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Tagebuch einer Dasselfliege

 

 




Viel Natur, eine gigantische Flora und Fauna auf engstem Raum, das sollte Costa Rica versprechen.



Wir hatten wohl auch im Herbst die richtige Entscheidung getroffen, als wir die Flugtickets für die Reise erworben hatten.
Erstens war der Preis von 420,- bzw. 480,- Euro unschlagbar. (Auch wenn die Reise über die USA/Newark gehen sollte und damit einige Dinge zu beachten gewesen sind.) Und zweitens, da das Wetter in Deutschland zu der geplanten Reisezeit Kapriolen schlagen sollte und sich ein Flucht aus Deutschland sowieso anbot.

OK, etwas Glück hatten wir dabei auch. Der Reisanbieter (Terminal A), welcher wahrscheinlich mit günstigen Preisen den Markt erobern wollte, musste im Januar Konkurs anmelden, hatte wohl aber schon unser Geld an die Fluglinie Continental weitergeleitet.
Da unsere Bekannten wieder vier Wochen Urlaub nehmen wollten und wir aber nur drei Wochen hatten, sprachen wir im Vorfeld die ungefähre Route ab und trafen uns mit rund einer Woche Verspätung am Flughafen in San José.

Uns war klar, dass die Dimensionen Costa Ricas sicherlich nicht mit denen in Argentinien vergleichbar sind, aber man sich nicht täuschen lassen sollte. Die Höhenunterschiede und die damit verbundene Gestaltung und Beschaffenheit der Strassen sowie das Verkehrsnetz lassen kurze Distanzen schnell zu einer Halbtagestour werden.

Unser erster Anlauf sollte dem Vulkan Poás gelten. Aus diesem Grund entschieden wir uns auch statt vom Flughafen in das sich südlich befindliche San José, in das sich nördlich befindliche Heredia zu fahren.

Hier hatten Ute und der Bär schon ein Hotel organisiert und ihre Sachen hingebracht, bevor sie uns gebräunt und mit einigen Bier als Willkommensgetränk vom Flughafen abholten.
Nach wochenlanger Kälte und Schnee endlich wieder Shorts und Flip Flops. - Die angenehmen Temperaturen ließen schon Vorfreude auf die nun kommenden Tage und Wochen aufkeimen.
Mit dem Taxi eine rund zehn minütige Fahrt zum Hotel „America“, einer recht einfachen, aber zentral liegenden Unterkunft in

 

Heredia. 

Hotel „America“
Tel.: (+506) 2260 9292
www.hotelamericacr.com
 


Wenn man Technomusik (nebenan befindet sich ein Casino, welches wohl auch bis in die frühen Morgenstunden als Disco dient) und Glockenspiele (ab 5:00 Uhr morgens, d.h. sie lösten sich anscheinend direkt mit der Musik ab) mag, ist das Hotel perfekt und „rechtfertigt“ die 34220 Colón pro Doppelzimmer. (1 Euro ~ 780 Colón)
Der Eindruck wird durch eine extreme Hellhörigkeit verstärkt und das obwohl die Zimmer nur Fenster zum Flur besitzen.
 

Aber was soll´s, nach 10,5 Stunden Flug nach Newark und weiteren 4,5 Stunden nach San José sind wir froh, ohne zu suchen, gleich eine Anlaufstation zu haben. (Siehe erste Nacht in Argentinien!)
Sonst ist das Hotel nett eingerichtet, mit alten Filmprojektoren und einer Art Terrasse mit Lounge Bereich. Auf jenem haben wir dann auch das Willkommensgetränk zu uns genommen, um dann 0:30 Uhr müde in das Bett zu fallen.
 

Durch die erwähnten „Nebengeräusche“ und die Zeitverschiebung war leider nicht viel mit Ausschlafen und so bin ich bereits fünf Stunden später wieder aufgestanden und habe mir mit dem Bären die Stadt angesehen und Frühstück gegessen.
                                                                   
                                   


Nachdem wir die Frauen vom Hotel abgeholt hatten, musste noch die Wäsche von Bär und Ute von der Wäscherei abgeholt und Geld umgetauscht werden.
Letzteres gestaltete sich als recht schwierig, da man in der ersten Bank nur Dollar tauschen konnte und in der zweiten, bei der es möglich gewesen ist Euro in Colón zu tauschen, erst 11:00 Uhr öffnen sollte. Aber es war erst 10:00 Uhr.
Nach weiteren Recherchen fanden wir eine weitere Bank bei der es möglich war unserem Anliegen nachzukommen.
Die Nachfrage des Angestellten, ob wir in Dollar tauschen wollten verstanden wir erst gar nicht, sollte sich aber im Verlauf der Reise als nicht abwegig gestalten. Mit Vorzeigen unseres Reisepasses, einer fünfzehn minütigen Wartezeit und einigen Unterschriften erhielten wir endlich jenes, was wir in einer langen Odyssey so benötigten – unsere ersten Colón.
 

Nun nur noch zum Hotel unser Gepäck holen, ein Taxi schnappen und ab zu unserer ersten Etappe, dem Vulkan Poás.
 

Ein Taxi wurde schnell gefunden, wenn auch etwas klein, um den Fahrer zuzüglich vier Personen und deren Gepäck zu befördern. Aber was soll’s, es waren ja nur wenige Kilometer und da der Bär als Beifahrer seine Tasche zwischen die Beine genommen hatte, ging es auch. Dachten wir.
 

Die freundliche Dame von der Rezeption erklärte dem Fahrer noch einmal zusätzlich auf spanisch, dass wir zu einer Lodge Nähe des Vulkans Poás wollten und ab ging die Reise.
 

Fünf Minuten später und uns immer noch im Ort befindend, legte der Fahrer (er sprach leider kein Englisch und man hatte den Anschein, er kam nicht aus der Gegend) einen Stopp ein, um uns einen am Straßenrand stehenden Freund vorzustellen.
Keine Ahnung was er wollte, ins Taxi konnte er nicht, da ja alles bis zum kleinsten Raum belegt war.

Was soll’s, höflich erklärten wir ihm wo wir hinwollten und zeigten es noch einmal auf der Karte. Nach gefühlten zehn Minuten Dialog (und verstandenen Monolog) und dem laufenden Taxameter im Augenwinkel, hatte unsere Höflichkeit ein Ende und wir teilten dem Fahrer mit, dass wir nun weiter wollten. Zeigten noch einmal die Route auf der Karte sowie das Endziel und weiter ging es.
 

Gut, dass wir uns ein Taxi genommen hatten.
 

Normalerweise ist es doch bei vier Personen, keinen Ortskenntnissen, schlechten Straßen und so gut wie kaum Ausschilderungen eine schnelle und doch nicht zu teure Alternative.
Ok, das Auto war klein, alt und hatte nicht gerade viel PS. – Aber es gibt schlimmeres!
Und, dass wir dadurch bei einem Anstieg aus dem Auto steigen mussten, damit jenes auf den Gipfel kommt, kann auch vorkommen. (Grüße an den Bär, welcher auch noch die Strecke mit seinem Gepäck auf dem Rücken bewältigte. Es im Auto zu lassen hatte er wohl vergessen.)
Aber schieben mussten wir ja nicht! (Das Auto meine ich und nicht den Kumpel.)
 

Schöne Fahrt, schöne Ausblicke, lange Strecke – doch etwas zu lang nach unserem Geschmack, aber der Fahrer kennt sich wohl aus.

Nachfragen, er telefoniert sicherheitshalber – wir schnappen ein paar Brocken auf – er nickt, alles OK.
Hhhmmm, weitere Minuten und Kilometer vergehen. Irgendetwas stimmt nicht.
Stopp! Unsere Geduld hat ein Ende!
Endlich hält der Fahrer an und wir zeigen ihm auf der Karte, dass die Tour nicht stimmen kann.
Beim nächsten Dorf erkundigt er sich. Und? Jo, wir hatten uns verfahren.
Ich würde ihm wirklich nicht Mutwilligkeit unterstellen. Er war einfach so und kam nicht von der Gegend. Nach einem Umweg von zehn Kilometern und damit genügend Zeit unsere nächste Unterkunft zu definieren, kamen wir endlich gegen 13:30 Uhr an.
 

Doch unsere anvisierte Unterkunft „Lagunillas Lodge“, welche sich rund zwei Kilometer vom Eingang des Vulkans befindet, war nur mit einem 4WD zu erreichen. Dies ist auch im Reiseführer erwähnt - wir bevorzugten wieder „Reise Know How“ und „Lonely Planet“, allerdings schenkten wir diesem Sachverhalt nicht allzu große Beachtung, da es in der Praxis nicht oft umgesetzt wird.
In diesem Fall sollte man dem Hinweis aber folgen und zur Bestätigung trägt ein Warnschild an der Einfahrt bei.
Ein Anruf bei dem Vermieter ergab, dass noch Kapazität vorhanden gewesen ist, aber kein Transfer.
Dann laufen wir halt, sollte ja nur rund ein Kilometer sein. Dieser, meiner Meinung, schlossen sich aber nun nicht die Damen an.
Da wir bei der Anfahrt zum Vulkan noch mehrere Unterkünfte gesehen hatten, fügte ich mich der Mehrheit und wir ließen uns zur nächsten Lodge der „Poás Lodge“, welche sich rund fünf Kilometer vom Eingang zum Nationalpark (rund 400 m Höhenunterschied) befindet, fahren.  



Die

 

 

Poás

Lodge ist sehr schön, aber auch ruhig gelegen, besitzt sechs Zimmer (zwei davon mit den Angestellten belegt) zum Teil mit einem atemberaubenden Ausblick ins Tal auf San José.

 „Poás Lodge“
Tel.: (+506) 2482 1091
www.poaslodge.com
E-Mail: bestpoaslodge@gmail.com 

 

Also Taxi bezahlen (3100 Colón) und Zimmer bezogen. 

Einige Minuten später sitzen wir im Restaurant, von welchem wir ebenfalls einen schönen Blick ins Tal haben, genießen das gepflegte Bier und die Anwesenheit des Südafrikaners Mark und Oliver aus Namibia, welche das Hotel führen, beobachten die Kolibris, welche auf der Terrasse regelmäßig die Tränke besuchen und genießen leckeres Essen. Natürlich ein leckeres Rindersteak (5000 Colón).
 

Man fühle ich mich hier wohl.
 

Ein wenig erinnerte mich die Gegend an Europa. Häuschen und Wiesen wie in den Alpen und eigentlich eher typisch Europa, Erdbeeren, welche am Straßenrand verkauft wurden. Einzig durch die wild wachsenden Callas wurde einem die Realität bewusst.
 

                       


Während wir im Garten den Tag ausklingen ließen, wurde uns die Höhenlage bewusst in der wir uns befanden.

Innerhalb von Minuten wurde uns der Blick ins Tal durch eine Wolkendecke versperrt, welche sich langsam den Berg hinauf in unsere Richtung bewegte, um uns in rasantem Tempo zu verschlingen.
Diese ungemütliche feuchte Kälte ließ uns recht zeitig die Nachtruhe einläuten.
Des weiteren hatten wir in den letzten Tagen recht wenig Schlaf und am nächsten Tag sollte es zeitig los gehen, da wir mit die ersten beim Vulkan sein, somit den Ansturm umgehen und die Ruhe genießen wollten.
Soll heißen, es galt pünktlich acht Uhr zur Öffnungszeit am Eingang zum Nationalpark zu sein.
 

Wie bereits am vorherigen Tag bin ich wieder recht zeitig wach gewesen. War es der Jetlag oder die Aufregung? Egal, ich konnte so einen wundervollen Sonnenaufgang, im Bett liegend durch das Panoramafenster auf San José blickend, genießen.

              

              


Das sind die Momente, wofür ich das Reisen so liebe.
Man hat zwar eine ungefähre Vorstellung was einen erwarten könnte, aber man wird immer wieder überrascht.
Und dies war so ein Moment.
Diese Emotionen hatte ich das letzte Mal vor rund 15 Jahren, als ich in Zion (USA), relativ weit weg von der Zivilisation, einige Nächte in den Bergen unter freien Himmel verbracht hatte und den Sternenhimmel betrachtete. Ich hatte zuvor die Milchstrasse noch nie so im Detail sehen können, da Sekundärlichter die weiter entfernten und kleineren Sterne verschlangen und somit für den Menschen nicht sichtbar machten. Es ist unbeschreiblich schön gewesen so vertieft in seiner Betrachtung einzuschlafen.
Mal ganz ehrlich, wann hat man sich das letzte Mal zu Hause die Zeit genommen und den Genuss solcher Schauspiele in sich aufgenommen.
 

So ähnlich ging es mir nun jetzt.

Die Sterne schienen am Horizont gespiegelt um auf der Erde in Form der Stadtlichter in einem anderen Glanz zu erleuchten. Bis die Sonne, mit ihrem erscheinen, alles in einem tiefen Rot verschlang.
 

Konnte ein Tag schöner beginnen?
 

So in Träumen und Gedanken versunken, wurde ich durch das Weckerklingeln in die Realität zurück geholt.
Es war Zeit aufzustehen.
Nach der üblichen morgendlichen Prozedur, wie Duschen, Frühstücken,… ging es dann zum Vulkan.
Oli war so nett und fuhr uns die vier Kilometer zum Nationalpark. (Eintritt: 10US $)
Vom Parkplatz und dem angrenzenden Informationszentrum führte ein rund 600 Meter langer geteerter Weg direkt zum Kraterrand. Am Wegesrand fallen einem großblättrige Pflanzen, die  Gunnera insignis, auf, welche von den Einheimischen außerhalb des Nationalparks auch gerne mal als Sonnen- oder Regenschirm genutzt werden.
 

Es war noch recht kühl, aber wir genossen die Ruhe und hatten zu dem auch noch Glück, der Vulkan zeigte sich mangels Wolken in seiner vollen Schönheit. 
 

             


Der Stratovulkan Poás ist einer der vier aktiven Vulkane Costa Ricas.
Obwohl er zurzeit nur wenig aktiv ist (kleine Rauchschwaden deuten seine Aktivität an), gehört er zu den wichtigsten Natursehenswürdigkeiten des Landes.
Dementsprechend fallen die Besucherzahlen und das Pendant zur Ruhe aus.
 

Noch ungestört konnten wir die gigantischen Dimensionen (rund 1,3km Durchmesser und ungefähr 300m Tiefe) des Hauptkraters von der sich in 2574m Höhe befindlichen Aussichtsplattform registrieren.
Was für ein Blick!
Die Sonne strahlte und am Horizont zogen Wolkenschwaden vorbei, welche das Land unter sich in Schatten hüllten.
So mussten sich die Götter im Olymp das Treiben der Menschen angesehen haben.
 

Nach einer Vielzahl von Fotos und einem Sambatanz (Insider ;o) ), ging es weiter zum alten, seit rund 7000 Jahren nicht mehr aktiven Krater „Laguna Botos“.
Gleich rechts vom Hauptkrater kommend zweigt ein kleiner Weg zu ihm ab. 
 

 

                             


Die Kombination aus Höhe und Steigung des Pfades ließen für den ein oder anderen den rund einen Kilometer langen Weg doch etwas beschwerlich erscheinen.
Wenigstens konnte der Schatten der Bäume, welche sich am Wegesrand befanden (der Weg führt durch einen Wald) eine dritte Komponente relativieren. Denn, obwohl noch recht früh, ließ die Sonne schon die Kraft ihrer Strahlen erahnen.
Es musste wohl noch mehreren so ergangen sein, oder warum hat man am Kraterrand Möglichkeiten zum Verweilen erschaffen?
Der Nebenkrater ist an sich nicht so spektakulär, aber wenn man schon einmal da ist sollte man sich den Krater mit seinem See ruhig ansehen.
 

Nach rund drei Stunden verließen wir den Nationalpark, machten uns auf den Heimweg, packten unsere Sachen und starteten die weitere Etappe – das Ziel war der Vulkan Arenal.
 

Doch wie kommen wir hier in der „Einöde“ weg?
Nach unseren Informationen sollte sich rund 200m von der „Poás Lodge“ entfernt eine imaginäre Bushaltestelle befinden. Von hier aus kommt man dann über San Pedro de Poás nach Alajuela.
Und es war auch inzwischen 12 Uhr, als wir uns seit einigen Minuten mit dem Gepäck an dem geschätzten Haltepunkt befanden.
Eigentlich sollte der Bus ja jetzt abfahren.
In uns keimte ein Zweifel.
Konnte diese Information überhaupt stimmen? Warum sollte ein Bus über eine steile, von Vulkanausbrüchen und Erdbeben gezeichnete enge Straße in ein kaum besiedeltes Gebiet fahren?
Als wir gerade einen Plan B besprechen wollten, kam er in unser Sichtfeld, als wolle er uns unseres Zweifels strafen.
 

Die weitere Fahrt, welche sich durch ein ständiges Aus- und Zusteigen in einen monotonen immer wieder kehrenden Zyklus hinzog, zeigte uns, dass der Bus trotz einer Vielzahl an Autos zu einem Haupttransportmittel avancierte.
Bereits nach wenigen Stationen füllte sich der Bus dermaßen, dass jeder kleinste Raum der Zweckbestimmung des Transportes diente. Dem Grad der Überfüllung konnten wir es dann aber auch verdanken, dass wir nicht mehr das Objekt der visuellen Begierde der Mitreisenden wurden.
 

Selbst die Gebiete, welche wir durchfuhren, schienen von einer Monotonie gestaltet.
Immer wieder durchfuhren wir kleinere Ortschaften, welche von mit schwarzen Netzen überdeckten Plantagen abgelöst wurden. Von den Mitreisenden erfuhren wir, dass hier Blumen und Zierpflanzen für den Export gezüchtet werden.
So ist halt das Reisen in Costa Rica. Für wenig Geld kommt man in aller Ruhe an sein Ziel. In unserem Beispiel hieß das: Für 1385 Colón kann eine Person in vier Stunden 34 Kilometer überbrücken. Nicht schlecht, aber damit relativieren sich drei Wochen Urlaub. 

Diese Gedanken beschäftigten uns nun auch, als wir mit Umstieg in San Pedro de Poás und Wechsel der „Busbahnhöfe“ in Alajuela von einem Einheimischen angesprochen wurden.

Wir befanden uns an unserem vorerst vorletzten Verkehrsknotenpunkt „Toyota“. Von hier aus sollte ein weiterer Bus zu unserem Etappenziel dem Vulkan Arenal gehen.

 

              

Es war kurz nach vier Uhr Nachmittags und wir erfuhren, dass unsere Weiterfahrt vier Stunden dauern würde.

Da der Abfahrtstermin auf fünf Uhr festgelegt war, würde das heißen, dass wir erst spät Abends unser Ziel erreichten.

Und da war er, der gute, nur an uns bedachte Costaricaner, welcher uns anbot für sechzig Dollar nach Fortuna zu fahren.

