Da ich doch schon einige Reisen hinter mir habe, wurde ich in der Vergangenheit oft gefragt, welche Reise die schönste gewesen sei und welchen Ort ich empfehlen würde.

Und ich konnte immer nur sagen, dass es sehr schwierig ist zu entscheiden.

Man kann Äpfel nicht mit Birnen vergleichen.

Jedes Land hatte bisher immer etwas sehr spezielles und eins davon hervorzuheben ist sehr schwer, wenn gar unmöglich.

Wo bei man auch betrachten muss, dass es immer darauf ankommt, was man aus seiner Reise macht. Desweiteren haben Vorbereitungen, Wetter und Zufälle einen Einfluss auf diese subjektiven Bewertungen.

Aber auf dieser Reise sollte ich eines besseren belehrt werden.

Dieses Mal sollte es nach Myanmar gehen.

 

 

 

 

 

Land der Pagoden 

 

 

 

Myanmar, auch unter der früheren Schreibweise Birma beziehungsweise Burma bekannt, stand seit 1962 unter einer Militärherrschaft, bis diese am 4. Februar 2011 einen zivilen Präsidenten als Staatsoberhaupt einsetzte.Bekamen Touristen früher nur Visa für maximal eine Woche, so öffnete sich das Land vor einigen Jahren aus wirtschaftlichem Druck.Viele Menschenrechtsorganisationen und tourismuskritische Vereinigungen riefen Touristen jedoch lang zum Boykott des Landes auf, da diese ihrer Ansicht nach durch Reisen nach Myanmar das Militärregime unterstützten und ihre Devisen nicht bei der Bevölkerung ankämen. Obwohl Myanmar ein großes Angebot an Sehenswürdigkeiten bietet, die Shwedagon-Stupa -  vermutlich wertvollste Stupa der Welt, die weitläufigen Anlagen der alten Hauptstadt Bagan mit über 2000 Sakralbauten aus vier Jahrhunderten, der Inle-Lake mit den in ihn hinein gebauten Dörfern und die Stadt Mandalay als kulturelles Zentrum mit vielen Sehenswürdigkeiten auch in ihrer Umgebung, scheuen sich viele Reisende dieses Land zu besuchen. Wenn man die Landesspezifische Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes studiert, könnten Bedenken als sinnvoll erachtet werden. 

Wir, meine Freundin, ihre Schwester und ich, relativierten diese Sicherheitshinweise.

 

Dieses Mal buchten wir unsere Flüge schon etwas früher.

Einerseits, da die Erfahrung der letzten Jahre zeigte, dass die Flugpreise im Gegensatz zu früher oft kurz vor der Abreise im Preis stiegen und andererseits, da wir uns unser Visa schon im Vorfeld beschaffen wollten.

 

Wir hatten zwar erfahren, dass man seit kurzem auch sein Visa bei der Einreise nach Myanmar an einige Flughäfen erhalten kann. Uns war diese Information aber zu wage und spontane Änderungen im Reglement sollten uns nicht eine Einreiseverweigerung bescheren.

Aus diesem Grund wanden wir uns an die Botschaft in Berlin (Antragsformular in Englisch ist über das Internet erhaltbar, zzgl. Reisepass [mindestens noch sechs Monate gültig], zwei Passfotos und 25 Euro).

 

Am Abend des 25ten Oktober standen wir nun mit unserem Gepäck am Hamburger Flughafen.

 

Die Reise sollte erst einmal nach Bangkok, mit einem Zwischenstopp in Dubai gehen.

Ein Direktflug wäre sicherlich sinnvoller. Wir haben aber keinem zu einem annehmbaren Preis gefunden. Und die Emirates fliegen halt über ihr Drehkreuz.

Wir sehen es positiv und nutzen die Zeit um die Beine zu vertreten.

 

Der Flug verlief ohne Zwischenfälle.

Nach dem Studium der neuesten Filme, etwas Schlaf und der Einnahme der Mahlzeiten sind wir am Folgetag gegen 18:00 Uhr (Ortszeit) in Bangkok angekommen.

Da wir unseren Weiterflug für den Folgetag geplant hatten, hieß es nun etwas Geld tauschen und mit dem Taxi vom Flughafen Suvarnabhumi zu dem im Vorfeld über AGODA gebuchten Hotel „Miracle Grand Convention“ zu fahren.

 Miracle Grand Convention Hotel
99 Kamphaeng Phet 6 Road, Talad-Bangkhen, Laksi, Bangkok 10210, Thailand
Tel : +66 (0) 2575-5599
Fax :+66 (0) 2575-5555
Email: info@miraclegrandhotel.com
 

Wir wählten dieses Hotel, da es mit rund 5km Entfernung zum Flughafen „Don Muang“ für uns eine gute Lage hatte. D.h., wir am Folgetag einen kurzen Anfahrtsweg haben würden. (Wer schon einmal in Bangkok gewesen ist, wird diesen Vorteil zu schätzen wissen.) Und es mit rund 45€ für das Doppelzimmer mit Frühstück ein gutes Preis / Leistungsverhältnis vorweisen konnte. (Inklusiven kostenlosem Shuttle zum Abflughafen.)

 

Nach etwas Verhandlungsgeschick hatte wir dann auch ein recht günstiges Taxi chartern können, welches uns zu dem gewünschten Hotel brachte.

 

Das Hotel entsprach unseren Erwartungen. Es war sauber und das Personal war nett.

Da wir nach unserer langen Anreise keine Lust mehr hatten uns außerhalb des Hotels ein Restaurant zu suchen, wählten wir das im Hotel.

Sicherlich etwas teurer, aber das Preis / Leistungsverhältnis stimmte auch hier.

Das Essen war gut und eine Liveband spielte im Hintergrund Musik.

Nur, dass sie dann von den Scorpions „Wind of Change“ spielten, als sie registrierten, dass wir aus Deutschland kamen, hätte nicht sein müssen. Nicht, dass sie es schlecht gespielt und gesungen hätten, ich mag einfach den Song nicht.

 

Alles in allem ein angenehmer Aufenthalt, was auch noch einmal mit dem wunderbaren Frühstück am folgenden Morgen untermauert wurde.

 

Sonntag, 27.10.2013 

Unseren Weiterflug am Sonntag hatten wir für 10:55 Uhr gewählt. Eine annehmbare Zeit, wenn man auch noch den Jetlag bedenkt.

Den Flug hatten wir im Vorfeld in Deutschland gebucht. Einerseits um den Flug sicher zu haben und im Vorfeld den günstigsten Flug zu wählen.

Mit knappen 70 Euro für einen Flug mit der Thai Air Asia lagen wir auch ganz gut. Wobei man bedenken muss, dass bei dieser Fluggesellschaft nur 15 kg Freigepäck berücksichtigt werden. Übergepäck muss extra bezahlt werden.

Was auch einige Mitreisende später noch schweren Herzens realisieren mussten. - Obwohl ich sie extra im Vorfeld noch einmal darauf hingewiesen hatte. Theorie und Praxis! J

Bei diesem Flug hatten wir Glück mit der Gepäckregelung, da die Gewichtsgrenze bei einigen Mitreisenden durch den Tausch der Herbst- zu den Sommersachen leicht überschritten sein sollte.

Das sich der Abflug um 50 Minuten verzögerte bereitete uns kein Unbehagen, da wir mit Mandalay erst einmal das Endziel unserer ersten Etappe erreichen sollten und wir damit unter keinem Zeitdruck standen. Von Mandalay aus sollte es mit dem Bus oder dem Boot in den Süden, über Bagan und dem Inle Lake nach Yangon gehen.

Thailand verließen wir bei Sonne und warmen Temperaturen. Doch der Blick aus dem Flugzeugfenster ließ uns nicht gerade in Hochstimmung kommen.

Eine dicke Wolkendecke lag über dem Zentrum Myanmars, als wollte sie uns den Zutritt in dieses Land verwehren.

Unsere Befürchtungen bestätigten sich mit der Landung des Flugzeuges und dem Ausstieg aus jenem.

Es nieselt zwar nur, aber der Boden hinterließ einen Eindruck, als wenn es seit Tagen, bzw. Wochen geregnet haben musste.

Würde das Wetter unsere Reise beeinflussen?

Sicherlich ist es unbestreitbar, dass man die Schönheiten des Landes, nicht nur als Fotograf, ohne Regen besser betrachten kann. Es reist sich besser und die Elemente erscheinen in einem besseren Licht.

Aber erst einmal ins Hauptgebäude und die Prozedur der Einreise absolvieren.

Die wagen Informationen, dass man auch am Airport sein Visa erhalten kann bestätigten sich. Aber die lange Schlange an der Antragsstelle zeigte, dass unsere Entscheidung die notwendigen Unterlagen schon in Deutschland beantragt zu haben richtig gewesen ist.

So verlief die Einreise recht schnell und angenehm.

Noch etwas Geld tauschen.

Wir tauschten „nur“ 50 Euro, da der Kurs am Flughafen im Allgemeinen immer schlechter ist. Das Myanmar hier eine Ausnahme bildet, wurde uns leider erst zu spät bewusst. Den Kurs von 1:1329,46 erhielten wir nie wieder. Der Nachteil bei dieser Wechselstube war, dass nur Scheine ohne Knicke genommen wurden. Was dazu führte, dass sie erst meinen dritten 50 Euro Schein akzeptierten. (Wir kannten es zuvor nur von unserer Reise nach Vietnam und man muss sagen, dass uns diese Vorgehensweise nur dieses eine Mal in Myanmar vorgekommen ist.)

Mit ein wenig einheimischem Geld waren wir nun etwas flexibler und konnten uns mit dem Taxi zu unserem Hotel „Yadanarbon“ bringen lassen, um uns unseres Gepäckes zu entledigen.

 

Hotel „Yadanarbon“

www.hotelyadanarbon.com

No.125, 31st St,

Mandalay
Tel.: +95 2 71 999

Da wir wussten, dass wir in Mandalay mindestens eine Nacht verbringen würden, wählten wir auch für diese erste Nacht in Myanmar im Vorfeld ein Hotel über AGODA (DZ mit Frühstück 34,24€).

12.000 Kyat (oder 15$) „ärmer“ kamen wir dann gegen 14:30 Uhr in der von uns gewählten Unterkunft an.

Der Blick aus dem Fenster während der Fahrt ließ die Stadt in keinem guten Licht erscheinen. Dieser Sachverhalt wurde aber sicherlich entscheidend durch das Wetter beeinflusst.

Der Regen hatte inzwischen wieder zugenommen und die Straßen und Wege bestätigten den Eindruck, dass es hier schon seit längerem geregnet haben musste.

Und die Wolken schienen die Häuser der Stadt in ihrem Grau zu verschlingen.

Ein Sachverhalt, welcher nicht unbedingt zum Verweilen einlud.

Das Hotel befand sich in einer kleinen Nebenstraße, recht zentral und war im typischen vietnamesischen Stil gebaut. Schmal, hoch und tief.

Check In, Sachen auf die Zimmer befördern und weiteren Werdegang abstimmen.

Mandalay hatte einiges zu bieten, doch würde es Sinn machen, bei diesem Wetter die Stadt näher zu erkunden? Würde der Nachmittag reichen, oder sollten wir doch noch eine weitere Nacht in diesem Ort verweilen.

Von Mandalay aus sollte es weiter nach Bagan gehen. Mit dem Schiff auf dem Flussweg oder mit dem Bus auf dem Landweg?

Fragen über Fragen.

