Im Land der Mopeds und des Dollars 

 

 

Eigentlich sollte es schon in Jahre 2004 nach Viet Nam gehen.

Doch leider hatte es bis jetzt nie geklappt.

 

Nun, da auch unsere Freunde nach Vietnam reisen wollten, nahmen wir diesen Grund zum Anlass und griffen unsere Idee wieder auf.

Wir wollten von Nord nach Süd reisen, um einen Gesamteindruck zu erhalten.

 

Da die zwei One Way Flüge nach Hanoi und zurück von Saigon (bzw. Ho Chi Minh City – später als HCMC bezeichnet) unseren finanziellen Rahmen sprengten, entschieden wir uns den günstigeren Flug nach und von HCMC zu wählen und ihn mit einem Inlandsflug nach Hanoi zu koppeln.

 

Ein Thema beschäftigte uns noch - das Visa.

Aus manchen Quellen erfuhr man, dass man die Visa über das Konsulat beantragen muss, was bis zu vier Wochen dauern sollte. Aus einer anderen wiederum, dass man das Visa direkt an der Grenze bekommen kann.

Letztere Alternative erschien uns zu unsicher und wir sanden unsere Pässe zum Konsulat nach Berlin, allzumal eine telefonische Nachfrage den Interneteintrag bestätigte, dass die Bearbeitung „nur“ eine Woche dauere.

Am Freitag dem 25.01.2013 ging es dann abends ab Hamburg über Dubai nach Saigon.

Obwohl die Flieger ausgebucht gewesen sind, war der Flug ganz angenehm. Gutes Essen und Entertainment, sowie etwas Schlaf ließ die Zeit nicht zu lang werden.

So dass wir relativ entspannt am Folgetag gegen 19:15 Uhr Ortszeit (6 Stunden Zeitverschiebung) in Saigon ankamen.

Unsere erste Aktion galt dem Erstehen der einheimischen Währung, dem Dong (VND). Zu diesem Zweck wechselten wir erst einmal 50€ (1€ ~ 28.000VND) an der Wechselstube am Flughafen um unser Taxi in die Stadt bezahlen zu können.

Im Außenbereich angekommen wurde uns das erste Mal klar, dass hier scheinbar der Dollar den Dong als Hauptzahlungsmittel versucht den Rang abzulaufen.

Uns wurde ein Taxi für 50$ angeboten.

Natürlich weit überhöht. Aber leider wohl nun fast in allen Ländern übliche Praxis um den Neuankömmlingen das Geld aus den Taschen zu ziehen.

Wir trafen eine kleine Gruppe von drei Personen aus Deutschland, welche ebenfalls in den Distrikt 1 wollten und ebenfalls erst einmal von den auf uns einsprechenden Taxifahrern, den warmen Temperaturen und der langen Anreise überfordert waren.

Geteiltes Leid ist halbes Leid, so entschieden wir uns ein Taxi zu teilen.

Ich erkundigte mich bei dem in der Ankunftshalle befindlichen Taxiservice (Saigon Airport Corporation) nach einem offiziellen Preis, welcher dann auch mit umgerechnet 10€ für uns fünf Personen realistischer aus viel. Wenn auch der Taxifahrer noch 50.000VND für die Gebühr am Ausgang des Flughafens haben wollte. (Hier hätten wir uns im Vorfeld am Schalter erkundigen sollen, inwieweit jene im Fahrpreis schon inklusive gewesen ist.) Und erwarb ein Car Coupon.

 

Gegen 20:30Uhr sind wir dann an unserem Hotel „City Inn“ (Khah San Thanh Pho) im Distrikt 1 angekommen, wo wir auch schon mit einem kalten Bier von unseren Freunden, welche schon seit zwei Tagen in HCMC verweilten, erwartet wurden.

Das Hotel hatten wir schon im Vorfeld über AGODA (einen auf den asiatischen Sektor spezialisierter Hotelanbieter) in Deutschland gebucht um nicht noch nach der langen Anreise ein Hotel suchen zu müssen.

Nach dem Abendbrot (frischer Fisch am nahen Nachtmarkt für 220.000VND und Süßkartoffeln [20.000 VND] vom fliegenden Händler) sind wir dann doch recht geschafft gegen 23:00 Uhr ins Bett gefallen.

 

Sonntag, der 27.01.2013

Leider war die Nacht für uns sehr kurz, da sich unser Zimmer (Nummer 100) im Erdgeschoß, gleich neben einem offiziellen Klo, welches auch als Waschküche genutzt wurde, befand und ab 5:00 Uhr das Reinigungspersonal jenes in kurzen Intervallen nutzte.

Da unser Weiterflug nach Hanoi 11:30 Uhr gehen sollte, wollten wir uns 9 Uhr zum Frühstück treffen.

Leider sind wir trotz des Kraches gegen 8 wieder eingeschlafen, was an sich nicht so schlimm wäre, da ich meinen Wecker gestellt habe. Nur leider hatte ich in der Nacht irgendwie nicht die richtige Zeit eingestellt, so dass wir 09.20 Uhr von Bär geweckt wurden.

Nun hieß es sich zu befleißigen, allzumal das Frühstück, welches im Preis inklusive war, nur bis halb zehn gereicht wurde. (Es wurde im sich schräg gegenüber befindlichen Schwesternhotel angeboten.)

Aber wir haben alles geschafft.

10.10 Uhr ging es für 150.000VND zum Flughafen (Fahrt rund 30-40 min) und von dort mit der Vietnam Airlines nach Hanoi.

 

Der Flughafen von Hanoi liegt etwas außerhalb in Noi Bai. Was mit rund 36km in Deutschland nicht unbedingt weit außerhalb erscheint, bedeutet in Viet Nam eine Anreise von rund einer Stunde. Für 360.000VND brachte uns das Taxi zu unserem Sunshine Suites Hotel in der Altstadt (Ma May Street 52).

 

Von Hanoi aus wollten wir uns einerseits die Halong Bucht ansehen und andererseits stand ein Besuch der Städte Sapa bzw. Baca noch zur Diskussion.

Da sich das Wetter zu dieser Jahreszeit doch schon beträchtlich von jenem im Süden unterschied, wollte wir erst einmal zur Halong Bucht und anschließend über den weiteren Werdegang unserer Reise entscheiden.

Wir erkundigten uns in unserem Hotel und uns wurde eine zweitägige Tour auf einem Schiff für 107$ p.P. angeboten, welches wir annahmen.

Wir klärten mit dem Hotel, dass wir unser Hauptgepäck für die zwei folgenden Tage im Hotel lassen konnten, buchten für die Nacht vom Dienstag zu Mittwoch für 30$ pro Zimmer zwei weitere Zimmer (unser wurden als Special Deal Superior - Zimmer angeboten) und nutzen den restlichen Tag um uns etwas Hanoi anzusehen.

Wir schlenderten durch die Altstadt zum Hoan Kiem Lake und zum Ngoc Son Tempel (Eintritt 20.000 ND, Erwerb des Tickets am Anfang der Brücke) und sorgten für eine Erhöhung unseres Vorrates an einheimischer Währung durch Abhebung jener am Automat.

Das Abendbrot nahmen wir im Yin Yan Restaurant ein (Chicken mit Kartoffeln 115.000VND und Ginger Tee 28.000VND) und ließen den Abend vor unserem Hotel auf diesen landestypischen kleinen Hockern sitzend mit einem Getränk ausklingen.

 

  Spieler im Ngoc Tempel

 

Montag, der 28.01.2013

Da wir gegen 8 Uhr zu unserem Trip zur Halong Bucht abgeholt werden sollten, hieß es bereits 7 Uhr aufzustehen, Sachen für die Zweitagestour zu packen und Frühstück (welches wieder im Preis inklusive gewesen ist) zu uns zu nehmen.

Die Bucht von Halong gehört seit 1994 zu dem UNESCO Weltkulturerbe und ist geprägt von seinen über 3000 Kalksteininseln, welche auf einem Areal Von rund 1500km2 verstreut liegen.

Die bizarren Felsen ragen zum Teil mit mehreren hundert Metern steil in die Höhe.

Halong bedeutet soviel wie „absteigender Drache“.

Der Legende nach schuf ein riesiger Drache die Inseln, indem er mit seinem Schwanz die umliegenden Berge zertrümmerte und die so entstandenen Täler bei seinem Eintauchen ins Meer mit Wasser flutete.

Pünktlich 08:00 Uhr warteten wir vor unserem Hotel

Da noch weitere Passagiere für diese Tour von ihrem Hotel abgeholt werden mussten konnte es zu Verzögerungen kommen.

Dreiviertel neun kam dann der Bus, welcher uns und weitere zehn Gäste nach Halong City brachte.

 

Halong City befindet sich rund 180km von Hanoi entfernt im Nordosten Viet Nams. Von hier, sowie auch von Hai Phong starten die Bootstouren in die Halong Bucht.

Auf Grund der Straßenverhältnisse und des immensens Verkehrs (vor allem Mopeds) benötigt man in Viet Nam für jene Strecke rund vier  Stunden. Wobei bei solchen Touren das Hupen und ein Stopp von 30 Minuten, welche vom Fahrer zur Nahrungsaufnahme genutzt wird, nicht fehlen dürfen.

 

12:45 trafen wir dann am Hafen ein, bekamen unser Voucher zum Eintritt (130.000VND Route 2 mit Übernachtung) und wurden mittels Beiboot zum Schiff „Dragon King Cruise“ gebracht.

Wir hörten ja schon, dass die Halong Bucht ein Highlight dieser Region, bzw. dieses Landes darstellt und somit Herrscharen von Touristen über diese Region herfallen.

Man erhofft es sich ja insgeheim immer anders, allzumal wir uns gerade nicht in der Hochsaison befanden.

Aber der Anblick der Unmengen der Schiffe ließ uns den Atem stocken.

Die meisten Schiffe haben ihre Blütezeit schon seit längerem hinter sich und nur noch der Glaube schien einige Kähne zusammen zu halten.

Uns war klar, dass auch unser Schiff nicht mehr mit den Bildern im Prospekt Ähnlichkeit haben würde. Das Salzwasser, der Regen und die Steife Briese lässt jedes Boot innerhalb kürzester Zeit altern und bei den Besucherzahler stellt sich die Frage, wann ein Boot gewartet wird.

 

Aber es ging. Die Zimmer, sowie der Zustand des Schiffes waren in Ordnung.

 

 

Halong Bay 

 

Nach dem Bezug der Zimmer gab es das Mittagessen. Was zu diesem Zeitpunkt noch extrem spärlich aus viel. Jede Happen wurde abgezählt und die Speisen nacheinander gereicht. D.h., nachdem man ein Teil des Gerichtes verspeist hatte (z.B. die eine Garnele), kam das Gemüse und nach weiteren fünf Minuten der Reis. Sicherlich hätte man warten können um dann alles zusammen auf einem Teller zu haben. Dann wäre aber alles kalt gewesen.

Wir nahmen es lustig, denn wir sind ja nicht zum Essen in diese Bucht gefahren und kamen somit auch nicht auf die Idee, unsere vollgefressenen Körper erst einmal für eine Zeit der Matratze auszuliefern.

Somit ging es vollen Schwunges auf zum ersten Highlight dem Besuch der Sung Sot Grotte.

 

 

Wir hatten im Vorfeld schon Bericht im Fernsehen verfolgt und unsere Erwartungen wurden auf jeden Fall erfüllt, wenn nicht gar übertroffen. Auch wenn die Besucherscharen einen erst einmal abschrecken. Sie verlaufen sich mit der Zeit in den Höhlen.

Aber nicht nur die Höhlen sondern auch der unvergessliche Blick über die Halong Bucht machten diesen Besuch der Insel aus. Wenn wir auch leider nicht sehr viel Glück mit dem Wetter hatten.

Nach dem Besuch der Höhlen ging es zu den schwimmenden Dörfern, wo man die Möglichkeit hatte mit einem Kanu für rund 30 Minuten in der Gegend rum zu paddeln.

Da sich unserer Meinung die eigentlichen schwimmenden Dörfer nicht in dieser Gegend befanden und diese kurze Zeit eh nicht zum Kennenlernen der lokalen Bevölkerung ausreichte, allzumal wenn man mit acht Kanus anrückt, klinkten wir uns aus dieser Veranstaltung aus und warteten bei einem kühlen Bier auf einem Bootshaus.

Zurück auf dem Schiff hatten wir noch etwas Zeit für uns, bis gegen 18 Uhr das Abendbrot gereicht wurde.

Anscheinende hatte die Besatzung das Debakel und die Reaktion auf das Mittagessen registriert, auf jeden Fall war das Abendbrot nun ausreichend.

Nach jenem wurde noch etwas geangelt (Squid-Kalmar) und das es nur doch nun merklich kühl wurde, ein Getränk auf unsere Kammer eingenommen. (Getränke dürfen mitgebracht werden, es kann aber sein, dass man eine Art Korkengeld entrichten muss. Am besten im Vorfeld erkundigen oder heimlich verzehren.)

Zu diesem Zweck wurde unsere Klimaanlage als Heizung missbraucht. Das erste Mal auf all meinen Reisen.

Gegen 23 Uhr ging es dann ins Bett, da es ja hieß am nächsten Morgen wieder zeitig aufzubrechen.

 

 

Dienstag, der 29.01.2013

Der Wecker holte uns sechs Uhr aus dem Schlaf. Leider wurde unsere Hoffnung auf Verschönerung des Wetters mit einem Blick aus dem Fenster zu Nichte gemacht.

Nach Duschen und Sachen packen ging es 7 Uhr zum Frühstück um anschließend gleich mit dem Beiboot auf die Insel Dao Ti Top mit einer Aussichtsplattform zu fahren.

Da es noch früh am Morgen war, sind noch nicht viele Menschenmassen unterwegs gewesen.

Auch wenn der eine oder andere der Meinung sein könnte, dass der Aufstieg zur Plattform beschwerlich sei, er lohnt sich auf jeden Fall!!!

Obwohl die Rückreise zum Pier rund drei Stunden betragen sollte, musste das Zimmer schon 9 Uhr geräumt werden, da jene Zeit genutzt wurde um die Zimmer zu reinigen. D.h., am Hafen gab es einen fliegenden Wechsel der Gäste.

Nach dem Check out kamen wir in den Genuss eines mehr oder weniger interessanten Kochkurs von Frühlingsrollen. Ich favorisierte lieber mich an Deck zu setzen und noch die letzten Eindrücke von dieser spektakulären Region in mich einzusaugen.

12 Uhr hieß es dann noch einmal Lunchtime und auch diese Mal zu unserer Freude etwas umfangreicher und nicht wie am Vortag abgezählt.

 

Gegen halb ein sind wir dann nach Plan wieder im Hafen angelangt und uns wurde klar, dass sicherlich wir nicht das beste Wetter hatten. Doch auch in der Hochsaison gibt es keine Garantie und anhand der Schiffe, welche sich noch im Hafen befanden, mochten wir uns nicht ausmalen, was hier in der Hochsaison los ist. Dann muss es nur noch vor Booten und Menschen wimmeln.

Die Rückfahrt nach Hanoi verlief normal. Dauerhupen auf den Straßen und ein 30 minütiger Zwischenstopp.

Gegen halb sechs waren wir dann wieder an unserem Hotel und planten den weiteren Werdegang unserer Reise.

Die doch etwas kälteren vergangenen zwei Tage und eine 15 stündige Anreise verschreckten einige Teilnehmer unsere Gruppe die Reise nach Baca anzutreten.

Nun galt es herauszufinden wie und wann wir zu unserem nächsten Reiseziel der Kaiserstadt Hue gelangen!

Es gab die Möglichkeit der Zug- oder Busfahrt, sowie des Fluges. Mit Zug, bzw Bus benötigt man rund 15 Stunden, mit dem Flugzeug dagegen rund 45 Minuten. Für die Reise mit dem Zug, bzw. Bus muss man 40 bis 50$ veranschlagen. Der Flug mit der Vietnam Airlines würde uns 93$ kosten.