Möchte er uns nun alles schön reden oder sind es wirklich Fakten?

Wie steht der verlangte Preis im Verhältnis zu drei US Dollar pro Person bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel?

 

Nach einigen Recherchen unsererseits und etwas Verhandlungsgeschick (runde zehn Prozent Nachlass), entschieden wir uns an das Gute im Menschen zu glauben und die Dienste unseres neuen Taxifahrers in Anspruch zu nehmen. Sollten wir doch auf diesem Wege etliches an Zeit sparen - und das taten wir auch.

 

Ich hatte nicht gewusst, dass auch auf diesem Fleckchen Erde Michael Schumacher bekannt war, geschweige denn, dass unser Chauffeur auch fast so fahren konnte.

Sicher aber schnell.

Von Minute zu Minute wurde uns immer klarer, dass sich unsere Entscheidung als richtig heraus stellte.

Er kannte sich in dieser Gegend aus wie in seiner Westentasche. Gab zu vielen Regionen seine fachmännischen Kommentare und erfragte immer wieder, inwieweit das Interesse an einem Fotostopp vorhanden war.

 

Er ist sein Geld mehr als Wert gewesen, wenn man von den Fluchattacken gegenüber den weiteren Verkehrsteilnehmern absieht.

 

Um so näher wir unserem Ziel kamen, um so aufgeregter wurde ich.

Ich hatte im Vorfeld schon viel über den aktivsten Vulkan des Landes und einer der 5 (6?) fortwährend aktivsten Vulkane der Welt gelesen.

 

Der Vulkan ist mit seinen 1640m nicht sehr hoch und obwohl des gewaltigen Bewuchses (bis 1968, als nach einigen Hunderten von Jahren der Vulkan wieder ausbrach, war er voll bewachsen und so glaubte man bis 1937 nicht an seinen vulkanischen Ursprung) soll er als „freistehender“ Vulkan der Inbegriff seiner Formation sein. - Fotos bestätigten dies.

 

Hatten wir Glück und konnten seine volle Pracht Wolken unverhangen oder gar noch die Lava aus seinem Schlund, begleitet mit einem grollendem Geräusch, erleben?

Oft soll seine Spitze in den Wolken verschwinden und es kann vorkommen, dass der Vulkan für mehrere Wochen schläft und die orangeglühende Lava nicht freigibt.

 

Doch erst einmal galt es die Frage zu lösen wo wir schlafen wollten.

Einige strebten eine zentrale Unterkunft, mit Möglichkeiten zum Einkauf und Verpflegung an und einige (unter anderem auch ich) wollten auf das Highlight dieser Region das Hauptaugenmerk richten.

 

Wir wählten im Auto einige Alternativen aus und wollten operativ vor Ort entscheiden.

 

Unsere Gruppe kam Fortuna (oder besser gesagt „Fortuna de San Carlos“) immer näher, aber kein Vulkan war zu sehen.

Es war noch hell, die Wolken versteckten sich vor uns und die Sicht war ausgezeichnet.

Wo war er nur? So klein konnte er nun auch nicht sein!

 

Und da stand er plötzlich vor uns! – Faszinierend das erste Mal das Projekt meiner Begierde zu betrachten.

Das schöne daran war, er zeigte sich in seiner vollen Schönheit, da selbst in seiner Nähe keine einzige Wolke zu sehen gewesen ist. (Nicht häufig bestätigte unser Fahrer.) Nur ein kleines Wolkengebilde aus dem Vulkan aufsteigend, gleich einer Fahne im Wind, deutete die Aktivität seiner Majestät an.

Ich freute mich wie ein kleiner Junge und verrenkte meinen Hals bei jedem kleinen Richtungswechsel des Autos, um ihn ja nicht aus meinen Augen zu verlieren. Als ob er weglaufen könnte.

 

 

In

 

 

Fortuna

angekommen ging es erst einmal kurz in den Supermarkt (unser Durst musste gelöscht und für den Abend gesorgt werden) und zu einigen Hotels, Empfehlungen unseres Fahrers, bzw. des Reiseführers von Lohse.

Nach der Abwahl der Hotels, entschieden wir uns, die erste Nacht nicht in Fortuna zu verbringen, da von hier aus nur die bewaldete und nicht die Seite eines eventuellen Lavastromes zu sehen war, wir aber die Gunst der Stunde nutzen wollten.

 

Durch ein Missverständnis entschieden wir uns für ein Hotel in El Castillo, einem kleinem Ort südwestlich vom Vulkan und Fortuna, von welchem man bei Nacht einen guten Blick auf die Lavafelder haben sollte. (Die Lavaströme ändern sich im Lauf der Jahre und wanderten in den letzten Jahre dem Uhrzeigersinn gegenläufig.)

 

Die Straße nach El Castillo führte von Fortuna aus vorbei an Hotelanlagen, welche mit Blick zum Vulkan warben, vorbei an Anbietern von Canopy- und Reit-Touren, in Richtung Staumauer.

Nach rund 15 Kilometern biegt links ein Weg oder eher gesagt eine holprige Piste zum Eingang des „Arenal Volcano National Parks“ ab. Folgt man diesen Weg weiter und hält sich rechts, kommt man nach El Castillo.  

El Castillo als Ort zu bezeichnen ist schon recht schmeichelhaft und Läden wird man hier umsonst suchen. Aber von hier aus, rund neun Kilometer von der Hauptstrasse entfernt, hat man einen wundervollen Blick auf den Arenalsee und den Vulkan.
 

Der Weg allein ist schon bemerkenswert.
Ihm folgend befindet sich auf der linken Seite der Vulkan und auf der rechten der See.
Hin und wieder werden am Wegesrand und in den Baumwipfeln Tiere, wie Brüllaffen sichtbar.
Und man kommt an einen Viewpoint, er befindet sich am Bachlauf an der kleinen Brücke, vorbei, bei dem sich zum Abend hin viele Besucher treffen, um den Lavastrom bei der Dämmerung, bzw. Dunkelheit zu betrachten.
Der bemerkenswerteste Aspekt ist aber der Zustand der Piste. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von gefühlten zehn Kilometern pro Stunde, versuchte unser Fahrer das Letzte aus seinem Auto heraus zu holen, ohne sein Auto, wohlbemerkt ein mit fünf Leuten und viel Gepäck beladener Mittelklassewagen, zu beschädigen. Was ihm leider nicht immer gelang.
Dies und der Sachverhalt, dass die Dämmerung bereits einsetzte, er aber noch den ganzen Weg zurück nach Alajuela musste, gab mir schon ein sehr schlechtes Gewissen.
Ich bin wirklich froh gewesen, dass er uns ja die Tour vorgeschlagen hatte und da er sich ja auskannte, sollte er wissen was ihn erwartete.

Trotz des für ihn noch langen Tages, hielt er öfters an und nahm sich die Zeit uns dies und jenes zu zeigen.
Wir waren uns einig, hier war unser Geld gut angelegt. 

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit kamen wir in El Castillo an.
Wir hatten Glück, das Hotel „Cabinas El Castillo“ hatte auch noch zwei Zimmer mit Terrasse sowie direkten Blick auf den Vulkan und See frei.
 

Hotel „Cabinas El Castillo“
www.arenal.net/cabinas-el-castillo.htm
 

 

OK, mit einem Preis von 70US $ pro Doppelzimmer gehörte es zu der Kategorie, welche wir sonst nicht favorisierten, aber der Preis ist durch Lage und Qualität der Zimmer gerechtfertigt. 

What for a day!
 

Fahrer bezahlt , Sachen ins Zimmer und ab ins Restaurant.
Man was hatte ich ein Hunger.
Mir wurde klar, dass ich außer dem Frühstück noch nichts weiter gegessen hatte.
 

Gesättigt trafen wir uns nach dem Duschen auf unserem Balkon, um den Tag ausklingen zu lassen und die Ruhe sowie den einmaligen Blick auf den Arenal zu genießen.
Was kann noch schöner sein?
 

Grummeln und Grollen … und dann orange glühende Gesteinbrocken, welche sich über den Kraterrand schoben und durch die Schwerkraft nach unten bewegten.
Nun war es ganz vorbei.
Wir saßen hier auf der Terrasse, bei einem guten Glas Rum, genossen den Anblick und durften den Vulkan nicht nur wolkenunverhangen, sondern auch noch in Aktivität erleben!
Mein „Traum“ wurde wahr.
Diesem Naturschauspiel konnten wir, bis wir dann kurz vor Mitternacht ins Bett gingen, noch einige Male beiwohnen. Wobei es jedes Mal faszinierend kommentiert wurde.
 

        

Als der Morgen einbricht bin ich, wie auch an den letzten Tagen, schon wieder wach.
Doch heute kommt die Sonne nur mühsam aus ihrem Bett und scheint die Wolkendecke hoch über ihr Antlitz zu ziehen. Dementsprechend erscheint ihre Majestät, der Arenal, in einem Bademantel gekleidet und zeigte uns, dass
die Wahrscheinlichkeit den Arenal wie am Vortag zu sehen nicht üblich ist.
Trotz alledem ist der Anblick vom Balkon sehr schön und erst heute sehen wir das Doppel See und Vulkan im Detail.

In der Zeit, in der es sich einige der Mitreisenden noch im Bett gemütlich machten, wurde von der männlichen Fraktion der weitere Werdegang unserer Reise abgesteckt.
Bereits am Vorabend klärten wir, dass wir noch eine Nacht in Fortuna verbringen wollten. Sollte es doch kein japanischer Urlaub werden (aussteigen Fotos machen, weiter).
Doch wie von hier wegkommen?
Bus und Bahn sucht man hier vergebens. Rent a Car – no chance.
Eventuell einige Reisende ansprechen, welche auch im Hotel ihre Unterkunft bezogen haben, ob sie uns mitnehmen könnten. Hhhmmm, mit vier Leuten und dementsprechenden Gepäck. Und dann, wie weiter? Also auch nicht ideal.
Taxi. Ok, wie kommt ein Taxi hier in diese Gegend? Aber das kann man ja noch an der Rezeption abklären.
Während des Checkens der Alternativen reist die Wolkendecke ab und zu mal auf und lässt den Vulkan hervorscheinen. Den Anblick vom Vorabend kann man aber nur erahnen.

Was wollen wir uns in dieser Gegend noch ansehen und wie soll die Weiterreise erfolgen?
Ein muss ist ein Besuch des Nationalparks 
„Arenal Volcano National Park“
um den Vulkan von nahem zu sehen.
Canopy wird abgewählt.
Einerseits, weil uns das Bild der hier angebotenen Touren erschreckte. – Seile welche über kleine Bananenplantagen oder gar über Straßen verliefen.
Andererseits, weil unsere Recherchen in Deutschland ergaben, dass in der Nähe von Monteverde fantastische Bahnen zu finden sind.
Aber Hanging Bridges, das wäre doch noch etwas. Sie befinden sich in der Nähe der Staumauer.
Die schnellste, preiswerteste und schönste Möglichkeit zu unserem nächsten Etappenziel nach Monteverde (bzw. Santa Elena) zu kommen, soll über den See sein. Ein Blick auf die Karte und bei Beachtung der Straßenverhältnisse klingt dies einleuchtend. Doch genaueres wollen wir dann in Fortuna klären.

Inzwischen ist die gesamte Reisgruppe geschniegelt und gebügelt bereit für das Frühstück. Also ab ins „Haupthaus“ wo sich Rezeption und Restaurant befinden und unser Hunger stillen.
Eine Nachfrage an der Rezeption ergab, dass es auch möglich sei ein Taxi zu ordern. Es soll nach Fortuna 25US $ kosten. Nicht gerade billig, aber andere Alternativen hatten wir gerade nicht und zu viert relativiert sich der Einzelpreis wieder einmal.


Da sich der Nationalpark Arenal auf dem Weg zu Hauptstraße befindet, kam uns eine Idee.
Warum erst nach Fortuna, um dann wieder 12 km zurück zum Nationalpark zu fahren?
Wenn wir einen guten Preis bekommen, wäre es doch sinnvoller, das Taxi für den ganzen Tag zu mieten (im Ausland durchaus üblich), um so Zeit und eventuell auch Geld zu sparen.
Nach etwas Handeln kamen wir auf 80US $. Ein recht vernünftiger Preis, da wir für ein Mehrpreis von 55US $ das Auto den ganzen Tag und damit auch weniger Stress hatten.


Die geplante Route wurde nun mit dem Taxifahrer abgestimmt.
Zuerst zum Nationalpark, danach nach Fortuna um ein Hotel zu suchen, weiter zu den Hanging Bridges, um anschließend in Fortuna die Fahrt zu beenden.
OK, die Reihenfolge ist zwar für den Taxifahrer nicht verständlich gewesen. Er wäre lieber direkt nach dem Nationalpark zu den Brücken gefahren, lagen sie doch fast auf dem Weg. Aber wir hatten unsere Gründe und das Geld.


Also Abfahrt!


Boah, waren die Straßen schlecht. Selbst im Geländewagen hätte man als Barkeeper den Cocktailbecher nur „ruhig“ in der Hand halten brauchen. Die Cocktails wären perfekt zubereitet.
Was tat mir in diesem Moment der Fahrer vom Vortag wieder leid!
Da, am Straßenrand Brüllaffen.
Ein kurzer Stop, Raucher- bzw. Fotopause schon nach wenigen Kilometern. Der Fahrer mitteilsam und sehr geduldig, ist wieder mal eine richtige Entscheidung gewesen.
Am
„Arenal Volcano National Park“
angekommen, waren wir doch recht verwundert, dass trotz fortgeschrittener Stunde der Park recht unbesucht war.
Der Eintritt lag wie üblich bei 10US $.
Vom Eingang aus führt ein rund zwei Kilometer langer Weg zum Lavafeld aus dem Jahre 1992, welcher an sich angenehm zu laufen ist. Ein festes Schuhwerk ist hier im Gegensatz zum letzten Teil, dem Lavafeld, nicht von Nöten.
Das Lavafeld bildet meiner Meinung nach das Highlight des Nationalparks.
Wenn man auf dem erloschenen Lavageröll läuft (bzw. klettert), hat man das Gefühl dem Vulkan ganz nah zu sein und ihn zu spüren.

 

              


Nach rund einer Stunde ging es weiter nach Fortuna, um die Unterkunft für die nächste Nacht zu besorgen.
Die Empfehlung des Taxifahrers entsprach nicht ganz unseren Vorstellungen. (Hier scheinen sich alle Fahrer weltweit nicht zu unterscheiden.) Und so ließen wir uns wieder von „Lonely Planet“, bzw. „Reise Know How“ leiten.
Als Ergebnis kristallisierte sich das recht zentral gelegene Hotel „Arenal Jireh“ heraus.
Obwohl durch seine Lage doch recht vom Straßenlärm beeinflusst, war es sauber und man hatte einen kleinen Pool im Hinterhof.
 

Hotel „Arenal Jireh“
La Fortuna
Tel.: (+506) 2479 9004
www.hotelarenaljireh.com
E-Mail: arenaljireh@racsa.co.cr

 


Sachen im Zimmer abgelegt, festes Schuhwerk angezogen, noch etwas zu trinken gekauft und weiter ging es zu den „Arenal Hanging Bridges“.

Das Hängebrückensystem befindet sich inmitten eines rund zweihundertfünfzig Hektar großen privaten Waldgebiet und für den rund drei Kilometer langen Rundgang sollte man rund zwei Stunden einplanen.
Da wir nicht gerade die beste Tageszeit für unseren Besuch wählten, hielt sich die Fauna eher bedeckt und wir mussten auf die Flora unser Hauptaugenmerk legen.


Die Frage ist auch, ob die 12700 Colón (22US $ - ohne Führer) pro Person, den Ausflug wert sind.
Wir waren da und haben einen Eindruck gewonnen. Ein zweites Mal? – Nein.


  


Man was haben wir uns nun auf unser Bier gefreut.
Die Temperaturen stiegen wieder einmal über die dreißig Grad Marke, was unsere Körper zu dieser Jahreszeit noch nicht gewöhnt waren und um so mehr keimte der Wunsch nach einer Abkühlung.
Bier gekauft und ab an den Pool.


Nach dem Duschen ging es direkt zum Essen in das sich gegenüber befindliche Restaurant „Lava Lounge“.
Sehr lecker zu einem annehmbaren Preis. Wie auch die Cocktails.
Leider gab es bei der Bezahlung einige Probleme.


Wie nun fast schon üblich kam die Rechnung in Dollar. Da wir aber nur Colón bei uns hatten – einerseits aus Prinzip, es ist ja die offizielle Währung des Landes und andererseits auch aus Unkenntnis – wurden die Rechenkünstler des Landes gefragt.
Mal ganz ehrlich, die Deutschen haben ja schon, sagen wir mal vorsichtig – nicht optimal bei der Pisa-Studie abgeschnitten, aber in Costa Rica scheint Mathematik kein Hauptfach zu sein. Selbst zweistellige Größenordnungen werden mit Taschenrechner berechnet und das mit zum Teil mäßigem Erfolg.
Wie dem auch sei, schreiben wir es mal unserer Blauäugigkeit, dem Frohsinn und dem Cocktailkonsum zu, wir bezahlten an der „Kasse“ die Rechnung ohne Quittung und ohne detaillierte Kontrolle.
Als wir dann schon gegen 21:00 Uhr im Bett lagen, kam der Bär zu uns, weil er die gezahlte Rechnung noch einmal überflog und zu dem Ergebnis kam, dass sie ja nicht stimmen könne.
Wir überflogen unsere Rechnung und kamen zu dem selben Ergebnis.
Drei / vier Dollar zu viel bezahlt, zu spät und Pech gehabt. Es wäre so, als wenn ich ein Cocktail mehr getrunken hätte.
Aber davon will ich mir den Abend nicht verderben lassen und schlummere in Erwartung an den nächsten Tag ein.


Und täglich grüßt das Murmeltier.


Man, da habe ich schon einmal Urlaub und könnte etwas länger schlafen, aber nööö.
Gegen sechs Uhr meinte mein Körper es reicht. (Ich glaube, es ist das Alter. ;) Es geht mir in Deutschland ähnlich. Der Geist stellt seine eigenen Regeln auf und kehrt sich einen Schei... um den Körper, welcher noch schlafen möchte. Nur, dass in Deutschland der Kampf einige Stunden später eintritt.)
Was soll’s, dann stehe ich eben auf und surf noch ein wenig im Internet.
Doch an der Rezeption angekommen, stellte ich fest, dass ich nicht der einzige Frühaufsteher war. Der Bär saß am Objekt der Begierde und checkte die neuesten Informationen aus dem eingeschneiten Rostock.
OK, dann schlendere ich ein wenig durch die Stadt.