Die nette Dame an der Rezeption gab uns Auskunft.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Wetter am nächsten Tag ändern würde, erschien recht unwahrscheinlich. Bei diesem Wetter konnte man die bekanntesten Sehenswürdigkeiten innerhalb des Nachmittages erkunden. Damit beschlossen wir unsere Reise nach Bagan am nächsten Tag in Angriff zu nehmen.

Das Boot sollte 07:00 Uhr ablegen, acht Stunden dauern und 42$ pro Person kosten. (In Myanmar kann man mit Kyat und Dollar bezahlen, wobei sich letzteres mehr auf touristische Dienstleistungen wie Transfer und Unterkunft bezieht.)

Der Bus dagegen erschien mit 10.000 Kyat (zzgl. 2.000 Kyat Transfer zum Busbahnhof) pro Person sehr günstig und sollte nur fünf Stunden dauern. Abreisemöglichkeiten wurden mit 08:30 Uhr, 16:30 Uhr und 22:00 angegeben.

Ich hatte im Internet gelesen, dass die Bootstour sehr schön sein sollte.

Auf Grund des schlechten Wetters entschieden wir uns aber für die Alternative des Bustransfers. Da wir am Nachmittag in Bagan sein wollten, um uns eine Unterkunft zu suchen, wählten wir den Bus halb neun.

Das Wetter besserte sich etwas und wir wollten diesen Zustand nutzen und uns Mandalay ansehen. Speziell hier den Palast. Da er nur bis halb fünf offen hat, suchten wir uns schnell ein Taxi und ließen uns zum Eingang fahren.

Doch kaum am Palast angekommen fing es wieder an zu regnen.

 

                                                                        Mandalay Palast                                                                                                                                                                                                                                                                                               Mandalay Hill

Also schien es sinnvoll auch für den weiteren Nachmittag ein überdachtes Gefährt zu benutzen. Da wir uns auch noch dem Mandalay Hill ansehen wollten, verhandelten wir mit dem Taxifahrer einen Gesamtpreis (25.000 Kyat) und hatten damit auch einen Vorteil, dass wir uns unbewusst gleich einen Führer für den Palast mit erworben hatten.

 

Der Palast an sich ist schon sehenswert, auch wenn ich nicht extra für ihn nach Mandalay reisen würde. Da aber Bagan keinen eigenen überregionalen Flughafen hat, musste unsere Reise eh über Mandalay gehen. Wobei man aber auch wieder berücksichtigen sollte, dass bei meiner Beurteilung das Wetter eine große Rolle spielte.

Das gleiche gilt für den Mandalay Hill. Obwohl man von hier bei klarer Sicht einen wundervollen Blick auf die Stadt und ihrer Umgebung haben muss.

 

Da uns nun langsam der Hunger quälte, ließen wir uns nicht beim Hotel, sondern bei einem nahe gelegenem Restaurant absetzen.

 

Das Myanmar anscheinend noch als eine Art „Geheimtipp“ gilt, hatte ich schon realisiert. Aber Mandalay schien touristisch gesehen noch jungfräulich zu sein.

 

Dies spiegelt sich auch in diesem Restaurant wieder.

Was ich generell als schön empfinde.

Es war spartanisch eingerichtet und die Speisekarte gab es in der Landessprache.

Meistens hatten wir Glück und es kam ein Gast, welcher der englischen Sprache mächtig und uns bei der Auswahl behilflich war.

Sonst wählt man halt seine Speisen nach einer subjektiven Auswahl am Nebentisch oder in der Küche.

In diesem kam wieder eine nette Kundin an unseren Tisch und bot ihre Hilfe bei der Auswahl an.

Auch wenn ich wieder einmal bis heute nicht sagen kann, was wir genau gegessen haben.

Gebacken, paniert, gerollt, … es war recht lecker und mit 5.600 Kyat für drei Essen und zwei Bier kann man hier wirklich von einem Schnäppchen reden.

 

Dann kam aber das nächste Problem.

Nicht, dass es immer noch in Strömen regnete. Dafür hatten wir es nicht mehr weit zum Hotel.

Aber durch die Tour hatten wir den direkten Bezug zum Hotel verloren. Mein Garmin hatte ich nicht eingesteckt und der Stadtplan konnte uns nicht helfen, da keine Straßennamen angegeben waren.

Die Mitarbeiter der Restaurants konnten uns zwecks falscher Aussprache unsererseits auch nicht weiterhelfen und mit einer exakten Schreibweise konnte ich auch nicht dienen.

Was nun?

Ich war kurz davor mich auf eine Expedition zu begeben, um den kürzesten Weg zum Hotel zu eruieren, damit die Frauen nicht ganz nass werden würden.

Dann viel mir zum Glück noch ein, dass ich ein Foto von dem Hotel gemacht hatte.

Nun hatten sie eine Vermutung wo sich das Hotel befinden würde und ein netter Mitarbeiter brachte uns, trotz stets anhaltenden Regens, zum Hotel. (Es befand sich rund fünf Minuten Fußweg entfernt.) Wobei er sich bei jeder Kreuzung erst einmal orientieren musste. (War es inzwischen auch dunkel geworden.)

Das Trinkgeld für seine zuvorkommenden Dienste nahm er nur zurückhaltend an.

Das nenn ich Service. In Deutschland auch nur ansatzweise undenkbar.

 

Doch was machen wir nun mit dem angebrochenen Abend? Chillige Bars und Restaurants brauchten wir in der näheren Umgebung nicht suchen.

Die Straßen waren fast gar nicht mehr begehbar und man hätte sich nun fast schon ein Boot ausleihen können.

Der nächste Supermarkt sollte sich in einigen hundert Metern Entfernung befinden.

 

Also gab ich meiner Freundin meine Kamera und begab mich auf den Weg zum „Ocean Supercenter“ um einige Getränke zu erwerben.

Es schien so, als wenn sie entsprechend des Tages den Namen des Einkaufcenters wählten.

Wie kommt man sonst dazu so einem Namen in einer Stadt zu vergeben?

 

Das Einkaufszentrum war wie üblich extremst gut klimatisiert, was man, wenn man bis zur Unterhose klitsch nass ist, nicht unbedingt als angenehm empfindet. Da ich aber allein unterwegs war, sollte der Einkauf ja nur wenige Minuten dauern und ich könnte mich bald wieder in das warme Nass der Straßen begeben.

Doch was war das? Massen an Touristen (Ok es waren 10 – 15 Stück, kamen einem aber in Anbetracht der Umstände als recht viel vor), welche sich mit Keksen und Getränken eindeckten.

Wo sind die denn den ganzen Tag gewesen?

Nach dem Einkauf (Cola 1,25l 700 Kyat; 1l Wasser 250Kyat; 1l Mago Juice 2550 Kyat; Kekse 1300 Kyat) und dem Gang zurück in die „Waschanlage“ erklärte sich das Phänomen.

 

Ein Reisebus wartet unweit des Einganges auf sie zur Weiterreise.

 

Zum Thema „Waschanlage“: Man kam sich wirklich so vor wie in einer Autowaschanlage. Zum Teil watete man durch knöcheltiefes Wasser. Von oben kam warmer Regen und wenn man nicht aufpasste, bekam man von den passierenden Vehikeln eine Seitendusche.

Im Hotel wieder angekommen war ich nun vollends durchweicht. Obwohl ich mich eigentlich nicht noch einmal duschen müsste, vollzog ich diesen Akt mit sauberem Wasser und begab mich endlich in trockene Wäsche.

Den Abend ließen wir gemeinsam auf dem Zimmer ausklingen und begaben uns gegen halb zwölf ins Bett.

 

Was würde uns die weitere Reise bringen? Wechselt das Wetter?

 

 

 

Montag; 28.10.2013 

 

Gegen 6 Uhr wurde ich recht unsanft durch den Wecker aus dem Schlaf gerissen. Steckten mir noch der fehlende Schlaf der vergangenen Tage und die Zeitverschiebung in den Knochen.

Etwas Katzenwäsche, verstauen der Sachen (meine Klamotten vom Vorabend waren natürlich immer noch nass) und ab ging es zum Frühstück.
Es war einfach aber ausreichend.

 

Danach Check Out und Transfer zum Busbahnhof.

 

Es war immer noch bewölkt, aber es hatte vorerst aufgehört zu regnen.

 

Da wir noch rund 30 Minuten Zeit hatten, warteten wir am Counter des Busunternehmens, einem kleinem Häuschen, bis sich auf einmal bei mir ein menschliches Bedürfnis ankündigte.

Auf Anfrage wurde mir mitgeteilt, dass sich die Toiletten im Hauptgebäude am anderen Ende des Busbahnhofs befinden.

Das sollte ich bis Abfahrt des Busses lässig schaffen.

Also machte ich mich langsam auf den Weg.

Mit zunehmender Notwendigkeit beschleunigten sich meine Schritte. Wobei man eigentlich Vorsicht walten lassen sollte, da der Begriff Busbahnhof in diesem Fall als unangebracht erschien. Man könnte ihn besser als überdimensionierten Bolzplatz bezeichnen, welcher mit Schlamm und knöcheltiefen, mit Wasser gefüllten, Löchern übersät war.

Aber ich schaffte es ohne Blessuren. Mich erwartete ein großer dunkler Raum, in welchem die Löcher, welche als Latrinen dienten, durch dünne Holzwände abgetrennt waren. Dies war die Toilette im Hauptgebäude.

Ich hatte vorsorglicher weise mein eigenes Toilettenpapier mit, da die drei Blatt dünnen Papiers, welche mir von dem netten Herren, welcher vor dem dunklen Raum saß und die Gebühr in Empfang nahm, ausgehändigt wurde, definitiv nicht ausgereicht hätten.

Als Spülung diente eine Schöpfkelle, mit deren Hilfe das Wasser aus einem Wasserfass in das Loch und seine Umrandung befördert werden sollte.

Ich möchte nicht wissen, was alles in diesem Wasser schwamm. Ob es nur Tiere waren?

Egal, ich wollte es in diesem Moment nicht erfahren. Und es war immer noch besser als sich auf dem Bolzplatz zu entledigen.

 

Erleichert bin ich wieder an unserem Counter angekommen und realisierte, dass unser Gepäck bereits in dem zur Verfügung stehenden Bus verfrachtet wurde.

Alles chic, jetzt konnte es losgehen.

Aber kurz nachdem ich auf meinem Platz im Bus Platz genommen hatte, stellte sich bei mir wieder dieses unbehaglich Gefühl ein, welches einem zu einem weiteren Toilettengang bewegen könnte.

Eine kurze Nachfrage und  die Erkenntnis, dass ich noch fünf Minuten Zeit hätte, ließen mich in einer Rekordzeit mit einer Grazilität über die Schlammebene huschen. Stets bedacht, mit meinen Flip Flops nicht auszurutschen, um einerseits keine Zeit zu verlieren und andererseits eine weitere Garnitur an Sachen zu meiner Dreckwäsche befördern zu müssen.

Den Weg kannte ich ja nun schon, genau so wie mich der Mann vor dem WC, welche mich nur mit einem Lächeln, ohne Bezahlung durch winkte. (Hatte wohl eine Art Mengenrabatt erstanden. ;)  – Wie er beim dritten Mal reagieren würde, wollte ich in eigenem Interesse lieber nicht testen.)

So befand ich mich nach einer gefühlten Minute zum zweiten Mal über diesen kleinen Bodenlöchern.

 

Auf jeden Fall kam ich unbeschadet und sauber rechtzeitig vor Abfahrt beim Bus wieder an.