Da wir von Hue aus noch rund tausend weitere Kilometer in Mekong Delta reisen wollten, entschieden wir uns zur Bewältigung dieser Etappe für die Reise mit dem Flugzeug.

Leider gab es nicht mehr genügend Plätze für den Nachmittagflug des Folgetages, so dass wir über die Rezeption einen Flug für den Donnerstagvormittag und eine weitere Nacht im Hotel buchten.

Hatten wir auf diesem Weg genügend Zeit Hanoi zu erkunden.

 

Der Hunger stellt sich ein, und so stillten wir jenen im Straßenrestaurant Xuan Xuan gegenüber vom Hotel.

Wir hatten das Treiben schon am ersten Abend in Hanoi aus der „Ferne“ beobachtet.

Dreiviertel der Stühle und Tische standen draußen auf der Straße.

Es wurde Platten gereicht, auf jenen sich kleine Streifen Fleisch befanden (Rind oder Rind und Huhn). Jene wurden am Tisch auf eine heiße Grillpatte gelegt, welche von unten durch eine Flamme (feste Paste als Trägersubtanz) erhitzt wurde. Also eine Art Heißer Stein.

Das Restaurant wurde gut besucht, wenn auch eine Vielzahl der Gäste daraus zu resultieren schien, dass jede vorbeikommende Person, ob zu Fuß oder mit Moped, angehalten wurde und ihr doch ein Besuch der Restaurants nahe gelegt wurde.

Da die Straße auf Grund der Gäste kaum mehr ein Verkehr, geschweige denn ein Parken zuließ, wurden die Mopeds der Besucher von den Mitarbeitern, wie in einem First Class Hotel, zu einem separaten Parkplatz unweit des Restaurants gebracht und später dem Gast auch wieder zur Verfügung gestellt. Das nenne ich Service, wenn auch rabiate Akquise.

 

Wir ließen uns also auf diese kleinen, anscheinend einer Puppenstube entsprungenen, Sitzgelegenheit nieder und verzehrten Beef and Goat Udders mit Vegetable (120.000VND) mit Brot (5.000VND).

 

Nach dem Abendbrot ging es ein eine Eckkneipe einige Straßen weiter, wo sich wieder das ganze Leben auf der Straße zwischen der Vielzahl der Mopeds abzuspielen schien.

In Deutschland würde niemand auf die Idee kommen, sich zwischen so einem Chaos und so einem Gestank niederzulassen. Hier gehörte es irgendwie dazu und man gewöhnte sich an die Verhältnisse. Das überqueren der Straße war keine Besonderheit mehr und wurde zur Routine. Man musste eben nur langsam mit gleichmäßigem Tempo die Straße überqueren und hoffen, dass kein Mopedfahrer dich übersah weil er gerade eine SMS schrieb.

 

 

Gegen 22:00 Uhr machten wir uns auf dem Heimweg, um uns nach einem Absacker im Hotelzimmer gegen halb zwölf ins Bett zu begeben.

 

 

Mittwoch, der 30.01.2013

Heute konnten wir ausschlafen.

Da es bis halb zehn Frühstück gab verabredeten wir uns zu neun Uhr zu jenem.

Zehn Uhr ging es dann in die Stadt, zur stillgelegten Bahnstrecke, zum Literaturtempel Van Mieu (Eintritt 20.000VND) und zum Militärmuseum mit seinem surrealen Trümmerhaufen abgeschossener Bomber und dem sechseckigen Wachturm als letzten Relikt der Zitadelle (Eintritt 20.000VND, Fotoerlaubnis 30.000VND).

Bei dieser Reise wurden Erinnerungen an die DDR Zeit wach. Eine überdimensionale Leninstatue, große Banner mit Abbildungen der Bürger des Arbeiter und Bauerstaates mit entsprechenden Parolen und immer wieder rote Fahnen mit gelben Sternen oder Hammer und Sichel.

 

 

Was hatte Viet Nam alles erlebt und wie lebt die Bevölkerung immer noch?!

Ist der immer mehr zunehmende Tourismus förderlich?

Wie schafft des dieser sozialistische Staat mit diesen kapitalistischen Einflüssen umzugehen?

Man sieht vermeintliche Armut nahe der stillgelegten Bahnstrecke und dann wieder eine Vielzahl von Handys in den Händen der jungen Generation.

Ein Großteil des Lebens spielt sich auf der Straße ab. Sportgeräte in Parks (wie schon in China gesehen) bilden ein Treffpunkt, wie auch die Restaurants und Kneipen. Fördert es die soziale Kompetenz, die uns vielleicht schon verloren gegangen ist?

Die Menschen sind in dieser Region abgeneigt gegen Fotos oder erwarten Honorar. Wie kommt dies?

Der Tourismus besteht schon seit einiger Zeit, aber steckt im Vergleich zu anderen Ländern noch in den Kinderschuhen.

Also kann er die Menschen noch nicht so sehr beeinflusst haben.

Auf meinen Reisen nach Taiwan und China wurde es begrüßt wenn man fotografiert wurde und ich wurde öfter darum gebeten ein Foto zu machen.

Nicht dass ich die Einstellung verwerflich finde wenn man nicht fotografiert werden möchte, aber dafür Geld zu verlangen steht auf einem anderen Blatt.

 

Man ist mit seinen Gefühlen hin und her gerissen.

 

Aber umso weiter man die Touristenpfade verlässt umso deutlicher wird einem die Wärme der Menschen.

 

 

 

Gegen 15:00 Uhr beendeten wir unsere Tour im „Pepperonis“ um unseren Hunger zu stillen (Beefsteak 150.000VND und Bier 35.000VND).

Da wir noch Zeit hatten besuchte ich noch das Wasserpuppentheater (Eintritt 60.000VND).

Die anderen hatten keine Lust auf diese künstlerische Darbietung. Ich hatte im Vorfeld schon einiges gehört und gelesen und wusste daher, dass diese Veranstaltung durchaus als diskussionsbedürftig zu bezeichnen ist. Da ich aber schon einmal hier war, wollte ich mir einen eigenen Eindruck verschaffen. (Wie auch damals in Peking die Pekingoper – es gehört nun einmal dazu.)

Fazit: Gut inszeniert aber mir zu langwierig (da man leider die Lyrik bei der Aufführung nicht versteht, auch wenn sie im Vorfeld jedes Aktes einem vermittelt wird). Wenn man gerade vor Ort ist sollte man sich diese Erfahrung nicht entgehen lassen, aber eine längere Anreise lohnt sich meiner Meinung nicht.

Nachdem wir uns im Hotel getroffen und etwas relaxed hatten, ging es zum Abendbrot in ein Restaurant in der Ma May Street 72. Dass es für ein sehr gutes Preis Leistungsverhältnis spricht, ließen schon die Vielzahl der Gäste vermuten.

Nachdem wir gesättigt waren ging es noch einmal in eine Eckkneipe an der Kreuzung vom Vorabend.

Danach gab es noch ein Getränk in einer Eckkneipe in der Altstadt und danach ging es ins Bett.

 

Donnerstag, der 31.01.2013

11:20 sollte unser Flug nach Hue gehen. Man sollte bei einem Inlandsflug rund einer Stunde vor Abflug bei Ckeck In sein. Mit einer Stunde Anreise bedeutete dieses, dass wir kurz nach neun zum Flughafen aufbrechen mussten.

Dementsprechend trafen wir uns 8:15 zum Frühstück.

Für das Taxi mussten wieder 360.000VND  berappt werden. Aber durch vier Personen ist dies noch zu verkraften.

Der Flug verlief recht angenehm und nachdem wir 45 Minuten später in Hue angekommen sind entschieden wir, dass es die richtige Entscheidung gewesen ist die Reise mittels Flugzeug zu wählen.

Vom Flughafen aus fährt ein Shuttle-Bus in die Stadt. Das Ticket erwirbt man in der Ankunftshalle. Für 50.000VND p.P. wird man direkt zu seinem Hotel gebracht. Wenn man eins hat.

Wir nutzen die Zeit des Transfers um uns ein zentrales Hotel zu wählen und ließen uns in seiner Nähe absetzen.

Um uns die Suche zu vereinfachen, warteten die anderen mit dem Gepäck an der Straße und Ute und ich folgten der Seitenstraße um unser gewähltes Hotel in Augenschein zu nehmen.

Es war ganz in Ordnung, da aber am nächsten Tag Baumaßnahmen in seiner Nähe durchgeführt werden sollten und dies bedeutete, dass wir von 9 bis 14 Uhr nicht an das Hotel kommen würden und wir unser ganzes Gepäck schon morgens mit uns nehmen müssten (wir wollten am nächsten Nachmittag weiter nach Hoi An reisen), entschieden wir uns für ein anderes, dem Guesthouse „V.A. Tan Tien“ (Nguyen Cong Tru Street 1/14) für 12$ pro Zimmer - ohne Frühstück, aber mit Balkon.

Es wurde eingecheckt und der weitere Werdegang mit einem Kaltgetränk auf dem Balkon besprochen.

Da es mittlerweile schon halb zwei war und die Öffnungszeiten des Kaiserpalasts 07:00 bis 17:00 Uhr betragen soll, entschieden wir uns jenen am Folgetag zu besuchen, allzumal unser Bus nach Hoi An gegen 13:00 abfahren sollte.

Damit hatten wir an diesem Tag Zeit um uns die Stadt anzusehen. Aber erst einmal wollten wir die Weiterfahrt nach Hoi An (Entfernung 130km, Dauer 4 Stunden, Kosten 80.000VND) buchen und etwas Nahrung zu uns nehmen.

Wir fanden in unserer Nähe eine kleine Suppenküche. Die fehlende von uns zu entziffernde „Speiskarte“ wurde durch einen netten vietnamesischen Gast kompensiert. Sie empfahl uns leckere lokale Speisen zu kleinem Geld.

Anschließend wollten wir uns die Stadt betrachten.

Hue gehört zu jener Sorte von Städten, die man mag oder denen man desillusioniert den Rücken kehrt.

Auch wir waren auf Grund einiger Berichte anfänglich skeptisch, ob sich eine Reise nach Hue lohnen sollte. Da wir aber schon einmal in der Gegend waren, wollten wir uns wenigstens die Zitadelle ansehen, welche ebenfalls zum UNESCO Weltkulturerbe zählt.

Hue ist an sich nicht sehr spektakulär, wir schlenderten die Gassen entlang und erwarben in einem kleinen Laden eine typisch vietnamesische Pfeife.

Bei einem kleinen Zigarettenstopp wurden wir angesprochen, ob wir nicht Interesse an einer Bootstour auf dem Huong Giang (Parfümfluss) zur Thien Mu Pagode (Pagode der himmlischen Frau) hätten.

Sie solle rund eineinhalb Stunden dauern und 10$ kosten (für das Boot).

Obwohl wir anfänglich keine Lust verspürten ließen wir uns doch überreden und stellten später fest, dass dies nicht die schlechteste Entscheidung gewesen ist.

Wir schipperten gemütlich ohne weiteren Passagieren auf dem Fluß der Pagode und dem langsam einsetzenden Sonnenuntergang entgegen.

Die Pagode ist auf jeden Fall sehenswert allzumal auf Grund der fortgeschritten Stunde die Herrscharen der Besucher fehlten und wir so in Stille die architektonischen, sowie auch die gartengestalterischen Leistungen bewundern konnten.

 

 

 

Hier wurde einem das erste Mal bewusst, dass der Bonsai nicht nur für Japan steht. Hier fanden wir wunderschöne Exemplare, wie auch später auf vielen Märkten und in vielen Gärten. – Meisterleistungen, die ich nicht zu Unrecht voller Neid betrachtete.

Nach einer guten halben Stunde begaben wir uns auf den Rückweg zum Boot.

Am Ausgangspunkt angekommen bezahlten wir unsere Tour (in Dong, da wir keine Dollar mit uns führten) und schlenderten noch etwas durch die Stadt.

Auf dem Rückweg zum Hotel ließen wir uns in einem kleinen Restaurant (DMZ Bar) nieder. Es gab Rolled Chicken with Ham and Cheese (92.000VND) und Mojito (75.000VND). Mit Happy Hour war der zweite Mojito von oben.

Im Hotel angekommen werteten wir die letzten Tage mit einem Kaltgetränk auf unserer Terrasse aus, bis wir uns gegen 22:30 Uhr ins Bett begaben.

 

 

Freitag, der 01.02.2013

Da an diesem Tag einiges auf dem Programm stand, sollte jener zeitig beginnen.

Das hieß 07:00 Uhr aufstehen. Halb acht wollten wir zum Frühstück zum benachbarten Restaurant um gegen acht zum Kaiserpalast und zur Zitadelle aufzubrechen. (Eintritt zum „Imperial City“ 80.000VND.)

Bis halb acht ging auch unser Plan auf. Aber da die Zubereitung des Frühstücks ewig benötigte, verließen wir das Restaurant erst viertel vor neun. Man sollte dabei erwähnen, dass wir die einzigen Gäste waren und das Restaurant nach seinen Angaben ab sieben Uhr Frühstück anbietet.

Egal, um die verlorene Zeit aufzuholen schnappten wir uns für 50.000VND ein Taxi zum Haupteingang und sparten uns so einen Fußweg von rund einer halben Stunde.

 

Sicherlich kann er nicht mit den Kaiserpalästen in China mithalten, allzumal er erst rund zweihundert Jahre alt ist und als bewusste Kopie des Kaiserplastes in Peking gestaltet wurde.

Das weitläufige, rund 5km2 große Areal mit Befestigungswällen, Toren und Kanälen umfasste einst 136 Gebäude.

Die Anlage ist schachtelartig gestaltet.

Eine rund 11km lange Mauer umfasst die Zitadelle, welche wiederum den Kaiserpalast und jener wiederum die verbotene purpurne Stadt umschließt.

 

Obwohl nicht im besten Zustand und einiger Restaurationen versprüht die Anlage einen eigenen Charme und ich bin der Meinung, dass sie auf jeden Fall eine Reise wert ist.

Es wird viel gebaut. Inwieweit sicher der Palast einigen Meinungen nach später mal in eine Art Vergnügungspark entwickeln wird, ist jetzt noch nicht abzusehen und ich würde es begrüßen, wenn die Reise nicht in dieser Richtung sondern eher in die Erhaltung der natürlich Substanz geht.

 

Nach rund zweieinhalb Stunden mussten wir uns auf den Rückweg machen, da wir unser Zimmer bis 12:00 Uhr geräumt haben mussten und uns noch zuvor duschen wollten. Man merkte schon in Hue einen Temperaturanstieg gegenüber Hanoi und das laufen in Shorts und in Flip Flops war hier schon viel angenehmer.

Nach dem Duschen und dem Check Out ließen wir unser Gepäck noch im Hotel und gingen in die Suppenküche vom Vortag um uns noch etwas zu stärken.

Pünktlich 13.00 Uhr standen wir mit unserem Gepäck am Treffpunkt um auf unseren Bus (An Phu Travel) zu warten.

Es war klar, dass er wieder mehrere Stopps in Hue absolvieren musste und aus diesem Grund mit aller Wahrscheinlichkeit nicht pünktlich sein würde. Aber nach einer Wartezeit von 45 Minuten freuten wir uns dann doch über sein Erscheinen.

Da es diesmal sehr eng im Bus gewesen ist, freuten wir uns zum ersten Mal über die 20 minütige Pause, welche üblicherweise nach der Hälfte der Strecke eingehalten wurde. Bei uns hieß das nach zwei Stunden in Lang Co. Wir nutzen die Pause um unsere Beine zu vertreten und die malerische Kulisse der durch eine Landzunge abgetrennten Bucht zu digitalisieren.

 

 

 

Über Danang ging es weiter nach Hoi An.

Zwischen Hue und Hoi An befindet sich eine Gebirgskette, welches für das subtropische Klima im Norden und dem tropischen Klima im Süden sorgt. Einer Art Wetterscheide.