Und das war auch gut so. Denn obwohl noch recht früh, hatten einige Anbieter für den Transfer nach Monteverde schon ihre Läden geöffnet. So konnte ich mir ein Bild über Preise und Abfahrtzeiten machen.
Und alle Anbieter hatten die gleichen Abfahrtzeiten: 08:30 und 14:30 Uhr.
Das könnte eng werden.
Eine Abreise am Nachmittag macht keinen wirklichen Sinn, da wir dadurch erst gegen Abend in Monteverde ankommen würden und ja noch unsere Unterkunft suchen müssen.
Des weiteren gibt es nicht mehr so viel sehenswertes in dieser Gegend, um noch einen weiteren halben Tag in Fortuna zu verbringen.
Also zurück zum Hotel, die Dame an der Rezeption bestätigte meine Erkenntnis, und den Rest der Reisegruppe geweckt, bzw. informiert.


Der Transfer, bestehend aus einer Kleinbusfahrt zum Fähranleger (Nähe Staumauer), Bootsfahrt zur anderen Seeseite und Weiterfahrt nach Santa Elena / Monteverde wiederholt mit einem Kleinbus, sollte 25 US $ pro Person kosten und zweieinhalb Stunden dauern.


Also Tix für die Weiterreise gebucht, Sachen gepackt und Frühstück gegessen.

     


Pünktlich 08:30 Uhr kam der Kleinbus.
Die rund zwanzig minütige Fahrt zum Fähranleger, welche wir mit drei Mitreisenden teilten, war uns ja inzwischen sehr vertraut und kam uns entsprechend kurz vor.
Auf dem Boot mischte sich unsere Gruppe mit einer weiteren.

Ein letzter Blick auf den zweiten Vulkan unserer Reise und nach rund fünfunddreißig Minuten erreichten wir die andere Seite des Sees, mit einem eher unscheinbaren und ganz und gar nicht als Hafen bezeichenbarer Ankerplatz der Boote.

Dementsprechend gestaltete sich auch der Weg ins Landesinnere. Schon der Anblick der Kleinbusse, staubig und zerschunden, ließ böses erwarten.
Dass sich unsere Vermutungen und Erwartungen bestätigen würden, wurde uns schon nach den ersten Kilometern klar.
Die Straße, oder besser gesagt der Pfad, war übersät mit Schlaglöchern und stellte alles bis dahin gesehene weit in den Schatten. Selbst bei Geschwindigkeiten von rund zehn Stundenkilometern wurde es uns fast unmöglich unser nächtes Hotel aus den Reiseführern zu suchen. Die Zeilen sprangen förmlich vor unserem Auge hin und her, so dass wir uns entschieden bei unserem nächsten Stop die Planung fortzusetzen.
Gesagt, getan.


Der Grüne Berg, die Bedeutung Monteverdes, soll durch seine Flora und Fauna bestechen. Dementsprechend favorisierte ich eine Unterkunft in der Natur. Einige Mitreisende wollten lieber zentraler nächtigen, um unabhängiger zu sein.
Ein Mittelweg sollte unser Ziel sein und so entscheiden wir uns für ein Hotel in Santa Elena, der „Arco Iris Eco Lodge“ und teilten unserem Fahrer mit, dass er uns nicht im Zentrum von Monteverde, sonder Nähe des Hotels rauslassen kann.
Zentrum, hhhmm. Was hatten wir uns da für ein Bild gemacht?
Dass Santa Elena und Monteverde ineinander über gehen sollten, das hatten wir schon gelesen, bzw. anhand der Beschreibungen vermutet.

Aber, als wir unsere erste Mitreisende an ihrer Unterkunft absetzten und sich der Weg immer noch nicht besser gestaltete, fragten wir uns schon, wo wir gelandet sind.
Und bisher sind wir immer auf der „Hauptstraße“ gefahren.
Ist ja meine Idee gewesen, nach Monteverde zu fahren. Schönes Ding.
Da werde ich mir ja etwas anhören können.
Aber Wunder über Wunder, nach nun mittlerweile einer anderthalbstündigen Fahrt wurde aus der Schotterpiste eine Strasse und einige Fahrminuten nach dem weiteren angesteuerten Hotel zeichnete sich ein Art Kleinstadt ab. Ich konnte aufatmen.
Es zeigte sich, dass man mehr Zeit investieren sollte die Reiseführer, und zwar auch verschiedene, zu studieren. 

 

  

 

 

Santa Elena

ist die wichtigste Gemeinde der Region, da es keine geschlossene Siedlung namens Monteverde gibt. (Kann man aber auf einigen Karten anders deuten!)
Stattdessen ziehen sich viele Hotels und kleine Bauernhöfe an den Hügeln empor, zu denen Zufahrtswege führen.



Das Hotel, welches wir für uns auswählten, machte einen sehr guten ersten Eindruck.
Die sehr ruhig gelegene, aber dennoch nur knappe fünf Gehminuten vom Zentrum entfernte Lodge, wird durch ein deutsches Ehepaar geführt.
 

Arco Iris Eco Lodge
Santa Elena de Monteverde
Tel.: (+506) 2645 5067
www.arcoirislodge.com
E-Mail: arcoiris@racsa.co.cr

 

Die Anlage ist geprägt durch kleine Bungalows, welche das Haupthaus mit Rezeption und Restaurant umgeben.
Zwischen den Gebäuden ist mit viel Liebe zum Detail eine Gartenlandschaft angelegt, welche fast ein dörflichen Eindruck erwecken lässt.
Dementsprechend sah die Ausbuchung aus.
Ein nicht mehr als Bungalow bezeichenbares Gebäude sollte frei werden.
Der Preis des Hauses von 160US $ pro Nacht schreckte im ersten Moment ab. Aber die Lage schien uns so perfekt, dass wir uns doch für jenes entschieden.


Da wir unsere Rucksäcke an der Rezeption lassen konnten, entscheiden wir uns erst einmal die „Stadt“ anzusehen und unser Bedürfnis nach Grundnahrungsmitteln zu stillen.

Der Balkon des „Treehouses“ lenkte unsere Sinne auf sich.
Mann erkannte ein Baum, welcher in das Interieur des Restaurants mit integriert wurde, so, dass man die Blätter am Baumwipfel als natürliches Dach empfand.
Da das Restaurant, zumindest im Außenbereich, voll war, entscheiden wir uns für das Nachbarrestaurant, das „Boemios“.

 

 

Erst auf dem zweiten Blick wird einem bewusst, dass es sich um zwei verschiedene Lokalitäten handelt. Wobei die Preise im letzteren günstiger sind.
Nicht nur die Pizza, welche sehr empfehlenswert ist, sondern auch die Tatsache, dass hier endlich wieder einmal die Preise in Colón ausgeschrieben sind, führten zu der Tatsache, dass es nicht unser letzter Besuch sein sollte.
Nach dem Essen wurde es endlich Zeit unsere Zimmer zu beziehen.
Was uns nun erwartete stellte die bis dahin bezogenen und die weiteren Unterkünfte in den Schatten.
Ein Haus mit zwei großen Schlafzimmern, einem riesigen Wohn- und Essbereich, einem Bad mit Lavastein – alles mit Geschmack ausgestattet und einer Terrasse mit einem schönen Blick auf die Anlage.
 
 

Wie schon erwähnt, kommen jährlich tausende von Besuchern in diese Region, um den „Reserva Biológica Bosque Nuboso Monteverde“ – einen der schönsten Nebelwaldreservate - und die angrenzenden Nationalparks zu besuchen. Sie bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum.
 

Aber was wollen wir uns hier ansehen?
Vor uns schien Natur pur zu liegen.
Am liebsten würde ich hier eine Woche verbringen, da ich ja auch wegen der Tier- und Pflanzenwelt nach Costa Rica gereist bin.
OK, angebotene Kaffetouren (nicht zu verwechseln mit Kaffeefahrten) und ein Besuch der Käsefabriken, auch wenn sie einen Ausdruck der Schaffensperiode der hier lebenden Quäker darstellt, musste nicht sein. Ebenso einen Besuch der vielen kleinen „Zoos“ mit seinen verschiedenen Besuchern, die sich in den Namen wie – „World of Insects“, „Butterfly Garden“, „Snake Zoo“, … wiederspiegeln, wählten wir ab. Unser Augenmerk galt den Naturreservaten.
 

Ein Muss sollte eine Durchführung der „weltberühmten“ Canopy Touren sein. Des weiteren wollten wir die Tierwelt bei Nacht und am Tage erkunden.
Auch wollten wir den Augen der ortskundigen Guides vertrauen.
 

So entschieden wir uns für eine „Twilight Tour“ im „Bajo del Tigre“ („Children´s Eternal Rain Forest“), einer „Canopy Tour“ im „Selvatura Park“ und einer Morgentour im „Monteverde Cloud Forest  Preserve“ (bzw. auch „Reserva Biológica Bosque Nuboso Monteverde“).
 

Die Zeit bis zu dem geplanten Nightwalk im „Children Forest“ reichte noch aus, um im Supermarkt für den Abend und den nächsten Tag einzukaufen, denn uns war klar, dass wir hier noch eine Nacht verbringen würden.


Pünktlich 17:00 Uhr wurden wir abgeholt.

Der „Children´s Eternal Rain Forest“ oder auch “Bosque Eterno de los Ninos” umschließt mittlerweile rund 20000 Hektar im Osten und Süden Monteverdes und ist das größte private Reservat im Nordwesten Costa Ricas.
Im Jahre 1987 begann alles.
Eine Gruppe schwedischer Kinder, welche über den weltweiten Verlust des tropischen Regenwaldes besorgt waren, sammelten Geld zum Kauf und Schutz von Waldgebieten Nähe Monteverdes. Jenes schickten sie an die gemeinnützige Organisation „Asociación Conservacionista de Monteverde“, welche genau diese Ziele verfolgt.
Weitere Kinder aus den USA sowie anderen Ländern dieser Erde folgten diesem Beispiel und damit wurde der Ursprung des internationalen Kinder Regenwaldes gelegt.
Mittlerweile sind Kinder aus 44 Ländern mit diesem Projekt verbunden.
 

Der erste Besuch im Regenwald Costa Ricas und er musste seinen Namen alle Ehre machen, denn kaum waren wir angelangt, fing es an zu regnen.
Aber, da wir ja noch eine Einweisung bekamen und an jene, welche keine Taschenlampen besaßen, welche ausgegeben wurden, verbrachten wir die erste Zeit in der Touristeninformation und damit im Trockenen.
Etwas Smaltalk mit einem Mädel aus Boston, welches sich unserer Gruppe anschloss und pünktlich zum Start der rund zweistündigen „Twilight Tour“ hört es auf zu regnen.
Nicht, dass mich der Regen stören würde, aber meine Kamera hat da ein anderes Empfinden als ich und um ihre Geduld nicht zu strapazieren freute ich mich doch über den Wetterumschwung.
 

Wenn jetzt wieder die Fragen kommen: Lohnt sich die Tour für 20US $?
Was soll man sagen?
Wenn jemand viele Tiere sehen möchte und nicht so auf Fauna steht, soll er sich ein Video kaufen oder ausleihen. Sehr schöne Aufnahmen über Jahre gesammelt.
(Zoobesuche lehne ich ab, da mir keiner erzählen kann, dass sich alle Tiere bei unseren klimatischen Verhältnissen und auf einem Territorium von nur einem Bruchteil des notwendigen wohl fühlen. Affen, Eisbären, Elefanten… )
 

Entweder hat man Glück und Geduld, oder …
An diesem Abend hatten wir wohl von beiden nur ein wenig.
Obwohl der Guide ein recht gutes Auge hatte, fehlte es ihm wohl an Zeit.
Nicht, dass wir gerannt sind, aber bei späteren Besuchen von Nationalparks ließen wir uns ein vielfaches an Zeit und genossen die Eindrücke.
 

Dennoch, neben Tarantel, Frosch, Stabheuschrecke und Skorpion gab es noch das ein oder andere zu entdecken. (Nur die Räuber bekamen wir nicht zu Gesicht. – Insider)
 

Aber was soll ich sagen, pünktlich nach der Beendigung der Tour fing es wieder an zu regnen. Toll! Halt Regenwald! ;)
Schnell Kamera in den trockenen Rucksack und ab zum Bus, welcher uns wieder nach Santa Elena fuhr.
 

Da die Uhr mittlerweile acht Uhr anzeigte, entschieden wir uns direkt ein Restaurant anzusteuern.
Der Regen hatte zwar inzwischen aufgehört, aber der Wind schien noch lange nicht dazu bereit. So wechselten wir nach einem Bier im „Treehouses“ die Lokalität und nahmen die Speisen wieder einmal im „Boemios“ zu uns.
 

Das Santa Elena wirklich als kleine Gemeinde zu bezeichnen ist, zeigte sich daran, dass man sich nach einer Verabschiedung und getrennter Wege nach einigen Minuten schon wieder über den Weg laufen kann. In diesem Fall traf es unsere „Twilight“ – Begleitung aus Boston. (Dass es uns mit ihr in den weiteren Tagen noch häufig so gehen sollte, konnte wir da noch nicht ahnen.)

Nach dem Essen noch kurz ein Getränk auf der Veranda um den Tag ausklingen zu lassen und dann ab in das Bett. Sollte es doch am nächsten Tag sehr zeitig los gehen.
 
Ich wurde in der Nacht oft wach und lauschte mit gespannten Ohren den Geräuschen.
War es Regen – oder war es Wind, welcher die unangenehme Variante zu imitieren versuchte?
Da das Haus am Hang stand, hatte der Wind, welcher über die Berge seinen Weg fortsetzte, eine perfekte Angriffsfläche.
Das fehlte mir noch, sollte der Regenwald wie am Vorabend seinen Namen alle Ehre machen. Nur das nicht!
Aber es hörte sich eher nach Wind an und wenn es doch Regen sein sollte, dann kann er ja in den nächsten Stunden noch aufhören.
Da ich zu faul war aus dem Fenster zu schauen, schlief ich wieder kurz ein, um mir beim nächsten Erwachen wieder die gleiche Frage zu stellen.
 

05:45 Uhr riss der Wecker mich aus dem Schlaf.
Und nach der Nacht hätte ich heute mal länger schlafen können.
 

Egal, aufgestanden, geduscht und Frühstück gegessen.
Nachdem ich mir die Reste der Pizza aus dem Doggybag vom Vorabend einverleibte, traf ich mich mit dem Rest unserer „Reisegruppe“ am Haupthaus und gerade noch pünktlich genug, die Gruppe Kapuzineräffchen zu sehen, welche es sich in dem Wipfel des am Frühstückraumfensters angrenzenden Baumes gemütlich machten.
Die aufgehende Sonne schien mir zu zeigen, dass meine nächtlichen Sorgen unbegründet schienen. Und dann am Morgen schon die ersten Tiere.
So habe ich mir es vorgestellt und so konnte es weiter gehen.
 

Und es ging auch so.
Pünktlich 07:00 Uhr wurden wir von unserem Bus und unserem Guide abgeholt, welche uns die schmale Serpentinenstraße, die östlich von Santa Elena rund fünf Kilometer bergauf führt, zum Naturreservat brachten.
 

Von den zahlreichen privaten Naturreservaten gehört der „Reserva Biológica Bosque Nuboso Monteverde“ zu den bekanntesten. 
Und er zählt, im Gegensatz zu dem vom Vorabend, zu den Nebelwäldern. 

Obwohl er sich über eine doch beachtliche Größe von rund 4000 Hektar erstreckt, ist die Anzahl der Besucher auf 120 beschränkt, da nur rund drei Prozent des Areals für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht.
Und das ist auch gut so.
So wird die Flora und Fauna nicht überstrapaziert.
Immerhin findet man hier über dreitausend verschiedene Pflanzenarten, wovon typische für den Nebelwald, 878 Arten Aufsitzerpflanzen sind, die es zu schützen gilt. (So fanden wir Bäume an denen fünf verschiedene Farne wuchsen. - Farne sind typisch für den Nebelwald. Für den Regewald eher typisch sind die Palmen.)
Des weiteren leben in dem Nebelwald über hundert Säugetierarten, über einhundertzwanzig verschiedene Amphibien- und Reptilienarten, zehntausende von Insekten- und vierhundert Vogelarten, wovon einige endemisch sind.
 

Da der Nationalpark bereits 07:00 Uhr seine Pforten öffnet, geführte Touren aber erst 07:30 Uhr beginnen, befand sich bei unserer Ankunft schon eine Menschenansammlung im Eingangsbereich.
Das konnte ja schön werden.
Bei so vielen Besuchern und der damit verbundenen Lautstärke, werden sich die Tiere wohl in die anderen siebenundneunzig Prozent des Areals absetzen.
Wenigstens können die Pflanzen nicht abhauen.
So sehe ich mir halt Menschen und Pflanzen an.
 

Noch leicht frustriert, registrierte ich eine merkliche abrupte Wandlung unseres Guides.
Dr. Jekyll und Mr. Hyde gleich, verwandelte er sich innerhalb von Sekunden von einem ruhigen beschaulichen Mann in einen Bob Ross der Naturkunde. (Nicht vom Aussehen her. ;))
Die Ursache lag nicht, wie in der gleichnamigen Novelle von R.L. Stevenson in einem Trank, sondern in einem Vogel in Gestalt eines Quetzals.
 

Der Quetzal, welcher zu den schönsten Vogelarten der Welt zählt und ausschließlich in den Gebirgswäldern Mittelamerikas lebt, ist heute nur noch selten anzutreffen. Er wurde Opfer der schonungslosen Verfolgung des Menschen, welcher es auf die bis zu einem Meter langen, wunderschönen Schwanzfedern abgesehen hat, sowie der voranschreitenden Vernichtung seines Lebensraumes.
Die Schwierigkeit den Nationalvogel Guatemalas zu Gesicht zu bekommen erhöht sich des weiteren dadurch, dass er gut getarnt, fast regungslos in den Baumwipfeln sitzt.
 

Hat man ihn aber erst einmal erspäht, hat man in der Regel genügend Zeit ihn zu beobachten.
 

Und dieser Umstand ist eingetreten.
Bob Ross gleich, mit kurzen, knappen und schnellen Aussagen und Gestikulationen, forderte er uns auf ihm zu folgen.
Es kam einem vor, als wenn er schon während des kleinen Sprintes seine Ausrüstung, das Stativ mit Fernglas, aufbaute und nach dem Hinstellen nur noch ausrichten musste.
Look there
!
Look! Look!
 
Was? Wohin? Ich sehe nichts!
There!
Was soll da sein?
 

Look!
Ich versuchte in der Zeit in der die anderen Teilnehmer der Gruppe durch das Fernglas sahen auszumachen worin der Grund der Aufregung lag. Hatte ich doch ein Fotoapparat dabei und wollte die Impression mit der Nachwelt teilen.
Ja, jetzt sehe ich es – ein Baum! Nein, noch einer und da noch einer.
Mal ganz ehrlich, ich sah nur grün. Und wollte doch wirklich die Aufregung mit den anderen dreißig in meiner Nähe stehenden Mitmenschen teilen.
 