Allerdings war es mir dann doch etwas peinlich, dass ich den Fahrer bitten musste die Gepäckklappe zu öffnen, da ich noch einmal ein mein  Gepäck musste. Ich wollte mir sicherheitshalber eine Imodium Akut reinwerfen um vor bösen Überraschungen während der Reise gewappnet zu sein.

Ich hatte sie cleverer Weise nicht in meinem Handgepäck verstaut.

 

War es das Essen vom Vortag?

 

Der Bus, welcher zu rund 90 Prozent ausgebucht war und im Wesentlichen aus laotischen Reisenden bestand, wurde langsam in Bewegung gesetzt.

Jetzt musste ich versuchen bis zum Zwischenstopp, welcher nach rund zweieinhalb Stunden stattfinden sollte, durchzuhalten. Und ich hoffte, dass das Imodium seine Wirkung nicht verfehlen würde.

Wir passierten wasserüberflutete Straßen, welche zum Teil so schmal waren, dass zwei größere Fahrzeuge nicht auf normalem Wege aneinander vorbei kamen.

Dementsprechend gestaltete sich unsere Durchschnittsgeschwindigkeit.

 

Dann, nach rund einer halben Stunde der erste unangekündigten Stopp.

Nein, nicht durch mich initiiert, sondern durch einen anderen Nutzer des Bustransferservices, der dem natürlichen Drang einer Entleerung seines Körpers nachkommen musste.

Kurzer spontaner Halt, am Straßenrand, vor allen sichtbar hinhocken und los ging es.

 

Man hätte eigentlich denken können, dass weitere Mitreisende ebenfalls in ihren Körper hören und diesen Stopp gegebenenfalls für den eigenen Toilettengang nutzen würden.

Aber weit gefehlt.

Nach gefühlten weiteren dreißig Minuten gab es den nächsten unplanmäßigen Stopp, da in einem weiteren Mitreisenden die Idee fruchtete ebenfalls auf die Toilette zu müssen.

 

Das konnte ja eine Reise werden. Bei der Durchschnittsgeschwindigkeit und bei der Anzahl von Stopps werden wir wohl erst gegen Abend in Bagan eintreffen.

Aber wir haben ja Zeit. Kein Problem.

Und nach knappen fünf Minuten konnte die Reise ja auch schon weiter gehen.

 

Ich schaute aus dem Fenster.

Verfolgte wie die Felder von kleineren Ortschaften und jene wieder von Feldern abgelöst wurden. Wie das Grau des Himmels sich in ein leichtes Azur zu verwandeln schien.

Meine Gedanken sprangen von der Gegenwart in die Zukunft und wieder zurück in die Vergangenheit, bis ich durch einen Knall aus jenen gerissen wurde.

 

Der Bus bremste akut und kam einige Meter weiter am Straßenrand zum stehen.

 

Was war geschehen? Der Knall, welche von hinten kam, war recht laut.

Ein Unfall war ausgeschlossen, da sich zurzeit keine anderen Fahrzeuge in unmittelbarer Nähe befanden. Also konnte es nur ein Reifen gewesen sein. Aber wir kamen nicht ins Schlingern.

Wir stiegen aus und es stellte sich heraus, dass ich richtig mit meiner Annahme lag.

Ein hinterer Reifen war geplatzt.

Das Gute war, dass dieser Bus heckseitig schon mit Doppelreifen ausgerüstet war, so dass diese Knallpanne recht glimpflich verlief.

 

Mit mittelalterlichen Hilfsmitteln sollte nun der Reifen gewechselt werden.

Dadurch, dass der Busfahrer ein Improvisationstalent war, konnte die Reise dann doch schon nach einer Stunde fortgesetzt werden.

 

Nach runde einer weiteren halben Stunde gab es nur den ersten offiziellen Stopp.

Hhhhmmm, hätten wir doch das Boot nehmen können.

Aber wir hatten ja Zeit und ich war nur froh, dass wir den Bus am Morgen genommen hatten. Sonst hätten wir wirklich noch ein Zeitproblem bekommen können.

 

Nun konnten wir offiziell einen Toilettengang einlegen, sich mit einem Getränk oder einer Zwischenmalzeit stärken und der Fahrer konnte endlich eine Pause einlegen.

 

                                                                                                Straßen in Myanmar                                                                                                                                                              Pause   

 

Da das Ziel nicht mehr weit schien, suchte ich uns aus dem „Reise Know How“ Reiseführer eine Übernachtungsmöglichkeit für die nächsten Tage raus.

Sie sollte zentral liegen, aber die Gegend sollte nicht zu überlaufen sein.

Aus diesem Grund schieden Old – und New Bagan aus.

Ich entschied mich für eine Unterkunft in Wetkyee Inn Village, dem „Bagan Princess Hotel“.

 

 

 

„Bagan Princess Hotel“

www.baganprincess.com

Nyaung Oo Main Road; in Wetkyee Inn Village

Tel: 95 (61) 60661;  60872

E-Mail: reservation.baganprincess@gmail.com

 

 

 

 

Je südlicher wir kamen, umso besser wurde es.

Die Sonne zeigte sich inzwischen in ihrer ganzen Pracht und die Straßenränder glichen nicht mehr den Schlammoasen. Es schien, als wenn  es hier nicht so heftig geregnet hatte.

Aber es hieß noch einen letzten Stopp vor unserem endgültigen Ziel einzulegen.

Es galt unser Ticket für den Zugang zur Kulturstätte „Bagan Archeological Zone“ zu erwerben. Der Eintritt kostete 15Dollar, bzw. 15 Euro. (Man muss kein Mathematik Genie zu sein um zu erraten, dass wir natürlich in Dollar bezahlten.)

 

Nach dem ganzen Pausen während der Reise hätte ich nie gedacht, dass wir dann schon gegen 14 Uhr am Busbahnhof in Bagan angekommen sind.

 

Bei der Planung müssen sie schon eine kräftige Toleranz mit eingerechnet haben.

 

Glücklich doch noch recht zeitig und bei gutem Wetter angekommen zu sein, schnappten wir unsere Sachen und suchten uns ein Taxi.

 

Unser Taxi war ein Jeep. – Sollte das heißen, dass wir auch hier mit sintflutartigen Regenfällen zu rechnen hätten?

Bisher war es trocken. Aber könnte es ein, dass die Regenfront uns verfolgen würde und uns das Wetter in Bagan einholt?

 

Zu viele Gedanken.

Wir ließen uns von dem Taxi zu dem von uns auserkorenem Hotel fahren. Dort checkte ich die Kapazität und den Preis, während die Damen noch mit dem Gepäck am Taxi warteten.

 

Sie hatten Bungalows für 65$ und Zimmer in einer Art Haupthaus für 55$, inklusive Frühstück.

Das Hotel machte einen sehr guten Eindruck und ein Blick in die Zimmer bestätigte unseren Entschluss dieses Hotel für unsere nächsten Nächte zu wählen.

 

Wir wählten den größeren Bungalow und Kerstin das kleinere Zimmer im Haupthaus.

 

So, dass war geschafft.

Taxi bezahlen, Sachen im Zimmer deponieren und unsere grobe Orientierung detailiert ausbauen.

 

Das Hotel lag für uns optimal.

 Von hier aus konnte man viele Sehenswürdigkeiten in kürzester Zeit per Fahrrad oder E-Bike erreichen, hatte aber auch seine Ruhe.  

Ein Pool, an welchem die Bungalows angelegt waren, ein in unmittelbarer Nähe befindliches Restaurant und sehr zuvorkommendes Personal werteten alles noch auf.

 

Da unser am Flughafen getauschtes Geld nicht mehr lange reichen würde, hieß es nun Geld tauschen.

Im Hotel wurde ein relativ schlechter Kurs (1€ = 1.100 Kyat) angeboten. Aus diesem Grund wählten wir eine Möglichkeit in nächster Nähe zu unserem Hotel, der „LMSL – Legendary Myanmar Int´l Shipping & logistics co., LTD“ (1€ = 1.295 Kyat).

 

Noch die nassen Sachen vom Vortag im Hotel zur Reinigung abgegeben (sicherlich findet man außerhalb des Hotels günstigere Preise, aber ich war heute zu bequem und länger wollte ich sie nicht im Beutel lassen, damit sie kein Eigenleben entwickeln) und die wesentlichen Sachen waren geregelt.

Es war mittlerweile 15:00 Uhr und es stellte sich ein leichtes Hungergefühl ein.

Also begaben wir uns in das „Queen - Restaurant“ (~100 Meter westlich von unserem Hotel), welches auf Grund des netten Personals, der guten Lage und des sehr guten Preis – Leistungsverhältnis  zu unserem Stammrestaurant werden sollte.

(Chicken mit Ananas 3.500 Kyat; Reis 400 Kyat, Mandalay Bier [0,64l] 1.500 Kyat)

 

 

Queen Restaurant

Wet-Gyi-InnBagan-Nyaung Oo Main Road

E-Mail: pyae.queenrt@gmail.com

Tel.: 061-60176

 

 

 

 

Zurück beim Hotel erkundigten wir uns vorsorglich schon einmal nach Möglichkeiten der Weiterreise zu unserem nächsten Stopp am Inle Lake, wobei wir noch Zeit hatten, da wir uns einige Tage in Bagan aufhalten wollen.

Es gab die Möglichkeit eines Fluges für 92$ pro Person oder die Busfahrt für 10.000 Kyat pro Person. Wobei die Busse 07:30 Uhr und 18:00 Uhr fahren sollten und rund 8 Stunden benötigen.

Der Flug kam für uns nicht in Betracht, da wir etwas von dem Land sehen wollten und die Gegend zwischen Bagan und dem Inle Lake sehr schön sein sollte.

Da die Kapazität der Busplätze beschränkt war, reservierten wir erst einmal drei Plätze für den Donnerstagmorgen, mit der Option der Entscheidung am Folgetag.

So hatten wir die Möglichkeit unseren Abflugzeitpunkt zur relativieren, bzw. über andere Optionen der Weiterreise nachzudenken.

 

Es war immer noch früher Nachmittag und wir hatten noch Zeit bis zur Dunkelheit unseren Eindruck von Bagan zu vertiefen.

Wir erfuhren von der Möglichkeit sich für 7.000 Kyat eine Pferdekutsche nach Old Bagan zu chartern.

Was wir auch machten.

 

 

Unsere Vorstellungen bewahrheiteten sich.

Ein faszinierendes Areal - eine historische Königsstadt mit über zweitausend erhaltenen Sakralgebäuden auf rund 36 km².  

Ab dem Jahre 1044 ließen fromme Herrscher in der rund 250 Jahre dauernden Friedenszeit knapp 6000 Pagoden erbauen, von denen nur mittlerweile nur noch rund 2000 erhalten sind. Die Kosten für Tempelbau und Unterhalt des Personals sollen ein Grund für die spätere Schwächung des Staates gewesen sein.

 

Diese Tour von reichlichen zwei Stunden ließ in mir Vorfreude auf die nächsten Tage aufkommen.

 

Kurz vor sechs wurden wir wieder an unserem Hotel abgesetzt und begaben uns direkt zum „Queen - Restaurant“  um die letzten Eindrücke bei einer Flasche Bier und einem kleinen Snack (Knoblauch Brot [1.200 Kyat]; Käse Omelette [2.000 Kyat]) Revue passieren zu lassen.

 

Da wir in der Nähe kein Mini- oder Supermarkt gesehen hatten, aber noch ein Kaltgetränk am Pool nehmen wollten, erwarben wir noch eine große Flasche Cola (1.500 Kyat), bezahlten die Rechnung uns begaben uns zu unserem Hotel.