Das bedeutet, dass ab nun die Wärme unser ständiger Begleiter sein sollte.

Hoi An an sich ist eine mehr als 2000 Jahre alte, kleine malerische Hafenstadt, welche ehemals die Drehscheibe für den Handel mit exotischen Gütern darstellte und heute durch seine Lampions bekannt wurde.

Die Altstadt welche als einzige im Vietnamkrieg unzerstört geblieben sein soll, wurde im Jahr 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

 

Der Bus hielt diesmal an einer zentralen Stelle vor einem großen Hotel.

Zimmer gab es ab 20$.

Wir entschieden uns ein anderes zu suchen und ließen uns mit einem Taxi (30.000VND) zum Hotel „Thanh Van 1“ (Tran Hung Dao Street 78) fahren. In jenem fanden wir ein kleines gemütliches Hotel, mit kleinem Pool im Innenhof. Die Zimmer kosteten 26$ inklusive Frühstück.

Nachdem wir uns mittels Dusche erfrischten wurde erst einmal die Wäsche zur Reinigung abgegeben (30.000VND / kg) und uns um die Weiterreise gekümmert.

Unser nächster Stopp sollte in Nha Trang sein. Für die 550km nach Nha Trang sollte man mindestens 12 Stunden einplanen. Mit Zug sollte die Reise 50$ und mit dem Bus 16$ kosten.

Da man längere Strecken mit einem Sleeper Bus reisen kann, sollte diese Fortbewegungsalternative

Entspannt sein. Allzumal die Reise mit dem Zug jener mit einem Flugzeug zu vergleichen sei. Nicht die Geschwindigkeit aber der Check In des Gepäcks … . D.h., wir müssten zu erst zum Bahnhof, dann das Prozedere mit dem Gepäck und dann die Mehrkosten. So entschieden wir uns für den Transfer mit dem Bus und buchten jenen an der Rezeption im Hotel.

Rund 55km von Hoi An entfernt befindet sich die Ruinenstadt My Son. Jene wollten wir uns natürlich auch ansehen. Aus bequemlichkeitsgründen entschieden wir uns für dies Tour ein Taxi zu wählen. Es sollte 34$ kosten und stand auf dem Plan für den nächsten Vormittag.

 

Mittlerweile war es schon 19:00 Uhr und der Hunger stellte sich ein. Also begaben wir uns in die Altstadt um jenen zu stillen.

Kleine verträumte Gassen mit vielen kleinen und großen Lampions, welche in der Dunkelheit den Gassen einen einzigartigen Charme vermittelten. Man verlor die Zeit beim Betrachten dieser Schönheit. Nur das knurren des Magens treib uns weiter zum Restaurant.

Nachdem wir nun auch unsere Mägen zufrieden stellen konnten schlenderten wir noch durch die Stadt und später dann zurück zu unserem Hotel. Wo wir nach einem abschließenden Getränk vor unserem Hotel uns gegen 22.00 Uhr ins Bett begaben.

 

 

Samstag, der 02.02.2013

8:00 Uhr hieß es aufstehen und 9:00 Uhr Frühstück essen. Es gab wie fast jeden Morgen Omelette mit Brot. Wobei dieses Brot mit unserem nicht vergleichbar ist. Jenes Weißbrot besteht anscheinend aus 90% Luft und 10% Teigwaren. Zumindest bestätigt dieses ein Drucktest. Aber was solls. Andere Länder – andere Brote.

Pünktlich zehn Uhr wurden wir vor unserem Hotel abgeholt. Die Fahrt dauerte rund eine Stunde, was für eine Strecke von 55km schon fast einem Rekord gleichkommt. Trotz dieser immensen Leistung fuhr der Fahrer sehr gut, ohne riskante Überhohlmanöver und ohne Nutzung der Hupe (fast undenkbar in Viet Nam).

OK, den Eintritt von 100.000VND fanden wir als etwas überteuert und wir können nur hoffen, dass jenes Geld auch genutzt wird um diese Anlage in Ihrer Schönheit zu erhalten und einige verkommene Abschnitte zu restaurieren.

My Son wurde vor einiger Zeit ebenfalls in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen, da sie den Kulturaustausch und den Einfluss der hinduistischen Architektur auf Südostasien symbolisieren soll. Darüber hinaus war Champa, wie My Son auch bezeichnet wird, ein wichtiger Bestandteil der kulturellen und politischen Geschichte Südostasiens.

Ab dem 4. Jahrhundert war es für lange Zeit ein bedeutendes religiöses und kulturelles Zentrum, geweiht dem Gott Shiva. Damals waren die Bauten noch aus Holz und wurden erst ab dem 7. Jahrhundert durch die noch heute existierenden roten Ziegelgebäude ersetzt, welche lediglich durch Baumharz zusammengehalten werden sollen.

Amerikanische Bomben haben leider den Großteil der einst 70 Tempel und Sakralbauten stark beschädigt oder gar zerstört. Heute werden sie wieder mühselig restauriert, was auch dafür sorgt, dass ein Teil der verbliebenen Anlagen nicht besichtigt werden konnte.

 

 

Die Tempelanlage erinnerte mich ein wenig an Ankor Wat. Natürlich ohne die typischen Gesichter und die Pflanzen, welche das Areal für sich zurück erobern schienen. Aber dennoch versprühte die Anlage etwas mystisches, vor allem mit den Bergformationen im Hintergrund.

Leider dauerte es ein Weilchen, bis die Fotos im Kasten waren, da immer wieder Teile der chinesischen Reisgruppen auf den zu fotografierenden Abschnitten sichtbar waren.

Aber wir hatten ja Zeit.

Nach rund zwei Stunden traten wir unsere Rückreise nach Hoi An an.

Immer wieder kamen wir an Reisfeldern vorbei, auf denen die Bauern beschäftigt waren, oft, wie im Mittelalter, noch mit einem Wasserbüffel vor der Arbeitsmaschine gespannt.

Ich hätte nie gedacht, dass dieses typische Bild, auch Wahrzeichen für Vietnam, des flachen, kegelförmigen Hutes so oft sichtbar wird. Nicht nur bei der Landbevölkerung, sondern, wenn auch seltener, in den großen Städten.

 

 

Es ist schon beeindruckend, wenn man die Bauern mit ihren aus Palmenblättern hergestellten, licht- und wasserdichten Hüten sieht. - Ein Bild was ich schon seit Jahrzehnten mit Vietnam verbinde und was sich nun manifestieren konnte.

An einem dieser malerischen Kulissen legten wir einen kleinen Fotostopp ein.

In Hoi An und im Hotel angekommen bedankten wir uns bei unserem Fahrer mit einem Trinkgeld von 100.000VND und ließen den Tag bei einem kühlen Bier vor dem Hotel Revue passieren.

Es ist schon genial was Viet Nam zu bieten hat. Sicherlich sind große Entfernungen zurückzulegen, wofür man auch noch verhältnismäßig viel Zeit benötigt.

Man vergleicht die Strecken immer mit Deutschland. Da benötigt man für 550km nur 5 statt 12 Stunden. Aber dafür sitzen wir hier auch mit Shorts und Flip Flops in der Sonne.

 

Da der Bär und Ute noch einige Sachen im Internet checken wollten, trennten sich vorerst unsere Wege und wir machten uns schon einmal auf in die Stadt.

Am Vorabend hatten wir ja schon im Dunklen einen kleinen Eindruck bekommen. Umso mehr war ich auf gespannt die kleinen Gassen der historischen Altstadt zur Tageszeit zu sehen.

Sicherlich ist er Charme des Leuchtens der kleinen Laternen nicht mehr vorhanden, aber die nachmittägliche Sonne sollte schöne Fotos der kleinen Läden und Restaurants ermöglichen.

Unsere Hoffnungen wurden nicht enttäuscht. Nach dem schlendern durch die Altstadt ging es zur japanischen Brücke. Diese 18 Meter lange überdachte Holzbrücke verband den japanischen und den chinesischen Teil, welchen durch den Seitenarm des Thu Bon Flusses getrennten wurden.

Der Bau der Brücke begann 1593, im Jahr des Affens, und wurde zwei Jahre später, im Jahr des Hundes, beendet. Dafür stehen am japanischen Endstück der Brücke zwei Affenstatuen und am anderen, chinesischen Ende, zwei steinerne Hunde.

Nach dem Besuch der japanischen Brücke zog es uns zur anderen Seite des Flussufers, wo wir auch eher als geplant den restlichen Teil unserer Reisegruppe trafen.

 

 

 

Wir fanden am Ende der An Hoi Halbinsel ein kleines Restaurant wo wir unseren inzwischen aufkommenden Hunger stillten und den Blick auf den kleinen Hafen, mit den bunten Booten und den süßen Häusern genossen. (Nudeln mit Huhn 49.000VND inkl. Rabatt und Bier 4.000VND)

Wir hatten im Vorfeld gehört, dass immer zum Vollmond abends der Strom abgeschaltet wird und dieser Teil des Ortes nur durch die kleinen farbenfrohen Lampions beleuchtet wird, aber auch so ist dieser Ort eine Reise wert.

 

Nachdem wir uns gestärkt hatten verließen wir die Landzunge und statteten dem Markt einen Besuch ab.

Die verschiedenen Auslagen und das Gewirr aus zu Fuß gehenden und motorisierten Personen deuteten an, dass dieser Markt wirklich als jener zu bezeichnen war. Es war eine Freude die verschiedenen Eindrücke auf sich einprasseln zu lassen. Leider waren auch hier die Menschen wieder Kamerascheu oder erwünschten ein Honorar, das trotz der vielen schönen Motive die Kamera kaum zum Einsatz kam.

Nachdem wir eine Menge Eindrücke in uns aufgenommen hatten, begaben wir uns zurück zum Hotel und planten auf dem Innenbalkon unseres Zimmers unsere nächsten Etappen unserer Reise.

Da wir erst frühen Abend hatten, verspürten wir den Drang uns noch einmal in die Altstadt zu begeben und die Atmosphäre mit einem Cocktail zu genießen.

Gesagt, getan. Rund zehn Minuten später befanden wir uns auf einer Dachterrasse eines kleines Restaurants am Flußufer und genossen ein Long Island Ice Tea (72.000VND).

Hier, mit dem Blick auf den Fluß mit seinen kleinen beleuchteten Booten und im Hintergrund die Vielzahl der Lampions hätten wir es noch länger aushalten können.

Aber die frische Luft und die vielen Eindrücke machten uns müde, so dass wir uns langsam zurück ins Hotel machten und gegen 21.30 Uhr ins Bett vielen.

 

 

 

Sonntag, der 03.02.2013

08:30 Uhr hieß es wieder aufstehen, da wir uns neun Uhr zum Frühstück verabredet hatten. Denn heute sollte es mit dem Moped zum 3km entfernten Strand gehen.

Ein Moped mit Automatikgetriebe kostetet hier 6$ für den Tag. Komischerweise wollten die vom „Verleih“ keine Papiere sehen und es mussten auch keine Formulare ausgefüllt werden.

Hätte man hier für 6$ ein Moped haben können? Volltanken und Sack und Pack weiterziehen?

Man hätte so nicht einmal einen Fahrer engagieren müssen. (Solche Touren werden hier von Easy Rider angeboten.)

Nein. Natürlich bin ich ehrlich.

Nachdem wir unsere Mopeds vollgetankt (80.000VND) hatten (man bekommt sie meist mit fast leerem Tank. – Wir vermuteten schon, dass dies ein weiterer Weg einer Geldeinnahmequelle ist, da man den Tank eigentlich fast nie leer wieder abgibt. Einfach Sprit vor einem erneutem Verleih fast vollständig aus dem Tank in einen Kanister saugen und schon können über die Zeit einige Liter zusätzlich rausspringen.) ging es ab zum Strand „Phuong Cam An“.

Das Parken kostet hier 5.000VND, man bekommt ein Voucher mit einer vierstelligen Nummer, welche mit einem Stift auf den Sitz des Mopeds notiert wird.

Man sollte bei der Weiterfahrt jene Notiz vom Sitz entfernen, da sich sonst die blaue Farbe mit den Textilien am Körper vermischen könnte. Bei einer Jeans mag es noch gehen, aber bei einem weißen Kleid könnte dies sonst ärgerlich werden.

Der Strand ist nicht sehr spektakulär. Man kann Liegen (20.000VND) und Sonnenschirme sowie den Service der anliegen Restaurants nutzen. Mein Interesse haben aber speziell die sich am Ufer befindlichen Boote geweckt. Wir hatten sie schon bei der Fahrt nach Hoi An gesehen.

Kleine runde Korbboote, zum Teil naturbelassen, zum Teil wasserseitig mit Farbe zum Schutz versehen. Sie werden üblicherweise mit einer kuriosen Paddelbewegung gesteuert und nur einmal sah ich eins in Mui Ne mit einem Außenboardmotor.

Hier saßen Fischer am Strand in jenen und flickten ihre Netze.

 

 

 

Ob es an dem etwas bewölkten Himmel oder an der Jahreszeit lag, auf jeden Fall hatten wir den Strand fast für uns allein.

Wir hätte noch ein Weilchen hier aushalten können, wollten dann aber dann doch langsam in die Stadt zurück, da es heute noch weiter nach Nha Trang gehen sollte.

Noch ein kurzer Zwischenstopp im Restaurant vom Vortag (wieder Nudeln mit Huhn 55.000VND, diesmal ohne Rabatt) und am Markt.

Dann hieß es Moped abgeben, Duschen und Sachen, welche gewaschen wurden, von der Rezeption hohlen und packen. (Wir haben uns für 10$ ein Zimmer als late check out behalten und konnten so das Zimmer bis 16:00 Uhr nutzen.)

 

17:30 Uhr kam dann der Bus, welcher uns nach Nha Trang bringen sollte.

An sich sehr komfortabel, hatte er aber seine besten Jahre schon etliche Jahre hinter sich gelassen.

Es war ein Sleeper, in welchem eine Art Doppelstockbett dreireihig im Bus integriert war. Die Beine verschwanden in einer Art Stauraum unter dem Kopf des Vordermannes. Die Schuhe, welche ausgezogen werden mussten, wanderten in einen zur Verfügung gestellten Plastikbeutel und jender in den Stauraum. Nur mit dem Handgepäck weiß man nicht wohin.

Das WC war wie üblich defekt und wird sicherlich auch nicht in den nächsten Jahren repariert werden.

Dies sollte also unser Lager für die nächsten zwölf Stunden sein.

Also ich bin schon ungemütlicher gereist.

Nachteilig für einige Mitreisende ist nur gewesen, dass alle Reisenden, der Bus war ungefähr zur Hälfte gefüllt, sich im hinteren Teil des Busses niederlassen sollten. Den Grund haben wir bis heute nicht erfahren. Unserer kleinen Gruppe war es egal, aber einige Mitreisende suchten sich die hinteren durchgehenden Plätze, welche sie sich nach der eindringlichen Aufforderung zu fünft teilen mussten und so im Platz arg eingeschränkt waren. Wobei der vordere Teil des Busses fast vollständig unbelegt blieb.

Auf Grund der schlechten Straßenbedingungen und der damit verbundenen ständigen Auf- und Ab- Bewegung bin ich beim hören meines MP3 Players doch recht schnell eingeschlafen und so registrierte ich nur recht kurz die heftigen Brems- und Anfahrbewegungen und das fast ständige Hupkonzert.

Nach einer kurzen Zeit wurde ich dann dennoch aus meinem Schlaf gerissen, da eine Mitreisende auf die Toilette musste und registrierte, dass jene nicht zu benutzen war, was zu einem außerplanmäßigen Zwischenstopp führte.

Kurze Zeit später wurde ich wieder wach, wir standen mit Warnblinklicht am Straßenrand.

Was war los?

Ein Defekt.

Nach einer guten halben Stunde erfuhren wir en Grund des unfreiwilligen Aufenthaltes. Ein Paket, welches mitgenommen wurde, wurde verspätet abgeholt. Scheinbar eine übliche Praxis.