Und Bob (leider habe ich inzwischen seinen Namen vergessen, da wir ihn fortan nur noch Bob nannten) freute sich und teilte seine Freude mit seiner Gruppe, indem er einen nach dem anderen durch sein Fernglas schauen ließ und stets bedacht, dass dabei zuerst die Teilnehmer seiner Tour den Vorrang hatten.
 

Und endlich sah ich ihn. Den Quetzal.

 

                 


Er wird dem Ruf zu den schönsten Vogelarten der Welt zu zählen gerecht. Leider hatte ich kein Stativ dabei und auf Grund der Dichte der Baumkronen war es zu dunkel, um die Belichtungszeiten so zu wählen, dass scharfe Fotos entstehen konnten.
Aber man kann ja nicht alles haben. 

Die Aufregung von Bob war noch so groß, dass er entschied, dass wir gleich dem Pfad folgend unsere Tour begannen und den Eintritt von 17US $ erst im Anschluss bezahlen würden.


Der guten Augen und dem Fachwissens unseres Guides war es zu verdanken, dass wir viele Tiere, unter anderem Nasenbären, Amarol Tucane, Affen, Bullameisen und den Black Face Solitär sahen, sowie vieles über die Gegend erfuhren. 

Wie uns unser Guide erzählte, liegt das Reservat genau auf der kontinentalen Wetterscheide und wird somit klimatisch von der karibischen und pazifischen Seite beeinflusst. So werden ganzjährig in den höheren Lagen die Wälder von Nebel eingehüllt.
Winde von der Karibikseite tragen Feuchtigkeiten heran, welche sich an den Bergkämmen entladen.
Da dieses Gebiet verschiedene Vegetationszonen umfasst, ist die Flora und Fauna erstaunlich.
 

Ein weiteres Highlight des Vormittags bildeten die Kolibris, welche sich zu Hauff an den Tränken in der Nähe des Eingangsbereiches aufhielten. 
 

 

          

 

Nachdem wir wieder zurück im Hotel waren, nutzten wir die kleine Pause um noch ein wenig in der Sonne zu chillen, da es bereits 14:00 Uhr zu der Canopy Tour aufgehen sollte. 

Wie üblich wurden wir pünktlich abgeholt.
 

Bei der Anfahrt zu dem „Selvatura Park“ stutzten wir anfänglich, da im Kleinbus auch Mitreisende älteren Kalibers saßen, denen ich schon gehörig Respekt zollte, da sie die Canopy Tour mitzumachen schienen.
Es stellt sich aber bei der Ankunft heraus, das der Park nicht nur aus den Cables sondern auch aus einer Anordnung mehrerer Walkways (Brücken) bestand und dementsprechend sich die Gruppe später aufteilte.
Nach dem Produkt der Begierde unterscheidet sich auch der Preis (Canopy 45US $; Walkways 25US $).
 

Da aus Sicherheitsbelangen nur in Gruppen agiert wird, erklärten sich auch die Startzeiten (08:00; 10:30; 12:30 und 14:00 Uhr).
 

Obwohl recht teuer, lohnt sich die Investition, zumindest die des Canopy. Die andere kann ich auf Grund der Unerfahrenheit nicht beurteilen.
Der Start der Walkways soll sich in der Nähe der Information, wo sich auch die Vergabe der Ausrüstung, verschiedene Gärten (wie Butterfly und Humminbirds) und Exhibitions (wie Insekten und Reptilien & Amphibien) befinden und über acht bis zu einhundertsiebenundfünfzig Meter langen Brücken gehen.
 

Wir erhielten nach der Ausgabe und Anpassung unserer Ausrüstung (Helm und Gurtsystem) eine Einweisung und wanderten dann zu dem Ausgangspunkt unserer Tour, welche über dreizehn Anlagen mit verschieden langen Bahnen führt.
Und diese war jeden Cent wert.
 

Die ganze Aktion erschien sehr professionell.
Bevor die Gruppe der Reihe nach die verschieden langen Cables entlang sauste, sind zwei Guides vorgefahren, um die Gäste auf der Endplattform in Empfang zu nehmen.
Die zurück gebliebenen Guides achteten auf die Sicherheit beim Aufstieg zu den Startplateaus und dem Anbringen der Sicherheitsvorrichtung beim Wechsel der Sicherheitsleinen.
Sicherheit wurde hier groß geschrieben!
 

Und die Fahrten waren gigantisch.
Auf bis zu einem Kilometer langen Bahnen saust man über die Wälder hinweg oder in Baumwipfelhöhe durch die Wälder hindurch.
Wenn jemand denkt, bei dieser Tour in Ruhe Tiere beobachten zu können, der liegt falsch.
Das Gefühl ein Teil des Regenwaldes zu sein und gleich seiner Bewohner sich in ihm zu bewegen, sollte das primäre Ziel sein.
 

 

           


Falls man in der Vergangenheit zu viele Filme mit Jonny Weißmüller gesehen hat und wer den Hang nach Adrenalin verspürt, den erwartet im Anschluss das Tarzanpendel. 

Ein kleiner Weg führt zu dieser etwas Abseits angeordneten Vorrichtung.
Man besteigt ein rund zehn Meter hohes Plateau.
Auf diesem angekommen wird man mit seinem Sicherheitsgeschirr an ein frei schwingendes Seil befestigt.
Das Geländer wird entfernt, man lässt sich fallen und ab geht es.
Der Name sagt alles und weitere Erläuterungen wären hier überflüssig.
 

Da es im Preis mit inbegriffen ist, sollte man es ruhig mitmachen (seine gesundheitliche Konstitution bitte beachten). Es ist ein netter Gimmick.
 

Zurück zum Eingangsbereich, Helm, Handschuhe und Gurtsysteme abgegeben, Rucksäcke abholen (man muss sie in einem Spind lagern, da es nicht gestattet ist, sie auf die Tour mitzunehmen, um Unfälle zu vermieden) und ab nach Santa Elena.
 

Kurz vor dem Sonnenuntergang sind wir dann in unserer Lodge angekommen.
 

Geht man einen kleinen Weg durch den hauseigenen Garten, bzw. durch ein kleines Wäldchen, kommt man zu einem Platz von dem aus man bei klarer Sicht die Pazifikküste sehen kann.
Anscheinend ist den Weg schon seit Jahren keiner mehr gelaufen, daher hatte ich etwas Mühe mich zu orientieren. Aber die Aussicht – das Meer und der Sonnenuntergang am Horizont lohnt auf jeden Fall und ich kann nicht verstehen, warum dies nicht angenommen wird.
 

Kurz vor Einbruch der vollständigen Dunkelheit machte ich mich auf den Rückweg.
Nach dem Duschen und einem kleinen Getränk auf der Veranda ging es in die Stadt - Shoppen und Essen im „Boemios“, wo wir unsere alte Bekannte aus Boston wieder trafen. 

 

Der weitere Ablauf unserer Tour wurde nach dem Essen wieder auf unserer Veranda besprochen und uns wurde schmerzlich bewusst, dass es der letzte Abend in dieser Region sein sollte. 

Heute wo ich wieder etwas länger hätte schlafen können, war ich wieder halb sieben wach.
Schönes Ding!
Was soll’s aufgestanden, geduscht und mit der Kamera ausgerüstet etwas die Gegend unsicher gemacht.
Nachdem ich noch kurz meine E-Mails gescheckt habe, bin ich mit Sanne zum Frühstück.
 

Da unser Geld langsam zu Neige ging, wollten wir noch schnell Geld abheben gehen.
Diesmal nicht nur Colón, um die in der Lodge in Dollar ausgewiesene Rechnung zu bezahlen.
Natürlich gab es diesmal hier am Automaten nur Colón. Dann halt zur nächsten Bank, es gab ja hier einige. Doch das gleiche Spiel.
Immer so, wie man es nicht brauch.
 

Dann bezahlen wir halt die Rechnung mit Karte und heben später das Geld ab.
Hhhmmm, irgendwie funktionierte aber meine Karte nicht.
Was soll’s, liegt sicherlich an dem Gerät und wofür hat man denn Mitreisende. ;)
(Hier noch einmal vielen Dank an meine Bank. Es stellte sich nach unserer Reise heraus, dass sie meine Karte sperrten, da jemand versucht hatte in Santa Elena zu bezahlen. – Und das war ich.)
 

Bezahlt, Sachen gepackt und ab ging es mit dem Auto zur nächsten Zwischenstation, nach Punta Arenas, von wo wir mit der Fähre nach „Peninsula de Nicoya“ übersetzen wollten.
 

Rund zwei Stunden benötigten wir für die Strecke, obwohl ich am Vorabend das Ziel schon vor meinen Augen hatte. Das es ein Jeep gewesen ist, hier fahren fast ausschließlich Offroader, war bei den Straßenbedingungen nicht verwunderlich.(80US $ sollte das Taxi kosten, haben ihn  auf 70US $ runtergehandelt.)
 

Die Sonne drückte, als wir in Punta Arenas ankamen.
Da wir bis zur Öffnung des Ticketschalters (12:00 Uhr) noch Zeit hatten, suchten wir uns ein schattiges Plätzchen und löschten unseren Durst mit einem eiskalten Bier. 

Die Fährüberfahrt nach Paquera startet 13:00 Uhr, dauert rund fünfundsiebzig Minuten, kostet 810 Colón pro Person und ist sehr angenehm.
Nach Ankunft in Paquera strömte eine Blech- und Menschenlawine aus dem Rumpf der Fähre und erst jetzt wurde einem bewusst, was dieses Boot auf seinen verschiedenen Decks beherbergte.

Gleich an der Fährstation wartet ein Bus (1500 Colón pro Person) für die zweistündige Weiterreise nach Montezuma und so braucht man nicht die Angebote verschiedenster Taxifahrer annehmen.
Bei der Vielzahl der Mitreisenden ist es aber fast schon voraussehbar, dass man schon froh sein muss einen Stehplatz im Bus zu ergattern.
 

 

In

 

Montezuma  

angekommen hielt sich vorerst unsere Begeisterung in Grenzen. Geröll und Staub schienen diese Einöde am Meer zu bestimmen.
Doch eigentlich erwarteten wir ein alternatives Flair, mit noch etwas Charme aus den vergangenen Zeiten, als Surfer und Aussteiger das Bild bestimmten.
 

Nein, das schien es aber wirklich nicht zu sein.
Da man auch hier nicht wirklich von Strassen sprechen konnte, ließen wir die weibliche Fraktion mit unserem Gepäck an der Busstation und machten uns erst einmal zu zweit auf den Weg, eine geeignete Unterkunft zu finden.
Nach unseren Recherchen standen mehrere zur Auswahl.
 

Leider waren sie alle ausgebucht oder hatten nur noch überteuerte Zimmer. Bis wir dann zwei Zimmer im „La Cascada“ fanden.
 

„La Cascada“
Tel.: (+506) 2642 0057
www.playamontezuma.net/cascada.php 
 

 

Es ist nicht das schönste Hotel und hat sehr kleine und dunkle Zimmer, aber es versprüht doch etwas Charme und wenn es nur der offene Loungebereich mit seiner Vielzahl an Hängematten auf der Terrasse ist.
Der Preis von 50US $ pro Nacht und Doppelzimmer ist auch nicht gerade als günstig zu bezeichnen, wobei man auch noch sagen muss, dass nur Kaltwasser zur Verfügung stand, was aber bei den Temperaturen nicht tragisch ist.
 

Zimmer bezogen und ein Restaurant gesucht.
 

In der Zeit, in der die anderen schon ihr Bier in Strandnähe genossen, bin ich weiter in die „Stadt“ um eine Tauchschule zu finden. Wollte ich doch auch die Unterwasserwelt erkunden und auch den ersten Eindruck relativieren.
In den verschiedenen Reiseführern wurde kein Tauchshop angegeben und die Größe der Siedlung ließ die Vermutung zu, dass dies auch seine Richtigkeit hätte.
Aber ich wollte es selbst überprüfen, stand doch die Planung unserer weiteren Reise an.
 

Da der Rest der Gruppe ein/zwei Tage Strandurlaub integrieren wollten, könnte ich die Zeit im und unter Wasser verbringen.
 

Nach knapp zehn Minuten erreichte ich den Ortskern, welcher zwischen der trockenen, staubigen „Hauptstrasse“ und dem Meer liegt.
Die Läden, die Restaurants sowie Menschen, welche sich zwischen und in ihnen bewegten, ließen erahnen, warum einst Montezuma ein Geheimtipp gewesen ist.
 
Ein Tauchshop war auch recht schnell gefunden.
Mit einem Preis von 65US $ für einen Tauchgang und 100US $ für zwei Tauchgänge konnte man sicherlich nicht von einem Schnäppchen sprechen, aber besser als am Strand zu liegen. Des weiteren konnte ich so auch diesem Gebiet einen Eindruck gewinnen.
 

 

     

Die Abfahrt ist auf 09:30 Uhr festgelegt, wobei ich eine halbe Stunde vorher da sein sollte, um das Equipment zu checken. Egal für wie viel Tauchgänge man sich entscheidet, das Boot sollte 16:00 Uhr wieder zurück sein.
Das wäre ja perfekt.
Die anderen könnten es sich am Strand gemütlich machen und ich würde dann am Nachmittag wieder bei Ihnen sein.
Also trug ich mich für den nächsten Tag für zwei Tauchgänge ein, gab eine Anzahlung und beeilte mich zurück in das Restaurant zu kommen, indem die anderen schon warteten. 
 


Das Restaurant an sich war recht gemütlich.
Da es sich direkt am Meer befand, kam man sich nun wirklich wie im Urlaub vor. Das Bier, eine Art Schwarzbier, war extrem lecker und das Essen war gut, aber leider auch etwas teurer. (Lasagne 3500 Colón)
 

Gesättigt ging es noch einmal zum Einkauf in den Ortskern. (Hätte ich gewusst, dass in der Tauschule zu der Zeit immer noch jemand anwesend war, hätte ich mir den ersten Weg sparen können.) Um anschließend die Hängematten in unserem Hotel auszuprobieren.
 

Obwohl wir nicht die einzigsten Gäste des Hotels gewesen sind. (Wir hatten ja die letzten Zimmer bekommen.) Und sich einige von ihnen ebenfalls auf der Veranda befanden, hielt sich die Kontaktaufnahme, vorsichtig formuliert, in Grenzen.
Eigentlich könnte man davon ausgehen, dass gleich einem Hostel, sich die Gemeinsamkeit des Reisens, eher wie üblich, auf den Kommunikationsaspekt auswirkt.
Aber Irrtum, sie schienen sich hier einfach nur zum Internetsurfen und Lesen verabredet zu haben.
Was soll’s, wir konnten damit leben, dass sich die mit Stirnlampen versehenden Leseratten, wie kleine Glühwürmchen pö a pö in ihre Zimmer begaben.
Was wir ihnen dann auch 22:00 Uhr, aber ohne Stirnlampen, nachtaten.
Sollte es doch am nächsten Tag wieder zeitig raus gehen. Und irgendwie macht die frische Luft hier auch müde.
 

Wenn ich rund fünfzehn Minuten zum Tauchshop laufe, rund zwanzig Minuten zum „Aufstehen“ und ungefähr die gleiche Zeit für Frühstück benötige, sollte es ausreichen, wenn mein Wecker 08:00 Uhr klingelt.
Die Rechnung klappt eigentlich immer und überall. Aber nicht in diesem Hotel.
 

Der Wecker weckte mich pünktlich. (Sonst würde ich ihn auch nicht mehr als solches bezeichnen.) Und im Gegensatz zu der Nacht, empfing uns ein schöner Tag.
(Die Unterkunft ist sehr hellhörig und wir mussten die ganze Nacht den Ventilator laufen lassen, um wenigsten etwas Luftzirkulation zu erhalten.)
Die Sonne strahlt und gab uns unmissverständlich zu verstehen, wer für den Zustand und dem Staub der Strassen und die Temperaturen in unserem Hotel verantwortlich war. Durch den Wind, welcher in der Nacht etwas zugenommen hatte, sollte die von der sonne ausgestrahlte Hitze relativiert werden.
 

Es kam langsam Bewegung in diesen Fleck der Erde, als ich von dem Bären und Ute im hoteleigenen Restaurant in Empfang genommen wurde.
Da sie bereits seit einer dreiviertel Stunde auf ihr Frühstück warteten, wird selbst dem schlechtesten Rechenkünstler bewusst, dass mein Zeitmanagement vom Vorabend an Bedeutung verlor und ich mir etwas einfallen lassen musste. (Dabei ist zu erwähnen, dass sich nur drei weitere Gäste im Restaurant befanden – also jenes nicht als voll zu bezeichnen wäre.)
 

Dann bestelle ich mir halt schnell zwei Rühreier, das sollte doch zu schaffen sein.
Nach einer zwanzig minütigen Wartezeit, wurde mir klar, dass ich auch hier falsch kalkulierte.
Dank eines Vieraugengespräches mit der Köchin, in welchem ich ein weiteres Mal meine Situation schilderte, einem Schwenk von Rührei auf  Toast und einer schnelleren Schrittfrequenz schaffte ich es doch noch pünktlich bei der Tauchschule zu sein.
Nichts ahnend, dass dies nur der Anfang eines komischen Vormittags werden sollte.
 

Teilte mir doch nach Ankunft im Shop der Verkäufer mit, dass wegen des „starken Windes“ die Tauchausfahrt abgesagt wird.
Waaas????
Eh, ich hätte den Typen über den Tresen ziehen können und mir kamen unweigerlich Bilder aus den Werner - Filmen ins Gedächtnis.
Obwohl ich wirklich kein Freund eines ausgiebigen Frühstückes bin, ging es mir heute doch etwas zu chaotisch und knapp zu, ich stellte einen Weltrekord im Gehen auf und jetzt will mir der Typ weiß machen, dass sie wegen dieses Lüftchen (nicht einmal ein zwanzig Quadratmeter Kite würde einen über das Wasser ziehen) die Tour absagen!!!
Schönes Ding!
Boah war ich sauer!
Ich sah mich schon den ganzen Tag am Strand langweilen.
 

Was soll’s, dann geh ich halt wieder zurück zum Hotel um den Rest der Gruppe zu treffen und dann wird mir schon etwas einfallen.
 

Bei meiner Ankunft schaute ich in verwunderte Gesichter, welche sich gerade zum Strand aufmachen wollten.
Wie? Sollte ich nicht schon auf dem Wasser sein?
Ich schilderte kurz den Sachverhalt, packte meine Sachen für den Strand zusammen und schloss mich der Gruppe an.
Auf dem Weg besprachen wir die Planung unserer weiteren Reise und kamen zu dem Konsens, dass die anderen mich auf meiner Tauchausfahrt als Schnorchler (40US $ p.P.) begleiten und wir diesen Ausflug auf den morgigen Tag verlegen.
 