 

In den Pool konnte man nicht gehen, er sah vom Wasser nicht so einladend aus. So setzten wir uns in eine Sitzecke am Pool-Area und genossen den ausklingenden Abend.

 

Obwohl wir uns eigentlich nur rumfahren gelassen haben, waren wir trotzdem recht müde und begaben uns gegen halb elf ins Bett.

 

 

Dienstag; 29.10.2013 

Heute konnten wir mal etwas ausschlafen.

Halb neun trafen wir uns zum Frühstück, welches jetzt nicht unbedingt umwerfend war, aber den Hunger stillte.

 

Da wir uns die Highlights dieser Gegend in einem doch recht kurzem Zeitraum ansehen wollten, entschieden wir uns ein Taxi zu chartern. (Es sollte 35.000 Kyat kosten.)

So konnten wir uns ein Überblick über das große Areal machen und uns später entscheiden, was wir uns noch einmal detailiert ansehen wollen.

Kurz nach neun kam das Taxi und wir besichtigten die bekanntesten Sehenswürdigkeiten.

 

Der Eindruck vom Vortag wurde bei weitem übertroffen.

 

  

Einzelne, aus Ziegelstein bestehende Pagoden, welche sich in einem mehr oder weniger zerfallen Zustand befanden.

Einige wurden zum Teil aufwendig restauriert, was dem Charme aber nicht minderte.

Und diese historischen Denkmäler in einer riesigen Ebene zu tausenden angeordnet.

 

Faszinierend!

Ich war bei jeder Pagode, welche wir besuchten, immer wieder erneut beeindruckt, ließ das Taxi oft am Straßenrand anhalten und schoss gefühlte tausend Fotos. (Ein Vorteil des digitalen Zeitalters.)

Hinzu kam, dass der Fahrer extremst nett war, und uns auch Orte jenseits der „Touristenfade“ zeigte. So besuchten wir unter anderem eine ortsansässige Langhalsfrau.

 

Ko Aung Cho Oo – Taxi Service

Tel.: 09-2043063

 

Zum Launch hielten wir in der Nähe von Old Bagan und nahmen unser Essen im „Kadaykywe Restaurant“ ein. (6.000 Kyat für 3x Suppen und 2x Bier; zzgl. 2.000 Kyat für ein Bier für den Fahrer)

 

Durch das Gespräch über unsere Reise und sehenswerte Ziele um Bagan ließ in uns einen neuen Plan der Weiterreise aufkeimen.

Wenn wir mit dem Bus fahren würden, könnten wir „nur“ die Sehenswürdigkeiten entlang der „Hauptstraße“ sehen und, wenn wir Glück hätten, würde eventuell zufällig noch eine Pullerpause in deren Nähe eingelegt werden.

Wir könnten natürlich von Bagan aus uns ein Gefährt mieten, um uns einige Sehenswürdigkeiten anzusehen. Aber einige, wie der Mount Popa, liegen recht weit von Bagan entfernt, so, dass es mehr Sinn machen würde, nicht mit dem Bus zu fahren, sondern sein Auto zu Charten und beide Sachverhalte zu verbinden.

Für einen Mehrpreis von rund vierzig Euro pro Person würden wir uns Flexibilität erkaufen.

Dass dies eine richtige Entscheidung sein sollte zeigt sich zwei Tage später.

 

Auch der Nachmittag verging zu schnell.

Wir besichtigten noch einige Tempel, erwarben Ansichtskarten (10 Stück = 1.000 Kyat) und begaben uns gegen 14:00 Uhr zurück zum Hotel.

 

Ich holte meine saubere Wäsche ab, stornierte unsere Reservierung für den Bustransfer zum Inle Lake und begab mich zu den anderen zum Pool-Area, um bei einem Kaltgetränk den Tag auszuwerten.

Solch einen beeindruckenden Tag hatte ich schon lange nicht mehr gehabt.

 

Nach einem leckeren Abendessen in unserem „Stammrestaurant“ und dem Versuch im Internet einige Recherchen bezüglich des Inle Lakes zu betreiben, ließen wir den Abend am Pool ausklingen.

Zu uns gesellten sich zwei Damen aus der Schweiz, welche schon seit drei Wochen das Land bereisten. Wir tauschten uns aus, wobei sie selbstverständlich viel mehr zu erzählen hatten.

Leider war das Wetter wohl nicht nur in Mandalay so schlecht. Sie kamen aus dem Süden und hatten seit drei Wochen schlechtes Wetter.

Sollten wir Glück und nur den letzten Tag der Schlechtwetterperiode erwischt haben?

 

Egal. Wir hatten heute sehr gutes Wetter und eine einmalige Kulisse.

 

Mit diesen Gedanken schlief ich auch, nach dem Zubettgehen, zufrieden ein.

   

 

Mittwoch; 30.10.2013 

Der Wetter klingelte acht Uhr um uns pünktlich halb neuen mit Kerstin beim Frühstück zu treffen.

Heute wollten wir uns per Pedes noch einmal die Anlagen in der näheren Umgebung ansehen und eine Tour nach Nyaung Oo (oder auch Nyaung U) machen. Hier sollte es einen Markt und einen wunderschöner Tempel geben.

Gegenüber des „Queen - Restaurant“s gab es eine Ausleihstation, wo man sich Fahrräder für 3.000 Kyat, oder E-Bikes für 8.000 Kyat (pro Tag) ausleihen konnte.

Natürlich entschied ich mich für die E-Bike Variante, allzumal ich es als Special Offer für 7.000 Kyat erhielt.

Unsere erste Anlaufstation galt dem Markt in Nyaung Oo.

Er ist geprägt von, Textil-, Gewürz- und kleinen Souvenir- Ständen, lebt von den quirligen Käufern und Verkäufern und ist auf jeden Fall eine Besuch wert.

      
                                                                            Busbahnhof in Nyaung Oo                                                                                                                                                                                                                          Markt 

Von hier aus ging es weiter zur Shwezigon Pagode.

König Anawrahta erbaute im 11. Jahrhundert diese Pagode, die den Urtyp des burmesischen Pagodenstil verkörpern soll. Die Legende besagt, dass der König den Standort der Pagode bestimmt hat, indem er einem Elefanten eine Reliquie (einen Zahn Buddhas) auf den Rücken band und abwartete, wo der Elefant sich hinlegte.Der große Elefant am Eingang steht für diese Legende.Die Pagode soll neun Wunder beinhalten:

1.       Der Schirm auf der Spitz der Pagode hat keine Eisen-Stützpfeiler

2.       Die Schatten an der Wand ändern nicht ihre Position

3.       Das Papier, welches das Plattgold vor dem Auftragen auf die Pagode hält und runterfallen gelassen wird, wird nicht nach außerhalb des Geländes getragen.

4.       Das Gelände kann sich jeder Anzahl von Besuchern und Pilgern anpassen.

5.       Das Geräusch der Trommel einer Seite kann auf der anderen Seite nicht wahrgenommen werden.

6.       Bei starkem Regen bleiben keine Pfützen

7.       Die Pagode gibt einem die Illusion auf einer Erhöhung zu stehen.

8.       Die Khayey und Chayar Bäume in dem Areal blühen das ganze Jahr.

9.       Jeden Morgen wird Steamed Reis der Pagode geopfert.

 

                                                                            Shwezigon Pagode 

Nach der Besichtigung ging es zum „Golden Imperial“ wo wir den gemischten Teeblattsalat (Green Tea Leave) probierten, welcher uns am Vorabend als regionales Highlight von den Schweizer Damen empfohlen wurde.

 

Diesen Hype konnten wir nicht nachvollziehen.

Außer die Schärfe erschließen sich uns keine signifikanten Geschmacksaspekte und wir kamen zu der Erkenntnis, dass man in für 1.000 Kyat mal probiert haben kann, aber es nicht nach Wiederholung schreit.

Da wir der Tag zuvor Schwierigkeiten hatten ins Internet zu kommen, es gab Verbindungsprobleme, besuchte ich ein in der Nähe befindliches Internet Cafe.

Doch so etwas hatte ich noch nicht gesehen.

Der Rechner war so etwas mit Viren verseucht.

Ein Hinweis an den Betreiber verpuffte und ich wurde an einen anderen Rechner verwiesen.

Jener hatte nicht nur Viren, sondern zu ihm gesellten sich noch Würmer und Trojaner.

Ich verzichtete auf den neuen Hinweis, da ich vermutete, dass der Sachverhalt bekannt ist und checkte selbständig einen weiteren Rechner, obwohl ich das Resultat eigentlich schon kannte.

In meiner Vermutung bestätigt verließ ich der Ort des „Bösen“ und fuhr mit den anderen zurück ins Wetkyee Inn Village.

Dort gaben die Frauen ihre Fahrräder ab, wobei ich den Nachmittag nutzte um das restliche anliegende Areal näher zu erkunden.

Obwohl wir schon in der vergangenen Zeit nicht viele Touristen getroffen haben, war ich nun ganz allein und konnte so ohne Stress dem Charme der Gegend erliegen.

  

 

 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Hotel

Dieses wollte ich noch mit einem Sonnenuntergang toppen.

Ich fand eine Pagode, auf welche man aufsteigen konnte und von welcher man einem sagenhaften Blick haben würde. Sicherlich würde ich in einer knappen Stunde hier nicht alleine sein, aber diesen Augenblick wollte ich unbedingt erleben.

Da ich diesen Moment mit meiner Freundin und deren Schwester teilen wollte, fuhr ich zurück um die Frauen zu informieren.

Ich traf auch beide in unserem Stammrestaurant an.

Leider hielt sich ihre Affinität einen Sonnenuntergang zu erleben extremst in Grenzen (nun sag noch einmal einer, Frauen sind romantischer als Männer) und ich begab mich allein zur ausgewählten Pagode.

 

Wie vermutet hatten sich noch weitere Besucher eingefunden um dieses „Spektakel“ zu erleben.

Und es war genial!!!

 

Die Silhouette der Pagoden vor der untergehenden Sonne.

 

   

 

Nach Abgabe des Bikes stieß ich zu dem weiblichen Teil unserer Reisegruppe, welche im Restaurant auf mich warteten.

Da der dem Besucher zur Verfügung stehende Rechner immer noch keinen Internetempfang hatte, bat mir der Chef sein Smartphone zum Surfen an.

Doch so wichtig war es nicht und ich lehnte die gastfreundschaftliche Geste dankend ab.

Nach dem Abendbrot begaben wir uns zurück zum Hotel und ließen den Abend wir üblich am Pool ausklingen.

Dabei stellten wir fest, dass der Pool inzwischen gesäubert wurde und nun zum Planschen einlädt.

Doch heute hatten wir keine Lust mehr und morgen sollte es leider schon weiter zum Inle Lake gehen.

Eigentlich könnten wir noch länger an diesem Ort verweilen, aber nach meinen Recherchen in Deutschland sollte die Gegend um den Inle Lake auch noch einige Sehenswürdigkeiten für uns bereit halten.

Ob wir so ein Hotel wieder finden würde sicherlich fraglich sein.

 

 

Donnerstag; 31.10.2013 

 

Heute hieß es wieder etwas früher aufstehen, da wir 08:45 Uhr von unserem Fahrer abgeholt werden sollten und wir zuvor noch Frühstück essen wollten, die Sachen packen und das Hotel bezahlen mussten.

Schweren Herzens hieß es nun Abschied von diesem schönen Flecken Erde nehmen.

 

Er kam pünktlich.

Aber die Strecke bewältigten wir nur recht mühsam.