Naja spielen wir noch DHL.

(Später auf unserer Reise wurden Hühner in die Stauräume im unteren Busteil gelagert. Sonne und Hitze waren anscheinen den meisten Beteiligten egal. Ob alle Hühner den Bus nach gut drei Stunden wohlbehalten verlassen hatten, kann ich nicht eindeutig mit ja beantworten.)

Gegen 23: 00 Uhr hatten wir dann unsere erste planmäßige obligatorische Pause von rund 30 Minuten bei dem wir und der Fahrer eine Mahlzeit zu sich nahmen.

 

Dann hieß es weiter schlafen.

 

 

Montag, der 04.02.2013

Gegen halb acht, einer Stunde später als angedacht, sind wir in Nha Trang angekommen.

Wie üblich hieß es an einer definierten Stelle, meist die Zentrale des Reiseveranstalters – der Busgesellschaft, Endstation, alle aussteigen.

Innerhalb von Sekunden, noch bevor wir unser Gepäck aus dem Bus holen konnten, wurden wir von selbsternannten Reiseführern umringt, welche uns Hotels zu einem sehr guten Preis – Leistungsverhältnis anbieten wollten.

Dieses sei sehr neu, dass andere wiederum extrem preisgünstig, … .

Hallo wir wollten erst einmal ankommen und uns orientieren.

Leider war es nicht so einfach sie abzuschütteln.

Schon in Hoi An hatten wir uns schon grob über diese Stadt informiert. Sie soll von großen Hotels, Kneipen und Partys geprägt sein. Aus diesem Grund wollten wir unsere Schlafstätte nicht so sehr ins Zentrum verlagern. Feiern ja, aber auch etwas Schlaf finden können.

Ute und Sanne passten, wie so oft üblich, auf unser Gepäck auf und der Bär und ich machten uns los um ein passendes Hotel zu finden.

Unser erster Eindruck schien sich zu bestätigen. Die Gegend war recht annehmbar und obwohl es morgens und damit keine Partyzeit war, schien es hier nicht all zu wild abzugehen.

Also sahen wir keine Veranlassung unser Hotel weiter vom Zentrum entfernt zu suchen.

Wir checkten einige Hotels, bis wir uns für das „Thanh Binh“ (Tran Phu Street 84) entschieden. (Kleine Zimmer mit der Duschbrause gleich neben dem WC Becken gab es für 12$, Zimmer mit Cityview für 15$ und Zimmer mit Seaview für 20$, alle ohne Frühstück.)

Wir entschieden uns für die Zimmer mit Seaview. Was, da sich das Hotel direkt an der Strandpromenade befand, besonders Sinn machte.

 

 

 

Wir brachten unsere Sachen auf das Zimmer und stillten erst einmal in einem nahe gelegenem Restaurant „Salut“ unseren Hunger. Es war nun mittlerweile auch schon halb neun.

Wie üblich sollte es wieder einmal Omelette mit Ham und Cheese (49.000VND) geben.

Die Speiskarte war sehr umfangreich, Hummer, Fische, Schildkrötensuppe, gegrillten Frosch … .

Bei letzteren interessierte mich die Menge, da sie im Vergleich zu Kambodscha mit 159.000VND doch recht teuer erschienen. Eine Nachfrage ergab, dass es zwei Frösche geteilt auf vier Spießen sei.

Meine Überlegung, ob ich sie eventuell bestellen sollte, damit der Bär und Ute mal probieren können, wurden relativ schnell hinfällig, da sie uns einige Minuten später schon serviert wurden.

Eigentlich hatte ich mich doch nur nach der Menge erkundigt. (Dies wurde auch durch die Mitreisenden bestätigt.) – Und die Kellner konnten doch recht gut englisch sprechen, also schien ein sprachliches Missverständnis theoretisch ausgeschlossen.

Egal. Haben wir sie halt gegessen. Obwohl ich sagen muss, dass sie mir in Siem Reap besser geschmeckt haben.

 

Unser Plan besagte, dass wir mindestens zwei Nächte in Nha Trang verbringen wollten, damit die Mitreisenden einige Stunden am Strand verbringen konnten.

Da sich meine Affinität längere Zeit am Strand zu verbringen ohne sich beschäftigen zu können, extremst in Grenzen hält, wollte ich diese Zeit nutzen um die Unterwasserwelt zu erkunden. Auch wenn ich nicht die spektakulärsten Bilder erwartete.

Da sich in der Nähe des Restaurants einige Tauchschulen befanden, versuchte ich schon einmal einige Randdaten zu ermitteln. Wann geht die nächste Tour, wie teuer, bis wann muss gebucht werden, wie ist der zeitliche Ablauf, … .

Ich fand heraus, dass für den nächsten Tag Ausfahrten anstanden, Platz noch vorhanden war, die Tour 07:30 Uhr beginnen sollte und wir gegen 13:30Uhr zurück wären und zwei Tauchgänge inklusive Essen und Wasser 45$ koste sollte. Bis 18:00 Uhr müsse man sich spätestens entscheiden.

Das hörte sich doch alles sehr gut an!

Doch eine Entscheidung wollte ich erst treffen wenn wir zusammen den groben Plan für die nächsten Tage abgesprochen haben. Noch hatte ich ja Zeit.

Bei schlendern zurück zum Hotel stellten wir fest, dass in dieser Gegend schon extrem auf unsere russischen Mitbürger eingegangen wird. Einzelne Tourveranstalter warben mit russischen Aufstellern, Restaurants hatten russische Speisekarten oder sogar russische Namen.

Und mit aufsteigender Betriebsamkeit auf den Straßen vernahm man immer mehr russische Worte. Sollte sich Nha Trang in Little Moskau entwickelt haben?

 

Aber wie wollten wir unsere nächste Etappe unserer Reise verbringen?

Es sollte ein Bus 8 Uhr morgens ab Nha Trang nach Mui Ne fahren, welcher vier bis fünf Stunden benötigt. Der wäre doch nicht schlecht. So würden wir noch etwas von der Gegend sehen und gegen Mittag in Mui Ne sein. Und dies für 140.000VND pro Person.

Uns war auch klar, dass wir uns immer mehr zum Tet-Festival – dem chinesischen Neujahrsfest bewegen und jene Zeit von vielen für Reisen genutzt wird. Also sollten wir nicht zu lange mit der Reservierung warten.

Wir entschieden uns zwei Nächte in Nha Trang zu verbringen und am Mittwoch weiter nach Mui Ne zu reisen.

Damit manifestierte sich auch mein Plan am Dienstag tauchen zu gehen.

Da das Wetter noch nicht zu sehr zum Strand einlud, wollten wir uns erst einmal einige Highlights der Stadt ansehen.

Zu diesem Zweck liehen wir uns Mopeds (6$ pro Tag für Automatikgetriebe) bei „Rafting Tour“ gegenüber vom Restaurant „Salut“, natürlich wieder ohne irgendwelche Papiere.

 

Auf jeden Fall wollten wir uns die Hauptattraktionen der Stadt, die Thap Ba Cham Towers und die Long Son Pagode ansehen.

Der Verkehr unterschied sich schon zu dem in Hoi An und ähnelte eher den in den Großstädten, aber dies sollte kein wesentliches Problem darstellen. So erlag ich auch mit der Zeit der Meinung, dass ich doch auch in Saigon Moped fahren würde. Dieses relativierte sich aber am letzten Tag in Viet Nam, wie man später erfahren wird.

 

Die Po Nagar Cham Towers (Eintritt von 21.000VND), welche hoch auf einem Berg im Norden der Stadt thronen, wirken schon von weitem imposant. Von nahem aber kommt man richtig in den Genuss ihrer Schönheit. Sie ähneln denen von My Son, wenn auch die Anlage etwas kleiner gehalten ist. Und sind auf jeden Fall einen Besuch wert.

Von hier aus ging es weiter zur Long Son Pagode. Da sie hier eine Parkgebühr von 10.000VND (im Gegensatz dazu 2.000VND bei den Cham Towers) pro Moped verlangten, entschieden wir uns die Mopeds am Straßenrand abzustellen.

 

 

 

Man folgt der Treppe, welche den Drachenberg hinaufführt und gelangt auf rund halber Strecke zu einem liegenden Buddha, um den Stufen weiter folgend zur  weißen 14m hohen Buddha-Statue zu gelangen.

Immer wieder wird man auf dem Weg zur schon von weitem sichtbaren Buddha-Statue von Verkäufern angesprochen, um ihre Produkte zu erwerben.

Was auch das russische Publikum mit Begeisterung praktizierte.

 

Da das Wetter zusehend immer besser wurde und die Sonne von Sekunde zu Sekunde immer mehr ihre Strahlen und damit ihr Hitze gen Erde sandte, entschlossen wir uns die nächste Zeit an den Kilometer langen Sandstränden von Nha Trang zu verbringen.

Wir fuhren zu unserem Hotel, holten die Badesachen und begaben uns an den Strand und ins kalte Nass des Meeres.

Die Liegen kosteten hier 40.000VND, wobei der Service des naheliegenden Restaurants inklusive war.

(Kleines dunkles Bier 40.000VND)

Wem es zu langweilig wurde konnte hier dem Wassersport frönen und wem hungrig wurde konnte die Dienste der einheimischen Bevölkerung in Anspruch nehmen. Sie boten Meeresfrüchte zu akzeptablen Preisen (Lobster 200.000VND das Stück) an, welcher vor Ort gegrillt und serviert wurde.

 

Langsam neigte sich der Nachmittag zum Ende und wir verließen den Strand. Zur Erfrischung eine kurze Dusche und ab ging es wieder die Stadt zu erkunden.

Zuallererst wollte ich aber die Planung für meinen nächsten Tag umsetzen. Also ging es mit dem Moped zu einen der vielen Tauchschulen. Ich wählte eine andere als am Vormittag, die „Nha Trang Fun Divers“ (Tran Quang Khai Street 1/33) und nahm den Aufpreis von 5$ gerne in Kauf, da ich hier mit neuem Equipment ausgestattet wurde und auch der Laden auf mich einen besseren Eindruck machte.

Nachdem ich die Tour gebucht und eine Anzahlung von 200.000VND getätigt hatte, machten wir uns auf in den Süden der Stadt zur Vinpearl Cable Car, welche Passagiere in einer Höhe von rund 60 Metern zur 3km entfernten Hon-Tre-Insel (Bambusinsel) brachte. Hier sollte sich eine ausgedehnte touristische Anlage befinden.

Nicht unsere Sache, aber der Weg war das Ziel.

Das einzige was wir feststellten, dass wir froh waren, dass wir unsere ursprüngliche Idee, hier im Süden uns ein Hotel zu suchen, um dem Lärm und den Touristenmassen zu entfliehen, nicht umgesetzt hatten. Hier war es doch zu trostlos.

Da wir nichts Sehenswertes fanden, machten wir uns auf den Rückweg zum „Zentrum“ und suchten uns ein Restaurant, um unser Abendbrot einzunehmen (Nudeln 85.000VND und Long Island Ise Tea 72.000VND).

 

Bemerkenswert sind die horizontalen Markisen und die Technik wie sie nach Bedarf geöffnet oder geschlossen werden konnten. Mittels Rollen und Flaschenzügen können hier durch mehrere Quadratmeter große über Metallseile geführte Bahnen den Gast nach Bedarf vor dem Wetter schützen.

Eine Technik die durchaus früher oder später auch bei uns im Garten Anwendung finden könnte.

 

Nachdem wir uns gelabt hatten mussten wir unser Moped abgeben. Dann erwarben wir noch Cola und begaben uns mit Gläsern und einer Flasche Havana bewaffnet an den Strand und genossen das Meeresrauschen.

Gegen 22.00 Uhr vielen wir dann doch recht müde in die Betten. Hieß es doch für mich am nächsten Morgen recht früh aufstehen.

 

 

Dienstag, der 05.02.2013

06:00 Uhr riss der Wecker mich aus dem Schlaf.

Ich hoffte noch ein schönes Sonnenaufgangsfoto von der Küste von unserem Zimmer aus zu machen. Aber leider war dieser Morgen noch recht bewölkt.

 

Also Duschen, Sachen packen und ab zur Tauchschule. In der Nähe der Tauchschule sollte es jeden Morgen einen fliegenden Händler geben, welcher belegt Baguettes für 20.000VND verkauft. Dieses sollte mein Frühstück werden.

Und da stand er auch.

Es war recht lecker. Noch warmes Brot, welches nicht nur aus Luft bestand, gefüllt mit zwei verschiedenen Wurstsorten (sie sahen recht diskussionsbedürftig aus), Salat und Soßen war es recht nahrhaft und lecker.

07:20 Uhr gerade zum Erscheinen des Eigentümers traf ich überpünktlich an der Tauchschule ein.

Ein wenig Smaltalk (Ich erfuhr, dass seit einiger Zeit eine russische Fluggesellschaft einen Direktflug von Russland nach Nha Trang, bzw. Mui Ne anbietet und seit dieser Zeit die Touristenzahlen aus dieser Region extrem zugenommen haben.) und die Bezahlung der restlichen Summe meiner Tauchgänge und schon fuhr mich der Eigentümer mit dem Moped zum eigentlichen Treffpunkt zu einen anderen Tauchschule (Scuba Dive), welche sich in der Biet Thu Street 8A, zwei Straßenecken entfernt befand.

Von hier ging es mit dem Bus zum Hafen und dort auf das Boot.

Das Boot wurde mit mehreren Tauchschulen geteilt und so kamen auf rund zehn Gäste rund fünf Guides.

Ich hatte den Vorteil, dass nur ich mich als Gast unserer Tauchschule auf dem Boot befand und kam so in den Genuss eines eigenen Guides, welcher sehr erfahren war und auch Augen für Details besaß.

Nach einem rund 50 minütigem Tauchgang trafen wir uns an Deck und es wurde das Mittag gereicht. Um uns zeitnah, aber doch den Tauchrichtlinien entsprechend, zum zweiten Tauchgang zu begeben.

 

Die Tauchgänge waren an sich nicht sehr spektakulär. Das Wasser war recht kühl und die Sicht war mit rund 25 Metern OK. Der Fischbestand war mäßig und der Eindruck einer Überfischung der Region schien sich zu bestätigen. Ein kleines Highlight war ein kleiner süßer Frosch- oder auch Anglerfisch. (Ich hatte diese Art mittlerweile schon öfters gesehen. Freue mich aber immer wieder über diese Laune der Natur.)

 

Gegen vierzehn Uhr waren wir wieder zurück an der Tauchschule. Nachdem Ausfüllen des Logbuches begab ich mich an den Strand zu den anderen, wo ich auch schon sehnlichst erwartet wurde. (Hoffe ich zumindest. ;) )

Bei einem Bier (und einigen Cocktails 60.000VND– Grüße an den Bären) wurde das erlebte ausgewertet.

Der Hunger meldete sich. Leider hatten die anderen auf mich gewartet und auf den alleinigen Verzehr der am Strand angebotenen Meeresfrüchte verzichtet.

Nun kommt Murphy. Natürlich waren nun als ich da war alle Händler verschwunden und wir mussten eine Alternative suchen.

Also hieß es zum Hotel Duschen und ein Restaurant suchen. Wir entschieden uns für das „Salut“ an dem wir schon am Vortag unser Frühstück zu uns nahmen und hofften, dass es auch schon 17:00 Uhr Speisen anbot. War es doch noch recht früh am Abend.

Wir hatten Glück und begannen zu schlemmen, allzumal uns ab einer Gesamtsumme von 1.000.000VND fünf Prozent Rabatt angeboten wurden. Mit Rindfleisch 95.000VND, Long Island Ice Tea 98.000VND, Schildkrötensuppe 159.000VND, … kamen wir dann doch unbewusst auf eine Summe von 1.011.000VND. - Was für ein Timing.

Anschließend, gegen 18.30 Uhr ging es wie am Vortag mit Cuba Libre an den Strand, wo wir bis halb neun verweilten. – Irgendwie macht die frische Luft müde.