Da die Tauchschule auf dem Weg zum Strand lag, konnten wir den Trip für den nächsten Tag festhalten. Ob dies die beste Entscheidung war, sollten wir am nächsten Tag feststellen.
 

Wie dem auch sei, am Strand angekommen wurde erst einmal gechillt.
 

Doch bereits nach einer Stunde wurde es mir schon zu langweilig.
Wir wollten Natur, also bekamen wir sie auch. Ein naturbelassener langer Strand mit einer übersichtlichen Zahl an Besuchern.
Wenn schon Natur, beschloss ich sie mir ein wenig anzusehen.
Also lief ich den Strand ab.
Da der Regenwald teilweise bis direkt an das Wasser ragte, war es schon recht interessant.
Aber mit der Zeit weckten die Wellen mein größeres Interesse.
Zum Wellenreiten waren sie noch etwas klein, aber mit dem Bodyboard hätte man doch sicherlich auch seinen Spaß.
Also ging ich zurück und versuchte in Montezuma ein Board zu leihen.
Nichts. Hhhhmm. War wohl nicht mein Tag!
 

Was soll’s, dann leg ich mich halt wieder zu den anderen.
Aber bereits nach wenigen Minuten ertappte ich mich, wie meine Augen auf der Suche nach irgend welchen Informationen die Gegend musterten.
Ich verstand nicht, wie meine Reisebegleitung in Büchern versunken so ruhig liegen konnte.
Nicht, dass jemand denkt, ich wäre Analphabet und könnte aus diesem Grund nicht diese Art von Erholung teilen. Ganz und gar nicht.
Ich kann und konnte einfach nicht ruhig liegen.

Aber da! Meine Augen wurden fündig.
Wusste ich es doch.
Es gab sie. Zwei Surfer, welche mit ihrem Board den Strand lang liefen und dem Aussehen nach schienen sie zu wissen, was sie machen.
Dieser Eindruck wurde verstärkt, als ich einen weiteren Surfer registrierte, welcher mit einem schnellen Sprint versuchte die kleine Gruppe einzuholen und sich auch nach kurzer Zeit zu ihnen gesellte.

Also hoch, die anderen Informiert und unauffällig gefolgt.

Sie liefen den gleichen Weg, welchen ich bereits am Vormittag gelaufen bin.
Doch da bin ich, da Sanne mit war, nach rund zwanzig Minuten umgedreht, kurz vor der Bucht, die wir jetzt besuchten und in der sich rund zwanzig Surfer den Wellen verschrieben.

Diese konnte man als Wellen bezeichnen. Das letzte Mal hatte ich solche auf Bali gesehen.
Doch was nutzen sie ein, wenn man kein Board hat.
Nicht, dass ich jetzt der perfekte Surfer bin. (Die Theorie sieht immer noch besser aus als die Praxis.) Aber da ich lange nicht mehr auf einem Board stand, ärgerte ich mich doch ein wenig, dass ich diesen Sachverhalt nicht schon am Morgen kannte.
War wohl nicht mein Tag!
Egal.
Ich setzte mich in den Sand und schaute dem Treiben zu. Hier war alles vertreten, vom Anfänger bis zum Fortgeschrittene und keine Revierkämpfe.

Irgendwann konnte, bzw. musste ich dann meine Blicke abreißen lassen. Ich hatte ja noch einen weiten Weg zurück und teilte den anderen ja nur mit, dass ich noch mal kurz weg bin. Und das muss vor einer reichlichen Stunde gewesen sein.

Als ich dann ankam, wartete bereits der Rest unserer Gruppe auf mich und wir machten uns auf etwas zu essen und zu trinken.
In dem Reiseführer wurde das Restaurant „Cocolores“ empfohlen, doch da es leider noch nicht offen hatte, suchten wir ein weiteres am Wasser, welches wir dann auch in Form der „Chico Playa Bar“ fanden.
Hier frönten wir dem leckerem Daiquiri (3000 Colón) und überbrückten so die Zeit, bis unser angestrebtes Restaurant öffnete und wir unsere Malzeit zu uns nehmen konnten.

Nach dem Essen sollten noch Getränke für den Abend und den nächsten Tag im Supermarkt erworben werden.
Da sich gleich neben dem Supermarkt ein Reiseanbieter und ein Internetcafe befand, war es inzwischen aber auch an der Zeit die Weiterreise abzuklären.


Eigentlich hatten wir ja ursprünglich geplant die Halbinsel nicht über den Wasserweg, sondern vom Norden über Liberia, zu erkunden.
Gespräche in Santa Elena und eine realistischere Einschätzung der Straßensituation ließen uns den Plan verwerfen. Allzumal wir uns eh nicht an den nördlichen Küsten „Peninsula de Nicoya“ aufhalten wollten, da diese Gegend von US amerikanischen Urlaubern überlaufen sein soll.

Mappen zeigten uns, das sich in der Nähe von unserem Aufenthaltsort ein Flughafen befinden soll. Von ihm aus könnten wir direkt nach Quepos fliegen und uns so jede Menge Zeit sparen. Wollten wir doch diese Zeit nutzen um die Pazifikküste mit ihren angrenzenden Nationalparks zu erkunden.
Doch im Internet konnten keine entsprechenden Flüge entdecken.
Nachfragen ergaben, dass alle Inlandsflüge über San José gehen. Und das lag ja wirklich nicht auf dem Weg.

Es war wirklich nicht mein Tag.

Uns viel nur noch eine Option ein, da wir es auch möglichst umgehen wollten, die selbe Strecke hin und zurück zu fahren, um mehr vom Land zu sehen.
Im Reiseführer gab es die Information, dass man von Montezuma mit einer Schnellfähre nach Jacó gelangen kann.
Da sich in der Nähe von Jacó der Nationalpark „Carara“ befand, wäre dies unsere favorisierte Option.

Also erkundigten wir uns nach der Richtigkeit, den Abfahrtzeiten, den Preisen, kauften dann erst einmal wie angedacht unsere Getränke und berieten auf unserer Hotelveranda den weiteren Werdegang.

Würde es Sinn machen, unserem Plan folgend, weiter im Westen Costa Ricas die Küste zu bereisen?
Unsere ursprüngliche Idee vom Süden direkt nach Tortuguero zu fliegen konnten wir verwerfen, da die Flüge von und nach Tortuguero alle ausgebucht waren.
Da man aber nicht auf dem Landweg in diese Gegend kommt, verlieren wir wieder mindestens einen Tag für die Anreise.
Wir waren in einer Zwickmühle.
Da sich die geringen Entfernungen auf Grund der örtlichen Gegebenheiten schnell relativieren, konnten wir nicht alles besichtigen, was wir gerne sehen wollten.
Würden wir einen Punkt aus dem Programm streichen, hätten wir aber gleich rund drei Tage gewonnen.

Uns wurde klar, wir mussten, wenn wir unserer Philosophie folgend keinen japanischen Urlaub haben wollten, einen Teil der geplanten Tour streichen.
Da Tortuguero aber auf keinen Fall in diesen Teil fallen sollte, entschieden wir uns schweren Herzens für die Westküste.


Im Gegensatz zum Vorabend gesellten sich heute noch ein deutscher und zwei Österreicherinnen zu unserer Gruppe. Wir erfuhren, dass dieses Hotel mit einer Organisation kooperiert, welche Sprachreisen in Verbindung mit dem Tauch- oder Surfsport anbietet und es hier keinesfalls immer so anonym ist.
So sollen doch in der letzte Woche einige Mieter ihren Laptop mit gehabt und sich im Loungebereich getroffen haben, um gemeinsam im Internet zu surfen.
Ooooch. Schade! Da haben wir doch einiges verpasst!!!

Obwohl ein recht lustiger Abend, ging es dann nicht all zu spät ins Bett, mit der Planung gleich nach dem Aufstehen das Frühstück zu bestellen, um es dann rechtzeitig nach dem Waschen zu erhalten. Wollte ich doch nicht wieder den Stress am Morgen haben und auch pünktlich am Tauchshop sein.

Bereits eine halbe Stunde vor dem Weckerklingeln wurde ich wach, so dass ich die Zeit noch ein wenig nutzte, um mit der Kamera bewaffnet die Gegend zu erkunden.

Mein erster Blick galt dem Wetter.
Die Sonne schien wie üblich. Und der Wind? Also wenn sie heute nicht raus fahren, ist etwas faul.

Das Essen ließ wieder lange auf sich warten, was uns heute aber nicht stören sollte, da wir die Zeit mit einkalkulierten.

Es sollte zur Insel Tortuga gehen.
Da im Preis Getränke und Mittag mit inklusive war, galt es keine weiteren Vorkehrungen zu treffen.
Equipment auf das Boot, welches am Beach lag, verfrachten und ab ging die Reise in Gedenken an Captain Jack Sparrow.
(Nein, der Name ähnelt sich nur und soll nichts mit der Insel in dem Mehrteiler „Fluch der Karibik" zu tun haben.)

Doch was mich bei der Ankunft am Reiseziel erwartete, toppte die Geschehnisse vom Vortag und ich bereute doch ernsthaft, den Typen nicht über den Tresen gezogen zu haben.
Folgendes:

Uns wurde der Plan mitgeteilt.
Der, der nicht Schnorcheln wollte, wurde auf Tortuga abgesetzt.
Da ich anfänglich noch dem Irrglauben erlag, dass wenn sich die Schnorchler im Wasser befanden, sich auch die Taucher ins Wasser begeben, blieb ich natürlich auf dem Boot.
Nun ging es einige hundert Meter raus, zu einer vorgelagerten Insel von Rund fünfundzwanzig Metern Durchmesser und den Schnorchlern wurde mitgeteilt, dass sie nun eine Stunde Zeit hätten, ihrem Interesse nachzukommen.

Doch wer denkt, dass nun auch die Taucher ihr Equipment anlegen würden und ins Wasser springen könnten, der liegt falsch.
Wir mussten die Stunde warten, bis sich alle Schnorchler wieder an Bord befanden, dann wurden sie nach Tortuga gebracht und nun ging es erst los zum Tauchspot.

Wie jetzt?
Ich befand mich auf einem Tauchboot und hatte eine Tauchtour gebucht.
Meine Stimmung entwickelte sich in die entsprechende Richtung.
Als ich dann auch noch erfuhr, dass wir einen Tauchgang von rund vierzig Minuten absolvieren, dann eine Oberflächenpause von fünfzehn Minuten abhalten, um dann unseren Tauchtag mit dem zweiten Tauchgang in der gleichen Länge (oder eher kürzer) des Ersten zu beenden, hätte ich wirklich persönlich werden können.
Man entschied sich so, da die Anfahrt nach Tortuga für die Mittagspause zu weit wäre.
Danke!
Was hat das mit der kurzen Tauchzeit und Oberflächenpause zu tun? Man hätte den Mittagssnack auch mit an Bord nehmen können.

Also ganz ehrlich, nach dem Erlebten würde ich die Tauchschule auf keinen Fall weiter empfehlen. Erst recht nicht, als ich erfuhr, dass die Schnorchelgruppe auch nichts weiter gesehen hatte und bei unserer Ankunft in Montezuma auf das Thema angesprochen nur fadenscheinige Begründungen und Ausreden zu vernehmen waren.

Die Tauchgänge an sich waren OK. Wir waren eine kleine Gruppe von drei Personen.
Die Sicht war nicht optimal, der Guide hatte aber sehr gute Augen.
Schildkröten, Steinfische und Adlerrochen bildeten im ersten, Stachelrochen und Haie im zweiten Tauchgang die Highlights.

Leicht frustriert ging es dann zurück nach Tortuga um den Rest der Gruppe zu treffen und wenigstens meinen Hunger zu stillen.
Von den Getränken konnten sie mir wenigstens noch ein kaltes Bier sichern, sonst wäre es auch in den Mägen der Tourguides verschwunden.
Sie, wie auch die der anderen Boote, sollen Fliegen gleich sich an die ausreichenden Vorräte gemacht haben.
Ich weis warum ich die pauschalen Touren hasse, hatte aber nicht damit die gerechnet, dass die Tauchausfahrt sich in eine solche verwandeln sollte.

Nach dem Essen sollte es für die Schnorchler noch einmal ins Wasser gehen, doch auch dieser Plan wurde ohne Begründung verworfen und es hieß auf einmal: Alle zum Boot, die Rückfahrt beginnt.

Nach der Ankunft in Montezuma galt es dann unseren Frust mit einem leckeren Daiquiri in der „Chico Playa Bar" zu relativieren. Wir wollten uns unseren Urlaub nicht mit solchen Geschichten verderben lassen.
Nachdem wir noch eine Kleinigkeit gegessen hatten und uns während dieser Zeit auf einen Abfahrtstermin einigten, wurde Geld vom Automaten abgehoben und die Fährtickets (35US $ p.P.) nach Jacó erworben.
Unser Plan war es, noch einen weiteren Tag in Montezuma zu bleiben. - Nein, nicht Tauchen, bzw. Schnorcheln! - Sondern Surfen, bzw. Chillen.

Der Abend klang wie üblich in der Hängematte aus.

 

 
Der frühe Vogel fängt den Wurm.
Was sich sicherlich auch mein Körper dachte und der Meinung war, dass ein Schlaf nach viertel Acht nichts bringt.
Dementsprechend waren wir auch beim Frühstück die ersten und das war auch gut so.
Da am Vorabend eine Gruppe von rund zwanzig Amerikanern angekommen ist, war die Küchencrew nun leicht überfordert.

So aber schafften wir es noch am Vormittag in der „Stadt" anzukommen, wobei ich direkt den Surfshop ansteuerte, um mir ein Bord auszuleihen (20US $ / Tag).

Da sich in der Nähe des Surfspots eine Cabina befindet, bei der die Surfbretter lagerten, brauchte man sich auf dem rund fünfundzwanzig minütigen Weg nicht belasten.

Ich verabschiedete mich von dem Rest der Gruppe, wir wollten uns wieder am Nachmittag am Strand oder in der „Chico Playa Bar"  treffen, und ging meines Weges.

Der Mond hatte immer noch für Ebbe gesorgt, dadurch erschien einem der Strand, im Gegensatz zu dem letzten Mal, sehr weitläufig.
Der Wind hatte nachgelassen und die Wellen zeigten sich dementsprechend schwächer, aber immer noch ausreichend um entlang seiner Kämme zu surfen.
Die Strahlen der Sonne, welche schon zwei Tage zuvor meine Schultern erröten ließen, hatten dies auch heute vor.
Doch ich war gewappnet.
Da ich wusste was mich erwartete, hatte ich heute mein T-Shirt eingesteckt um den Sonnenstrahlen ein Strich durch die Rechnung zu machen.
Auf dem Weg zum Spot machten sich Brüllaffen, Kolibris, Sittiche und später auch Langarmaffen bemerkbar.

Der Tag verging wie im Fluge und ich bereute es erneut, dass ich nicht schon am ersten Tag die Chance nutzte und diesem Hobby frönte.

Nun waren bereits einige Stunden vergangen, in denen ich mich im Wasser befand. Mein Getränkevorrat war aufgebraucht, ich war KO und der Hunger meldete sich.

Letzteres wurde durch den Sachverhalt verstärkt, dass in der Nähe der Bucht ein „Art Festival" mit vielen Besuchern, entsprechender Musik, Getränken und BBQ stattfand.
Und ich hatte kein Geld dabei!
Also entschloss ich mich das Board abzugeben und den Rückweg anzutreten.

Am vereinbarten Strand angekommen, registrierte ich, dass sich meine Freunde auch schon entschieden hatten ebenfalls den Strand zu verlassen. Also mit Vorfreude auf ein Kaltgetränk und lecker Essen weiter zum nächsten Treffpunkt der „Chico Playa Bar".
Was hatte mir heute besonders der Daquiri geschmeckt. Und mein Hunger war so groß, dass ich mir nach dem Beef (6000 Colón) noch ein Cheesburger (2800 Colón) gönnte.

Gesättigt und zufrieden bezahlten wir die Rechnung (welche wieder hinten und vorne nicht stimmte), kauften im Supermarkt noch etwas Cola und verbrachten den restlichen Abend in den Hängematten auf unserer Veranda.

05:45 Uhr wurde ich sanft durch das Vogelgezwitscher und das Brüllen eines Brüllaffen geweckt. Was nicht weiter schlimm war, da wir uns am Vorabend schon bereits halb neun entschieden ins Bett zu gehen.
Das Meer erschien fast spiegelglatt und der gelb rote Horizont deutete den bevorstehenden Sonnenaufgang an.
Da ich noch Zeit hatte, 09:30 Uhr sollte das Boot nach Jacó abfahren, legte ich mich noch für eine Stunde ins Bett, um dann die tägliche „Zeremonie" des Frühstückes über mich ergehen zu lassen.

Trotz des stark frequentierten Frühstückraumes und der damit verbundenen Überlastung der Mitarbeiter der Küche, schafften wir es, uns pünktlich mit unserem Gepäck am vereinbarten Treffpunkt einzufinden.

Nun galt es nur noch zu recherchieren, welcher der kleinen Nussschalen für unseren Transfer verantwortlich war.
Boote der Tauchshops und verschiedener Reiseanbieter wechselten sich scheinbar im Zehnminutentakt ab, bis endlich unser Boot eintraf.

Das Gepäck wurde zum Schutz vor Wasser und Sand in riesige Müllsäcke gestopft und im Boot verstaut.
Nachdem wir Platz genommen hatten, konnte die rund einstündige Reise beginnen.


Jacó

soll einer Großbaustelle gleichen und eher auf den Tourismus und Partys zugeschnitten sein. Da vor allem die Strände in seiner Nähe nicht nur bei den Touristen beliebt sind, ist mit entsprechenden Besucherzahlen zu rechnen.
Aber wir wollten sowieso Menschenansammlungen meiden und uns der Natur verschreiben.
So war es unser Ziel, Jacó so weit wie möglich zu ignorieren und den Nationalpark „Carara" direkt anzusteuern. Wir wollten in der Cabina „Los Cocodrilos" unweit des Nationalparks nächtigen.

Am Strand angekommen, wurde uns bewusst, dass es die richtige Entscheidung war.

Massen an Menschen tummelten sich am und im Wasser.
Nur weg von hier.
Vom Boot die in die Müllsäcke gepackten Taschen geschnappt, durch das Wasser ab zum Strand und weiter zum Parkplatz.
Hier wartete bereits ein Kleinbus, welcher uns zur Hauptstrasse brachte.
Doch wie weiter?
Bei der stark befahrenen Straße sollte es aber kein Problem darstellen.
Und richtig.
Mittels eines Pick Ups waren wir dann recht schnell, aber auch zwanzig Dollar leichter an unserer ausgewählten Lodge.
Was uns hier erwartete übertraf meine Vorstellungen.