Einerseits wegen der sehr schlechten Straßen und andererseits wegen dem Sachverhalt, dass wir eine hohe Gebirgskette überwinden mussten.

Hinzu kam, dass die schmalen Straßen uns immer wieder veranlassten unsere Geschwindigkeit zu minimieren um langsamere Verkehrsteilnehmer, wie Ochsenkarren, überholen zu können.

    

Hin und wieder legten wir einen kleinen Stopp ein, um unsere Beine zu vertreten, eine Zigarette zu rauchen oder einige Fotos zu schießen.

Die Gegend war wirklich schön und wurde durch die Stopps am Mount Popa noch getoppt.

Der Mount Popa ist ein erloschener Vulkan etwa 50 km südöstlich der Tempelstadt Bagan.Bei einem gewaltigen Erdbeben 442 v. Chr. schob sich der Mount Popa etwa 1000 Meter aus der Ebene. Die fruchtbare Vulkanerde inmitten der öden Umgebung brachte unzählige Blumen hervor. Daher erhielt der Berg auch seinen Namen (Blume - Popa).Gelegentlich wird auch der 737 m hohe, südwestlich gelegene Vulkankegel Taung Kalat als Mount Popa bezeichnet, auf welchem sich die Tuyin Taung-Pagode befindet.

 

Taung Kalat mit der Tuyin Taung-Pagode                                                                                                                      auf dem Weg 

Unser Fahrer war, wie wir schon von zuvor erfahren haben, informationsfreudig und brachte uns sein Land hingebungsvoll näher.

OK, dass Betelnusskauen und das damit verbunden Ausspuken der rot braunen Brühe aus dem rechten Fenster muss man mögen. (Eventuell sollte hier erwähnt werden, dass in Myanmar Linksverkehr herrscht.)

Auch fragte er uns zuvor, ob wir ein Problem damit hätten.

Betelnusskauen wird oft nach einer Mahlzeit, bei religiösen Festen, beim Autofahren oder bei Versammlungen praktiziert um die physische und geistige Leistungsfähigkeit zu fördern und Ermüdung zu verhindern.  

Während der Fahrt frischte ich das Thema Unterkunft am Inle Lake noch einmal auf.

Wo wollen nächtigen?

Am liebsten würde ich in einer Holzhütte mit Wasserseitiger Terrasse nächtigen, um den Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang genießen zu können. Mit einer Länge von 22km und einer Breite von 10km sollte dies kein Problem darstellen. Allzumal der See mit einer maximalen Tiefe von drei Metern als sehr flach zu bezeichnen ist.

Da der See von allen Seiten von gewaltigen Bergmassiven umgeben ist (der See selbst liegt 900 Meter über dem Meeresspiegel) und damit auf allen Seiten ein phantastisches Panorama bieten sollte, müsste die Himmelsausrichtung sekundär sein.

Doch Recherchen ergaben, dass diese Hotels sehr abgelegen und teuer sind.

Da unsere Reisen davon geprägt sind, die Kultur und die Menschen kennenzulernen, mussten wir uns gegen jene „Resorts“ entscheiden.

Obwohl es innerhalb des Sees und am Seeufer ungefähr 17 Dörfer geben soll, welche überwiegend von den Inthas bewohnt sind, kam für uns nur Nyaung Shwe in Betracht.

Es wird auch als touristisches Tor zum Inle Lake bezeichnet.

Hier gibt es Übernachtungen zu vernünftigen Preisen, man hat mehrere Restaurants zur Auswahl und man kann mittels Boot in rund 15 Minuten den Inle Lake zu erreichen.

Nach einigen weiteren Pausen, Geldgeschenke an Gebirgskämmen – für Good Luck während der Fahrt, welche von am Straßenrand stehenden Menschen entgegen genommen wurden, kamen wir gegen halb sechs in Nyaung Shwe an.

Wir hatten rund 300km auf schlechten, zum Teil unwirklichen Straßen überwunden und der Fahrer hatte einen sehr guten Job gemacht.

Nun zeigt sich, dass unser Geld für einen privaten Shuttle sehr gut angelegt war.

Allzumal unser Fahrer noch einen Bekannten hatte, welcher ein Hotel betrieb, welches recht angenehm war und ein gutes Preis – Leistungsverhältnis vorweisen konnte. (49$ [statt 60$] für ein Bungalow und das Zimmer in Haupthaus 35$ - inkl. Frühstück)

Hotel „Manawthukha“

Yone Gyi Road, Nanda Wunn QuarterNyaung Shwe (Inlay),

http://www.manawthukhahotel.com/

Tel.: (95-81) 209 230

Nur tat uns der Fahrer leid, welcher ja wieder nach Bagan fahren musste.

Sicherlich kannte er die Strecke und wusste, was ihn erwartete.

Auf Grund der guten Services und der unaufdringlichen Art gaben wir ihm noch etwas Trinkgeld, mit dem Hinweis, dass er das Geld für eine Übernachtung nutzen solle und so am nächsten Tag ausgeschlafen die Rückreise antreten kann.

Ja, ja. Ich höre schon die Stimmen „Das Geld steckt er sich ein und fährt zurück.“!

Ich hatte auch meine Zweifel und war wirklich besorgt. Umso mehr freute ich mich, als wir ihn am nächsten Morgen wieder sahen um seine Rückfahrt anzutreten.

Zimmer bezogen und frisch geduscht ging es in die Stadt zur Nahrungsaufnahme.

Nach rund zehn Minuten Fußweg wurden wir mit dem Restaurant „Smiling Moon“ pfündig, welches sich auch zu einer Art Stammrestaurant für uns entwickelte, auch wenn es mit dem „Queen - Restaurant“ in Bagan nicht mithalten konnte.

Smiling Moon Restaurant & Travel Agency

Yone Gyi Road, Nandawunn Quarter

Nyaung Shwe

E-Mail: smilingmoonlay@gmail.com

Tel.: 95-081-209287

Gerichte zu einem guten Preis- Leistungsverhältnis (2.000 Kyat Bier und 3.500 Huhn mit Erdnüssen) und nettes Personal waren der Grund.

Es war schon spät und an diesem Tag würden wir nicht mehr viel unternehmen, aber was wollten wir uns am nächsten Tag ansehen?

Ich wurde auf zwei große Karten an der Wand aufmerksam, welche in verschiedenem Maßstab Highlights der Region und ihre geografische Lage darstellten.

Wir hatten mehrere Gründe um in diese Gegens Myanmar zu kommen.

Klar, als erstes fallen ein die Einbeinruderer ein, dann die schwimmenden Dörfer und Gärten.

Aber mich interessiert auch das rund 80km (mit dem Auto über Taunggyi) entfernte Kakku.

Wie lange wollen wir an diesem Ort bleiben, wann wollen wir uns welche Highlights ansehen und wie kann man welche Sehenswürdigkeiten verbinden?

Die Bootstour am besten mit einem Besuch auf einem Markt.

Da im rotierenden fünf Tages-Rhythmus Markttage an verschiedenen Orten rund um den See stattfinden, auf jenem die Bauern aus den Bergen Gemüse und Obst, sowie andere Dinge verkaufen und ich jene Märkte gerne besuchen würde wollen, wäre es sinnvoll unsere Tour auf dem See mit dem Besuch eines Marktes verbinden.

Ich mag Märkte und versuche in allen Teilen der Welt sie zu besuchen, die Gerüche, die exotischen Speisen, das Handeln und die Menschen.

Vor allem, wenn sie wie in dieser Gegend noch die Trachten ihres Volksstammes tragen.

Erkundigungen ergaben, dass am Folgetag ein Markt in einer für uns recht günstigen Lage stattfinden sollte. Damit wurde klar, dass wir unsere Bootstour für den Folgetag planten.

Sie sollte 12.000 Kyat kosten, wobei eine Anzahlung von 1.000 Kyat fällig wäre.

Sicherlich war uns klar, dass wir kein Vergleichsangebot einholten.

War der Preis realistisch, oder könnte man am Fluß, welcher zum See führt, besser Preise bekommen?

Uns war es in dem Moment egal. Wir wurden gut beraten und wir hatten unsere Tour für den Folgetag.

Wir erwarben noch eine Cola (1.500 Kyat) im Restaurant und begaben uns zurück zum Hotel. (Wobei hier erwähnt werden sollte, dass die Mitnahme einer Taschenlampe zur Ausleuchtung des Weges als sinnvoll zu betrachten ist.)

Hier nahmen wir noch ein Getränk im Garten ein und begaben uns gegen 23.00 Uhr ins Bett.

Würden die nächsten Tage auch so interessant werden und würde das Wetter weiter mitspielen?

 

Freitag; 1.11.2013 

 

 

Heute hieß es wieder zeitig aufstehen, damit wir rechtzeitig am Restaurant vom Vorabend sind, um mit dem Bootsführer zu unserem Boot zu gehen.

07:00 Uhr klingelte unser Wecker.

Ein Blick aus dem Fenster ließ schlimmes vermuten.

Noch regnete es nicht, aber es schien so, als wenn es nur eine Frage der Zeit ist, bis das Wetter von Mandalay uns einholen würde.

What a fuck!

Hatten wir doch bis jetzt Glück gehabt.

Gerade jetzt, wenn wir den ganzen Tag ungeschützt auf einem Kahn verbringen, sollte es wieder anfangen.

Aber wie sagt man so schön? Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.

Und Regenjacke, sowie wasserdichten Rucksack hatten wir ja dabei.

 

Erst einmal hieß es sich bei einem Frühstück stärken, welches in dem kleinen Garten zwischen den Bungalows gereicht wurde. - Es war nicht sehr facettenreich, aber vollkommen ausreichend.

Hier registrierten wir auch, dass es recht frisch war. Wobei dieses Empfinden als sehr subjektiv zu betrachten ist. Es waren sicherlich etwas um die 20°C, was uns aber mittlerweile als etwas frischer erschien, vor allem der weiblichen Fraktion.

 

Der Blick zum Himmel zeigte immer noch keine Änderung in die eine, oder auch andere Richtung.

Also Wasser, Kamera, Jacke und Regensachen gepackt und ab zum Restaurant.

  

Auf halber Strecke kam unser Fahrer vom Vortag vorbei.

Gott sei Dank hatte er wirklich im Hotel geschlafen, denn trotz Betelnuss kauen hätte er die Tour am Abend sicher nicht ohne Unfall überstanden.

Wir verabschiedeten uns noch einmal und folgten unseren eigenen Weg.

 

Wir trafen unseren Bootsführer, welcher uns zu einem langen, schmalen Boot brachte, bei welchen einige Mitreisende schon Probleme beim Betreten hatten. J

Und ab ging es den Fluss in Richtung Inle Lake.

Ich hatte schon viel gelesen und meine Vorfreude stieg von Minute zu Minute.

Das Wetter wurde mir egal.

Schon kamen die ersten Fischer und dann die ersten Pfahlhäuser in das Blickfeld.

 

 
 

Was für eine Kulisse!!! Und ich bin mir auf einmal nicht mehr sicher gewesen, ob es die Richtige Entscheidung gewesen ist, sich in Nyaung Shwe niederzulassen.

Ebenso wie die Entscheidung Regensachen statt Sonnencreme einzupacken.

Zum Anfang angetan von den auf dem See befindlichen Nebelschwaden und den, wie in einen Schleier verpackten Fischern, mit den als Krone aufgesetzten Bergformationen, registrierte ich beim Blick gen Osten, dass sich die grauen Wolken langsam verzogen und den Weg für die Sonnenstrahlen frei machten.

