachließ.

Am Busbahnhof, unser Bus ging 0745 Uhr, noch die Verabschiedungszeremonie und dann ab nach Colonia.
Von dort ging es weiter mit der Fähre nach BA.
Vom Fährhafen zum weiter außerhalb gelegenem Internationalen Flughafen.
Na macht's klick bei den Worten.

Richtig - Taxifahrt am 19. Januar. Ich hätte das Gesicht bestimmt wieder erkannt, aber er war es nicht. Auch bezahlte er die Maut diesmal mit Geld und hatte keine elektronisch lesbare Karte, aber er fuhr genau so. Nein, stimmt nicht, er toppte den High Score: 140 in einer 40´er Zone. OK, es war nicht in der Nähe einer Schule, aber wir hatten auch keinen Zeitdruck.

Überpünktlich am Flughafen, Check In und dann das Übliche.

In Europa angekommen, holten uns die Erfahrungen aus den vergangen Reisen ein.
Da war er wieder. Unser sehr geliebter spanischer Flughafen.
Vom architektonischen und vom Know How vom feinsten. Aber das Geld, welches investiert werden muss und musste, versucht man anscheinend vom Bereich Service zu holen.

Obwohl noch im Transitbereich, wurde alles komplett noch einmal kontrolliert (ich war nur froh, dass unser Gepäck direkt nach Berlin ging).
Alle Fluggäste wurden der Reihe nach mit einer Schale ausstaffiert, in welcher man seine Utensilien (Gürtel, Schmuck, Uhren... - mich wundert es, dass wir unsere Shorts anlassen konnten) legte und darauf wartete, durch die Kontrolle zu dürfen.
Nein, nicht wie man denkt, ein Meter vor der Schleuse. Schon zehn Meter vorher wurden wir liebevoll auf Spanisch (ist ja ein internationaler Flughafen) aufgefordert, die Prozedur durchzuführen. Jetzt stellt man sich rund zwanzig, meist erwachsene Leute mit ihrem Handgepäck (was auch immer manche als solches ansehen - wir hatten ungelogen bei dem Flug von BA nach M... eine Dame mit, sie hatte Handgepäck - ich würde es als Backpackerrucksack durchgehen lassen) und einer riesigen Schale voller Klamotten in ihrer Hand vor. Mich erinnerte das Bild an ...
Einige Mitbürger hatten auch noch nicht unsere Erfahrung und mussten mit ansehen, wie ihre preiswert im Duty Free erworbenen trinkbaren Genussmittel in den Abfall wanderten. Und dies nur, weil die erworbenen Artikel anders als in Europa versiegelt wurden und dies wiederum nicht der „Norm" entsprach.

Wir sahen es nun mit anderen Augen, da Schaden klug macht und wir unsere Lektion schon vor einigen Monaten gelernt hatten. So kamen wir ohne weitere Umstände durch die Kontrolle. (Sicherlich ist es auch besser vorsichtiger zu sein.)
Der Flug nach Berlin war entspannt, da der Flieger wieder nur rund zur Hälfte ausgebucht war, hatte ich drei Plätze und konnte schön schlafen. (Gott sei dank, habe ich nicht schon letztes Jahr Tagebuch geschrieben, sonst hätte ich Angst haben müssen, dass ich die Reisenden abgeschreckt habe mit der spanischen Fluggesellschaft zu fliegen.)

 

Deutschland hat uns wieder! :o(

 

Info:

Es handelt sich hier um einen ausführlicheren Bericht. Auch sind sehr oft Preise aufgeführt. Es ist normalerweise nicht meine Art, aber der Beitrag soll auch denjenigen helfen, welche in Zukunft nach Argentinien reisen und eine Übersicht benötigen.