Ich bin nicht gerade wählerisch.
Aber hier wollte ich auch nicht nächtigen.
Die Zimmer klein, dunkel und muchtig wurden durch den Charme der angrenzenden Kneipe, der Viehställe und der Hauptstraße nicht gerade aufgewertet.
Ich glaube, wir haben uns nicht einmal nach dem Preis erkundigt.
Die Gegend war uns einfach zu suspekt, allzumal in einem Reiseführer auch davor gewarnt wurde, sein Auto auf dem in der Nähe befindlichen Parkplatz zu parken, da es in der Vergangenheit oft zu Diebstählen gekommen sein soll.

So fuhren wir zu einem anderem Hotel, dem Hotel „Carara", welches sich in einem Dorf unweit der Hauptstrasse direkt am Strand, der Playa Tárcoles befindet.

Hotel „Carara"
Tel.: (+506) 2637-0990, 2637-0178
http://www.hotelcarara.com/
E-Mail: hotelcarara@yahoo.com

 

Das Dorf hatte sicherlich vor einigen Jahren auch noch vom Tourismus gelebt. Zumindest waren noch die stummen Zeitzeugen, wie Touranbieter, in Form von geschlossenen Läden sichtbar.
Nun war der Ort verlassen und nur wenige Einheimische ließen sich ab und zu auf den Straßen blicken.
Was für ein Gegensatz zu Jacó!

Uns gefiel es hier.
Die Ruhe wurde nur hin und wieder von vorbeifliegenden Aras gestört.

Um uns abzukühlen ließen wir uns am Flusslauf im Schatten einer Brücke nieder.
Hier konnten wir den Sonnenstrahlen entfliehen und ein kühles Bier, welches ich vorher mühselig in einem Supermarkt erworben hatte, genießen. (Viele kleine Märkte verkaufen keinen Alkohol.)

Nicht nur wir hatten diese Idee.
Und so teilten wir uns den Flusslauf mit einer Gruppe von Costa Ricanern, welche ihr Picknick an diesen Ort verlagerten.

Nach einem weiteren Stop im Supermarkt schlenderten wir den Flusslauf und dann dem Strand entlang zum Hotel.
Wir wollten erst am nächsten Tag den Nationalpark besuchen, da die Tiere wahrscheinlich die Mittagshitze meiden und wir damit nicht viel zu Gesicht bekommen würden.

 

  


Nur den Roten Aras schien es nichts auszumachen. Sie waren allgegenwärtig.
So entschied ich mich mit Ute nach Ankunft im Hotel unser Fotoequipment zu schnappen und eine Fotosafari zu starten.

Der Hunger rief uns dann zurück ins Hotel.
Doch da es erst 16:30 Uhr war, das Restaurant aber erst in zwei Stunden öffnen sollte, hatten wir ein Problem.
Rund zweihundert Meter von Hotel entfernt fanden wir eine kleine Hütte, in der Hamburger (1500 Colón) angeboten wurden. Mehr gab wohl die Speiskarte nicht her.

Mir reichte er auch erst einmal. Aber die Damenwelt war nicht so begeistert, freute sich dann doch als der Besitzer meinte, dass er auch ein Salat bereiten könne.

Nun ist der Begriff Salat nicht unbedingt falsch gewesen. Man hätte ihn aber auch Hamburger ohne Fleisch und Brot bezeichnen können, was man den Gesichtern entsprechend ablesen konnte. Erst recht, als der Salat wie mit Fleisch und Brot berechnet wurde.

So verstrichen die Minuten und es kam die Zeit, dass das Restaurant im Hotel öffnete und wir uns zu jenem zurück begaben.

Nach dem Essen, bei mir gab es Beef (5000 Colón), verbrachten wir bei gefühlten fünfunddreißig Grad Celsius den restlichen Abend auf dem Balkon.

06:45 Uhr klingelte der Wecker, da wir 07:30 Uhr mit dem Taxi (3000 Colón) zum Nationalpark fahren wollten.

Der Nationalpark „Carara" (Eintritt 10US $) („Carara" bedeutet Fluss der Alligatoren) soll nach Besucherzahlen an fünfter Stelle aller staatlichen Schutzgebiete liegen.
Uns kam es nicht so vor denn wir konnten die Besucher an einer Hand abzählen.
Was nicht unbedingt schlecht sein muss.

Mit dem netten Herrn am Informationsschalter sprachen wir die Möglichkeiten einer Weiterreise nach Cartago ab.
Dass es eine lange Strecke und damit ein hoher Preis sein würde, war uns klar.
Aber unser Hauptproblem lag darin, dass es hier kaum Menschen, bzw. Tourismus gab.
Einerseits schon schön, aber nicht für ein Fortkommen ideal.
Er kannte aber jemanden, der eine solche lange Strecke fahren würde.
Es galt nur noch den Preis und die Kapazität zu erkunden.
Mit seinem Versprechen, dass er uns in der Zeit unseres Besuches des Nationalparks die notwendigen Erkundigungen einholt, begaben wir uns auf die Tour.

Zu unserem Leidwesen sahen wir an diesem Tag nicht viel, obwohl sich hier die Waldgebiete des Nord- und Südpazifiks treffen und damit das Ökosystem sehr speziell sein soll.
Ein Arapärchen machte es sich in einer Baumhöhle bequem und als kleines Highlight kann man noch die Gottesanbeterin erwähnen.
Aber, das ist ja auch das Schöne, man weis nicht, was einen erwartet und die Freude ist dann um so größer, wenn man dann doch eins der seltenen Tiere erblickt.

  


Nach rund vier Stunden beendeten wir unseren Besuch.
Und er hielt sein Versprechen. Obwohl nicht mehr persönlich anwesend, hatte er die Informationen an seine Kollegin weitergegeben.
Die Fahrt sollte 115 US Dollar kosten und könnte gegen 13:00 Uhr los gehen.
Zeit perfekt und wenn man sich das Auto mit vier Leuten teilt, relativiert sich der Preis.

Also mit dem Taxi zum Hotel, geduscht und kaum hatten wir die Sachen gepackt, wartete bereits der Fahrer auf uns.
Nach der Bezahlung des Hotels und einem Kaltgetränk ging es weiter zur nächsten Etappe unserer Reise.

Die Fahrt ging über San José und dauerte trotz guter Straßen zwei Stunden.
Wir entschieden uns im Vorfeld für die „Los Angeles Lodge" und es bereitete ihm, trotz Nutzung unserer „Stadtpläne", einige Schwierigkeiten die Straße und speziell das Hotel zu finden.
Nach etlichen Stopps und Nachfragen erreichten wir es.
Dann wiederum benötigten wir eine gewisse Zeit, ehe wir realisierten, dass wir uns im benachbarten Restaurant zu melden hatten.
Da die Haustür geschlossen ist, hat man keine andere Möglichkeit in das Hotel zu gelangen, falls man es sich ansehen oder nach der Kapazität fragen möchte.

Die „Los Angeles Lodge" ist ein Bed and Breakfast Hotel.

„Los Angeles Lodge"
Cartago Av 4, C 14- 16
Tel.: (+506) 2591 4169

Die Zimmer sind sehr groß und sehr sauber.
Zur Nutzung steht ein Aufenthalts- und Frühstücksraum zu Verfügung und vom Balkon aus hat man einen direkten Blick auf den angrenzenden Park mit der Basilika.
Der Preis von 28000 Colón pro Zimmer war entsprechend.
Die Nachfrage ergab, dass wir auch noch Glück hatten und die letzten zwei Zimmer mieten konnten.

Also Sachen geschnappt und den Fahrer bezahlt.


Cartago

, ehemalige Hauptstadt des Landes, musste seit seiner Gründung im Jahre 1563 mehrfach neu aufgebaut werden.
Schwere Erdbeben, das letzte im Jahre 1910, zerstörten die Stadt völlig, so dass die Stadt heute leider keine historischen Bauten mehr vorweisen kann.
Die Hauptattraktion ist die Basilika, welche 1926 erbaut wurde und die wichtigste Pilgerstätte des Landes darstellt.
Sonst dient die Stadt als Ausgangspunkt für Ausflüge ins Orosi Tal und vor allem zum Vulkan Irazú.

Und genau das war unsere Intension.

Schon während der Suche unserer Unterkunft vielen uns mehrer Restaurants auf, in denen es frisch gerillte Hähnchen zu essen gab.
Nun, nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, galt es das nächst liegende aufzusuchen um unseren, nun mittlerweile recht großen, Hunger zu stillen.

Es schien Bärchens Tag zu werden.
Endlich seine lang ersehnten gegrillten Chicken (1/2 Hähnchen 2000 Colón; Pommes 1200 Colón) und dann fanden wir auch noch auf dem Weg zum Essen einen Laden, in dem es die nicht mehr als Zahlungsmittel verfügbaren 5 Colón Scheine zu erwerben gab.

Nach Besuch des Geldautomaten, Besichtigung der Basilica und Shoppingtour, die Getränke waren wieder einmal alle, planten wir den weiteren Werdegang im Aufenthaltsbereich unseres Hotels.

 

 

 

07:00 hieß es wieder aufstehen, da wir rechtzeitig am Irazú sein wollten.
Gespannt ging ich zum Frühstück.
Welches Wetter würde mich heute erwarten? Hatte es doch gestern Abend noch angefangen zu regnen.
Sollten wir heute kein Glück haben und den Vulkan nicht zu Gesicht bekommen?
Hhhhmmm. Perfekt war es nicht.

Eine geschlossene Wolkendecke lag über der Stadt. - Wie würde es weiter in den Bergen aussehen?

Es war gegen 08:00 Uhr als wir im Gespräch mit dem Taxifahrer einen Preis und eine Route ausmachten.
Wir entschieden uns wieder für diese Art von Transfer, da uns die Busverbindung zu unsicher schien.
Selbst wenn, wie in einem Reiseführer angegeben, täglich ein Bus 08:45 Uhr zum Irazú fährt, währe die Rücktour 12:00 Uhr alles andere als ideal.
Und Traveler, welche wir in unserem Hotel trafen, sagten aus, dass der Bus heute nicht fahren solle.
Uns war es zu unsicher und da wir selbst mit dem Taxi rund fünfundvierzig Minuten für eine Tour benötigten, hätte eine Busfahrt nicht in unser Zeitmanagement gepasst.
Der Trip sollte 40US $ kosten.
D.h. Hinfahrt, warten und Rückfahrt. Hier machte es sich wieder bemerkbar, dass wir zur viert reisten. Relativierte sich so doch wieder der Preis.
Da uns es so vorkam, als wenn hier die Taxis nicht gerade Schlange stehen und wir uns einen guten Gesamtpreis erhofften, schilderten wir unseren gesamten Plan.

Wobei das als „schilderten" zu bezeichnen ...
Die Taxifahrerin konnte natürlich nur Spanisch und da sich unsere Spanischkenntnisse in Grenzen halten und wir mit Englisch nicht viel anfangen konnten, kam es mir fast vor, als wenn wir Tabu spielen würden.
Wieder einmal erfüllte unsere Straßenkarte sehr gute Dienste.
Mit ein wenig Spanisch, Englisch, vielen Gesten und der Hilfe eines weiteren Fahrers, konnten wir nach etlichen Minuten unser Anliegen verdeutlichen.

Unser Plan war es zum Irazú zu fahren, dann wieder zum Hotel zu kommen, um mit den Sachen zu einer Fährstation zu fahren, von wo uns dann ein Boot nach Tortuguero bringen sollte.
Ich glaube im nachhinein, dass es der letzte Punkt den Diskussionsstoff bot.
Da man Tortuguero von mehreren Orten aus erreichen kann, aber nicht sicher war, wann jeweils die letzte Fähre nach Tortuguero startet, versuchte man einen optimalen Weg zu finden.
Auf Grund des Vulkanbesuches und der größeren Distanz könnte es gut sein, dass wir die Fähre nicht mehr erreichen und in der Einöde fest hingen.
Wenn wir den Umweg über Puerto Limón wählen würden, hätten wir keine Probleme bezüglich der Unterkunft, es wäre aber sehr unwahrscheinlich noch ein Boot zu unserem Endziel zu erreichen.

Wie dem auch sei.
Sie verstanden, dass wir optimalerweise die Nacht in Tortuguero verbringen wollten. Und wir überließen ihnen die Entscheidung.
Wir einigten uns auf eine Endsumme von 160US $ und los ging die Reise.


Für den Vulkan hatten wir mehr Zeit eingeplant.
Nicht das er nicht schön gewesen wäre.
Nein, die Sonne schien und die Wolken, welche am Morgen noch Cartago einhüllten, bildeten nun am Horizont eine Zwischendecke, welche das Tal und die Bergspitzen teilte.
Wir hatten perfekte Sicht und zu allem Überfluss, waren wir so gut wie allein.

Zu den Besuchern, welche man an einer Hand abzählen konnte, gesellte sich nur der Wind, welche uns durch die von ihm aufgewirbelten Staubwolken zu sagen schien, seht her, hier oben hat es schon seit einer Ewigkeit nicht mehr geregnet.
Doch da sich das Areal als sehr übersichtlich gestaltete, begaben wir uns bereits nach fünfundvierzig Minuten mit unserer Fahrerin auf den Rückweg zum Hotel.

     


Sie fuhr sehr vorsichtig, was sicher bei den Serpentinen, die ein oder andere Mitreisende mit Wohlwollen betrachtete.
Aber bei dem Tempo würde sich die Fahrt zur Fährstation als Tagesreise herauskristallisieren.

Als wir wohlbehalten wieder in Cartago ankamen, teilte sie uns mit, dass nun ein Fahrerwechsel stattfinden würde. Ein Freund von ihr würde uns nun die längere Strecke begleiten.
Nun erklärten sich auch ihre längeren Telefonate, welche sie in der letzten Zeit führte und bei denen man immer einmal Cartago und Tortuguero aufschnappte.

Schnell umgezogen, endlich konnte das feste Schuhwerk wieder in die Tasche, Sachen gepackt und Zimmer bezahlt, da unser neuer Fahrer bereits auf uns wartete.

Für diese Tour brachte er seinen Sohn mit.
Ist die Tour so ungewöhnlich gewesen? Oder sollte der Sohn in die Fußstapfen des Vaters treten?
Man weiß es nicht.
Er zeigte auf jeden Fall seinem Sohn in regelmäßigen Abständen irgendwelche Dinge und Örtlichkeiten und kommentierte sie dementsprechend.

Die Fahrt im Kleinbus wahr sehr angenehm, nur kann ich bis heute nicht hundertprozentig nachvollziehen, welche Weg wir wählten.
(Ich glaube wir fuhren über Guápiles nach Cariari und von dort nach  La Pavona.)

Die Straßen wechselten von einem schlechten Zustand in einen sehr guten und ich wähnte mich schon, die Orientierung wieder gefunden zu haben. Doch, wir bogen nicht in die Straße, welche in vermutete und ich versuchte mich erneut zu orientieren.
Ich zollte dem Fahrer ehrlichen Respekt, obwohl er auch ein- zweimal den Weg erfragte, bzw. sich erkundigte, ob die Straße befahrbar sei.

Wir verließen die Berge und kamen in das karibische Tiefland.

Ich hatte schon vieles über dieses Gebiet gehört und gelesen.
Auch, dass in dieser Gegend der Grundstein der einstigen Bananenrepublik angebaut wird.
Aber was ich hier sah war schon fast unheimlich und erklärte, warum die Banane das wichtigste Agrarprodukt des Landes ist.

Wir fuhren fast stundenlang durch riesige Plantagen von blauen Tüten, welche die Stauden der Bananen umschließen. Sie sollen die Früchte vor Vögeln und Schädlingen schützen.

Nicht nur, dass das sich vor unseren Augen abspielende Szenario als ziemlich grotesk zu bezeichnen wäre, hauptsächlich für die Umwelt ist diese Gegend ein Fluch.

Da die Monokulturen anfällig für Krankheiten sind, die Stauden aber immer mehr in Form und Aussehen den Wunschnormen entsprechen sollen, werden Unmengen an Pestiziden versprüht und der Boden mit Unmengen an Kunstdünger versehen.
Dies alles gelangt dann ins Grundwasser und so werden die Tiere und Pflanzen, sowie die dort lebenden Bauern aus der Luft und aus der Erde verseucht.
Nicht, dass das genug wäre. Trotz alledem ist der Boden nach rund neun Jahren ausgelaugt.
Dementsprechend sind neue Flächen erforderlich und so wurden in den letzten zehn Jahren rund dreißigtausend Hektar Regenwald gerodet.
Dass die blauen Folien durch die Entwässerungskanäle ins Meer gelangen und dort für das Verenden von einiger Bewohner verantwortlich sind, spielt dann nur eine untergeordnete Rolle.

Die einzelnen Plantagen wurden nur durch Kilometerlange staubige Wege, durch mit dem entsprechenden Logo der Firma versehende Verpackungs- und Verladehallen, sowie der Start- und Landebahnen für die Sprühflugzeuge unterbrochen.
Hin und wieder kam eine kleine, aus wenigen Häusern bestehende Siedlung in unser Gesichtsfeld und wir fragten uns, wie man hier nur Leben kann.

Eigentlich wollte ich seit dem nie wieder Bananen essen.
Wobei die Europäische Union angeblich sehr darauf achtet, wo sie ihre Produkte kauft und sich von derartigen Praktiken distanziert.

Leicht geschockt und stark durchgerüttelt kamen wir dann gegen halb drei an der Fährstation an.

Nach dem schlechten Weg, zum Teil wirklich nur mit rund fünfzehn Kilometern pro Stunde befahrbar, und der Einöde, war ich doch sehr überrascht eine kleine Bootsablegerstation, sowie ein kleines Restaurant vorzufinden.

Leider sollte and diesem Tag keine reguläre Fähre mehr zu unserem gewünschtem Ziel ablegen.
Was sollten wir machen.
Ein Boot chartern würde uns 80000 Colón kosten, das wären rund 25 Euro pro Person. Aber hier schlafen würde auch nicht gehen und nicht sinnvoll sein.
Spekulieren und zu warten, inwieweit sich noch eine weitere Alternative auftun sollte, würde auch nichts bringen, da wir erstens die Entfernung nicht abschätzen konnten und zweitens am
Abend ein Dach über dem Kopf haben wollten.
Das hat man nun davon - mit wenig Zeit individuell Reisen.
Was soll's - geteiltes Leid ist halbes Leid.
Wir charterten das Boot, fuhren durch eine Vielzahl von Kanälen unserem letzten Etappenziel entgegen und bekamen in den rund fünfundvierzig Minuten einen Vorgeschmack von dem, was uns die nächsten Tage erwarten sollte.