Was einerseits die Kulisse noch phantastischer erscheinen ließ, ließ uns andererseits unsere Dummheit erkennen.

Wir hatten uns so auf den eventuellen Regen konzentriert, dass es uns am Morgen nicht im Entferntesten eingefallen ist, über einen Wetterumschwung nachzudenken und Sonnenreme einzupacken. Allzumal sie wirklich wenig Platz benötigt und nur einige Gramm wiegt.

Dass die Sonneneinstrahlung in Asien nicht zu verachten ist, sollte jedem bekannt sein.

Das wir uns nun ungeschützt den halben Tag auf dem Wasser befinden würden, wo der Einfluss durch die Reflektionen noch verstärkt wird, ist dann noch ein anderer Sachverhalt.

Aber noch war es noch früh am Tag und, richtig, wir wollen ja noch zum Markt. Da können wir sicherlich auch so etwas wie ein Sunblocker erwerben.

Unsere erste Anfahrt galt der Phaung Daw U Pagode, die wohl bekannteste Pagode am See.

Sie beherbergt 5 Buddhafiguren, die alljährlich im Rahmen des Phaung Daw U Festes in der königlichen Barke von Dorf zu Dorf gefahren werden.

Anschließend besuchten wir den Markt, welcher die Tour an diesem Tag initiierte.

 

 

 Einbeinruderer                                                                                                                                                                                                                                                   Marktfrau

Und es hatte sich gelohnt.

Sicher waren wir nicht die einzigen Touristen auf dem Markt, aber die Größe relativierte den Sachverhalt.

Zum Anfang fand man noch einige Souvenirstände, aber umso weiter man in den Markt eindrang umso mehr konnte man sich treiben lassen und fand das eigentliche, ursprüngliche der Region.

Nette Menschen und schöne Fotomotive.

Doch wir wollten ja auch Sonnencreme erwerben.

Wir fanden auch recht schnell etwas, was man aber nicht unbedingt mit unserer Sonnencreme vergleichen kann.

Es war eher so wie eine trockene Paste.

Wir hatten in den vergangenen Tagen schon öfter einheimische gesehen, welche mit ihrer Anwendung in Form von Mustern, ihr Gesicht vor der Sonne schützten.

 

Wieder auf unserem Boot, versuchte ich es diese Paste auf mein Gesicht aufzutragen, um mich vor der Sonne zu schützen.

Leichter gesagt als getan, sie bröckelte mir von der Nase und von der Stirn.

Es muss ziemlich dämlich ausgesehen haben. Oder wie soll ich es mir sonst erklären, dass eine nette Dame mit ihrem Boot an unserem anlegte und mir die Anwendung erklärte.

Etwas Wasser in den Deckel, wobei sie jenes nicht aus dem See, sondern aus einer Wasserflasche nahm, darin etwas Paste auflösen und diese schmierige Masse dann an den gewünschten Stellen verteilen.

Ich bedankte mich und verzierte so mein Gesicht. Ok, das Resultat so bestimmt genau so dämlich aus, aber ich würde mich nicht verbrennen und das war mir wichtiger.

Komisch, der weibliche Teil unserer Reisegruppe, obwohl sie auch diese „Creme“ gekauft hatten, nutzte diese Art des Sonnenschutzes nicht.

Nach dem Besuch einer weiteren Pagode und dem Besuch eines Restaurants in einem Stelzenhaus, ging es weiter zu den schwimmenden Gärten.

Die Bevölkerung baut Gemüse, Früchte und Blumen an. Viele der Kulturen werden auf schwimmenden Feldern bestellt. Basis dieser schwimmenden Felder ist eine sehr fruchtbare feste Masse bestehend aus Sumpf, Erde und Wasserhyazinthen, die mittels Bambuspfählen am Seeboden befestigt sind.

Alles im allem übertraf die Tour wieder einmal meine Vorstellungen.

 

Gegen viertel Vier waren wir zurück in der Stadt.

Auf dem Weg zum „Smiling Moon“ erkannten wir, dass die Stadt nicht mit Reiseanbietern übersät war.

Wir klärten ab, welche Möglichkeiten wir für die Reise nach Yangon unserer letzten Station in Myanmar hätten. Das es eine lange Strecke werden würde war mir klar gewesen.

Nur kannte ich die exakten Flug- und Buspreise nicht. Und auf Grund des fehlenden Internetzuganges war mir die Verfügbarkeit nicht bekannt.

Für eine Busfahrt müsste man 12 Stunden und für den Flug eine reichliche Stunde einrechnen.

Letzteres würde mit 115.000Kyat (+1.000 Kyat Taxi nach Heho ) bzw. 115$ oder 92€ (p.P.)unsere Kasse belasten und der Abflug wäre 09:15 Uhr.

Wir entschieden uns für den Flug und begaben uns zu unserem Hotel um eine Dusche zu nehmen und die überschüssigen Regensachen abzulegen.

 

Kurz vor sechs ging es wieder in die Stadt um unser Abendbrot einzunehmen.

Diesmal entschieden wir uns für das „Golden Kite“.

 

Das italienische Restaurant ist schon etwas teurer gewesen (als Vergleich kann man eine Flasche Bier wählen, welche hier 500 Kyat teurer war als im „Smiling Moon“) , hat aber ein schönes Ambiente und die Pizza Hawai (6.000 Kyat) war echt gut.

 

Ja, ja. Pizza in Asien? Uns war halt mal so.

Wobei der Wein mit 12.000 Kyat schon mächtig ins Budget fällt, was bei dieser Region aber nicht verwunderlich sein sollte.

Nebenbei erfuhren wir noch, dass in einer Woche das Ballon Festival in Taunggyi stattfindet.

Zuerst war ich schon etwas enttäuscht, dass wir diese Feierlichkeit verpassen würden, bis ich dann aber erfuhr, dass zu jener Zeit viele Unterkünfte und Transportmittel ausgebucht sind und wir Probleme mit unserer Spontanität bekommen hätten.

 

Also genossen wir das was wir hatten, das hier und jetzt.

Zurück in unserem Hotel angekommen, ließen wir den Tag noch vor unserem Bungalow ausklingen und begaben halb elf ins Bett.

 

Samstag; 2.11.2013 

Und täglich grüßt das Murmeltier.

Ein Blick aus dem Fenster deutete wieder einen verregneten Tag an.

Dieses Mal ließen wir uns aber nicht ins Bockshorn jagen und deckten uns für beide Alternativen (Sonne und Regen) ein.

Nach dem Frühstück, das wie schon die letzten Tage aus Toast, Ei und etwas Obst bestand, wollten wir uns den Ort etwas ansehen.

Wie schon der erste Eindruck vermittelte ist er recht übersichtlich.

Wir schlenderten durch die Gassen, besuchten einige kleiner Tempel, tranken ein schön kaltes Bier und planten die nächsten Touren.

 

 

                                                                                              Krachmacher                                                                        Nyaungshwe-verspiegelte Pagode

Eigentlich war unser Plan am Folgetag nach Kakku zu fahren und Indein, da es eine kleinere Version von Kakku sein sollte, auszulassen.

Da wir aber den Nachmittag noch Zeit hatten und das Wetter sich wieder von seiner besten Seite zeigt, wurde der Plan aktualisiert.

 

Wir steuerten das „Smiling Moon“ an und buchten die Autos, samt Fahrer, für die zwei weiteren Trips.

Indein, obwohl viel dichter, erscheint mit 30.000 Kyat unverhältnismäßig teuer, gegenüber einer Tour nach Kakku für 50.000 Kyat. Zu bachten ist dabei, dass man nach Indein einen Jeep 4WD benötigt und nach Kakku ein normaler PKW ausreichend ist.

Und es verlief wieder optimal.

Nach einer kleinen Stärkung im „Smiling Moon“ konnte es auch gleich losgehen.

Da wir halb zwei los fuhren, sollten wir vor Ort gute Bedingungen zum Fotografieren haben.

 

Recht schnell verließen wir die Hauptstraße und es wurde sofort deutlich, warum es als extremst sinnvoll zu betrachten ist, einen Jeep als Fortbewegungsmittel zu wählen.

 

Von einer Straße konnte nun gar keine Rede mehr sein. Schotterwege unterbrochen von Wasserläufen, welches es zu durchqueren galt, machten deutlich, wofür so ein Fahrzeug eigentlich geschaffen wurde.

 

    

Man hätte vermuten können, dass wir nicht den richtigen Weg nutzten. Aber der See zur linken Seite und das Studieren der Landkarte im Vorfeld relativierten den Sachverhalt.

Und so konnte es einem wie eine Selbstverständlichkeit vorkommen, dass sich in dieser urbanen Gegend uns auf einmal Hütten, welche sich auf beiden Straßenseiten angeordnet waren, auftaten.

Eigentlich hatte ich mir, auf Grund der Erfahrungen in den anderen Ländern, diesen Ort anders vorgestellt und war mir zuerst nicht ganz sicher, inwieweit wir an unserem Reiseziel angekommen waren. Aber von meiner Orientierung ausgehend musste es in dieser Nähe sein.

Der Fahrer fuhr uns bis zum Schlagbaum, der die Straße in zwei Teile trennte und teilte uns mit, in welche Richtung wir gehen sollten und, dass er hier in der Nähe warten würde.

OK, dann scheint es ja doch Indein zu sein.

Ich merkte wir in mir eine Form der Freude aufkeimte.

Über Indein hatte ich noch nichts weiter gelesen. Da es aber der kleine Bruder von Kakku sein soll und die Fotos von den Stupas in Kakku mir umwerfend erschienen, malte ich mir aus, was mich nun erwarten würde.

Beim Passieren des Schlagbaumes wurde uns noch einmal gewiss, dass wir am Richtigen Ort waren, da wir hier 500 Kyat für eine Fotoerlaubnis abtreten mussten, was mich nicht weiter störte. (Erstens reden wir hier über einen kleinen Obolus und zweitens ist es ja sicherlich für einen guten Zweck, dem Erhalt der Anlage.)

Aber schnell weiter zum Objekt meiner Begierde.

Nach einigen Metern sahen wir auch die ersten Stupas.

Sie waren alt, verfallen und zum Teil bewachsen. Hatten aber Charme.

  

Nach einigen Fotos registrierte ich, dass in diesem Areal recht wenig Stupas zu finden waren und irgend etwas nicht stimmen konnte. Es sollten etwas über 1000 Stück sein und hier fanden wir nur ein Bruchteil.

Noch etwas die nähere Umgebung untersucht, aber nichts.

Irgendwann erkannt ich in einigen hundert Meter Entfernung, auf eine Anhöhe weitere Stupas und ich registrierte, dass wir falsch waren.

Statt nach dem Schlagbaum weiter gerade aus zu gehen, hätten wir uns bei den kleinen Verkaufsständen rechts halten und den langen überdachten Weg folgen müssen.

Die Händler fingen langsam an ihr Stände, welche den  Aufstieg säumten, zusammenzupacken.

Für Sie war der Tag zu Ende und die wenigen Besucherzahlen rechtfertigten wohl den Aufwand nicht mehr.

Für uns perfekt, konnten wir uns frei vom Touristentrubel dem Spirit dieser Anlage ergeben.

Und es war faszinierend.

Ein Teil wurde mit Spendengeldern restauriert. Leuchteten Gold und weiß.

Aber am meisten zogen mich die alten, schiefen und zum Teil schon verfallen Stupas in ihren Bann.

Sie waren gezeichnet vom Zahn der Zeit und man hatte das Gefühl, als wollten sie einem ihre Geschichten aus der Vergangenheit erzählen.