 

 

Mittwoch, der 06.02.2013

Heute hieß es wieder recht zeitig aufstehen. Sollten wir doch schon ab halb acht für den Bus bereit stehen.

Dementsprechend klingelte dann 06:20 unser Wecker.

Duschen und Sachen packen um uns sieben Uhr an der Rezeption mit dem Rest der Reisegruppe zu treffen. Zusammen ging es zu dem fliegenden Händler vom Vortag, wo wir unser Frühstück, das Baguette erwarben.

Ab zurück zum Hotel, auf dem Weg das Baguette verzehrt, Sachen holen und Check Out.

Wir waren pünktlich, nur der Bus wieder einmal nicht. Aber wir waren ja nicht auf der Flucht.

Kurz vor acht kam er dann. Aber für einen Sleeping-Bus war er doch etwas klein.

Ah, das war erst einmal der Shuttle Bus zum Treffpunkt. OK.

Rund zehn Minuten später befanden wir uns an der zentralen Anlaufstelle des Reiseanbieters.

Es war nun mittlerweile halb neun, aber nicht geschah. Auf Nachfrage erhielten wir die Auskunft der Bus verspätet sich. Ach ne. Das hätte ich ja nun nicht gedacht.

Warten wir halt noch ein wenig.

Inzwischen baute ein Vasenverkäufer auf der anderen Straßenseite seine Anlage mit zwei großen Boxen auf und begann mit einer Sprach, Musikkombination Werbung für seinen Laden zu machen. Die die Ansagen vom Band kamen wiederholten sie sich in einem Zyklus von rund fünf Minuten.

 

Kann ja nicht mehr lange dauern.

OK, nachdem jeder eine Flasche Wasser bekommen hatte, stieg doch leicht die Vermutung auf, dass es sich noch etwas verzögern könne.

Eine weitere Nachfrage nach einer halben Stunde ergab, dass der Bus mit Verspätung aus Saigon gekommen ist, jetzt aber da sei und nur noch gereinigt wird.

Gegen dreiviertel Zehn kam er dann endlich. Gereinigt, aber wie üblich mit defekten WC.

 

Die Landschaft zog an uns vorbei und die Sonne brannte durch das Fenster auf unsere Leiber bis der erste Stopp durchgeführt wurde. Er schien außerplanmäßig, da ersten noch keine zwei Stunden vergangen waren und sich zweitens kein Restaurant in der Nähe befand.

Ein Blick aus dem Fenster bestätigte die Vermutung und die bereits im Vorfeld erwähnten Hühner, welche sich zusammengepfercht in Körben befanden, wurden ins untere Teil des Fahrzeuges verfrachtet. Ohne Licht waren sie nun Gedeih und Verderb ausgesetzt. Wobei ich bei den Temperaturen und den Straßenverhältnissen eher von letzterem ausgehe.

 

Einige Zeit später kam nun unser regulärer Stopp an einer Restaurant – Laden Kombination in der Nähe eines Strandes.

Nach der üblichen halben Stunde hieß es wieder einsteigen, Schuhe ausziehen und ab die Fahrt.

 

Die Gegend wurde immer trockner und auf einigen Feldern schien man Plastiktüten anzubauen. Sie waren übersät mit Plastiktüten in den verschiedensten Farben.

Hier schien es schon seit Jahren nicht mehr geregnet zu haben. Dabei fiel mir ein was wir ein Glück mit dem Wetter hatten. Sicher im Norden war es kühler und auch in der Halong Bucht schien keine Sonne und es hatte mal ganz kurz genieselt, aber im Wesentlichen hatten wir doch Glück.

Mir kam ein Bericht in Erinnerung in welchem ein Reisender erwähnte, dass er in Hue und Hoi An nur von Regen begleitet wurde, welcher kein Sightseeing zu ließ.

 

So aus liegend aus dem Fenster schauen und in Gedanken versunken registrierte ich, dass der Bus seine Geschwindigkeit drosselte bis er gänzlich zum stehen kam. Wir schienen angekommen zu sein.

Es war mittlerweile dreiviertel vier. Sportlich wenn wir damit gerechnet hatten kurz nach zwölf Uhr in Mui Ne zu sein.

Aber erst einmal hieß es die Sachen aus dem Bus zu holen, uns zu orientieren wo wir uns genau in diesem Ort befanden und wo wir unsere nächsten Nächte verbringen wollen.

Wir hatten uns schon einige Hotels im Reisführer rausgesucht, nur hieß es sie zu finden.

Das eigentliche Fischerdorf Mui Ne liegt auf einer hügeligen Halbinsel 21km östlich von Phan Thiet, mit einer Hauptstraße verbunden.

Zwischen beiden Orten erstreckt sich ein rund 10km langer Strand an dem eine Vielzahl an Hotels angesiedelt wurden. Diese Gegend benennt man ebenfalls Mui Ne, obwohl dies eigentlich geographisch falsch ist und zu Ham Tien zählt.

Nachdem wir uns orientiert hatten, wählten wir ein Taxifahrer, welcher uns zu einem der gewünschten Hotels bringen sollte.

Aber er kannte irgendwie keines der Hotels. Entweder gab es sie nicht mehr, oder unter einem anderen Namen, oder er war neu. Es gab zwar viele Hotels, aber nicht so viel, dass man sich als Taxifahrer nicht auskennen sollte.

Nach einer kleinen Odyssee und einigen Dong später ließen wir uns dann am „Hoang Kim Golden Resort“ absetzen.

Es bietet bungalowähnliche Zimmer, welche sich an einem kleinen Garten befinden. In jenem Garten sind ein kleiner Pool und ein kleiner eigener Strandbereich integriert. Der eigentliche Strand am Meer, welchen man nur bei Ebbe ersichtlich ist, kann über eine Treppe erreicht werden.

Obwohl sicherlich schöne Hotels direkt am langen feinen Sandstrand existieren, besticht dieses durch seinen intimen Charakter. Jene Bungalows sind für 25$ mit Ventilator oder 30$ mit Klimaanlage zu mieten. (Für letzteres bekommt man die Fernbedienung ausgeliefert. D.h., man kann sich auch nach einer Nacht noch um entscheiden, ohne das Zimmer wechseln zu müssen.) Wir wählten erst einmal eins mit Ventilator und wollten uns gegebenenfalls am nächsten Tag weiter sehen. Wussten wir zur dieser Zeit noch nicht, dass wir die Nacht gänzlich ohne Erfrischung verbringen sollten, da wir den Ventilator, welcher sich im Schrank befand, nicht gefunden hatten.

Alternativ bietet das Hotel noch Zimmer im Haupthaus im Objekt oder im Schwesterhotel auf der anderen Straßenseite.

Man sollte noch erwähnen, dass bei den Preisen kein Frühstück inklusive ist, aber im hoteleigenen Restaurant kann man recht günstig (Omelette 40.000VND) das Frühstück einnehmen.

 

Erst einmal wurden die Sachen in das Zimmer verfrachtet und dann ein kühles Bier am Pool aus der Büchse in den Körper gefüllt.

Erfrischt mieteten wir uns Mopeds – hier kosten die Automatik 10$ für 24 Stunden, es sind Formulare auszufüllen und es gab die Warnung die Mopeds lieber unter Aufsicht zu parken.

Diesem Hinweis im Gepäck machten wir uns auf die Gegend näher zu erkunden und in diesem Zusammenhang auch gleich ein Ort zu finden, bei dem wir unserem Sinn an fleischlichen Genüssen befriedigen konnten – einem Restaurant.

 

Wie schon erwähnt zieht sich der Ort extremst in die Länge. Ein Hauptgrund besteht sicherlich darin, dass alle Hotels sich am Strand ansiedeln wollen. Auf der Landseite der langen Küstenstraße befinden sich Souvenir- und Lebensmittelgeschäfte, Restaurants sowie Reisebüros und Tour- Anbieter.

 

Zwischen dem östlichem Teil des Ortes (wo sich auch unser Hotel befand) und dem westlichem Teil befinden sich wasserseitig eine Vielzahl von kleinen Open Air Restaurants wo man auf Plastestühlen oder Betonbänken sehr leckere Meeresfrüchte zu sich nehmen kann.

Die Produkte werden vor dem Restaurant zur Schau gestellt und reichen von Krokodil, über Muscheln und Schnecken, Fisch und Garnelen zum Lobster. Der Preis richtet sich nach Gewicht, Reis kostet 5.000VND, Bier 10.000VND und einheimischer Schnaps das Glas ebenfalls 10.000VND.

 

Allein die Gerüche verleiten ein zum Verweilen.

Da ich dem Bären in einem naheliegenden Restaurant noch ein Krokodil auf dem Grill zeigen wollte, schnappte ich mir ihn und fuhr mit dem Moped die hundert Meter zurück zum besagten Restaurant.

Sah schon kurios aus. Essen würde ich es nun hier nicht, da es nicht typisch für dieses Land ist und auch nicht extrem frisch schien. Außerdem hatte ich es im Vorfeld auf Kuba schon einmal gegessen.

Nach dem Betrachten machten wir uns auf den Rückweg.

Da wir, um vor unserem Restaurant zu parken, nach links abbiegen mussten, schaute ich in den Rückspiegel, setzte den Blinker und fuhr auf die linke Seite meiner Spur um, wenn der Gegenverkehr nicht mehr vorhanden war, links zum Restaurant zu fahren. Alle Mopeds auf unserer Spur fuhren rechts an uns vorbei, außer einer.

Schrieb er wie so häufig beim Fahren eine SMS, oder träumte er? Keine Ahnung. Auf jeden Fall krachte. Wir hatten noch Glück im Unglück, stürzten nicht und kamen mit einigen kleinen Abschürfungen und blauen Flecken davon. Die Mopeds hatten dabei mehr abbekommen. Abgebrochene Fußraste, abgebrochenes Schutzblech, … .

Puh, das hätte auch anders ausgehen können.

Seit dieser Zeit habe ich immer rechts gehalten und bin dann erst zum Restaurant gefahren, wenn die Straße komplett frei war, aber das konnte dauern. (Zumindest wenn ich einen Sozius auf dem Bock hatte.)

Auf diesen Schock erst einmal ein Bier und, da wir an diesem Tag noch nicht viel zu uns genommen haben, teilten Sanne und ich uns 1.1kg Tiger Prawns (500.000VND) – lecker.

 

Nach erfolgreicher Stärkung erwarben wir noch eine Flasche Hanoi Vodka (85.000VND), Cola und Saft und verbrachten den Rest des Abends an unserem hoteleigenem „Strand“, bis wir gegen halb zehn ins Bett vielen.

 

 

Donnerstag, der 07.02.2013

Heute sollte ein weiterer Strandtag für die Reisegruppe auf dem Plan stehen.

Diesbezüglich hieß es acht Uhr aufstehen, da wir uns halb neun zum Frühstück verabredet hatten. Nach dem Frühstück ging es mit dem Moped daran einen Strandabschnitt zum Chillen zu finden.

 

Leichter gesagt als getan. Als Orts Plan erhält man entweder eine Art Visitenkarte auf welcher die Hauptstraße mit einigen Hotels eingetragen ist, oder eine A4 Kopie mit weiter entfernten Hauptattraktionen. Beide sind natürlich nicht maßstabsgetreu, so dass Entfernungen wahllos gewählt erscheinen. Dies erleichtert eventuell die Orientierung aber nicht das Finden bestimmter Ziele.

Also fuhren wir die ganze Stadt ab und erkundigten uns bei einigen Surfshops.

(Durch die schützenden Dünen weist Mui Ne ein spezielles Mikroklima aus. Es regnet sehr spärlich. Desweiteren ist die Gegend sehr gut für Surfer geeignet. Durch den starken Wellengang von August bis Dezember perfekt für Wellenreiter und danach auf Grund des starken Windes bis April für Kite- und Wind- Surfer. Wobei die letzteren hier ausgestorben schienen.)

Nach einigem Suchen und Nachfrage fanden wir einen kleinen Zugang zum Public Beach.

 (Ein Weg führt, wenn man vor dem Blue Ocean Resort steht, rechts an der Mauer zum Strand.)

Hier erfuhren wir, dass am öffentlichen Strand keine Liegen und Sonnenschirme vorhanden sind und wenn man auf solche Wert legt, soll man zur Rezeption eines Hotels oder Resorts gehen und oft kann man dann  den Service des Hotels für 4 bis 5$ nutzen.

 

Da ich eh nicht an den Strand wollte und nur als Shuttle diente, da ich mir die Gegend ansehen wollte, war es mir egal.

Der Rest der Gruppe entschied sich zurück zum Hotel zu fahren und dort am „Strand“ zu verweilen.

Es war mittlerweile schon fast zehn Uhr als ich mich endlich auf den Weg zu meinen ersten Ziel, den Fairy Springs (Suoi Tien) machen konnte.

Da ich es nicht gleich fand, fuhr ich erst einmal zum eigentlichen Mui Ne, dem kleinen Fischerdorf.

Leider stand die Sonne schon zu hoch um schöne Aufnahmen machen zu können, so machte ich mich recht zeitnah auf den Rückweg und kam kurz vor einer kleinen Brücke zum Stocken.

Mir viel ein Reisebericht in einem Forum ein, indem der Weg zu den Fairy Springs (oder auch Fairy Streams bezeichnet) beschrieben wurde. Vor der Brücke, hinter einen kleinen Laden sollte es, den Flusslauf folgend, zu diesen Sandformationen gehen. Also, dann war das auf der „Karte“ gar keine Straße, sondern es sollte ein Fluss darstellen.

Schönes Ding! Egal, ich habe es gefunden.

Das Moped habe ich für 5.000VND bei den Bewohnern des Hauses abgestellt und bin ohne Führung und ohne Straußreiten den Fluss folgend zu den Fairy Springs.

Man läuft etwas mehr als hundert Meter und kommt an eine Linkskurve, hinter jener sich ein einmaliges Naturschauspiel verbirgt.

Rot – Weiße Sand / Felsformationen vermischen sich und bilden auf der linken Seite eine Art Bergwall welcher durch seine Farbkombination und Oberflächenformation ein Highlight dieser Region darstellt. Die rechte Seite wird durch Bäume und Pflanzen gesäumt. Folgt man diesem Flusslauf bis zum Ende gelangt man zu einem kleinen Wasserfall, welcher aber eher unspektakulär ist.

Auf dem Weg zu jenem kommt man an einer etwas größeren Einbuchtung vorbei, welche sich auf der linken Seite befindet. Hier vermischen sich helle und dunkle Sandschichten, welche durch einen kleinen Wasserstrom zum Fluss geleitet werden. Sie stellen ebenfalls ein kleines optisches Highlight dar, wobei man hier seine Füße an die Stelle, wo das Wasser aus dem Sand tritt, in den Sand stellen sollte. Innerhalb von Sekunden steht man knöcheltief in braunen, von braunem warmem Wasser umspülten Sand.

 

 

 

 

Nach diesen Impressionen, verließ ich die Gegend und die sengende Sonne, schwang mich auf mein Moped und fuhr zu den anderen ins Hotel.

Mittlerweile war es ein Uhr und ich genoss das kalte Bier im kalten Pool.

Was für ein Leben.

In Deutschland sollten es um die Null Grad sein und Schnee sollte sich mit grauen Tagen abwechseln.

 

Aber Mui Ne sollte nicht nur Sonne und die Fairy Springs bieten, die Gegend war auch für seine roten und weißen Sanddünen bekannt.

Ich denke die Farbe der roten Dünen wird am besten zum Sonnenauf- oder Untergang zur Geltung kommen.

Um es uns bequemer zu gestalten und die Dünen etwas weiter entfernt waren, überlegten wir uns einen Jeep mit Fahrer mieten.

Nachfragen ergaben, dass jene Tour 7$ pro Person betragen soll.