Das kleine Dorf

Tortuguero

befindet sich in dem Bereich der ausgedehntesten Überschwemmungs- und Sumpfgebiete des Landes, auf einer Art Landzunge zwischen dem Meer und den „Lagunas del Tortuguero".
Man kommt in dieses Gebiet nur auf dem Wasserweg (über La Gueest/Casa Verde oder La Pavona von Cariari, von Cano Blanco oder von Moin [Puoerto Limón]) oder dem Luftweg von San José.

Da dieser rund sechsunddreißig Kilometer lange Küstenstreifen als wichtigste Eiablagestätte der grünen Meeresschildkröte in der ganzen Karibik gilt, wurde die Küste und ihr Umland als Nationalpark deklariert und erhielt ihren entsprechenden Namen (Tortuga = Schildkröte).

In dem einstigen Fischerdorf existiert zwar eine „Hauptstraße", aber keine Autos.

Immer mehr Touristen entdecken den Nationalpark Tortuguero mit seiner einzigartigen Flora und Fauna für sich, wobei die meisten der Urlauber nicht individuell anreisen und oft nur einen „Tagesausflug" buchen.
Dementsprechend sind in den natürlichen Systemen von beschiffbaren Lagunen und Kanälen eine gewisse Anzahl von Booten zu finden.

Wie üblich recherchierten wir schon vor der Anreise die Unterkunftsmöglichkeiten, dementsprechend galt es gleich nach der Ankunft in Tortuguero die Verfügbarkeit sowie die Einschätzung der im Reiseführer angegebenen Örtlichkeiten zu überprüfen.

Dass der Ort nicht groß ist, ist uns schon im Vorfeld klar gewesen.
Eine Relation der wahren Größe ermöglichte uns aber ein, gleich gegenüber des Bootsanlegers, aufgestellter Plan, welcher der Orientierung dienen sollte.
Und als Ute und ich, die anderen warteten mit dem Gepäck am Steg, innerhalb von zehn Minuten der Hauptstraße entlang alle verfügbaren Unterkünfte checkten, bestätigt sich noch einmal der Eindruck.

Wir wählten ein Hotel an der Karibikseite, hofften wir doch, dass uns der Seewind etwas Abkühlung verschaffen und lästige Moskitos vertreiben würde, welches sich „Restaurant & Hotel Princesa" nannte.

„Restaurant & Hotel Princesa"
Tel.: (+506) 2709 8131

Obwohl die Zimmer recht klein waren, schien uns der Preis von 30US $ pro Zimmer aufgrund der Lage als angemessen.
Es lag etwas ruhiger, man konnte aber dennoch ein Teil des Nationalparks, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten zu Fuß erreichen.
(Ganz im Gegensatz zu den vielen Lodgen, welche sich entlang der Lagunen ziehen und einen entsprechenden Preis haben.)

Sachen abladen und Last abwerfen.
Hatten wir doch im Laufe des Tages öfter einmal daran gezweifelt, dass wir bis zum Abend unser Plan umsetzen können.

Und nun standen wir hier inmitten dieser überwältigenden Natur.

Seit der Zeit im Orinoco Delta in Venezuela war es für mich ein Wunsch, noch einmal so nah mit der Natur, ohne Autos und Lärm zu sein.
Sicher kommt dieser kleine Ort nicht an die Zeit in Venezuela heran, konnte ich mich aber trotz der Touristenzahlen an den Anblick der Natur erfreuen.
Allzumal sich die Anzahl der individuell Anreisenden in Grenzen hielt und die Gruppen sich aus Pauschalreisenden oder „Tagesausflüglern", welche ein Paket aus Transfer und einer
Übernachtung gebucht hatten, zusammensetzten.
(Ein reiner Tagesausflug lohnt sich aufgrund der langen Anreise nicht wirklich.)

Nun galt es aber erst einmal den Hunger zu stillen, da wir seit dem Morgen nichts mehr gegessen hatten.
Wir entschieden uns auch gleich für das erste von uns angesteuerte Restaurant „Buddha".
Dass uns es für die nächsten Tage beeinflussen würde, war uns beim Eintritt noch nicht bewusst.

Wir registrierten zum Anfang nur ein vielfältiges Angebot von Speisen zu annehmbaren Preisen, ein ausgewogenes Interieur und eine überdachte Veranda mit einem wundervollen Blick auf den Fluss.
Ein weiterer Punkt war die Möglichkeit mit Kreditkarte zu zahlen, was selbstverständlich klingt, aber nicht in einer Gegend, wo sich der nächste Geldautomat rund achtzig Kilometer entfernt befindet und einem genau in diesem Moment der Erkenntnis die Skepsis ereilt, ob sein Geld noch für die nächsten Tage reichen könnte.

Da, wie bereits geschrieben, der letzte Zeitpunkt der Nahrungsmittelaufnahme schon etliche Stunden her war, entschied ich mich für ein Pizza Grande.

Vom Preis (8000 Colón) und vom Namen ausgehend konnte man schon eine größere Pizza erwarten, aber das Teil, welches ich nun sah, verschlug mir fast die Sprache.
Jetzt erklärte sich auch, warum die Kellnerin im Vorfeld die Gegenstände auf unserem Tisch so anordnete, dass sich eine optimale Platzausnutzung ergab.

 

               


Boah war ich satt, ich musste mir wirklich für die Reste ein Doggybag geben lassen.
Noch einen lecker Frozen Daiquiri und dabei den Sonnenuntergang genießen.
Konnte das Leben schön sein?

Erst jetzt registrierte ich wirklich, dass es sich ein Hund unter unserem Tisch gemütlich gemacht hatte.

Nach der Bezahlung verließen wir das Lokal, um unser Getränkevorrat aufzufüllen und den Ort näher zu erkunden.
Dass uns der Hund folgte, welcher zuvor unter unserem Tisch döste, hielt ich zum Anfang noch für Zufall.
So wohl wie er sich im Restaurant fühlte, konnte man denken, er gehörte zum Inventar und wollte nur mal Gassi gehen.
Dass er aber vor dem Laden auf uns wartete und uns danach weiter folgte, hielt ich schon etwas merkwürdig.
Aber bei der Anzahl der Hunde, welche sich hier aufhielten, bestimmt auch Zufall.
Als er uns aber auf die Veranda unseres Hotels folgte und sich während unseres Chillens bis zehn Uhr auf jener in unserer unmittelbaren Nähe aufhielt, konnte es kein Zufall mehr sein.
Sicherlich suchte er nur die Nähe des Menschen und würde am nächsten Morgen wieder verschwunden sein, dachte ich mir.

08:00 Uhr steckte ich meinen Kopf aus der Tür. Wollte ich doch das Wetter checken, da es fast die ganze Nacht geregnet hatte.
Und was erwartete mich? Die Sonne und ein mit dem Schwanz wedelnder kleiner verlauster Stromer. Hatte er die ganze Nacht auf der Veranda verbracht und freute sich nun auf unser Erscheinen.

 

     


Da ich das Doggybag vom Vorabend noch hatte, verzichtete ich auf das Frühstück (Mehrpreis 5US $ pro Person) im Hotel und vertilgte die Reste der Pizza auf der Veranda.

Nach dem Eintreffen des Restes der Gruppe ging es erst einmal, im Schlepptau den Stromer, ins Dorf.
Es galt die Rückreise und die Möglichkeiten den Nationalpark zu besichtigen zu klären.

Für unsere Rückreise wollten wir Moin aus zwei verschiedenen Gründen wählen.
Erstens, da die Fahrt nach Moin schöner und länger ist und wir so noch mehr von der wundervollen Natur sehen würden.
Und zweitens, da man von Moin aus mit dem Taxi schnell nach Puerto Limón und von dort preiswert und schnell mit dem öffentlichen Bus nach San José kommen würde.
Der Preis von 25US $ pro Person schien einheitlich und keinen Spielraum für Entscheidungsfindung.


Den Nationalpark kann man wasserseitig oder vom Dorf aus per Fuß erkunden, wobei das Tagesticket 10US $ pro Person kostet und für Benutzung der Trampelfade Gummistiefel vorgeschrieben sind. (Ausleihstationen befinden sich im Ort.)

Zurück in unserer Unterkunft wurden wir auch gleich von unserer Reinigungsfachkraft angesprochen, ob wir Interesse an einer geführten Bootstour in den Nationalpark hätten. Sie würde von einem Bekannten (Roberto) von ihr durchgeführt und sollte 15US $ pro Person kosten.
Wir wollten es uns überlegen, bekundeten dann später aber unser Interesse.


Roberto Tour - Tortuguero
Tel.: (+506) 8869-5211
http://www.tortuguerovillage.com/
E-Mail: robertoguidetortuguero@hotmail.com

 

 

Da sich Sanne nicht so fühlte, nutzten Ute, der Bär, Mielke (der Stromer erhielt im Lauf der Zeit seinen Namen) und ich die Zeit die weitere Umgebung und ein Teil der Küste zu erkunden.

Spätesten in dem Augenblick, als wir in Strandnähe an einer aus zwei Brettern bestehenden „Bar" einen Coco Loco zu uns nahmen und sich der Hund den Schatten der Bretter suchte, um den Sonnenstrahlen zu entgehen, zeichnete es sich ab, dass Mielke unser stetiger Begleiter werden sollte.

 

 


Nachdem ich auch noch einen Laden fand, indem der Verkäufer eine in Papier eingewickelte Flasche Rum zauberte und damit auch noch die nächsten Abende gesichert schienen, war für mich die Welt in Ordnung.

Hier konnte ich es aushalten.
Ruhe, Abgeschiedenheit, jede Menge Natur und Freunde, mit denen man seine Eindrücke teilen kann. Was wollte ich in diesem Momentt mehr?
Ich fotografierte sogar ein Schild, welches an einem zu verkaufenden Grundstück angebracht und mit einer Telefonnummer als Kontakt versehen war.
Das wäre doch die Erfüllung der Träume, im Einklang mit der Natur anspruchslos aber glücklich zu leben?

Sind diese Gedankengänge richtig?
Oder stelle ich mich damit auf eine Stufe mit den Einwanderern in die USA, welche damals zum Leben nach Amerika kamen und die Ureinwohner, die Indianer, vertrieben?
Ich war Gast, aber war ich als jener auch willkommen?
Im Laufe der Zeit kamen mir immer mehr Zweifel auf.

Die Leute waren nett. Aber war es nur Höflichkeit oder waren es nur die Leute, welche vom Tourismus lebten?
Man darf nicht verkennen, dass ursprünglich die Bevölkerung in dieser Gegend aus Holzfällern und Fischer bestand, welche sicher auch von den Meeresschildkröten lebten.
Seit der Deklarierung des neunzehntausend Hektar großen Nationalparks steht diese Region unter Schutz.
Unbestritten sinnvoll, aber was bleibt den Einwohnern übrig?
Wegziehen? Für die meisten sicherlich keine Alternative!
Oder vom Tourismus leben? Sicherlich nicht für alle möglich!
Und was ist mit denen, welche in keine der beiden Kategorien fallen?
Sind es jene, die schon mittags mit einer kleinen Schnapsplasteflasche am Pier oder abends angetrunken in der kleinen Kneipe im Ort sitzen und Domino spielen?

So in Gedanken versunken kam ich wieder in unserer Unterkunft an.
Da sich Sanne immer noch unwohl fühlte, sich aber wieder einmal unser Hunger meldete, entschieden wir uns wieder den „Buddha" zu besuchen und Sanne ihr Essen in das Hotel zu bringen.
Wie selbstverständlich folgte uns wieder unser neuer Begleiter und postierte sich im Restaurant unter unserem Tisch.
Spätestens nach seiner Verfolgung meines Toilettenbesuches waren sich die anderen Besucher sicher, dass das unser Hund wäre.

Da wir noch Wein und Cola für den Abend und Wasser für den nächsten Tag benötigten, kehrten wir noch kurz in den Supermarkt ein und staunten nicht schlecht, als wir hier in dieser Gegend tatsächlich Hundefutter in den Verkaufsregalen fanden.
Unsere Entscheidung stand fest und Mielke konnte nun schlemmen.

Der Abend ging für uns nicht lange, hieß es doch am nächsten Tag fünf Uhr aufzustehen, da wir bereits halb sechs mit unserem Guide verabredet waren.

Sanne fühlte sich leider immer noch nicht wohl und konnte an unserem Ausflug nicht teilnehmen.
Wir wählten ein Boot mit Paddelantrieb, um einerseits die Tiere nicht zu vertreiben und andererseits auch in Regionen zu kommen, welche nur unmotorisierten Booten vorbehalten waren.

Nach dem Tagesticketkauf für den Nationalpark konnte es losgehen.
Es zeigte sich, dass unser Guide sehr erfahren war.
Nicht nur, dass wir vor dem Sonnenaufgang schon auf dem Wasser waren und damit das Erwachen der Natur miterleben konnten. Wir kamen in den Genuss seiner scharfen Wahrnehmung und konnten auch durch seine Planung den nahenden Ansturm an Charterbooten umgehen.

So sahen wir eine Vielzahl an Reiher und andere Wasservögel, Affen, Leguane, Tukane, Schildkröten, Schlangen und Kaimane.

Da wir gegen neun Uhr wieder im Hotel waren, wollten wir vor der anstehenden Mittagshitze noch einen Teil des Nationalparks per Fuß erforschen.
Stiefel ausgeliehen (500 Colón) und ab ging die zweite Tour.

  


Die bereits am Morgen erkannte Artenvielfalt setzte sich in den weiteren Stunden fort.
Neben Spider Monkeys, Schlangen, Fröschen, jeder Menge Insekten und Echsen bekamen wir wieder Tukane und Brüllaffen zu Gesicht. Aber das eindeutige Highlight bildete die Sichtung des Rotaugenlaubfrosches.

  

Zusammengefaltet und an einem Blatt (meist an der Blattunterseite) hängend passt er sich, allein durch seine Färbung, perfekt an seine Umgebung an. Man würde, selbst bei Sichtung, nicht gleich auf die Idee kommen, um welches Tier es sich hierbei handelt.
Wenn das Tier erwacht, bildet sich aus einem Klumpen Etwas, Transformer gleich, ein ungemein schönes und farbenfrohes Tier.
Ich konnte alles um mich herum vergessen. Wie ein Kind hätte ich hüpfen, tanzen und singen können. (Wollte es aber meiner Umwelt nicht antun.)
Hatte ich doch meinen heimlichen Liebling sehen dürfen.

Die Sonne näherte sich immer mehr dem Zenit und die Temperaturen stiegen stetig.
So war es nicht verwunderlich, dass wir nach den genialen Stunden mit einem kalten Bier bewaffnet in den Hotelpool sprangen und die Abkühlung genossen.

Der Rest des Tages wurde gechillt, um rechtzeitig zum Sonnenuntergang geschlossen, d.h. mit Sanne und Mielke, unser Stammrestaurant aufzusuchen.

Was für ein Tag!!!
Obwohl sich die Sonne nun mittlerweile schon seit einigen Stunden verabschiedet hatte, waren die Temperaturen auf der Veranda fast unerträglich.
Da wir einen langen Tag hinter uns hatten und wir am nächsten Tag zusammen mit Sanne noch einmal den Nationalpark besuchen wollten, entschieden wir uns bereits gegen acht Uhr ins Bett zu gehen.
Doch an Schlafen war nicht zu denken.
Über uns wurden Möbel gerückt. (Am nächsten Tag erfuhren wir, dass die neuen Bewohner auf Jagd nach mehreren Kakerlaken waren. - Mit mehr oder weniger gutem Erfolg.)
Mielke bellte nahende Personen an. (Man muss dazu sagen, dass sich außer uns nur im Schnitt drei vier Besucher im Hotel aufhielten.) Und die Hitze schien unseren Ventilator im Zimmer zu verspotten.
Selbst das kalte Bier, welches ich im Restaurant holte und trank, konnte mich nicht zum Einschlafen bewegen.
Ich hätte den Hund verfluchen können.
Abwechselnd aus unserem und dem Nachbarzimmer konnte man Versuche vernehmen, den Hund zum Verstummen zu bewegen.
Wenn ich aus der Tür schaute um den Hund zu Maßregeln, sah ich nur zwei große Kulleraugen und einen wedelnden Schwanz.
Konnte man ihm böse sein?
Doch was würden die anderen Bewohner des Hotels sagen?

Irgendwann schlief ich ein.

Kurz vor sechs Uhr wachte ich auf.
Ein Blick aus der Tür bestätigte meine Annahme.
Der Stromer stand wieder mit dem Schwanz wedelnder Weise vor der Tür.

Da wir, wie üblich, fast alle zeitgleich wach wurden, ging es recht schnell. Waschen, unsere bereits am Vortag gekauften Teigtaschen zum Frühstück gegessen und ab auf Tour.

Nur hatten wir über Nacht unseren Plan verworfen, den Nationalpark über einen anderen Eingang mit Flip Flops zu besuchen.
Trotz der Wärme in den Stiefeln erschienen sie uns bezüglich der Schlangen, ... als sicherer.
Nun hatte aber um diese Zeit zwar der Nationalpark, aber keine „Verleihstation" offen und am Nationalpark gab es keine Möglichkeit welche zu leihen.
Was tun?
Sind wir umsonst aufgestanden?
Wir durchforsteten die nähere Umgebung nach weiteren Möglichkeiten. Bis uns ein Bewohner des Dorfes begegnete, welcher meinte, wir können ruhig seinen Kumpel wecken, welcher ebenfalls Schuhe verleiht.
Nun klopfte er so lange an der Tür der kleinen Hütte und rief den Namen des Bewohners, das ich schon dachte, dass die ganze Nachbarschaft wach werden würde.
Wir teilten ihm mit, dass wir doch lieber von unserem Vorhaben Abstand nehmen und später wieder kommen würden. Er solle doch seinen Schlaf genießen.
Aber Nö! Es wäre kein Problem.
Und er klopfte und rief unbekümmert weiter, bis sich die Tür öffnete und ein extrem verschlafendes Gesicht aus dem Haus späte.

Unser Helfer schilderte kurz unsere Lage. Der Erwachte hört ihm zu, um kurz darauf uns mitzuteilen, dass es kein Problem sei.

So befanden wir uns einige Minuten und einigen Danksagungen später, zwar etwas hinter dem Zeitplan - aber zufrieden, mit Mielke zwischen den Beinen im Park.

Ich bin ehrlich gesagt nicht über seine Teilnahme an der Exkursion glücklich gewesen. Hatte ich doch Bedenken, dass er die Tiere verscheuchen oder gar anknappern könnte.
Da der Nationalpark offen ist, wäre er auch so reingekommen. Also hätte ich so oder so keinen Einfluss auf den letzten Punkt.
Doch er zeichnete sich als ganz ruhig und angenehm aus. D.h., außer als er einen anderen Hund traf und mit ihm spielte. Aber auch während dieser Zeit war kein Bellen zu vernehmen.