  

So ließen wir uns am Rande der Anlage nieder, genossen den Blick auf die weiter unten liegenden Stupas und ließen und so sehr in den Bann ziehen, dass wir uns ermutigen mussten, zu unserem Auto zurück zu kehren. War die Zeit doch wie im Flug vergangen und wir wollten noch vor Eintritt der Dunkelheit wieder in Nyaung Shwe sein.

Die Rückfahrt gestaltete sich auch ohne Komplikationen, so dass wir gegen fünf Uhr Nachmittags uns an unserem Hotel absetzen und den Tag bei einem Kaltgetränk vor unserem Bungalow ausklingen ließen.

Wenn schon Indein so gigantisch gewesen ist, was würde uns denn in Kakku, mit seinen über 2000 Stupas, erwarten?

Meine Vorfreude ist nach diesem Tag auf jeden Fall gestiegen und ich hoffte nur, dass die damit gestiegenen Erwartungen nicht enttäuscht werden würden.

Egal, der Weg ist das Ziel und durch die Autofahrt würden wir noch mehr von dieser phantastischen Region erleben dürfen.

Nach einem Abendbrot im „Golden Kite“ und dem nun schon zu Tradition gewordenen Getränk vor unserem Bungalow ging der Tag gegen halb elf recht unspektakulär zu Ende.

 

Sonntag; 3.11.2013 

Kurz vor acht klingelte der Wecker. Es empfang uns das typische Grau des Himmels und der Toast und das Ei zum Frühstück.

Inzwischen machte ich mir wegen des Wetters keine Sorgen mehr. Selbst wenn der Trend der letzten Tage nicht typisch für jeden Tag sein sollte.

Gegen 9:00 wurden wir von unserem Fahrer abgeholt.

Die Strecke nach Kakku sollte rund zweieinhalb Stunden betragen, wobei wir noch einige Stopps einplanten.

Der erste Stopp wurde schon einige Meter nach Verlassen von Nyaung Shwe eingelegt.

 

 

Shwe-yan-pyay-Kloster

Hier befindet sich auf der rechten Seite das buddhistische Shwe-yan-pyay-Kloster. Ein zum Ende des 19ten Jahrhunderts gebauten Teakholzgebäude, welches unter anderem noch zum Unterricht der Novizen genutzt wird. Sein Markenzeichen sind seine ovalen Fenster.

Von hier aus ging es weiter nach Taunggyi, der Hauptstadt des Shan-Staats, um an den Berechtigungsschein für den Eintritt der Anlage in Kakku (3$ pro Person) und den obligatorischen Guide (5$ für Guide) zu gelangen.

Die Stadt, welche sich an einem Hang befindet, war für mich jetzt nicht sonderlich spektakulär, aber der Markt, welchen ich sichtetet, erregt meine Aufmerksamkeit.

Der Großteil war geprägt von Bauern der benachbarten Regionen, welche ihr Gemüse zum Verkauf darboten. Und jenes, wie auch schon auf dem Markt am Inle Lake, in ihren stammtypischen Trachten.

Da sich das Gebäude, in dem wir  unseren Führer, oder besser gesagt unsere Führerin, zugeordnet bekamen und unseren Eintritt bezahlten, nur unweit des Marktes befand, war es klar, dass ich gerne einige Minuten unserer Zeit in Anspruch nehmen und über den Markt schlendern würde wollen. Obwohl die Damen sich von dieser Idee nicht so begeistert zeigten, der Fahrer und der Guide aber keine Einwände hatten, stand der Entschluss fest.

Wann komme ich  noch einmal in diese Gegend und es war ja wohl Schicksal, dass wir eh halten mussten. Also kann man ja beides gleich verbinden. Und die Frauen können ja auch im Wagen warten.

Keine Ahnung ob sie Angst um mich hatten, oder was sie sonst bewegte meinem Tatentrang nachzukommen, aber Interesse schien es nicht zu sein.

Zumindest würde ich das nach Deutung ihrer Kommentare so sehen. Da sie mich doch alle fünf Minuten fragten, ob ich nun genug gesehen und fotografiert hätte.

 

      

Irgendwann hatte ich genug von dieser versteckten Nörgelei  und gab nach.

Ich wollte zurück zum Bürogebäude um in unser Auto zu steigen. Aber unser neuer Guide teilte uns mit, dass der Fahrer an der Straße zu Beginn des Marktes warten würde.

Doch kein Auto zu sehen. Wobei dies sachlich falsch war. Es waren jede Menge Autos. Es war Wochenende, Markt und dadurch Massen an Menschen und Autos unterwegs. Es war also nur unser Auto nicht zu sehen.

Schnell zur anderen Straßenseite, da auch nicht.

Hhhhmmm. OK.

Eventuell hatte er Parkplatzschwierigkeiten und würde doch in Front des Offices warten, in dem wir zuvor unsere Eintrittstickets erwarben.    

Da das Büro nur fünf Minuten Fußweg entfernt war, suchten wir dort.        

Aber ohne Erfolg.

 Nun konnte ich mir einen neuen Text anhören.

„Ohne Dein Besuch des Marktes wäre das nicht passiert!“ …

Und sie schafften es, dass ich begann mich ganz langsam schlecht zu fühlen. Auf jeden Fall, nachdem unser Guide sich mit den anderen Guides beratschlagte und zu keiner Lösung kam.

 

Aus meiner Sicht konnte es nur ein Missverständnis sein, welches sich aufklären sollte.

Dann viel mir ein, dass ich ja noch eine Telefonnummer von dem Restaurant hatte, über welches wir unseren Fahrer angeheuert hatten. Sie müssten doch die Telefonnummer des Fahrers haben.

Also Telefonnummer und den Plan unserem Guide mitgeteilt, welcher dann auch innerhalb weniger Minuten über das Restaurant den Fahrer erreichen konnte und auf ging es.

Er stand zehn Minuten Fußweg von dem Büro entfernt. Sprich vom Markt gesehen nicht in die rechte Richtung sondern zur linken Seite. Da konnten wir ihn aber nicht finden.

 

Als wir ankamen war es ziemlich sauer. Wie sich herausstellte, gab es ein weiteres Office, wovor er stand und hatte dem Guide auch mitgeteilt, dass er hier warten würde, da wir eh in die Richtung mussten, es zu unserem Marktbesuch passte und hier die Parkplatzsituation besser aussah.

 

Egal. Die weibliche Fraktion war zufrieden und ich hatte endlich meine Ruhe.

Und ich würde wieder den Markt besuchen, nur mich das nächste Mal im Vorfeld vergewissern, wie die Absprache bezüglich des Treffpunktes ausgefallen ist.

 

Aber nun zu fünft in das Auto gequetscht und weiter nach Kakku.

Man kann auch mit dem Boot über den Inle Lake und dann mit dem Auto fahren. Da wir aber am Ende der Regenzeit hier sind, kam dies Alternative für uns nicht in Betracht. Kakku, mit seinen über 2000 Stupas, ist das religiöse Zentrum der buddhistischen Paoh und ist erst seit dem Jahre 2001 für ausländische Besucher zugänglich. Da zuvor die Paoh National Organisation (PNO ) einen Guerilla-Krieg gegen die Militärjunta führte, um ihre Unabhängigkeit zu erlangen.  

Umso verwunderter waren wir, dass wir nur eine Reisegruppe, welche sich bei der Abreise befand, antrafen.

Ich hatte mit einem Ansturm an Touristen gerechnet.

Aber vielleicht schrecken die schlechten Straßenbedingungen und die damit etwas unkomfortablere Anreise viele ab.

 

Die Masse der symmetrisch angeordneten Stupas ist schon überwältigend, auch, wenn sie meiner Meinung nach etwas an Charme auf Grund der Sanierung verloren hat.

Aber, wenn sie jetzt nicht erhalten werden, wie lange würde man in ihren Genuss kommen?

    

Ab und zu wurden kamen wir mit einigen einheimischen Besuchern ins Gespräch und wurden durch unseren Guide mit zusätzlichem Wissen versorgt.

Um ein wenig den Augenblick und die Aussicht zu genießen, nahmen wir eine kleine Mahlzeit in dem in der Nähe befindlichen Restaurant ein.

Wobei wir registrierten, dass sich die vor der Anlage befindliche Grünfläche von Minute zu Minute mit Menschen füllte.

 

Die Bewohner der umliegenden Dörfer trafen sich hier um ihre Umzugswagen, mit Musikkapelle, für ein Fest vorzubereiten.

 

 

So verging im Rahmen dieser einzigartigen Kulisse die Zeit wie im Flug und wir mussten uns leider langsam wieder auf den Rückweg nach Nyaung Shwe begeben.

Der restliche Tag verlief gleich der letzten.

Nach dem Essen ließen wir den Abend vor unserem Bungalow ausklingen und vielen nicht allzu spät voller neuer Impressionen in unser Bett.

 

 

Montag; 04.11.2013 

 

Heute hieß es wieder einmal sehr früh aufstehen.

 

Da wir viertel acht zum Flughafen nach Heho fahren mussten, gab es schon viertel sieben Frühstück. Danach Sachen packen und den Check Out durchführen.

 

Die Fahrt nach Heho sollte eine Stunde dauern.

Da es ein kleiner Flughafen war, reicht es aus eine Stunde vorher vor Ort zu sein.

Also theoretisch alles gut durch konzipiert, wenn der Flug viertel zehn geht.

 

Der Fahrer brauchte auch nur eine Stunde, wobei er zum Schluss wie ein Kamikaze gefahren ist. Hätten wir gewusst, dass unser Flug mit Air Bagan (20kg Freigepäck) anderthalb Stunden Verspätung hatte, wäre er sich sicherlich zum Ende der Tour sicherer gefahren. (Ich würde lieber 11/4 Stunde einrechnen.)

 

Ungewöhnlich war sicher, dass man am Flughafen während der Wartezeit relativ ungehindert zwischen den Flugzeugen rumlaufen konnte.

  

Zwölf Uhr erreichten wir dann uns letztes Etappenziel in Myanmar, Yangon (oder auch Rangon)

Mit rund 4,4 Millionen Einwohnern ist Yangun die größte Stadt und das industrielle Zentrum des Landes. Bis zum Jahr 2005 war sie die Hauptstadt Myanmars. Seit dem ist es Naypyidaw. 

Im Vorfeld hatte ich über AGODA ein kleines, günstiges und zentral liegendes Hostel gefunden, aber nicht gebucht, da wir uns nicht sicher gewesen sind, ob und wann wir in Yangon nächtigen würden.

 

Jenes steuerten wir nun mit unserem Taxi (9.000 Kyat) an.

 

Leider waren keine Zimmer mehr verfügbar.

 

Das gleiche galt im Nachbarhotel „Hninn Si Budget Inn“(30$ / DZ; 25$ / EZ), hier erfuhren wir aber, dass das „River View“ Hotel Zimmer verfügbar hätte.

Sie hatten auch gerade eine Rabattaktion von 20%, so dass die Zimmer zurzeit nur 24$ Kosten würden.

Das hörte sich doch nicht schlecht an.

River View – der Name versprach einiges und der Preis war für eine Großstadt mehr als Ok, allzumal das Frühstück mit inbegriffen war.

 

Also ließen wir uns für einen Mehrpreis von 3.000 Kyat zu dem Hotel fahren.

 

River View Hotel

No. 374 Strand Road, Botahtaung Tsp.

Yangon

E-Mail: riverviewhotelygn@gmail.com

Tel.: 95-01-296731

   

Ok, es befand sich in der Nähe des Yangon Rivers.