Ein fairer Preis. Leider gab es für diesen Nachmittag keinen Jeep mehr. Da wir aber auf jeden Fall noch zwei Tage in Mui Ne verweilen wollten, stellte dies kein Problem für uns dar und wir reservierten die Tour für den nächsten Tag halb drei nachmittags.

Gegen vier Uhr nachmittags verließen wir den Strand und machten uns nach einer Dusche mit dem Mopeds auf zum Fischerdorf um die untergehende Sonne für schöne Fotos zu nutzen.

 

Nach einem kühlen Bier und einigen Fotos machten wir uns auf dem Heimweg. Da uns der Hunger anfing uns heimzusuchen begaben wir uns schnurstracks ins Restaurant vom Vorabend. Diesmal gab es Frosch (30.000VND), Muscheln (10Stück = 40.000VND) mit Reis und Pancake mit Meeresfrüchten (30.000VND).

Man war das wieder lecker.

OK, das mit dem Rechnen scheinen sie hier nicht so zu haben und so viel die Rechnung, trotz Nutzung eines Taschenrechners, viel zu gering aus. Aufklärungsversuche unsererseits stießen anfänglich auf Verwunderung, aber wir konnten es aufklären.

Die neue Rechnung kam – und wieder falsch.

Wir haben dann einfach die richtige Summe gegeben, da wir keine Lust auf weitere Versuche einer Aufklärung verspürten.

Dann hieß es wieder einmal unseren Vorrat an Bargeld aufzustocken - (Leider gab es hier nur ATM, bei denen man  maximal 3.000.000VND abheben konnte. In Hoi An waren es bei den ATMs noch 5.000.000VND.) und ab ging es zum shoppen. Obwohl es sich für die Männer nicht wirklich lohnt, da es hier für sie, meiner Meinung nach, recht wenig gibt (T-Shirt 150.000VND).

Hier wurde einem aber wieder extremst verdeutlicht, was wir schon in Nha Trang feststellten. Rund 50% der Restaurants, Läden und Tour-Anbieter war auf die russischen Staatsbürger ausgerichtet. Über den Läden prangten riesige Schilder mit Werbungen und Hinweisen in russischer Sprache.

Am meisten schockierte mich, dass in einige Läden präparierte Warane und Echsen angeboten wurden, welche in allen möglichen Posen dargestellt wurden. Rauchend, auf der Seite – den Kopf aufgestützt liegend, … . Nicht nur, dass mir die Tiere leid taten, welche zu diesen Zwecken getötet wurden und eine Einfuhr (zumindest in Deutschland) gerechtfertigter Weise verboten wäre, die stellte für mich auch den Inbegriff des Kitsches dar. Schlimm war, dass die russischen Staatsbürger ein Interesse an diesen Waren bekundeten. Kein Wunder, dass sie angeboten wurden. Ohne Nachfrage kein Angebot. Ich hoffe nur, dass der Staat diesem recht schnell Einhalt gebietet und die Produkte vom Markt verschwinden!!!

 

Mit einer Flasche Wodka (65.000VND) sowie Saft und Cola ging es dann wieder an unseren kleinen „Strand“ im Hotel.

Wir genossen den Abend, die Musik aus dem MP3 Player, das Meeresrauschen und die milden Temperaturen. Das Sit In entwickelte sich mit fortgeschrittenem Abend zu einer kleinen Poolparty mit einer weiteren Flasche, welche gegen viertel zwölf endete.

 

 

Freitag, der 08.02.2013

Heute hieß es wieder zeitiger aufstehen, wollten wir doch die Fairy Springs bei gutem Licht fotografieren. D.h., kurz vor acht klingelte der Wecker um uns, wie verabredet, halb neun zum Frühstück zu treffen. (Wie üblich gab es Omelette.)

So konnten wir uns kurz nach neun mit den Mopeds zu den Fairy Springs aufmachen. Den Weg kannte ich ja nun. ;)

Obwohl ich dieses Naturspektakel ja nun schon am Vortag gesehen hatte, wurde es mir nicht langweilig es erneut zu betrachten.

Gegen halb zwölf waren wir dann wieder an unserem Hotel. Wir chillten ein wenig auf den Liegen und ich nutze die Zeit ebenfalls um meine Karten an Familie und Freunde zu schreiben.

Sicher hat Viet Nam einiges an Fotomotiven zu bieten, ich habe aber in keinem anderen Urlaub so viel schöne Ansichtskarten gesehen, wie hier in Viet Nam. Nicht nur die Wahl der Motive überzeugt, sondern auch die Qualität.

 

Gegen eins nahmen wir eine kleine Mahlzeit im hoteleigenen Restaurant ein, um uns gegen halb zwei mit Fahrer und Jeep auf die Tour zu den Dünen zu machen.

Zuerst hieß es zu den weiter weg liegenden White Sand Dunes zu fahren, damit wir die Red Sand Dunes bei Sonnenuntergang besuchen könnten.

Schon auf dem Weg zu den rund 40km entfernten White Sand Dunes lohnen sich Zwischenstopps. Einer, welchen wir auf dem Rückweg besuchen wollten, nennt sich Red Canyon und einen anderen absolvierten wir einige Kilometer vor den Dünen. Hier vor einem See, hatte man ein geniales Panorama. Kleine rote, zerklüftete Sandformationen im Vordergrund, dann der See und am Horizont die White Sand Dunes. Ein Spiel der Farben und Formen.

Nach einem kurzen Fotostopp ging es weiter zu unserem eigentlichen Ziel.

Leider waren die Dünen recht überlaufen und man musste schon eine große Strecke laufen, oder sich ein Buggy mieten (20min 300.000VND).

 

 

Sanne und ich entschieden uns, trotz des hohen Preises, für letzteres. Ersten weil ich zum Laufen zu faul war und zweitens, wann hatte man wieder einmal die Möglichkeit in den Dünen ein Buggy zu fahren.

Und es hatte sich gelohnt.

Obwohl man zum Teil wie auf Eiern fuhr, machte es schon extremen Spaß.

Leider war die Motorisierung nicht sehr hoch, so dass man zum Teil Probleme hatte die Dünen hoch zu fahren. Trotz alledem verging die Zeit viel zu schnell und ich würde es wieder machen.

Nach rund einer Stunde machten wir uns über den Red Canyon zu den Red Sand Dunes.

Der Parkplatz befindet sich direkt vor den vielen Geschäften auf der anderen Straßenseite der Dünen. Hier wird man gleich von einer Horde Kinder belagert, welche einem Rutschgelegenheiten anbieten, welche man auf den Dünen praktizieren soll.

Anhand der Autos und Busse wurde einem recht schnell deutlich, dass auch viel Besucher anzutreffen sein, was sich aber auf Grund der Weitläufigkeit relativiert. 

An sich sind die Weißen Dünen schöner, aber mit der untergehenden Sonne und den Farbspielen auf dem Sand ist diese Region auf jeden Fall sehenswert.

Wir platzierten uns am Grad einer Düne und ließen die Eindrücke auf uns wirken, bis wir uns langsam auf den Heimweg machten.

 

 

 

Gegen 18:00Uhr kamen wir wieder in unserem Hotel an und machten uns zeitnah auf in unser „Stammrestaurant“. Natürlich wurden wir, wie bereits schon am Vortag herzlich begrüßt. Allzumal sicherlich hier zusätzlich noch die Geschichte mit der Rechnung am Vortag eine Rolle spielte.

So bekamen wir auf Rechnung des Hauses erst einmal als Appetizer einen großen Teller mit Muscheln.

Sonst gab es Fisch (90.000VND), Prawns (etwas kleiner als am Vortag, 500g 175.000VND) und Reis.

Nach dem Essen ging es noch einmal zum Shoppen in die Stadt. Fehlende Karten (5.000VND) und T-Shirt (290.000VND) erwerben.

Sonst wurde es ein kurzer und ruhiger Abend. Nachdem wir noch kurz im Garten gesessen haben, ging es gegen zehn ins Bett.

 

 

Samstag, der 09.02.2013

Heute wollten wir die südwestliche Gegend um Mui Ne erkunden und abends stand das Tet Festival auf dem Programm.

Tet (Tet Nguyen Dan), das vietnamesische Neujahrsfest ist bei weitem das wichtigste Fest im Land. Es markiert den ersten Tag des neuen Mondjahres, in unserem Fall das Jahr der Schlange, und den Beginn des Frühlings. Der Legende nach beginnt die Periode des Jahreswechsels bereits am 23. Tag des zwölften Mondmonats.

An diesem Tag steigen der Landgott Ong Conga und der Küchengott Ong Tao in den Himmel auf. Sie reiten sie auf einem Karpfen, der sich in einen Drachen verwandelt und sie nach oben trägt. Dort berichten sie dem Jadekaiser Ngoc Hoang von der Familie, in deren Haus sie leben, und bitten für sie um Segen, Glück und Reichtum für das folgende Jahr. Am letzten Tag des Jahres kehren beide auf die Erde zurück.

Dem Glauben nach residieren im Himmel zwölf Hoheiten, von denen jeweils eine für ein Jahr lang die Erde regiert. Der Jadekaiser verkündet in der Silvesternacht, welche die Hoheit im neuen Jahr regieren wird.

 

Offiziell sind zu dieser Zeit nur drei Tage frei, jedoch wird in der Woche zuvor und danach nicht oder nur verkürzt gearbeitet.

Kurz vor acht hieß es aufstehen und halb neun trafen wir uns zum Frühstück. Natürlich wieder Omelette mit Baguette, welches natürlich zum größten Teil aus Luft bestand. – Ich glaube in Deutschland werde ich erst einmal die nächsten Wochen keine Eier mehr zu mir nehmen. ;)

 

Nach dem Frühstück nutzte ich die Zeit um die Post im Ort wegen der fehlenden Briefmarken zu suchen. Haben wir doch das letzte Mal in und in der Gegend um Hanoi Briefmarken erwerben können, wo auch die Postkarten verkauft wurden.

Da ich jetzt welche benötigte und am Sonntag uns zum drei Tage dauernden Tet Fest der Erwerb noch aussichtloser scheint, machte ich mich auf den Weg. Bei einem doch recht überschaulichen Ort mit einer Hauptstraße möchte man meinen, dass dies kein Problem darstellen sollte. – Weit gefehlt. Ich benötigte fast eine halbe Stunde, allzumal die Post nicht als solches erkennbar ist und hier anscheinend, die Touristen welche sich nicht auskennen mal ausgeschlossen (– obwohl die sprachen ja eher russisch), keiner der englischen Sprache mächtig war.

Natürlich war die Post dann auch noch zur großen Ärgernis geschlossen.

Hätte ich gewusst, dass es als solch ein Problem entwickelt Briefmarken zu erstehen, hätte ich sie gleich in Hanoi erworben. Und ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass die Suche nach jenen sich noch zu einer kleinen Odyssee entwickeln sollte.

Gegen halb zehn kam ich nun ohne Erfolg wieder am Hotel an und wir konnten uns endlich auf dem Weg zum Poshanu Cham Tower machen.

Er sollte der Karte zu urteilen in Richtung Saigon kurz vor dem Kreisverkehr auf der linken Seite liegen.

Auf der Suche zum Strand waren wir schon einmal bis in diese Gegend vorgedrungen und es zeichnete sich nicht ab, dass sich dort jene Tower befinden.

Nachfragen im Vorfeld ergaben, dass sie sich auf einer Anhöhe, einem kleinen Berg befinden.

Wir befürchtet hatten wir Schwierigkeiten sie zu finden. Nachfragen vor Ort ergaben, dass sie nach dem Kreisverkehr auf der linken Seite zu finden sind.

Und endlich wir fanden sie.

Extra in die Gegend würde ich nicht fahren. Aber wenn man schon einmal hier ist, sind sie die Anreise wert. Sie ähneln dem Tower in Nha Trang und einigen Gebäuden in der Anlage in My Son. Kein Wunder, sind es auch Anlagen aus der Cham Zeit.

(Parken 2.000VND; Einritt 10.000VND)

Nach einem etwas längeren Stopp ging es weiter zum Nachbarort Phan Thiet, wo wir dem Markt einen Besuch abstatteten.

Er ist nicht sehr groß, was aber auch an den bevorstehenden Festivitäten liegen konnte. Besticht aber durch seine Ursprünglichkeit.

Schon auf dem Weg zum Ort wurden wir immer häufiger fröhlich begrüßt und es deutete sich an, dass sich nicht allzu viele Touristen aus Mui Ne in diese Gegend verlaufen. (Die meisten werden in Mui Ne bleiben und sich eventuell noch die Dünen ansehen.)

 

Da es nun schon langsam Mittag wurde und der Rest der Reisegruppe noch etwas Zeit am Strand verbringen wollte, machten wir uns auf den Rückweg.

Eine kostümierte Gruppe von Trommlern veranlasste uns vor einem Tempel zu halten. Recht schnell erkannten wir dass dieses trommeln dem Tanz eines „Löwen“ diente, welcher durch zwei Personen im Kostüm dargestellt wurde.

Der Körper bestand aus Plüsch und der Kopf war mit großen blau illuminierten Augen versehen, welche durch klappernde Wimpern regelmäßig geschlossen wurden.

Diese Art von Musik und Darstellungen eines Löwens, bzw. eines Drachens sahen wir in den Folgetagen des Tet Festivals noch öfter. Wobei dieser rhythmische Trommeltakt gepaart mit den akrobatischen Tanzeinlagen immer sehenswert war.

 

 

 

Im Gegensatz zum Löwenkostüm wurde der Drachen aus Papier dargestellt. Unter dem langen Körper befanden sich mehrere Aktionisten, welche sich rhythmisch bewegten, wobei der erste der Gruppe noch den Drachenkopf, welcher sich auf einem langen Stab befand, bewegte. Der Tanz soll die Geister des alten Jahres vertreiben.

Außer diese Tanzdarbietungen, wird schon Wochen vor der Festivität alles für das Neujahrsfest vorbereitet.

Die Vietnamesen schmücken ihre Häuser mit rot-goldenen Glückssymbolen und am Blumenmarkt werden die perfekten Pflanzen für das Eigenheim ausgesucht.

Weiter ging über dem Markt in Mui Ne (1kg Mangos 40.000VND; frisch gepresster Zuckerrohrsaft ohne Eis 10.000VND) zurück zum Hotel.

Wo dann auch die nächsten vier Stunden genutzt wurden, am auf den Liegen zu chillen.

Nachdem Duschen ging es halb sechs zu unserem Restaurant.

Da es sich bei diesem Besuch um das letzte Mal handeln würde war uns klar. Eventuell konnten wir ja noch Mekong Delta so lecker Seefood essen, aber wir erahnten schon, dass dies nicht eintreten sollte. So schlugen wir uns noch einmal mit Muscheln und Prawns die Mägen voll, als wenn wir den Geschmack im Körper für die nächsten Tage und Wochen speichern können.

Wir hörten, dass es am besten sei in Phan Thiet dem Tet Festival beizuwohnen, wenn man die ursprüngliche Feier miterleben möchte, anderenfalls gab es die Option des Besuches eines Hotels und der entsprechenden Feier – was für uns nicht in Betracht kam.

Leider vergaßen wir uns im Vorfeld zu erkundigen, wie das Fest hier praktiziert wird. Dass bedeutete wir wussten nicht wie wann was ablaufen sollte. Nach Informationen solle das Fest gegen 20:00Uhr beginnen. Doch wie, eine Art Prozession, wie beim Vegetarian Festival in Thailand)?

Da wir noch Zeit hatten begaben wir uns noch kurz zum Hotel, von dort ging es noch kurz shoppen um die Zeit zu überbrücken und dann weiter nach Phan Thiet.

Es hieß immer den Massen folgen. Nun fuhren aber in Phan Thiet die Mopeds in alle möglichen Richtungen und es gab keine Ersichtliche Logik, außer, es gibt kein Fest.