 


Unsere Gruppe teilte sich nach einer Zeit und die „Fotografen" verlängerten ihren Aufenthalt bis 12:30 Uhr.
Hier das gesehene niederzuschreiben würde den Rahmen sprengen. Es hat sich aber auf jeden Fall gelohnt, auch wenn man sich mit offen Augen und Ohren, sowie besonnen dem Sachverhalt widmen sollte. Anderenfalls kann einem das eine oder andere verborgen bleiben.

Bei unserer Ankunft am Dorfplatz trafen wir Roberto, unseren Führer vom Vortag wieder, welcher von einem Trip aus dem Norden wieder kam.
Dort befindet sich ein kleiner Berg, der „Cerro del Tortuguero".
Auf dem Weg zu seiner Spitze (119 Höhenmeter) gibt es jede Menge „Blue Jeans Frogs", welche zu der Kategorie der Pfeilgiftfrösche gehören und trotz ihrer geringen Größe von knapp zwei Zentimetern, durch ihre Färbung - Rot mit blauen Gliedmaßen - als sehr schön gelten.
Das und der Sachverhalt, dass man vom Gipfel aus einen wunderbaren Blick über die ganze Ebene hat, ließen in uns bei einem Bier den Plan keimen, die Gegend zu erkunden.

Aber erst einmal ging es ab zum Hotel, Duschen und wieder zum „Buddha" die Mahlzeit zu uns nehmen.

Inzwischen von der Natur angefixt hatte ich die Idee eine Unterkunft direkt im Grünen zu suchen. Sicherlich wäre man dann nur umständlich von der Lodge weggekommen und hätte die Zeit ausschließlich in der Hotelanlage und mit den Mücken verbracht. Aber die Geräusche des Waldes bei Nacht würden für dieses Zugeständnis entschädigen.
Um die Vorstellungen zu relativieren fuhren Sanne und ich mit dem Bootstaxi zur „Evergreen Lodge".
Mir gefiel sie. Entsprach sie doch annähernd meinen Vorstellungen. Auch der Preis war noch recht annehmbar. Doch ich konnte Sanne und den Rest der Gruppe einfach nicht überzeugen.

So trafen wir uns auf der Veranda mit einer österreichischen Kleinfamilie, welche gerade für einige Monate Costa Rica und die umliegenden Länder bereist.

Da wir von Roberto erfuhren, dass ab zwanzig Uhr im Gebäude hinter dem Restaurant am Pier eine Disco stattfinden sollte, begaben wir uns gegen halb neun zu dieser Lokalität.
Um dort zu erfahren, dass das Event um einen Tag verschoben wurde und heute nur ein üblicher Kneipenabend anstand.
Was soll's, da die Musik ganz annehmbar gewesen ist, schon bei der Annäherung drangen Töne von Falkos Kommissar auf Englisch in unsere Ohren, wollten wir wenigstens ein Bier trinken und die Locals etwas kennen lernen.

Was mir bis heute unbegreiflich ist, wie es Mielke bei all dem Lärm und all den Leuten unter unserem Tisch aushalten konnte. Wir entschieden uns auf jeden Fall nach dem Bier für die Ruhe und damit für die Veranda.

Irgendwie schien Mielke auf dem Rückweg seine Freundin aufgelesen zu haben und so erschienen sie auf einmal im Doppelpack.
Dementsprechend vertrieben sie lautstark sich uns nähernde Personen.
Das konnte ja eine Nacht werden!!!
Wenn Mielke ruhig war, ließ er sich durch seine Freundin anstacheln.
Auf diese Weise sollten vermeintliche Eindringlinge, wie Menschen und andere Hunde, vertrieben werden.
Mich trieben sie langsam aus dem Bett.

Wieder drangen die Laute, welche um Ruhe „baten" aus unseren Zimmern und mir war es immer noch ein Rätsel, dass sich die anderen Gäste nicht beschwerten.

Da es mir aber mächtig auf die Nerven ging, entschloss ich mich ihn in unser Zimmer unter unser Bett kommen zu lassen.
Ich öffnete die Tür und gab dem wedelndem Etwas zu verstehen, dass er sich unter das Bett begeben solle.
Er schaute unsicher und ungläubig, war er doch, obwohl oft am Tage die Türen zu unseren Zimmern offen standen, nie in unsere Zimmer gegangen.
Aber innerhalb von Sekunden entschied er sich und kroch unter das Bett.
So nun hatten wir Ruhe!
Ich vernahm nahende Personen, aber Mielke gab keinen Laut von sich.
Doch hatten wir wirklich Ruhe?
War der Hund stubenrein?
Unsicherheit stieg in mir auf. Ich schaltete das Licht an und schaute unter das Bett.
Da lag er, ganz friedlich, schaut mich kurz an um gleich darauf wieder seine Schlafposition einzunehmen.

Da die Nacht nicht mehr so heiß und von Ruhe bestimmt war, konnte ich bis halb acht schlafen.

Als ich aufwachte viel mir sofort die letzte Nacht und Mielke ein.
Meine Nase versuchte innerhalb von Zehntelsekunden einen für das Zimmer untypischen Duft auszumachen.
Nichts!
Sofort schaute ich unter das Bett um ich zu vergewissern, dass mich meine Nase nicht trügte.
Doch nichts!
Mielkes Kopf erhob sich und er schaute mich an, wobei er zeitgleich begann mit dem Schwanz zu wedeln.
Ich öffnete die Tür.
Langsam kam er unter dem Bett hervor, streckte sich und legte sich auf die Veranda.

Da sich das Frühstück im Hotel als nicht so gut herausstellte, begaben wir uns ins Dorf, um dort unsere Mahlzeit einzunehmen.

Dort trafen wir auch Roberto wieder, mit dem wir eine Tour zum „Cerro del Tortuguero" für den Nachmittag vereinbarten.


Da das Meer auf Grund seiner gefährlichen Strömung nicht unbedingt zum Schwimmen geeignet ist, verbrachte ich die Zeit bis zum Nachmittag in einer der vielen Hängematten in der Hotelanlage und dachte über die letzten Tage und Wochen nach.

Nach dem Essen im Dorf, wurden wir kurz vor drei abgeholt, um mit dem Boot zum Beginn der Landzunge zu fahren, von wo wir den Berg erklimmen wollten.

Wie seit Tagen selbstverständlich folgte uns Mielke.
Doch wie würde er nach unseren Einstieg ins Boot reagieren?
Er lief aufgeregt am Pier hin und her, unschlüssig bezüglich des weiteren Werdeganges.
Als der Motor startete und sich das Boot langsam vom Ufer entfernte, sprang er ins Wasser und versuchte recht unbeholfen uns zu folgen.
Jede Sekunde musste er untergehen. Hatte er doch in der Vergangenheit das Element Wasser tunlichst gescheut. Doch er folgte uns weiterhin mit eisernem Willen.
Er entfernte sich immer weiter vom Ufer und mir stellte sich die Frage, wie lange er noch durchhalten könnte. Musste er schließlich auch den Weg zurück schaffen.

Sind wir inzwischen Bestandteil seines Rudels geworden?
Dass er ein besonderer Hund war, das wurde mir von Tag zu Tag klarer. Aber ich hielt ihn bis dahin nur als besonders clever.
Ich hätte aber nie gedacht, dass die Bindung innerhalb so kurzer Zeit so reifen würde.
Eine kleine verlauste Promenadenmischung, die man im Normalfall sicherlich ignoriert hätte, eroberte aufgrund seines Charakters im Sturm unsere Herzen und in dem ein oder anderen ließ die Situation Wehmut aufkeimen.

Der Kampf sein Rudel nicht zu verlieren zerrte merklich an seinen Kräften und er schien jeden Moment unter zu gehen.
Doch was sollten wir machen?

Er wurde immer kleiner.

Endlich als sich der Abstand zwischen uns und Stromer schon beträchtlich vergrößerte und der Fahrer die Geschwindigkeit weiter erhöhte, entschied er sich zum rettenden Ufer zu schwimmen.
Wir waren erleichtert aber auch schon innerlich beunruhigt, was wohl am nächsten Tag geschehen würde.

Am Berg angekommen, zeigte es sich, dass es aufgrund der regelmäßigen Regenfälle fast unumgänglich ist, festes Schuhwerk zu tragen.

Im nachhinein, würde ich die Tour eventuell in eigener Regie unternehmen.
Das Problem besteht eventuell darin, erst einmal den geeigneten Weg für den Aufstieg zu finden.
Andererseits kann man aber so die Aufstiegsgeschwindigkeit und die Zeit zum Betrachten der Flora und Fauna selbst bestimmen.
So bezahlten wir 20US $ pro Person, wobei es nicht notwendig ist ein Tagesticket zu erwerben, da die Gegend nicht zum Nationalpark gehört.

Wir erwarteten schon den ein oder anderen Frosch zu sehen, aber, dass wir so viele sehen würden, hätten wir nicht gedacht.
Hinzu kamen Tukane und Affen sowie ein atemberaubender Blick über die Gegend.

  


Viel zu schnell sind wir dann kurz nach fünf Uhr wieder zurück gewesen.
Unser erster Gedanke galt Mielke, doch wir konnten in nicht am Pier sehen.

Ist er wieder wohl behalten am Ufer gelandet?

Unsicher machten wir uns auf dem Weg zu unserer Unterkunft.
Doch schon nach wenigen Metern kam unser kleiner Flokati angestürmt und begrüßte uns mit freudigem Springen und Schwanz wedeln.
Er hatte seine Pflegefamilie zurück!

Als erstes ging es unter die Dusche, wohin uns unsere Schuhe infolge ihres Verschmutzungsgrades einiges später folgten. Um im Anschluss ein letztes Mal den Sonnenuntergang im „Buddhas" zu bewundern.

Es würde unser letzter Abend hier und mit Mielke sein.
Wehmut stieg allmählich in mir auf.

Nach einem kurzen Zwischenstop auf unserer Veranda sollte es nun zur „Disco" gehen.
Bereits seit dem spätem Nachmittag kamen vereinzelt Boote mit zum Ausgehen präparierten Leuten.
Also machten wir uns auf den Weg, um an dem Event teilzunehmen.
Es zeigte sich, dass an diesem Abend in zwei „Clubs" eine Party steigen sollte.

Den ersten kannten wir ja schon vom Vorabend.
Die zweite Location wurde von drei jeweils rund einsfünfzig großen und rund hundertzwanzig Kilo schweren Damen begleitet.
Es war unmöglich einen Blick durch die Tür in das Innere zu erhaschen um festzustellen ob sich die Bezahlung des Eintrittes rechtfertigen würde.
Schließlich waren wir in Tortuguero.

Ganz ehrlich, ich hatte in meinem ganzen Leben noch kein Club mit ausschließlich Einlasserinnen gesehen. Doch beim Anblick der Grazien, vor allem ihrer Mimik, wurde einem klar, dass sie ihren Job gut machen würden.
Sie gestatten mir einen Blick in das Innere des Gebäudes und wir entschieden uns, in die andere Pinte zu gehen, da dort kein Eintritt verlangt wurde und der gerade betrachtete noch extrem leer war.

Da an diesem Abend, es war Samstag, anscheinend mehr als üblich Alkohol floss und einige der Bewohner auf Krawall gebürstet schienen, blieben wir nicht zu lange und verbrachten die letzten Minuten auf unserer Veranda.
Wir lernten aus den letzten Nächten und entschieden uns so im Vorfeld, Mielke mit ins Zimmer zu nehmen. Konnten wir doch auf diese Weise die letzte Nacht in Ruhe schlafen.

Wir konnten etwas ausschlafen und in  Ruhe unsere Sachen packen, da unsere Reise erst 10:00 Uhr losgehen sollte. Eine Viertelstunde eher sollten wir am Pier sein.


Pünktlich mit unserem Gepäck und Mielke am Pier angekommen, wurden wir auch schon von dem Fahrer angesprochen, welcher uns unser Boot zeigte.
Nicht groß, aber für 4 Personen und dem Gepäck sollte es ausreichen.
Doch falsch!
Wir sollten noch etwas warten bis zwei weitere Damen und ein Kind kamen. Dann konnten wir erst einsteigen und uns wurden die Plätze zugewiesen.
Etwas zu dieser Zeit unverständlich wurden die zierlichen Damen und nur ein Teil des Gepäckes zum Heck verfrachtet und die Männer mit dem Rest des Gepäckes, welches zwischen unseren Beinen stand, nach vorn.

Mielke wartet in der Zeit geduldig am Pier, sicherlich mit der Voraussicht, dass wir wie am Vortag wieder zurückkommen würden. :o(

Eine Nachfrage bezüglich der Platzaufteilung ergab, dass zwei weitere Touristen unserem Boot beiwohnen sollten. Und das für 3-4 Stunden?
Mal sehen.

Da sich die Lodge der weiteren Passagiere nördlich unseres Dorfes befand, wurde uns der Abschied von unserem Wegbegleiter noch schwerer gemacht.
Nach Komplettierung unseres Teams kamen wir erneut am Pier vorbei, wo Mielke immer noch den Blick auf den Fluss gebannt, versuchte unseren Spuren zu folgen.
Ich redete mir ein, dass es ein sehr cleverer Hund und dies nur eine Masche von ihm ist.
Konnte er doch auf diesem Wege ein jedes Herz erweichen und sich sein Leben vereinfachen.
Zumindest viel mir so der Abschied leichter.

Als wir nun Geschwindigkeit aufnahmen, wurde es uns klar, dass es so nicht möglich gewesen ist, die Fahrt auf dieser Art und Weise weiterzuführen.
Innerhalb von Sekunden wurden wir durch die Gischt, welche durch den Tiefgang der Spitze erzeugt wurde, nass. Regenjacke... anziehen, aber es war Schei...
Stopp, anhalten! So geht es nicht! Mit Misswollen seitens des Bootsführers wurde das Gepäck verlagert. Der Schwerpunkt lag jetzt mehr im Heck, die Spitze schaute aus dem Wasser und wir saßen trocken, bis der Regen kam.
Auch wenn das Dach länger gewesen wäre, wir in der ersten Reihe hätten durch den „Fahrtwind" keine Chance gehabt und wären auch so nass geworden. Aber der Kapitän hatte noch zusätzliche Regencapes.


Nachdem wir etliche Minuten unterwegs waren und in jener Zeit nur überholt wurden, realisierten wir unsere Fahrtgeschwindigkeit.
Es gab kein anderes Boot was nur annähernd so langsam fuhr wie wir und das ohne, dass wir uns die Natur anschauen wollten.
(So wurden aus geplanten dreieinhalbe Stunden knappe fünf Stunden. Aber unser Flugzeug sollte ja erst am Folgetag gehen!)
Eine Nachfrage ergab, dass er mit so viel Gepäck nicht gerechnet hatte (Was erwartet man, wenn jemand mit seinem Rucksack ein Land bereist? Eine Handtasche?) und auf Grund des Tiefganges Probleme mit dem niedrigen Wasserstand hatte.
Es ging dann soweit, dass wir (die Männer) zwischendurch aussteigen und das Boot über eine Sandbank ziehen/schieben mussten um das Boot aus den Fängen des Flussbettes zu befreien.

Aber Gott sei dank hatte sich der Regen nach zehn Minuten wieder verzogen und die dunklen Wolken gaben nur einmal in der Stunde für sehr kurze Zeit wenige Nieseltropfen von sich.
Ein Land wollte uns wieder einmal den Abschied leicht machen.

Dennoch wurde mir während der Fahrt beim Betrachten der Natur klar, dass wir ein Fleckchen unseres wunderbaren Planeten hinter uns lassen würden und es kam erneut Wehmut in mir auf.
Dass das Benzin langsam knapp und der Kapitän schon aufgeregter wurde, konnte uns nun auch nicht mehr erschüttern.

Kurz vor dem geplanten Ziel registrierten wir noch ein Faultier, welches sich am Flussufer in Zeitlupentempo einen Baumstamm herauf bewegte und uns zu sagen schien: Hier bleibt die Zeit stehen. - Und mir wurde erneut klar, was mich in Deutschland erwarten würde.

In Moin angekommen, ging es mit einem Kleinbus zum Busbahnhof nach Puerto Limón (3US $ pro Person) und von dort mit einem Linienbus nach San José (2600 Colón pro Person).
(Wenigstens hielt er nicht, wie so oft typisch in Costa Rica, an jeder Ecke und damit gestaltete sich die Fahrt als recht kurzweilig.)

 


Am Busbahnhof angekommen ging es mit einem Taxi zum ausgesuchten Hostel („JC & Friends Hostel")

Doch wie findet ein Taxifahrer ein Hostel, welches von außen so gut wie nicht erkennbar ist?
Meterhohe Mauern mit Stacheldraht und stählerne Tore mit einem kleinen handgeschriebenen Schild (in zwei Meter Höhe) mit dem Namen des Hostels.
Aber nach mehreren Telefonaten seitens des Taxifahrers und drei Runden um den Block, kamen wir an.

„JC & Friends Hostel"
Calle 34 y Avenida 3 - Paseo Colón
San Jose
Tel.: (+506) 8374 8246
http://www.jcfriendshostel.com/

 

Ein einfaches Hostel mit Gemeinschaftsbad und -WC, aber es war OK.

Nach dem Bettenbeziehen wollten wir die entgültig letzte Mahlzeit in Costa Rica zu uns nehmen.
Uns wurde ein nahegelegenes chinesisches Restaurant empfohlen. Preiswert und gut. Aber mit dem Hinweis, keine Rucksäcke, Kameras ... mitzunehmen (obwohl das Restaurant nur 50m entfernt gewesen ist) und erst recht Nachts kein Geld vom Automaten abzuheben.
Naja, war ja nur eine Nacht in San José.

Da an diesem Abend die Entscheidungen der zu dieser Zeit stattfindenden Wahlen gefallen sind, was in Costa Rica in einem Zustand endet, welchen man bei uns in Deutschland bei einem Sieg der Fußballweltmeisterschaft finden kann, vernahmen wir im „Vorgarden" des Hostels die Hubkonzerte der fahnenbestückten Autos und das Feuerwerk.
Hier wollten wir unseren Urlaub bei einem Bier ausklingen lassen, was neben einem Katzenklo uns nicht richtig gelang.
Egal, wir mussten ja schon zeitig aufstehen, da wir 05:45 Uhr mit dem Taxi abgeholt wurden um unser 09:00 Uhr Flug zu bekommen.

Nach einem entspannten Flug, wieder über Newark nach Berlin, kamen wir gegen Mittag in Rostock an.


Was ist hier los gewesen? Die eingehende Berichte relativierten sich im Minutentakt. - Schneemassen und Arsch kalt.
Da haben wir ja fast alles richtig gemacht - aber nur fast. Wenn wir alles richtig gemacht hätten, wären wir länger geblieben!!!