 

Aber der Riverview bezog sich sicherlich nur auf die obersten Etagen, da sich zwischen dem Fluß und dem Hotel noch Bahnschienen und eine weitere Straße befanden.

 

Auf Grund der vielen Güterwaggons, welche auf den Schienen anscheinend auf ihr Weitertransport warteten, hätte man das Hotel auch „Container View Hotel“ bezeichnen können.

Aber Marketing technisch wäre dies sicherlich nicht die beste Idee gewesen,

  

Auch was es verwunderlich, dass man die Zimmer auch Stundenweise buchen konnte und wir die erste Nacht gleich im Voraus bezahlen mussten.

 

Die Zimmer waren zweckmäßig und konnten als reinigungsbedürftig bezeichnet werden.

Aber wir hatten erst einmal eine Unterkunft und würden uns im Laufe des Tages entscheiden, ob wie zwei Nächte im Hotel verbringen würden.

Die weibliche Fraktion, welche von den Unterkünften zuvor verwöhnt war, hatte stimmungsmäßig nicht gerade ihren Höhepunkt.

Allzumal die Stadt mit seinen Trubel und Dreck sein übriges beitrug.

 

Dementsprechend konnte ich mir die nächste Zeit anhören, warum wir nicht noch ein Tag länger in Bagan oder am Inle Lake verbracht hatten.

 

Aber erst einmal wollten wir in die Stadt, um den ersten Eindruck eventuell zu relativieren.

Leider wurde er vertieft.

 

 

 

 

  River View – vor unserem Hotel                                                                                                                                                                                                                                  kleine „Küche“ am Straßenrand                                       

Man kann die Stadt nicht unbedingt als schön bezeichnen.

Überall fand man Lachen einer rot braunen Soße, welche zum Teil schon eingetrocknet waren und welche man als Zeitzeugen vergangener Schlägereien deuten konnte.

Dies konnte vielleicht zur der Gegend passen. Wussten wir es aber besser, dass sie ein Relikt des

Betelnusskauens waren.

Müll und Dreck am Straßenrand, zwischen jenem sich Stände befanden, bei denen man Snacks erwerben konnte.

Restaurants sahen wir nicht und es dauert eine Weile bis wir einen Stand sahen, bei welchem wir frisch gepressten Zuckerrohrsaft kaufen konnten und sich so unsere Stimmung etwas aufhellte.

  

Wir fanden beim besten Willen keine Möglichkeit unseren Hunger zu stillen, ohne uns dem Risiko ausgesetzt zu sehen, den nächsten Tag auf dem Klo zu verbringen.

Aber wir hatten ja unseren „Reise Know How“ Reiseführer mit, durch welchem wir auf das “Western Park Restaurant” stießen. Es war zwar etwas entfernt, aber für 2.000 Kyat konnte man es mit dem Taxi erreichen. (Wenn einen das Verkehrschaos nicht stört.)

“Western Park Restaurant”

Thakhinmya Pangyan Street, Ahlone

  

 

Der Name an sich kann einen falschen Eindruck hinterlassen.

Es handelt sich um ein großes, sehr gut klimatisiertes Chinarestaurant mit gehobenem Standard.

(Reis 600 Kyat; Bier 2000 Kyat; Pea Cock Fried Duck Roll 8000 Kyat; Chicken Coconut Milk Pot 8000 Kyat - zzgl. 5% Sales Tax und 10 % Service Charge.)

Vier Servicekräfte standen immer in der Nähe unseres Tisches, bestrebt uns die Wünsche von den Augen abzulesen.

Mir war es schon etwas zu viel.

Aber das Essen war lecker und wir hatten keine Ängste mehr unseren Magen zu verderben.

Die Rückfahrt mit dem Taxi war dann etwas teurer (3.000 Kyat), ob es an einer Art Nachtzuschlag lag war uns in diesem Moment egal, und dauerte rund zwanzig Minuten.

Am Hotel angekommen besuchten wir eine nahegelegene Kneipe.

Da sie nicht gerade zum Verweilen  einlud und wir uns ein wenig fehl am Platze fühlten, erwarben wir eine kleine Flasche Whisky (3.500 Kyat) und Cola (800 Kyat) und begaben uns auf unser Zimmer, um den Tag auszuwerten.

Gegen halb elf ging es dann ins Bett.

 

 

 

 

 

Dienstag; 05.11.2013 

Heute wollten wir uns die Shewadagon Pagode ansehen.

 

Kurz vor acht klingelte unser Wecke um, wie vereinbart, uns halb neun mit Kerstin beim Frühstück zu treffen.

 

Das Frühstück bestand, anscheinend wie in Myanmar üblich, aus Toastbrot, Spiegelei, Tee und Saft.

 

Das was dem Hotel an Ausstattung und Charme fehlte, machten die Mitarbeiter wieder gut.

 

Bevor wir zur Shewadagon Pagode fahren würden, wollte ich noch einen Abstecher zur sehr nahegelegenen „Botahtaung Pagode“ machen, welche sich ebenfalls an der Hafeneinfahrt befindet.

 Das besondere an dieser Pagode ist, dass man in das Innere hineingehen kann.In den spitzen Ecken, da die Pagode einen runden Grundriss hat sind die Räume tortenstückartig aufgeteilt, findet man immer wieder sitzende oder stehende Menschen die sie als Mediationsecken nutzen.Die Pagode wird auch als „Buddha´s First Sacred Hair Relic Pagoda“ bezeichnet, da in ihr die Haarreliquien von Buddha aufbewahrt sind. 

Der Eintritt beträgt drei Dollar. - Man sollte sich die Quittung aufheben, da sie den Besucher berechtigt die Pagode an jenem Tag noch einmal zu besuchen.

  

 neben unserem Hotel                                                                                                                                                                                                                                                                im Inneren der Botahtaung Pagode 

Die Pagode sollte man ruhig besuchen, wenn man schon einmal in der Nähe ist.

Da das Areal nicht sehr groß ist, machten wir uns bereits gegen 10:00 Uhr mittels Taxi auf zum Osteingang der Shewadagon Pagode (Eintritt 8$).

 

 

  Shewadagon Pagode                                                                                                                                                                                                                                                      Botahtaung Pagode bei Nacht

Die Shewadagon Pagode (auch Shwedagon Pagode) soll mehr als 2500 Jahre alt sein und ist der wichtigste Sakralbau und das religiöse Zentrum Myanmars.Er gilt als Wahrzeichen des Landes und ist einer der berühmtesten Stupas der Welt.Die Hauptstupa soll mit Goldplatten verkleidet sein, welche ein Gewicht von 60 Tonnen aufweisen sollen. An der Spitze befindet sich ein 76-karätiger Diamant. 

Dieses Areal und die Pagode an sich ist wirklich ein Highlight, auch wenn sie nicht das altertümliche Flair der Pagoden in Bagan oder der Stupas in Indein versprüht.

 

Da es an dem Tag wieder sehr heiß war, verbrachten wir nur rund zwei Stunden an dem Ort und begaben uns in ein Restaurant gegenüber der Südeingangs um unseren Hunger und den Durst zu stillen. (Nudelsuppe mit Gemüse - 1200 Kyat und Bier - 1800 Kyat)

 

Gestärkt schnappten wir uns ein Taxi zum Hotel, kauften Getränke für den Abend ein, tauschten noch etwas Geld im Hotel (10$ = 9500 Kyat) und chillten noch etwas auf unserer Kammer, um uns gegen 17 Uhr zum “Western Park Restaurant” zu begeben.

  

Wieder im Hotel angekommen war es bereits dunkel und ich nutzte die Zeit um erneut die „Botahtaung Pagoda“ zu besuchen, da ich von ihr Nachtaufnahmen machen wollte.

Hier zeigte sich, dass es sinnvoll gewesen ist meine Quittung vom Vormittag aufzuheben, da ich so keinen erneuten Eintritt bezahlen musste.

 

Bei dieser Tour wurde mir wieder einmal deutlich wie nett die Burmesen waren.

Aus Bequemlichkeitsgründen wollte ich ein Taxi zur Pagode nehmen, allzumal gerade eins meine Weg kreuzte. Ich versuchte ihm zu verdeutlichen was mein Ziel der Fahrt wäre (er war der englischen Sprache nicht allzu mächtig) und wir verhandelten einen Preis von 2.000 Kyat.

Dass er mich nicht genau verstanden hatte wurde mir erst bewusst, als er nicht die abbiegende Straße nehmen wollte. Ich wies ihn auf mein Ziel hin und er erkannt seinen „Fehler“.

Als es zu der Bezahlung kam, erklärte er mir, dass der Preis zu hoch sei und er nur 1.000 Kyat berechnen würde.

Das nenn ich mal Ehrlichkeit!

 

Der restliche Abend verlief unspektakulär.

 

Ich schoss Fotos und begab nicht dann wieder zum Hotel, wo die anderen auf mich warteten.

 

Auf dem Zimmer ließen wir noch einmal den Urlaub Revue passieren. Sollte es doch am nächsten Tag nach Thailand gehen um noch einige Tage am Strand zu verbringen.

 

Im Vorfeld überlegten wir uns, ob wir die Strandtage in Myanmar oder in Thailand verbringen würden wollen.

 

Gegen Myanmar sprach, dass der Strand rund 200km von Yangon entfernt lag und auf Grund der Straßenverhältnisse die Tour mehrere Stunden dauern würde. Desweiteren waren die Informationen über die Gegend nicht vielversprechend, da wir keine großen Hotels, aber auch gemütlich Atmosphäre (Restaurants und Bars) suchten.

In Thailand konnten wir unsere Bekannten besuchen und die Frauen wussten was sie erwartete.

 

Aus diesem Grund entschieden wir uns die restlichen Tage in Ao Nang zu verbringen.

Mittwoch; 06.11.2013

Heute konnten wir noch etwas ausschlafen, da unser Flug erst kurz vor eins über Bangkok („Don Muang“) nach Krabi gehen sollte.

 

Nach dem Sachen packen, dem Frühstück und dem Check Out ging es per Taxi (6.000 Kyat) zum Flughafen. (Auch hier muss man noch einmal das Engagement der Mitarbeiter erwähnen. Der Hotelmanager orderte uns das Taxi und „verhandelte“ auch gleich den Preis von 6.000 Kyat, welchen wir am Flughafen dem Taxifahrer bezahlen müssten. (Ein sehr guter, wenn man bedenkt, dass wir für die Fahrt 45 Minuten benötigten und bei der Hinfahrt 9.000 Kyat bezahlten.)

 

Bei dem Flug nach Bangkok gab es keine Probleme, aber in Bangkok wurde es knapp.

Da die Airlines nicht miteinander kooperieren, mussten wir unser Gepäck in Empfang nehmen und wieder einchecken. (Hier hatte die Freigepäckgrenze von 15 Kilogramm für eine Mitreisende nicht gereicht. In diesem Fall wurden zehn Euro pro Kilogramm an Übergewicht fällig.)

 

Da wir nur eine Stunden Aufenthalt in Bangkok hatten, wurde es mit der Zeit knapp, allzumal wir ja wieder die Einreisprozedur nach Thailand vornehmen mussten. (Wir mussten diese Kombination wählen, da die anderen Flieger ausgebucht waren.)

Mit dem Hinweis eines zeitnahen Anschlussfluges konnten wir auch die lange Schlange bei der Einreise und der Abgabe des Gepäckes umgehen.

 

Etwas gestresst, aber überglücklich den Flieger nach Krabi geschafft zu haben, begaben wir uns nun auf den zweiten Teil unserer Reise.