Vier folgten der Hauptstraße und erkundigten uns hin und wieder bei den Einheimischen. Leider stellte hier wieder das Thema Sprache eine große Herausforderung dar, bis ein junger Vietnamese sich bei uns erkundigte was wir suchten. Er erklärte uns in gutem Englisch wo wir unsere Mopeds abstellen sollten und wo dann die Festivitäten beginnen würden. (Wir sind richtig gefahren der Hauptstraße zu folgen und waren somit kurz vor dem Ziel.)

Also hieß es Mopeds abstellen und uns zu Fuß die restlichen Meter zurück zu legen, da die Straße später bezüglich er Festivitäten gesperrt werden sollte.

Doch was uns erwartete, damit hätten wir nun kaum gerechnet.

Ein Rummel für Kinder.

Da wir noch Zeit hatten und bis dahin noch der Meinung waren, dass es bald losgehen sollte, wurden wir noch einmal zu Kindern und besuchten zur Verwunderung und Belustigung der einheimischen Bevölkerung einige der Attraktionen. Allzumal wir es oft gegrüßt und angesprochen, waren wir doch die einzigen Europäer weit und breit.

Mit der Zeit realisierten wir immer mehr, dass die Besucherzahlen, auch der älteren Bevölkerung, immer mehr zunahmen, aber sich alles versammelten und rumsaßen um auf null Uhr und dem Feuerwerk zu warten. Keine Feier wir sie es kannten, oder Umzüge.

Da es erst halb zehn war und wir noch eine längere Zeit überbrücken mussten, von dem Rückweg von rund einer dreivierte Stunde abgesehen, entschieden wir uns für den Rückweg.

Da der Cham Tower nachts schön angestrahlt war, machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp bei jenem und begaben uns zurück zu Hotel, wo wir für uns ins neue Jahr der Schlange feierten.

Nun wurde es null Uhr, aber nichts war zu sehen, oder zu hören. Nichts aus dem benachbarten Ort und nicht aus Mui Ne.

Ich begab mich vor zur Straße um zu sehen, ob man eventuell nur im Garten nicht mitbekam. Ich wünschte dem Eigentümer und dessen Familie, welche im Restaurant saßen, an welchem ich vorbei musste, ein „Happy New Year“. Sie saßen vor dem Fernseher, schauten hin und wieder auf jenen und redeten um miteinander.

Auf der Straße sah es genauso trostlos aus, also begab ich mich auf den Rückweg zum Garten.

Bei erneuten passieren des Restaurants wurde ich auf ein Glas Sekt eingeladen.

Im Fernsehen ab es ein Feuerwerk zu sehen und ich erkannte ein Turm, den Turm der sich in der Nähe des Rummels in Phan Thiet befand, eine Nachfrage bestätigte dies, es war eine Livesendung aus dem Ort. So betrachtete ich das Feuerwerk im Fernsehen und ärgerte mich schon ein wenig. Es war phantastisch. Ich habe selten so ein gigantisches Feuerwerk gesehen und das über eine Dauer von knapp zwanzig Minuten.

Nach der ersten Flasche Sekt kam eine weitere, dann Knabbereien und immer wieder ein „Happy New Year“. Einige Fotos ihrerseits und einige Gespräche. Nach kurzer Zeit gesellten sich auch noch er Bär und etwas später die Damen zu uns. So war es doch noch ein schöner Abend, welche bis gegen ein Uhr anhielt. Dann sind wir doch recht müde ins Bett gefallen.

 

 

Sonntag, der 10.02.2013

Heute hieß es etwas ausschlafen.

Da wir halb zwölf die Zimmer verlassen haben mussten, hieß es neun Uhr aufstehen, Frühstücken und Sachen packen.

Dann nutzten wir noch die letzten Minuten am Strand und checkten pünktlich aus.

 

Die letzten Buserfahrungen im Kopf checkten wir dieses Mal die Alternative eines privaten Transfers zu dem nächsten Ziel unserer Reise, Saigon.

Der Transfer sollte 120$ kosten, d.h. 30$ pro Person. Das würde uns zwar rund 15$ mehr kosten, würden wir aber diesmal pünktlich am Ziel sein und könnten so noch die Vorbereitungen für den nächsten Tag treffen. Hier sollte es zum Mekong Delta gehen, wo wir zwei Tage verbringen wollten.

Also entschieden wir uns bereits am Vortag für diese Alternative des Reisens.

Da das Auto viertel eins kommen sollte, hatte wir nach unserem Check Out noch Zeit für einen kleinen Lunch im hoteleigenen Restaurant.

 

Pünktlich ging es dann nach Saigon, mit einem kleinem Zwischenstopp an einem Drachenfruchtfeld und dem obligatorischen Stopp von 30 Minuten nach der Hälfte der Zeit.

Die Fahrt verlief sehr angenehm, so dass wir dann recht entspannt gegen halb fünf im District 1 ankamen.

Da wir an unserem ersten Tag in Saigon, nach unserer Ankunft in Vietnam, etwas Pech mit unserem Zimmer hatten, erkundigten wir uns im City Inn nach anderen Optionen. Da jene uns nicht optimal erschienen, erkundigten wir uns beim Nachbarhotel „Vong Thai“ (Luu Van Lang Street 20) und wählten hier, trotz des doch etwas erhöhten Preises von 45$ pro Zimmer (inkl. Frühstück), unser nächstes Domizil.

Da die Zimmer noch extrem neu und mit einer sehr guten Ausstattung versehen waren konnte der Preis als gerechtfertigt gesehen werden. Allzumal es sich um die letzten Nächte des Urlaubs handelte und wir eine davon noch im Mekong Delta verbringen wollten.

Aber nun hieß es erst einmal zu checken, inwieweit wir günstig zum Mekong Delta für zwei Tage kommen würden.

Erste Option wäre ein offizieller Bus. Jene Option viel aus, da wir zu viel Zeit verlieren würden und am Mittwoch unser Flug nach Deutschland ging.

Eine weitere Option wäre eine private Fahrt, wie Taxi. Doch diese Option wäre sehr preisintensiv.

Dann wäre noch die Möglichkeit einer Pauschaltour.

Erkundigungen ergaben, dass jene nur als Tagestour möglich wäre – der Grund sei das Tet Fest. Bei einer Anreise von drei Stunden (plus / minus einer Stunde) wäre dies aber nicht besonders effizient und würde bedeuten, dass wir uns mehr im Bus aufhalten würden.

Erkundigungen bei einem anderen Anbieter vielen auf einmal positiv aus und es hieß, eine Zweitagestour wäre möglich und der Preis würde mit Übernachtung 800.000VND betragen.

Schön, hat es doch noch geklappt.

Geld holen und den Trip klar machen.

Gesagt, getan.

Doch als wir dann die Reise bezahlen wollten, hieß es, dass es doch nicht möglich sei. Das Neujahrsfest.

Und nun?

Nach langem hin und her und mehreren Telefonaten sind wir dann auf die Lösung gekommen, dass wir am Montagmorgen uns mit der ersten Tour ins Mekong Delta begeben, dann aber dort bleiben und am Dienstagnachmittag mit der zweiten Tour wieder zurück nach Saigon fahren. So hätten wir den Montagnachmittag und den Dienstag um eigenständig die Gegend um das Mekong Delta zu erkunden. Diese Lösung stellte sich im Nachhinein als nahezu perfekt heraus, da die Tagestouren alle gleich waren und eher Verkaufsveranstaltungen glichen – aber dazu später mehr.

Da wir so viel wie möglich vom Leben der einheimischen Bevölkerung mitbekommen wollten, wählten wir ein Homestay, wenn auch eine Mitreisende auf Grund der Erfahrung aus dem Longhouse auf Borneo letztes Jahr etwas voreingenommen schien.

So, da wir nun auch die letzte Etappe unserer Reise organisiert hatten, hatten wir nun die Möglichkeit uns dem Dinner zu widmen.

Da auf Grund des Festes der angrenzende Markt und damit auch der Nachtmarkt geschlossen hatten, mussten wir auf eine Alternative ausweichen.

Doch auch das uns empfohlene Restaurant in der Nähe hatte leider geschlossen und so wählten wir ein Straßenrestaurant (Nam Ky Khoi Nghia Street), welches sich auf dem Weg befand. Leider nicht die beste Alternative!

Egal, wir stillten unseren Resthunger mit einer Suppe an einer Garküche gegenüber dem Ben Thanh Markt und begaben uns dann doch recht zeitig, gegen acht, ins Bett.

 

 

Montag, der 11.02.2013

Da wir uns Viertel vor acht für den Transfer bereits halten sollten, hieß es halb sieben Aufstehen, Duschen und Frühstücken - wie üblich Omelette, und Sachen packen.

Es sollte wie üblich nur eine kleine Tasche mitgenommen werden, da wir das Hauptgepäck im Hotel lassen konnten.

Nach dem Check Out standen wir auch pünktlich zur Abreise bereit.

Und dieses Mal wurden wir auch pünktlich abgeholt.

Doch erst einmal wurden wir mit dem Bus zur zentralen Anlaufstelle des Reiseveranstalters Tuan Travel gebracht, da unser jetziger Bus weiter zu den Tunneln nach Cu Chi fuhr.

Wir erhielten unsere Voucher für die einzelnen Etappen und dann ging es auch mit rund zehn anderen Touristen auf die Reise.

Mit dem obligatorischen Zwischenstopp – diesmal nur 15 Minuten – waren wir dann gegen zwölf Uhr am Bootsanleger von My Tho im Mekong Delta.

Anhand der Vielzahl der Boote und Busse wurde einem recht schnell die Art der Tour bewusst. Obwohl man hier schon von Tourismus sprechen kann, kommt es bei weitem nicht an die Massen von der Halong Bucht ran.

Von nun an konnte man von einer typischen Butterfahrt sprechen, bei welcher man auf keinen Fall das wirkliche Mekong Delta kennen lernen konnte. (Es erinnerte mich ein wenig an die Tour in Peking zur chinesischen Mauer. – Aber das ist eine andere Geschichte.)

Mit dem Boot ging es zum naheliegenden Unicorn Island, wobei uns unser Guide auf der rund zehn minütigen Überfahrt mit seinen Sangeskünsten unterhielt, ohne nicht im Vorfeld zu betonen, dass er ja nicht singen könnte.

Auf der Landzunge angekommen, wurde eine kleine Fabrik besucht bei jener einem die Herstellung von Kokosbonbons anschaulich näher gebracht wurde, ohne im Abschluss darauf zu verzichten die Vielzahl an unterschiedlichen Produkten zum Erwerb anzubieten.

Als „Höhepunkt“ konnte der wissbegierige Tourist sich eine Boa, welche in einem Käfig gehalten wurde – welcher zu allem Überfluss auch noch deutlich zu klein war, über die Schulter legen und sich fotografieren lassen.

Und zu allem Überfluss wurde dieser „Service“ auch noch von einigen Touris angenommen.

Buah, ich was für eine Gruppe sind wir denn gelangt? Aber die drei Stunden halten wir auch noch durch.

Nun ging es aber erst einmal per Boot zu einem riesigen offenem Restaurant indem gefühlte zweihundert Personen Platz hatten und wo uns das Mittag gereicht wurde.

Es gab Reis mit zwei Frühlingsrollen. Wem das nicht reichte konnte natürlich einen gegrillten Fisch (Elephant - Ear) für „kleines“ Geld erwerben und verzehren. Bei dieser knappen Kost kam dieses Gericht natürlich gut an.

Die anschließende Zeit hatten wir zur freien Gestaltung und konnten eine nahegelegene Pagode besichtigen.

Unser Guide meinte nur noch, dass es im Restaurant warte und wir uns dort in rund zwanzig Minuten treffen.

Also ging der ganz Trupp los, bis er an einer Kreuzung zum stehen kam. Ging es jetzt nach links oder rechts? Da sich einige andere Herrscharen von Touristen mit Pferdegespannen nach links begaben entschieden sich unsere kleine Reisgruppe und zwei weitere Deutsche jenen zu folgen.

Wir durchwanderten den kleinen Ort und stellten nach einer gewissen Zeit fest, dass hier nicht war und wir langsam zurück müssten. Da ich keine Uhr bei mir trage, erkundigte ich mich bei den anderen deutschen, welche feststellten, dass die zwanzig Minuten schon langsam um wären.

Das bedeutete also, dass wir zu blöd waren die Pagode zu finden und uns auf den Rückweg begeben mussten.

Kurz vor unserem Treffpunkt kam uns dann auch unser Guide völlig fertig und durchschwitzt auf einem Fahrrad entgegen, welches er sich geborgt hatte um uns zu suchen.

Fehlten wohl nach dem verabredeten Zeitpunkt noch acht Leute. Zwei fand er wohl ziemlich zeitnah und de Rest suchte er für eine viertel Stunde. Wir entschuldigten uns damit, dass wir die Pagode nicht fanden und es stellte sich heraus, dass er einen kleinen Grabstein am Wegesrand meinte, welche sich rund hundert Meter entfernt vom Restaurant befand.

Er war immer noch fertig als wir im Boot saßen und es weiter zu dem nächsten „Highlight“ unserer Tagestour ging.

Ich glaube er hat uns den ganzen Tag nicht mehr außer Augen gelassen und war froh als der Tag endlich vorüber war.

Nun ging es weiter zu einer „Bienenfarm“ wo Honig „hergestellt“ wurde.

Doch mir ist bis heute noch ein Rätsel, wie ein kleiner Bienenstock mit drei Waben so viel Honig produzieren konnte, welcher natürlich wieder in allen möglichen Formen zum Verkauf angeboten wurde.

Auch eine der drei Waben konnte man fotografieren und ganz mutige sie sogar halten um sich dann mit ihnen fotografieren zu lassen. Und klar, die Helden, welche sich auch mit der Schlange fotografieren ließen, haben nun auch in ihrem Fotoarchiv Fotos von sich und einer Bienenwabe.

Etwas Tee und dann ging es mit einem kleinen Boot (Sampan) für sechs Personen weiter auf einem von Wasserkokosnuss beschatteten schmalen Kanal zum nächsten Verkauf.

Die Gegend wäre recht schön gewesen, wenn uns nicht so viele mit anderen Touristen gefüllte Boote entgegengekommen wären und uns die beiden Bootsführer nicht einen bitteren Beigeschmack hinterlassen hätten.

Zuerst zeigten sie uns ihre Häuser in denen sie wohnten, und jene als Häuser zu bezeichnen war schon extrem geschmeichelt, um im gleichen Atemzug um Geld zu bitten. Wobei die genannte Summe nicht als unerheblich zu betrachten war.

Hätten sie nicht fortlaufend während der zehnminütigen Fahrt die Spitzen bezüglich des Geldes verteilt, wäre man noch eher geneigt gewesen sich finanziell zu bedanken. So gaben wir anstandshalber etwas, der fade Beigeschmack blieb. Schade!

 

Nun gab es ein kleines Sit In mit etwas Tee, genau abgezähltem Obst und Gesangseinlagen - diesmal aber nicht von unserem Guide. Nach dieser Vorstellung wurde auf jeden Tisch ein Gefäß gestellt in welches wünschenswerter Weise einige Geldscheine verstaut werden sollten.

Umgeben war dieses Ambiente von einigen Souvenirständen.

Nach diesem letzten Stopp ging es wieder mit dem Boot zum Bootsanleger, wo man noch kurz etwas Zeit hatte das WC zu besuchen oder das ein oder andere Souvenir zu erwerben.

Und so waren die letzten dreieinhalb Stunden vergangen ohne viel vom Mekong Delta und seinen Menschen zu sehen.

Sicherlich gab es den einen oder anderen von unserer temporär neuen Reisegruppe, welchen diese Art von Tour gefiel. Doch leider habe ich außer dem Preis von 200.000VND für die Tagestour keinen weiteren Grund von ihm erfahren.

Da wir nur drei Wochen für unsere Reise hatten und während dieser Zeit Land und Leute kennen lernen wollten, hatten wir keine Ambitionen für solche Art von Veranstaltungen und waren doch froh dass wir erstens noch einen Tage in der Gegend verbrachten und zweitens bald für uns waren und unseren Tagesablauf allein bestimmen konnten.

Mit dem Bus wurden wir dann zu unserer Unterkunft gebracht, welche aber als Hotel und nicht als Homestay zu bezeichnen war.

Der Guide hatte keine anderen Informationen und da auch keine Diskussionen fruchteten fanden wir uns mit unserem Schicksal ab.

Es gab doch schlimmeres.

Der Guide teilte uns mit, dass wir am nächsten Tag ab 15:00 Uhr beim Hotel auf den Bus bezüglich der Rücktransfers warten sollten und trollte sich mit dem Rest der Butterfahrtsgruppe von dannen.

Nun standen wir vor dem Hotel „Minh Quan“ in My Tho und überlegten wie wir die uns zur Verfügung stehende Zeit sinnvoll nutze könnten.

Dass der Floating Markt auch am nächsten Tag geschlossen hatte, haben wir schon in Erfahrung bringen können. Wieder machte uns das chinesische Neujahrsfest einen Strich durch die Rechnung. Wobei dies für Sanne und mich nicht ganz so schlimm war, da wir schon welche in der Nähe von Bangkok besucht hatten.

Aber wir wollten wenigstens mehr vom Fluss mit seiner Vielzahl von Nebenarmen kennen lernen.

Wir arrangierten für den nächsten Tag eine Bootstour für uns allein für rund fünf Stunden (500.000VND p.P.) und verbrachten den Rest des Tages um die Stadt näher zu erkunden.

Der erste Eindruck der Vielzahl der Besucher machte sich nun nicht mehr bemerkbar.
Sicherlich da alle Touristen sich in der Stadt in der Gegend um den Bootsanleger aufhielten und außerdem bezüglich der fortgeschrittenen Stunde bereits alle mit den Reisebussen die Gegend wieder verlassen hatten.

Die Gegend schien wie ausgewechselt. Man wurde beäugt und begrüßt.

So schlenderten wie Stadt entlang, genossen ein kühles Bier am Rande des Sees, kamen wieder an kleinen Festivitäten zum Neujahrsfest vorbei, wobei sie meist einer Pflanzen- und Blumenschau erinnerten und endeten in einem offenem Straßenrestaurant, welches sich auf einem Platz befand, welcher am Tage als Parkplatz diente.

In der Zeit der Feiertage scheint halb Vietnam auszugehen, dementsprechend waren die Lokalitäten und Straßen bevölkert.

Da man hier in der Gegend kaum auf eine englischsprechende Bevölkerung trifft und dementsprechend auch die Speisekarte ausgelegt war, vermuteten wir schon, dass diese Mahlzeit einer Art Lotteriespiel gleichen würde.

Aber recht schnell sprach uns ein Vietnamese vom Nachbartisch an, ob er uns helfen könne.

Es stellte sich heraus, dass er in Australien lebte, seine Familie hier besuchte und auch Viet Nam bereisen wolle.

Seine Empfehlung BBQ Hühnerkeulen war wirklich gut.

 

 

 

Nach dem Essen wollten wir den Abend bei einem Cocktail ausklingen lassen.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Gerade hatten wir das Restaurant verlassen, hörten wir auch schon die bekannten Trommeln, welche wir schon in der Nähe von Mui Ne vernommen hatten.

Der Verkehr kam zum erliegen und hunderte von Leuten verfolgten die Darbietungen. Diesmal in Form von Löwen und Drachen.

 

Restaurants, bzw. Cafés gab es genügend am Straßenrand, auch gut gefüllt, was ja bekanntlicher weise für die Qualität spricht.

Doch es dauerte eine Weile bis wir in einem den Begriff Cocktails lasen. (Nachfragen half wegen der bereits erwähnten Kommunikationsschwierigkeiten unsererseits wenig.)

Wir fanden auch noch einen Tisch für vier Personen in der bis zum bersten gefüllten Lokalität und bestellten uns vier exotisch klingende Cocktails. (Irgendwie hatte alle so lustige Namen wie Weihnachtsabend – und das auch noch in englischer Sprache.)

Wie dem auch sei, sie kamen recht schnell und genauso so schnell stellten wir fest, dass es sich bei ihnen um Mocktails, also alkoholfreien Getränken handelte.

Somit war klar, dass wir uns keinen weiteren bestellen würden. Es wurde die Rechnung (92.000VND) beglichen und die erneute Suche in Angriff genommen.

Schon von weitem sahen wir das Schild „Bar“ am Dach unseres Hotels blinken. Es war uns bei Tageslicht ohne Beleuchtung nicht aufgefallen.

Wir begaben uns aufs Dach des Hotels und fanden eine kleine gemütliche Bar mit wundervollem Blick auf die Stadt mit dem Mekong.

Der Geschmack und das Ambiente ließ uns vergessen, dass die Zubereitung des Mai Tais eine kleine Ewigkeit dauerte.

Gegen zehn trat die Müdigkeit ein und wir machten uns auf ins Bett.

 

 

Dienstag, der 12.02.2013

Da wir neun Uhr zur Tour aufbrechen wollten, hieß es wieder acht Uhr aufstehen, halb neun Frühstücken (es war inklusive und wurde in der Bar des Hotels gereicht) und Check Out.

Pünktlich neun Uhr wurden wir mit einem Moped abgeholt (zwei Touren a zwei Personen zuzüglich Fahrer) und zum Bootsanleger gebracht. Von hier ging es gemütlich einige Seitenarme des Mekongs entlang.

Wir genossen die Ruhe und die Natur.

 

Mit Zwischenstation auf einer der Inseln wo wir wieder sehr freundliche Bewohner trafen begaben wir uns zufrieden zurück nach My Tho.

 

 

 

Da wir uns zum Andenken an Viet Nam diese doch typischen Hüte mitnehmen wollten und sie hier für einen Dollar angeboten wurden, erwarben wir sie gleich hier und begaben uns zurück zum Hotel, wo wir unser Tagesgepäck hinterlassen hatten.

Da wir noch genügend Zeit hatten, nutzen wir jene für eine Mahlzeit an einer Suppenküche gegenüber dem Hotel und genossen wahrscheinlich zum letzten Mal den frischgepressten Zuckerrohrsaft.

Pünktlich 15:00 Uhr warteten wir mit unserem Gepäck auf unsere Mitfahrgelegenheit.

Obwohl wir damit rechneten, dass der Bus erst später hier sein werde, hatten wir schon so eine Vorahnung und erkundigten uns halb vier an der Rezeption.

Ein Telefonat bei Reiseanbieter ergab, dass sie auf uns vor dem Bootsanleger warten würden.

Also Sachen geschnappt und auf zum einige hundert Meter entfernten Bootsanleger.

Da mir die Dame von der Rezeption das Kennzeichen des Busses notiert hatte, sollte sie das Suchen bei der Vielzahl von Fahrzeugen doch erleichtern.

Weit gefehlt. Wir hatten keinen Erfolg.

Wieder einer Vorahnung folgend begab ich mich im Eilschritt zurück zum Hotel und erkundigte mich erneut an der Rezeption. Die Mitarbeiterin hatte bereits den Telefonhörer in der Hand und wie sich recht schnell herausstellte telefoniert sie bereits mit dem Veranstalter.

Sie übergab mir den Hörer und der Herr auf der anderen Seite teilte mir mit, dass sie uns vergessen haben und bereits auf dem Rückweg nach Saigon sind.

Wir sollen aber am Bootsanleger warten, sie wären in zwanzig Minuten da.

Da es bereits zehn vor vier war, der Bus zwanzig Minuten zurück benötigte würde das bedeuten, dass er ungefähr halb vier My Tho verlassen hatte. Genau zur Zeit des ersten Anrufes.

Man kann ja mal was vergessen, aber der Reiseveranstalter hätte gleich schalten können und so wäre

Der immense Umweg vermeidlich gewesen. Naja, war ja nicht unser Bier.

Der Herr entschuldigte sich noch einmal, beteuerte wir sollen dort warten und teilte mir das neue Kennzeichen mit. (Auch noch ein anderer Bus als eine halbe Stunde zuvor angegeben? Muss man nicht verstehen.)

Der Bus kam dann auch mit Vollgas angefahren. Der Guide entschuldigte sich, stieg aus und blieb in My Tho. ???

Zuerst fährt er mit in Richtung Saigon, dann bleibt er in My Tho? Verrückte Welt!

Wir waren froh im Bus nach Saigon zu sitzen und uns wurde immer mehr bewusst, dass wir uns am nächsten Tag um die Zeit schon auf dem Rückweg nach Deutschland befanden.

Eventuell wegen des Vorfalls waren wir recht zügig ohne Zwischenstopp gegen halb sieben in Saigon am Ausgangspunkt unserer Tour. Der Mitarbeiter des Reiseveranstalters fragte uns noch nach dem Trip und wir teilten ihm wahrheitsgemäß die Vorfälle mit. Überrascht der Anzahl wollte er sich am nächsten Vormittag mit uns und dem Chef treffen. Wir lehnten dankend ab, gibt es doch schlimmeres, und begaben uns zu unserem Hotel.

Da der Nachtmarkt immer noch geschlossen hatte und wir nicht wussten ob dies auch auf den Tipp vom Sonntag zutraf erkundigten wir uns nach einer weiteren Möglichkeit der Nahrungseinnahme.

Und wurde das Restaurant Onhá Háng Ngon (Pasteur Street 160) empfohlen, zu welchem wir uns auch nach einem gemütlichen Bier vor unserem Hotel aufmachten.

Leider hatten wohl sehr viele Leute diesen Tipp erhalten und dementsprechend waren zwei Schlangen vor dem Einlass des Restaurants. Es ist schon lange her, dass man sich an solche Schlangen anstellte (außer der Tango Bar in Buenos Aires).

Da sich das Restaurant auf einen Innen- und einen Außenbereich erstreckte und nicht jeder registrierte, dass die Gäste nicht nur für den Innenbereich anstanden, hatten wir innerhalb von Sekunden einen Tisch mit vier Plätzen. (Vielen Dank hier noch einmal an den Bären!) – Obwohl man sagen muss, dass auch die Schlangen schnell abgewickelt wurden.

Das Essen war recht lecker und das Preis- Leistungsverhältnis rechtfertigte den Besuch.

Da wir uns am nächsten Tag erst zum Abend auf den Heimweg machen mussten und wir ausschlafen konnten, wollten wir noch einen kleinen Absacker vor dem Hotel zu uns nehmen und „Abschied“ feiern. Doch woher nehmen?

Wir fragten den netten Herrn von der Rezeption (es war wohl der Manager). Er bot uns an, dass uns ein Mitarbeiter des Hotels mit dem Moped zu einem Ort fahren würde, an welchem wir Spirituosen erwerben könnten. Ein Fußmarsch wäre auf Grund der Entfernung nicht empfehlenswert.

Also machte ich mit den Mitarbeiter auf ins Getümmel in das Chaos der Straßen von Saigon. Recht schnell revidierte ich meine Meinung, dass ich mittlerweile auch allein mit dem Moped in Hanoi oder Saigon fahren würde. Obwohl er wirklich sicher fuhr, war ich doch recht froh mit einer kleinen Flasche Wodka wieder am Hotel zu sein.

Den restlichen Abend verbrachten wir auf diesen kleinen typischen Plastehockern auf der Straße vor unserem Hotel und besannen uns der vergangenen Tage.

 

 

Mittwoch, der 13.02.2013

Wirklich ausschlafen konnten wir nicht, da „nur“ bis halb zehn das Frühstück gereicht wurde. Dementsprechend hieß es halb neun aufstehen um uns neun Uhr zum Frühstück zu treffen.

Wir hatten im Vorfeld für 10 Dollar ein late Check Out vereinbart und so war es uns möglich kurz vor Abfahrt noch zu Duschen und die Sachen zu wechseln.

Das dies eine sehr gute Idee war stellte sich im Laufe des Tages heraus. Es war meiner Meinung nach der heißeste Tag des Urlaubs.

Bär und Ute brachten ihre Sachen in unser Zimmer und checkten aus.

Im Anschluss begaben wir uns auf den Ben Thanh Markt, da nach den offiziellen drei Feiertagen wieder einige Stände offen hatten.

Er ist mit seinem Uhrturm ein Wahrzeichen der Stadt und der größte Markt von HCMC.

Wir mussten aber noch den offenen Punkt der fehlenden Briefmarken klären. Da sich in der Nähe unseres Hotels eine Post befinden sollte, suchte ich jene auf.

Aber wie sollte es anders sein. Sie hatte geschlossen. Auch gab es in keinem anderen Laden Briefmarken. Nur Postkarten.

Da es noch die alte Post gab, welche eventuell offen haben würde und der Bär und Ute noch einige Sachen erwerben wollten, trennten sich unsere Wege und wir verabredeten uns für zwölf Uhr beim Hotel.

 

 

 

Sanne und ich nahmen ein Taxi zur alten Post um Zeit zu sparen und wollten uns von dort zu Fuß auf den Rückweg begeben.

Und wir hatten Glück. Die Post hatte offen und es gab Briefmarken. Das war dann doch eine kleine Odyssee. In Zukunft werde ich das Porto gleich erwerben!

Zurück ging es an der Oper, mit einem kleinen Umweg über die Promenade am Fluss zurück zum Hotel, wo wir auch fast pünktlich erschienen.

 

Den Nachmittag wollten wir nutzen um noch einige ältere Stadtteile Saigons, wie China Town, zu besuchen.

Die Dame an der Rezeption konnte uns aber keinen wirklichen Tipp geben. Nach Chinatown sollte man mit dem Taxi anderthalb Stunden benötigen und zum zweitgrößten Zentralmarkt Cho Binh Tay rund 45 Minuten.

Wir entschieden uns für die Fahrt zum Markt, welchen wir nach zwanzig Minuten erreichten.

Die Stände hatten leider geschlossen, auch hier holte uns das Tet Fest wieder ein, dem Plan nach sollte er sich aber nicht wesentlich von unserem unterscheiden. Und so konnten wir die Architektur ohne Gedränge und Gewühl betrachten.

So kann man eigentlich abschießend betrachten, dass auf dem ersten Blick das Tet Festival uns einige Striche durch die Rechnung machte. Aber genauer betrachtet hatten wir so die Möglichkeit Viet Nam auf eine andere Art kennenzulernen.

Jede Medaille hat halt ihre zwei Seiten!

Wir nutzte die Zeit um uns die Gegend etwas näher zu betrachten und stellten recht schnell fest, dass sich in der Nähe zum Markt auch das heutige China Town befindet. Leider kann man es nicht mehr mit dem China Town anderer Städte, wie zum Beispiel San Francisco, vergleichen.

Nach dem Mittagessen in einem kleinen Restaurant und dem Besuch eines kleinen Tempels suchten wir uns ein freies Taxi, was in dieser Gegend nicht so einfach war, und begaben uns zurück zum Hotel.

Das letzte Bier aus dem Kühlschrank vor dem Hotel, dann hieß es Duschen, Sachen packen und fertig für die Reise nach Deutschland machen.

Ab in die Kälte mit acht Stunden Aufenthalt in Dubai. L

Check Out und dann kam auch schon das zu Viertel Sechs bestellte Taxi (10$), welches uns zum Flughafen bringen sollte.

 

Nicht Good Morning Viet Nam – sondern nun hieß es Good Bye Viet Nam.

 

20:25 ging unser Flug über Dubai nach Hamburg, wo wir am Donnerstag 12:30 Uhr MEZ ankamen.

   

 

 

Generelle Hinweise:

-          Der Reispass muss immer bei Check In im Hotel vorgelegt werden. Im Normalfall wird er bis zum Check Out im Hotel hinterlassen, auf Nachfrage wird jener auch kopiert und die kopie hinterlegt.

-          Geldabhebung über Automat: ATM zum Teil begrenzt auf 2.000.000VND oder 3.000.000VND. Andere unbegrenzt.

-          Postkarten 5.000VND

-          Briefmarken gibt es nicht überall, so in einigen Städten (Saigon; Mui Ne; …) anscheinend nur an der Post